Woran Denkt ihr gerade so?

      Doro, dieses Gefühl kenne ich leider auch. Möchte hier nicht allzu sehr ins Detail gehen, aber als es mir zu viel wurde, bin ich auch mal ausgerastet und habe etwas wirklich nicht so Nettes gesagt - im Prinzip war es nicht gegen meine Mutter gerichtet, sondern eher gegen Gott, das Schicksal, was auch immer. Eine heftige Anklage, warum ausgerechnet mir das alles aufgebürdet wurde, während die Nachbarn sich einen schönen Lenz machen und gemütlich im Garten sitzen. (Was natürlich kompletter Blödsinn ist, denn sicher gibt es Menschen, die noch viel Schlimmeres im Leben mitmachen mussten als ich, und die Nachbarn kann ebenso gut morgen irgendein Unheil treffen, niemand weiß das, aber in einer solchen schwierigen Situation neigt man eben dazu, sich selbst zu bedauern und mit Neid auf das scheinbar schöne Leben anderer zu blicken.)

      Für meine hilflose Mutter war es jedenfalls sehr verletzend, dass sie in diesem Moment so als "Bürde" wahrgenommen wurde - das habe ich ihr deutlich angemerkt. Und seltsamerweise wusste ich damals schon, dass ich diesen Ausraster nachher bereuen würde, konnte ihn mir aber trotzdem nicht verkneifen.

      Sei also froh, dass du dir deinen Ausraster immerhin verkneifen konntest!
      ... dass meine Katze in der neuen Wohnung nicht nur den Garten, sondern wohl auch die Nachtspeicheröfen vermissen wird, auf die sie sich so schön drauflegen kann ...

      Werde ihr wohl extra so eine Liege für die Heizung kaufen müssen ... :)

      Oder ganz exklusiv einen Katzen-Kachelofen - wobei mich da der Preis von 139 Euro doch etwas schreckt... Aber vielleicht als Ausgleich und ansatzweise Wiedergutmachtung für den ihr dann entzogenen Garten ...
      liebe Marion, habe gerade gelesen du hast eine Katze.
      Das ist aber schön. Hilft die Kleine dir etwas in der Trauer?
      Oder ist sie dir eine Last weil man da ja auch nicht mehr so flexibel ist.
      Was machst du mit ihr, wenn du mal über Nacht weg bist oder in den
      Urlaub fährst?
      habe nämlich auch schon überlegt mir eine Katze zuzulegen.
      Könnte mir vorstellen, das einem das hilft und die auch tröstet, wenn es mal
      so ganz schlecht geht.
      Aber ich Schwanke noch sehr, wie bei allem was ich tu oder denke.
      ich weis eben nicht in welche Richtung ich denken soll.

      Petel schrieb:

      liebe Marion, habe gerade gelesen du hast eine Katze.
      Das ist aber schön. Hilft die Kleine dir etwas in der Trauer?
      Was machst du mit ihr, wenn du mal über Nacht weg bist oder in den
      Urlaub fährst?
      habe nämlich auch schon überlegt mir eine Katze zuzulegen.
      Könnte mir vorstellen, das einem das hilft und die auch tröstet, wenn es mal
      so ganz schlecht geht.


      Ja, sicher, das ist schon schön, dass ich die Katze habe und somit nicht ganz alleine bin. Da ich von zu Hause aus arbeite, ist es natürlich auch für die Katze toll, dass sie nicht den ganzen Tag allein ist.

      Ich persönlich fahre wegen der Katze aber auch nicht in den Urlaub. Wobei mir das In-den-Urlaub-Fahren aber auch nicht so wahnsinnig wichtig ist, da ich seit der Pflegebedürftigkeit meiner Mutter nicht mehr gereist bin und mittlerweile auch nicht mehr sonderlich reisefreudig bin - insofern ...

      Wenn man trotz Katzenhaltung in den Urlaub fahren will, kann man natürlich auch einen Katzensitter engagieren, der 2 x täglich nach der Katze schaut und ihr etwas zu fressen gibt. Geht wohl besser bei Wohnungshaltung - Freigängerin wird in der Zeit wahrscheinlich dann eher entlaufen. Wenn man Glück hat, klappt das. Wenn nicht, ist die Katze möglicherweise beleidigt und pinkelt aus Protest in die Wohnung.

      Nun ja, ich persönlich würde mir, wie auch Uli meinte, schon überlegen, ob ich eher auf ein Haustier setze und dann vielleicht weniger oder gar nicht in den Urlaub fahre oder ob ich mir für die Zukunft vornehme, möglichst viel zu reisen und etwas von der Welt zu sehen. Das kann ja durchaus auch eine Möglichkeit sein, von der Trauer etwas Abstand zu bekommen und für Neues offen zu werden. Im letzteren Fall würde ich dann aber wohl eher auf ein Haustier verzichten.

      Funny schrieb:



      Habe ich den Rollator meiner Mama auf dem Schrank liegen, nicht weil sie ohne ihn nicht gekonnt hat, nein weil auch wir alt werden, es einen Zeitpunkt geben wird wo ihn jemand braucht.


      Den Rollator meiner Mutter werde ich übrigens auch behalten und in den Keller meiner neuen Wohnung stellen. Einerseits kam mir das ein bisschen blöd vor, schon so weit vorauszudenken und vorzusorgen, aber da meine Hüfte schon jetzt nicht mehr so richtig mitspielt und ich leider ziemlich schlecht zu Fuß bin, werde ich den in höherem Alter mit Sicherheit brauchen, falls ich nicht irgendwann wie mein Vater tot umfalle und mir diese Rollator-Phase des Lebens erspart bleibt. Also habe ich mich entschlossen, ihn "auf Vorrat" zu behalten. Warum den jetzt zum Sperrmüll tun und später wieder einen neuen kaufen? Da steht sogar der Name schon drauf, sehr praktisch.

      Schon komisch, dass mein Leben nun so einen seniorenmäßigen Touch hat. Da hatte es meine Mutter schon besser, die in meinem Alter deutlich fitter war und außerdem noch eine 14-jährige Tochter (mich) hatte, die etwas Leben in die Bude brachte. Aber gut, so ist nun mal das Leben, man kann es sich eben nicht raussuchen und muss zufrieden sein mit dem, was man hat. Zumindest bin ich nun durch den Hausverkauf finanziell so abgesichert, dass ich nicht jeden Cent zwei Mal rumdrehen muss - dieses Glück hat auch nicht jeder.
      Liebe Regenpalme,

      das hat sich bei mir nach all der Zeit auch nicht geändert. Ich bin ja gerade zur Reha, wo auch Entspannung angesagt ist. Doch gerade dabei kommt bei mir vieles hoch. Man ist die ganze Zeit abgelenkt und eingespannt durch Therapien und Anwendungen, durch Gespräche mit anderen Patienten, doch wenn man dann tatsächlich zur Ruhe kommt, ist alles sofort wieder da. Und dann geht das Weinen los und hört nicht mehr auf.
      Den eignen Tod, den stirbt man nur, doch mit dem Tod der Anderen muss man leben.(Mascha Kaleko)
      Ja liebe Marion, ich werde mir das auch sehr gut überlegen.
      Die Entscheidung kann ich aber jetzt einfach nicht fällen.
      Weil ich noch gar keine Richtung habe , wo die Reise hingeht.
      Ich bin jetzt doch immer noch in der Phase, wo ich nur mal einen Tag
      voraus denke und versuche das es irgendwie weiter geht.
      Ich weis das ist kein Ersatz, aber vielleicht eine Hilfe.
      Manchmal denke ich schon, was soll das Ganze. Wozu bist du eigentlich noch hier.
      Hat doch keinen Sinn, aber das ist eben auch wieder das Wollknäul...
      Ich entscheide erst, wenn es mir besser geht, wenn überhaupt.
      Danke Marion
      Auch ich habe solche Gedanken doro.
      Ich stehe oft am Grab und entschuldige mich.
      Wir hatten vier Tage vorher morgens noch eine Diskussion und ich war dann so beleidigt. Mein Mann hatte dann abends gekocht. Für ihn war die Diskussion erledigt. Ich aber habe weiter streiten wollen. Wie gingen ohne zu essen ins Bett und ich denke nur daran, es tut so weh, da es ja wie immer nur blödsinnig war.
      Ich will ihn einfach nur zurück
      Liebe Lena,
      solch ein "Päckchen" tragen glaube ich viele mit sich. Was hätten wir anders machen können ?
      Leider sind wir nur Menschen mit Fehlern und nicht perfekt, daher hilft es nicht mit vergangenen gemachten Fehlern zu hadern, macht alles noch schwerer als es eh schon ist. Ich denke unsere Liebsten verzeihen diese Fehler da sie unsere Liebe spüren. Glaube ich auf jeden Fall das dies so ist.
      LG Roland
      Guten Morgen,
      Ich komme gerade vom Nachtdienst. Letzte Nacht kam mein guter Kollege zu mir und berichtete über seine Frau die schon seit Januar krank ist. Eine Diagnose war immer noch offen. Jetzt haben sie die Diagnose: Leberkrebs !! Keine Heilung möglich. Sie liegt nun seit 31 Tagen im Krankenhaus. Mein Kollege war fix und fertig. Als er erzählte lief ein 'Film' in mir ab. Ich wusste sofort: Niemand weiß jetzt in diesem Augenblick, wie schrecklich er sich fühlt, welche Verzweiflung sich in ihm breit macht. Er wird jetzt seine Rente beantragen.
      Mich beschäftigt das so sehr, das mir ständig die Tränen kommen. Wie kann das alles sein ?! So ein feiner und fleißiger Mensch bekommt direkt vor mir vom Schicksal eins mit der Keule !! Und das wo ich selber mitten 'drin' stecke .. Die beiden hatten so viele Pläne und wollten jetzt 'leben', so hat er es gesagt.
      Mir fiel auf, wie bei uns allen hier. Wir alle wollten doch noch so viele schöne Jahre mit unserem Partner verbringen. Daran denke ich... Das so schnell alles vorbei sein kann, nicht nur bei mir..
      Meine Zuversicht ist gerade völlig verschwunden und ich stecke wieder in diesem riesen schwarzen Loch.
      Doro
      Als du gegangen bist, hast du die Farben mitgenommen.
      Liebe Lena,
      Ich kann dich so gut verstehen !
      Auch ich möchte meinen Franki so gern zurück !! SOFORT !!
      Er fehlt mir so sehr.
      LG von Doro
      Als du gegangen bist, hast du die Farben mitgenommen.
      Gestern Abend nach langer Zeit mal wieder "Unsere kleine Stadt" von Thornton Wilder gelesen - ein sehr lesenswertes Büchlein über das Leben und den Tod. Spielt in einer amerikanischen Kleinstadt zu Anfang des 20. Jahrhunderts, 1938 veröffentlicht. Hat aber bis heute seine Aktualität nicht verloren.

      Zitat:

      " ...Ach Erde, du bist so wunderbar, dass keiner dich erkennt. ... Kann ein Mensch das Leben erkennen, während er lebt? - in jedem einzelnen Moment?"

      "Nein. ... Heilige und Dichter vielleicht - hier und da."
      Es sind so viele Schicksale um uns herum. Un ich denke oft, es trifft immer die falschen...
      Ich will mein früheres Leben zurück und vor allem meinen Mann. Ich weiß, dass das nicht geht, aber so fühle ich. Werde ich irgendwann seine Stimme vergessen? Ich möchte das alles nicht. Ich will nicht, dass die Erinnerung an ihn verblasst. Er war mein Fels zum Anlehnen und jetzt ist er nicht mehr da. Keine Gespräche mehr, keine Zweisamkeit. Es tut so weh, ich denke, ich bin der Hölle gelandet.
    Liebeskummer Sorgen Forum