Woran Denkt ihr gerade so?

      Hallo ihr Lieben,
      auch ich kann nicht wirklich allein sein. Doch im Moment kann ich mir nicht vorstellen, in nächster Zeit jemanden neues zu haben. Dafür liebe ich meinen Mann viel zu sehr und ich vermisse ihn jeden Tag. Bei mir sind es auch erst 6 Wochen. Mein Mann würde sich wünschen, dass ich nicht allein bleiben, ich bin auch erst 43. Vielleicht irgendwann, wenn ich soweit bin.
      Es gibt Tage in denen es mir besser geht. Doch dann gibt es Momente, wo mich die Trauer voll erwischt. Auch dieser Ärger mit den Kindern zerrt an mir. Hab auch weiter abgenommen. Meine Schweigermutter meint, man soll sich den ganzen Tag von der Trauer ablenken, dann ist sie nicht so schlimm zu ertragen. Doch mir geht es so, dass wenn ich den ganzen Tag arbeite oder anderweitig beschäftigt bin, also keine Zeit zum Nachdenken oder Denken an meinen Mann habe, es mich dann am Abend voll erwischt und ich nicht schlafen kann. Ich glaube man sollte die Trauer nicht verdrängen, denn die Trauer wird so nur verschoben und kann noch schlimmer werden. Ich weiß nicht wie ihr das seht, aber ich denke wir müssen uns dem Verlust jetzt stellen und ihn nicht auf später verschieben.
      Ich drücke euch alle und wünsche uns eine ruhige Woche.
      Schlumpfine

      (Mein Mann liebte meine Schlumpfsammlung, zu jedem Anlass hat er mir Neue geschenkt, sogar zu meinem 43. Geburtstag. Wir haben uns die Geschenke immer einige Zeit vor den Anlässen geschenkt. In diesem Jahr war es dadurch das einzigste Geburtstagsgeschenk, dass ich annehmen konnte, denn er starb einen Tag vor meinem Geburtstag)
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      Beitrag von „Syli“ ()

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      Hallo Ihr Lieben,
      um das nun gleich klarzustellen.
      Ich würde niemals eine neue Partnerschaft eingehen.
      Das kommt nicht in Frage. Auch wenn ich nicht für das
      Alleinsein gemacht bin.
      Ich habe eben nur so viel Sehnsucht.
      Manchmal wecke ich früh auf , bin noch nicht richtig da, und dann denke ich-
      Heute ist der Alptraum endlich vorbei. Du weckst jetzt aus diesem Traum auf
      und alles ist wieder gut. Dann kommt der Hammer....
      Es will einfach nicht in meinen Kopf. Ich will es einfach nicht verstehen und
      glauben. Ich brauche eben noch viel Zeit.
      Aber ob ich das je verstehe, weis ich nicht.
      Das wird regelrecht abgeblockt.
      Ich glaube Ablenkung für eine kurze Zeit ist schon gut.
      Aber es ist eben so, das es einem dann wieder mit voller Wucht einholt.
      Es sitzt alles so tief und tut so weh.
      Den Rest des Weges alleine zu gehen und er kommt nie wieder.
      Das zu verstehen ist sehr sehr sehr schwer.
      Ich tue schon viele Dinge , die ich mit meinem Mann nicht gemacht habe.
      Einfach um nicht daran erinnert zu werden. Teilweise funktioniert das auch.
      Aber es geht eben auch nicht immer.
      Ich gehe sogar in andere Geschäfte in denen ich mit ihm nie war.
      Habe mein Leben etwas umgestellt und auch in der Wohnung etwas verändert.
      Trotzdem ist der Schmerz sehr groß.
      Vieles geht auch nur noch automatisch, weil es sein muß.
      Und den Kleiderschrank kann ich immer noch nicht ausräumen.
      Dann bleibt es eben so....

      nicfisch schrieb:

      Ich fühle mich so einsam. Hatte mich bei einer online-Partnervermittlung angemeldet. Der totale Reinfall. Erstens trauen sich wohl wenige, eine Witwe anzuschreiben. Und dann merkte ich, dass ich noch überhaupt nicht soweit bin. Aber das ist ja auch eine Erkenntnis. Das stand übrigens in meinem Trauerbuch, quasi als nächster step in der Trauer. Das war wohl nix....
      Ich möchte einfach jemanden haben, der für mich da ist und auf mich aufpasst. Ich bin 45, und der Schmerz frist mich fast auf, aber an eine Zukunft ganz alleine mag ich gar nicht denken. Es ist so schlimm, könnte derzeit nir noch heulen.

      Ging mir ähnlich, als hätte man als Witwer/Witwe ein Stigmata und als ob jemand der nicht verwitwet ist ne Garantieurkunde für ne ewige Bindung abgeben könnte. Kann keiner , ich drück dir aber die Daumen
      Hallo ihr Lieben,
      egal was ich für kleine Erfolge am Tag hatte, egal was für lieber Besuch da war, der Kummer über den Verlust meines Mannes überschattet einfach alles. Er fehlt mir so sehr, und das meine Welt innerhalb von Sekunden aufgehört hat zu existieren, ich kann es immer noch nicht fassen. Mein Urvertrauen in das Leben ist weg, wenn so etwas passieren kann, dann kann alles passieren. Er hinterläßt eine so große Lücke, wie soll man da jemals wieder zufrieden oder gar glücklich werden können? Das geht doch gar nicht ohne ihn, ER war unser großes Glück. Auch die Kinder leiden, obwohl sie erwachsen sind und ihr eigenes Leben haben, er war ein ganz wichtiger Bestandteil davon und wir sind unendlich traurig. Ohne ihn habe ich an nichts mehr Freude, kommt mir so vieles überflüssig vor. Wenn ich manchmal an ihn denke, glaube ich nicht mehr atmen zu können so wie er jetzt, meine große Liebe, die nicht mehr leben durfte. Ich verstehe das alles nicht, bin hilflos und wütend.
      L.G.Emmi
      ... dass die ganze Dimension des Verlusts sich erst mit der Zeit so wirklich erschließt ...

      Wenn ich noch an die Trauerfeier zurückdenke, wie man da so relativ locker vom Hocker zugange war bzw. es im Sinne der Verstorbenen eben einfach möglichst "schön" und "feierlich" haben wollte und anschließend noch beim Kaffee mit dieser affektierten Trauerrednerin zusammen saß, die es fertiggebracht hat, zwei Stunden am Stück, ohne mal Luft zu holfen oder jemand anderen groß zu Wort kommen zu lassen, sich in ihren Wichtigtuereien über ihren ach so tollen Beruf zu ergehen ... Im Rückblick alles irgendwie surreal ... Aber was blieb einem schon anderes übrig, als die Fassade zu wahren, gute Miene zu machen und so zu tun, als würde einem alles nicht übermäßig nahegehen... Wahrscheinlich war man in dem Moment ja tatsächlich auch einfach nur froh, dass das Leiden und der Kampf endlich vorbei waren ...
      Hallo Marion,
      ja, die Dimension des Verlustes erschließt sich wirklich erst mit der Zeit. Mein Leben ohne ihn, das irgendwie nicht mehr mein Leben ist. Diese große Vertrautheit, das gemeinsame Meistern von Problemen, das Teilen der Erfolge und die körperliche und seelische Nähe. Wir verliebten uns als wir 17 und 18 waren. Dieser Junge in ihm war immer noch da, erfüllte alles mit Wärme. Unvorstellbar, so plötzlich aus dem Leben gerissen zu werden. Auch wenn ich lerne, vieles alleine zu meistern, es fehlen der Spaß, die Begeisterung und jemand der sich mit mir freut.Fühle mich amputiert und ein über Jahrzehnte gewachsenes Vertrauen und Zusammengehörigkeitsgefühl kann man nicht so einfach ersetzen.
      L.G.Emmi
      Hallo Emmi,
      du sprichst mir aus der Seele.
      Wort für Wort könnten von mir sein.
      Wie soll das nur so weiter gehen?
      Was können wir da nur dagegen tun?
      Viele Ideen habe ich nicht. Auch meinem Sohn geht es wie deinen Kindern.
      Er hat so ein großes Loch gerissen.
      Das ist mit Worten nicht zu fassen.
      Es schmerzt so sehr und das schlimmste ist, es wird nicht wirklich besser.
      Geht es mal paar Stunden und man kann sich ablenken, dann geht es wieder los.
      Man läuft in irgendeine Richtung und weis nicht was man da soll.
      Der Job ist so unwichtig geworden. Hat alles nicht wirklich mehr Sinn.
      Heute Mittag war ich auf dem Friedhof und habe gegossen.
      Es ist alles so unwirklich.
      Viele schreiben ja , das es mal besser wird mit der Zeit.
      Vielleicht stimmt das ja.
      Hallo Petel,
      ich weiß nicht wie es jemals besser werden soll bei diesem großen Verlust. Aushaltbar, nicht dran zerbrechen, das würde mir im Moment schon reichen.Vielleicht hilft die Zeit. Und liebe Menschen, die mit einem aushalten und einfach für einen da sind. Dieses große Glück hatte ich in den letzten Tagen. Meine ehemalige Hausärztin, mit der ich auch viele Jahre zusammengearbeitet habe, hat mich besucht. Mit viel Zeit, Mitgefühl und einfach in den Arm nehmen. Sie hat zugehört, ich konnte wirklich über alles sprechen und alles fragen.Von eventuellen Vorzeichen ,der Medikamentenverordnung bis zu Ansichten über das Leben nach dem Tod. So intensive Gespräche wünsche ich jedem von uns, ich weiß wie gut mir das getan hat. Dieses, es ist jemand für dich da, nur für dich in deiner unendlichen Not. Die Tage davor war ich auch besonders verzweifelt. Da kam mir schon der Gedanke, daß mein Mann dieses Leiden irgendwie gesehen hat und mir Hilfe schickte. Das kann doch fast kein Zufall sein. Aushalten und für einander da sein, ich glaube wenn überhaupt, dann ist das der einzige Weg.
      L.G.Emmi
      Ob es wirklich besser wird? Ich weiß nicht. Meiner Erfahrung nach lernt man eben mit der Zeit, sich in seinem Unglück so einigermaßen einzurichten und das Ganze etwas entspannter und weniger dramatisch zu sehen. Irgendwann macht sich so eine gewisse Gleichgültigkeit und Resignation breit - und dann ist man einfach froh, wenn wieder ein Tag vorbei ist, man ihn quasi im Kalender abstreichen und wieder ins Bett gehen kann.

      Was mich bei mir stört, ist so ein gewisser Trend zur Verwahrlosung - hatte immer alles ziemlich sauber und aufgeräumt. Nun lasse ich das Geschirr schon auch mal zwei Tage stehen. Aber die neue Wohnung hat dann ja zum Glück eine Spülmaschine! Das ist wirklich meine Rettung, bevor ich vollends ins Messietum abdrifte.

      Und so eine Haushaltauflösung, bei der man Handtaschen, Äxte, Beile, afrikanische Masken und Büsten, burmesische Silberbecher, einen Holz-Kohle-Ofen, Ikonen, Bilder, einen Kelim, Schwerter und Dolche, Überseekoffer und sonstige exotische Habseligkeiten unter die Leute bringen muss, hat natürlich auch ihren ganz eigenen Charme.
      Hallo ihr,
      froh wenn der Tag vorbei ist und ich mir die Decke über den Kopf ziehen kann, das bin ich auch. Mich selbst, Haus und Grundstück in Ordnung halten fällt mir schwer und kostet viel Kraft, bin auch schnell erschöpft. Wenn meine Kinder und Besucher nicht kommen würden, die Versuchung wäre groß, manchmal gar nichts zu machen, einfach liegen zu bleiben. Aber ich möchte nicht, daß sie denken, ich habe mich aufgegeben, sie leiden so schon genug und machen sich Sorgen um mich. Aber wie gesagt, es fällt mir schwer. Außerdem habe ich das Gefühl, es für meinen Mann zu machen, es ist das Einzige, was ich für ihn noch tun kann. In seinem Sinne mit meinen Möglichkeiten weiter machen. In kleinen Schritten, jeden Tag ,mit viel Zeit und Traurigkeit im Herzen.
      L.G.Emmi
      Hallo Emmi,

      so wie Du es beschreibst geht es mir auch. Haus ect. alles zu machen fällt mir manchen Tagen auch sehr schwer. Gestern hatte ich einen guten Tag, habe den halben Garten die Blumen wo verwelkt sind und einige Sträuche heruntergeschnitten. Jetzt kann man auch das Wasserbecken wieder saubermachen, wenn die Jungs vom Urlaub zurück sind. Wenn sie selbst mal Zeit haben, dann helfen sie mir manch größere Sachen zu erledigen. Aber sonst mache ich auch alles alleine. Ja es ist nicht einfach, aber ich mache auch in meinem Mann seinem Sinne weiter. Er würde auch sagen, du hast das doch immer schon so gemacht, das machst du weiter richtig. Ja wie lange ich das alles noch machen kann, das weiß niemand. Kommt Zeit kommt Rat. Genau jeden Tag eine Sache abarbeiten, was bleibt sonst einem übrig. Ich hätte auch mich nie aufgegeben, wenn dann das kommt, dann ist es so.

      Ja Emmi, wir und die anderen m ü s s e n einfach weitermachen.

      Wünsche Dir und den anderen alles Gute lg Heidi
      Wer vor dem Tod des Liebsten das Leben gemocht hat, ihm etwas abgewinnen konnte, der wird es auch irgendwann wieder tun. Es ist wirklich eine Frage der Zeit, der Umstände und nicht zuletzt des eigenen Temperaments.

      Ich fühle noch genau die Schmerzintensität, wie sie vor 4 Jahren war, wenn ich es zulasse, wenn ich mich hinein begebe. Diese typischen Angst- und Verlustschmerzen treten jedoch mit jeder neuen Erfahrung, mit jedem neuen Erlebnis in den Hintergrund. Ich werde mir immer klarer, dass ich mein Leben leben muss. Das ist unumstößliches Gesetz. Und da gibt es sowas nicht (mehr), wie etwa Tage im Kalender abstreichen, denn jeder Tag ist ein Tag meines Lebens. Niemand weiss, was ihm wann und wo begegnen wird, was morgen vielleicht passieren wird. Das Leben selbst ist so intensiv, wenn ich mich darauf einlasse.

      Außerdem bin ich der festen Überzeugung, dass es am "Tag X" nicht vorbei sein wird, dass es so etwas wie "ewige Ruhe" erstmal nicht geben wird, sondern dass es weitergeht. Nicht in dem gewohnten Körper aus Fleisch und Blut, denn die Seele hat diesen dann nicht mehr nötig.

      AL Frieda


      ......................................................

      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein
      Hallo Frieda,

      bei mir wird es jetzt am 30.07. 8 Jahre da er nicht mehr hier ist. Und ich fühle jeden Tag den Schmerz, aber e ist nicht mehr so intensiv wie damals, da hatte ich tag und Nacht nur Schmerzen. So habe ich auch diesen Herzschmerz erstmals kennengelernt, wußte gar nicht wie Herzschmerz ist und jetzt erfahren wir hier alle das gleiche. Aber wie Du schreibst es geht jeden Tag weiter und wir müssen einfach weitermachen.

      Habe eben meine Zeitung fertig gelesen und habe einen Vers aus einer Todesanzeige

      Dein Herz kann leer sein, weil du ihn nicht mehr sehen kannst,
      oder es ist voll von Liebe, die er mit dir geteilt hat.

      Du kannst Tränen vergießen, weil er gegangen ist,
      oder du kannst lächeln, weil er gelebt hat,

      Für mich wunderschöne Zeilen.....und trotzdem laufen mir wieder die Tränen.

      lg Heidi
      Ja, es ist sehr verhängnisvoll, wenn wir uns selbst als arme Hinterbliebene sehen und dem Leben, das ja bereits gelebt ist, nachtrauern. Sicher, wenn wir die Wahl hätten, dann würden wir genau wissen, was wir wählen. Aber niemand hat "die Wahl". Das Leben ist wie es ist und es liegt an jedem selbst, etwas daraus zu machen, etwas daraus zu lernen.

      Ich bin so gern mit meinem Mann durch dieses große Stück Leben gegangen und unendlich froh, ihm begegnet zu sein. Aber es gab auch ein Leben vorher für mich und jetzt ist es mein Leben nach unserer Ehe, nach all unseren Arbeiten, unseren kleinen und größeren Verrücktheiten, unseren Streits und unserer Übereinkunft.

      Es ist nicht wirklich ein "neues" Leben, denn es ist immer noch meins. Neu ist das Leben aber so wie so jeden Tag, jeden Moment.

      Meine Trauer hat sich gewandelt. Es gibt viele Momente der Wehmut, überall Erinnerungen, die mir - obwohl sie auch noch weh tun - total lieb sind.

      AL Frieda


      ......................................................

      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein
      Hallo Zusammen,
      ich habe vor ein paar Tagen geschrieben, das Selbstmord keine Option ist. Doch seit gestern denke ich darüber nach. Mein Mann hätte diese nicht gewollt, doch im Moment überfällt mich die Trauerwelle gnadenlos. Ich kann an nichts anderes mehr denken, als dass ich ihn vermisse und bei ihm sein möchte. Ich kann nicht verstehen, dass er nicht wiederkommt. Er hat mich allein gelassen, mit meinem Schmerz. Obwohl viele gesagt haben, sie helfen mir durch diese schwere Zeit, merke ich das sie entweder nicht mehr wollen oder nicht mehr können. Ich soll weitermachen, Zukunftspläne machen, gemeinsame Träume alleine verwirklichen. Meine Mutter fragt mich ständig, wie ich dieses oder jenes zukünftig geplant habe. Ich kann das nicht, einfach weitermachen, denn mein Mann ist tot. Mein Psychologe hat gesagt, das Trauerwelle normal sind, nur so kann der Mensch das Leid ertragen. Doch kann man diese starken Wellen wirklich ertragen? Weinen und schluchzen hilft nicht und ablenken kann ich mich im Moment auch nicht.
      Die Zukunft ist einfach nur grau und verschwommen. Wenn ich die Augen schließe sehe ich meinen Mann auch nur verschwommen, irgendein Bild versucht sich darüber zu legen, welches ich nicht erkennen kann.
      Ich drücke euch alle.
      Schlumpfine
      Liebe Schlumpfine,
      Nein Selbstmord ist keine Option.
      Ich wollte das auch erst. Dann habe ich gehört, wenn man das macht
      sieht man seine Liebsten nicht wieder.
      Ob das stimmt weis ich nicht. Aber das Risiko gehe ich nicht ein.
      Vielleicht dauert es nicht mehr so lange bis es soweit ist.
      Wir wissen es alle nicht. Aber damit tröste ich mich ein wenig, mit dem
      Wiedersehen.
      Ich träume auch sehr viel von meinem Mann. Aber das Komische ist,
      das Gesicht ist immer durch irgendetwas nicht sichtbar.
      Aber ich träume oft, wie wir zusammen Dinge tun oder uns unter-
      halten oder etwas unternehmen.
      Das ist schön. Nur das Aufwachen ist nicht so schön. Denn dann kommt der
      Hammer.
      Ja ich richte mein Leben auch ganz langsam anders ein.
      Es wird nicht mehr alles sofort erledigt und auch die Wohnung ist nicht
      mehr so super ordentlich.
      Mein Mann war immer super ordentlich. Hat jeden Morgen meinen Schlafanzug
      ordentlich zusammen gelegt und mein Bett gemacht.
      Das liegt jetzt alles kreuz und quer.
      Auch die restliche Hausarbeit geht nicht mehr so gut von der Hand.
      Die Kraft fehlt einfach und die Motivation und für wen überhaupt.
      Garten habe ich nicht mehr. Wir sind vor einem Jahr in eine Altersgerechte
      Wohnung gezogen. Das Haus war viel zu groß für uns und zu viel Arbeit.
      So habe ich nur noch einen kleinen Balkon und nun das Grab.
      Aber selbst das ist fast nicht zu schaffen , weil die Kraft fehlt.
      Auf das Grab habe ich ganz viele Blumen und Gräser gepflanzt und lasse
      auch nicht ein Stück Unkraut zu. Obwohl mein Mann nicht so für den Garten
      war. Das Pflanzen mache ich , glaube ich, für mich.
      Aber sonst geht auch bei mir nicht viel.
      Ich versuche Dinge zu tun, die ich nie mit ihm gemacht habe.
      Das ist besser. Das tut nicht so weh. Aber es ist anstrengend.
      Liebe Schlumpfine,
      vor ein paar Tagen hattest du Recht, Selbstmord ist keine Option und Aufgeben auch nicht. Ich kann dich sehr gut verstehen. Wenn einen die Trauerwelle überrollt, verliert man den Boden, sieht keinen Sinn mehr im Leben. Aber diese Welle ebbt auch wieder ab, die "alten Hasen" hier im Forum bestätigen uns das immer wieder und sie haben sicher recht. Dein Verlust ist erst so kurze Zeit her, da darfst du alle Gefühle haben und auch ausdrücken. Aber Frieda hat recht, wir müssen unser Leben leben, es ist ein Geschenk, wie schwer es auch im Moment ist. Und dein Mann hat dich nicht allein gelassen, er wollte leben, genauso wie mein Mann und zwar gemeinsam mit uns. Mein Schatz sagte immer, es geht ihm gut, wenn es mir gut geht. Wenn mich die Trauer so ganz massiv überkommt bitte ich inzwischen auch ihn um Hilfe. Da habe ich mir kleine Rituale geschaffen, obwohl ich bisher immer ehr ein Verstandsmensch war. Es ist eigenartig, aber wenn ich denke, es geht gar nicht mehr, kommt in letzter Zeit immer ein kleiner Lichtblick in mein Leben der mir hilft, auch wenn es nur für einen Moment ist. Beinah ist es so, als wolle mein Mann mir dabei helfen, daß es mir besser geht und ich möchte, daß es ihm gut geht, egal wo er jetzt ist und das geht ja nach seinen Worten nur, wenn es mir besser geht. Für mich merke ich, daß ich außer meiner Liebe und Dankbarkeit meinem Mann gegenüber auch andere Menschen brauche. Da habe ich mich geöffnet, nehme vieles dankbar an. Ich drücke dich ganz doll und denke und glaube an dich.
      L.G.Emmi
    Liebeskummer Sorgen Forum