Woran Denkt ihr gerade so?

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      Beitrag von „doro69“ ()

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      Hey Schlumpfine, genauso wie DORO geschrieben hat, sehe ich das auch. Hatte auch die notariell beurkundete Vorsorgevollmacht (die mein Bruder, der sich seit Jahren um nichts gekümmert hat, auch haben wollte). Mein Anwalt hat mich gewarnt, diese abzugeben, denn er hätte damit unser Elternhaus beleihen können und ich hätte mit gehaftet durch den Mitbesitz.
      Ansonsten hast Du doch mit der Vorsorgevollmacht alle Entscheidungen in Deiner Hand. Kannst ja sicherheitshalber nochmal bei einem Anwalt einen Beratungstermin machen bezüglich der Rechtslage. Glaube aber nicht, dass Du etwas zu befürchten hast.
      LG
      Theri
      Ja Doro habe es jetzt verstanden mit der Vorsorgevollmacht. Wir hatten beide keine Eltern mehr und so geht alles automatisch an adenjenigen der zurückbleibt. Und Du schreibst Ihr ward nicht verheiratet, da ist das laut unserem Land eine ganz andere Hausnummer. Wir sind leider voller Bürokratie. Klar es muß Regeln geben , aber vieles ist übertrieben.

      Wünsche Dir, daß das alles in Ordnung geht mit den beiden Kindern von Deinem Lebensgefährten, wenn nicht nehme bitte einen Anwalt zu Rate. Drücke Dir alle Daumen.
      Hallo zusammen,
      ich habe morgen einen Termin beim Anwalt und hoffe, dass zumindest die Beerdigung nicht verschoben wird. Ich bin auch froh dass meine Schweigermutter voll hinter mir steht. Ich habe auch herausgefunden, dass der Sohn Hartz 4 bezieht, er hat also nicht die Mittel die Beerdigung zu bezahlen und somit kann er auch keine Forderungen stellen. Ich hoffe ich liege damit richtig, werde ich ja dann morgen sehn.
      Ich glaube, dass ich mit den beiden Kindern noch viel Ärger haben werde. Seit 18 Jahren gibt es Ärger, da werden die jetzt nicht aufhören. Im Moment ist mir nur wichtig, dass mein Mann in seinem Sinne beerdigt werden und er so seinen Frieden finden kann.
      Ich danke euch allen für eure Antworten, so wurde mir bestätigt, dass ich richig liege.
      Schlumpfine
      Hallo ihr,
      seit gestern habe ich phasenweise wirklich das Gefühl verrückt zu werden. Ich kann die Tatsache, daß mein Mann tot ist nicht aushalten, kann nicht begreifen, daß er unter der Erde liegt. Er, der vor Wochen noch voll Leben war, bei mir war, in unserem Zuhause, ganz selbstverständlich. Ich hätte es doch verhindern müssen, irgendwie, ihn festhalten, nicht im Stich lassen dürfen, so eine Liebe endet doch nicht einfach.Statt dessen gehe ich zum Friedhof, kämpfe gegen die Wühlmäuse auf seinem Grab, klopfe und trete die Erde fest und frage mich voller Verzweiflung, in was für einen Alptraum ich gefangen bin. Wie kann man da rauskommen und wie schlimm ist das alles für meinen Mann, dessen Leben so plötzlich zu Ende war. Ich versuche ja stark zu sein, zu akzeptieren und nach vorne zu schauen. Aber da sehe ich nichts, vermisse nur meinen Mann. Es tut mir unendlich leid, daß ich ihn alleine gelassen habe. Ich nehme alle Hilfe die ich bekommen kann an und gehe auch auf andere Menschen zu.Aber dann kommen diese Momente, denen ich völlig fassungslos gegenüber stehe.Kennt ihr das und wie geht man damit um, um nicht daran zu zerbrechen?
      L.G.Emmi
      Ach Emmi,
      das Begreifen ist glaube ich, so eine Sache...
      Wenn es bewusst wird, was eigentlich wirklich los ist, dann hat man tatsächlich das Gefühl, verrückt zu werden.
      Sich an all das zu halten, was einem so von allen Seiten geraten wird, ist auch so ein Ding.
      Stark sein, nach vorne blicken, die Situation akzeptieren, klappt ja gelegentlich. ist aber genauso abstrakt wie der Verlust. Nichts passt mehr !Ich wünsche mir eigentlich immer nur mein altes Leben zurück....
      Ich denke auch ganz oft daran, wie das alles für meinen Mann war. Mein Mann ist seebestattet worden und ich habe so blöde Gedanken..er schwimmt im Meer und ich in Tränen.
      Ich schreibe ihm täglich einen Brief, suche Trost an einer Jacke , die noch nach ihm riecht..
      Hätte mir Jemand erzählt, dass ich mich mal so verhalte, hätte ich an dessen Verstand gezweifelt.
      Ich weiß, dass es Zeit braucht all das zu verarbeiten..aber auch das kann ich nicht mehr hören.
      Ganz einfach weil ich mir das alles nicht ausgesucht habe sondern hineingeschmissen wurde.
      und weißt du was, Emmi..gerade tröstet es mich, dass auch du so durch die Trauer irrst, in der Hoffnung,einen Weg zu finden aus diesem seelischen Chaos.
      Ich drück dich grad ein bisschen..
      Hallo Emi,hallo Sempre,
      ich schreibe meinem Mann jeden Tag, wenn die Trauer überhand nimmt, schreibe ich ihm sehr lange und mehrmals am Tag, es hilft mir ein wenig. Wenn das garnicht hilft, rufe ich entweder meine Mutter an oder das Sorgentelefon. Dass mit dem Sorgentelefon habe ich von meinem Psychologen. Es hilft mir, da die dort am Telefon meinen Mann nicht kennen und ich so alles erzählen kann, was mich bewegt. Nach den Gesprächen vermisse ich ihn immer noch, doch der Kloß in der Brust ist kleiner geworden.
      An der Bekleidung, die er anhatte rieche ich auch, besonders vor dem Schlafen gehen.
      Das mit den Ratschlägen ist so eine Sache, ich nehme nur die, von meinem Psychologen und von Menschen an, die das Gleiche erlebt haben wir ich. Da habe ich 2 in meinem Bekanntenkreis, die helfen mir wirklich.
      Ich wünsche uns allen weiterhin viel Kraft.
      Hallo Sempre, hallo Schlumpfine,
      danke daß ihr geantwortet habt. Ich kann das alles immer noch nicht begreifen, dachte, daß ich schon weiter bin.Aber dann überrollt mich wieder so eine Welle und wirft mich zurück. Der Austausch mit euch tut mir gut und zeigt mir, daß ich nicht alleine bin.Es ist schön, daß man hier im Forum über alle Gefühle schreiben kann, man wird verstanden und das gibt mir etwas Halt.Dafür danke ich euch.
      L.G.Emmi
      Zitat von Uli: "Genieße erst einmal die Gegenwart und bemühe dich, nicht zu viel an zu Hause zu denken. Ich weis, das ist schwierig, aber versuche es trotzdem."

      Hallo Uli,
      vielleicht kommt es nicht so rüber, aber gerade das mit dem Genießen fällt nicht leicht, wenn man seinen geliebten Partner verloren hat...Daran kann auch eine Reha nichts ändern.
      Den eignen Tod, den stirbt man nur, doch mit dem Tod der Anderen muss man leben.(Mascha Kaleko)
      @Novemberregen:

      Dass kann ich durchaus nachvollziehen, jedenfalls versuche ich das. Die Reha kann aus dir gewiss keinen "neuen Menschen" machen. Aber dort kann man versuchen, dir etwas Linderung zuzuführen, zu sehen, zu verstehen, zu helfen.
      Hallo Ihr Lieben,

      es ist ja so, daß man mit Psyhologen und auch anderen Menschen, denen daas gleiche passiert reden kann und sich austauschen, aber im Endeffekt muß man das alles a l l e i n e bewältigen.. Das ist bei jedem individuell. Man kann da keine Ratschläge geben, dies und das soll man machen, das muß man selbst händeln.

      Machts gut
      Liebe Petel,
      vielen Dank für deine lieben Wünsche.
      Ich wollte eigentlich gar nicht zur Reha, aber viele haben es mir nahe gelegt, und sie wurde auch sehr zügig bewilligt.
      Nicht alles war toll, vieles ist verbesserungswürdig, leider vor allem gerade das, weswegen ich dort gewesen bin. Zitat meiner Einzeltherapeutin "Leider ist es soweit, dass die Patienten vor dem Therapeuten geschützt werden müssen", gemeint ist der Therapeut der Trauer- UND Depressionsgruppe, der die Schuldgefühle der Patienten nur noch verstärkt hat. Nicht nur ich habe diese beiden Gruppe dann verlassen. Einen Ersatz gab es leider nicht.
      Aber körperlich hat mir die Reha auf jeden Fall geholfen, die ganzen Anwendungen und Therapien haben sehr gut getan. Ich kann dir eine Reha sehr empfehlen - Wartezeit hin oder her, stelle einfach den Antrag. Mehr als abgelehnt werden kann er nicht, und dann kannst du immer noch Widerspruch einlegen.
      Die Blumen auf dem Grab meines Schatzes sind in der Zwischenzeit leider vertrocknet, was aber bei diesem Wetter zu erwarten war. Dennoch sah das Grab nicht ganz so schlimm aus, wie ich erwartet habe. Nun hab ich es wieder schön hergerichtet.
      LG von Regina
      Den eignen Tod, den stirbt man nur, doch mit dem Tod der Anderen muss man leben.(Mascha Kaleko)
      Hallo Novemberregen,

      ja mit dem Antrag stellen geht doch gar nicht so einfach.
      Muß da nicht der behandelnde Arzt den Antrag stellen?
      Oder kann ich das auch alleine machen.
      Kannst du mir das sagen.
      Grundsätzlich würde ich das so gerne tun. Schon alleine wegen
      meiner schlechten körperlichen Verfassung.
      Hallo zusammen,
      irgendwie fühle ich mich heute merkwürdig, ja anders kann ich es nicht beschreiben. Ich war heute 4 Stunden am Stück im Büro und es ging mir gut dabei. Danach hat mich das schlechte Gewissen überfallen. Wie kann ich jetzt schon Alltag haben? Kaum war ich zu Hause, liefen auch schon die Tränen. Mein Mann hätte dass nicht gewollt. Ich denke er möchte, dass ich wieder ein halbwegs geregeltes Leben habe. Ich glaube auch, dass ich heute einfach nur einen guten Tag habe und die nächste Welle nicht weit weg ist.
      Ich hoffe, ich habe bei meiner Trauergruppe (der erste Kontakt ist hergestellt) mehr Glück habe als Novemberregen.
      Liebe Petel,
      Ich glaube eine Reha muss durch den Arzt beantragt werden. Es sollte ein guter Arzt sein, der dich kennt und deine Interessen gegenüber der Krankenkasse gut vertreten kann. Denn so eine Reha wird leider auch schnell abgelehnt (bei meiner Bekannten, sie trauert seit Oktober, wurde der Antrag bereits 2x abgelehnt, aber die Ärztin gibt noch nicht auf).
      Ich hoffe du hast mehr Glück.
      Liebe Petel,
      ich habe den Antrag alleine gestellt. Der behandelnde Arzt muss einen Teil davon ausfüllen, mehr aber auch nicht.Und wenn deine körperliche Verfassung schlecht ist (was bei mir auch der Fall war), sollte er deinen Antrag auf jeden Fall unterstützen.
      Bist du nicht auch in Therapie? Gut ist es, wenn der Therapeut eine Empfehlung ausspricht. Mir hat dies sehr geholfen. Die Sozialberatung meines Arbeitgebers war auch eine große Hilfe.
      Nur Mut, du hast nichts zu verlieren.
      Liebe Grüße von Regina
      Den eignen Tod, den stirbt man nur, doch mit dem Tod der Anderen muss man leben.(Mascha Kaleko)
      Danke Novemberregen für die Info. Aber noch eine Frage.
      Wo bekomme ich das Formular her?
      Sprich den Antrag?
      Mein Arzt gibt ihn mir nicht.
      Er sagt, Trauer.. ganz normale Reaktion...Reha dauert zu lange eh sie
      genehmigt wird.
      Meine Psychologin verschreibt mir Antidepressiva und schickt mich zur Arbeit.
      Ihre Meinung, zu Hause wird es nicht von allein besser. Ich sollte unter
      Menschen. Natürlich ganz langsam mit langer Wiedereingliederung.
      Die Tabletten sind Tabletten die wirken schon.
      Ich bin klar im Kopf und kann wieder klar denken.
      Aber die Nebenwirkungen sind zu viel.
      Ich kann nicht mehr weinen, habe weiniger Gefühle, ständig ist mir schlecht
      bin Müde und kann nicht schlafen , meine Beine schmerzen.
      Das geht alles gar nicht. Deswegen habe ich sie auch gestern abgesetzt.
      Nur für die Gesellschaft zu funktionieren ? Nein das will ich nicht.
      So jetzt kommen bestimmt Kommentare, die Psychologen sind nichts wert
      und du mußt sie wechseln, weil sie nicht gut ist.
      Das mag zwar richtig sein und ich sehe das auch so.
      Aber man bekommt nicht einfach so einen neuen Therapeuten.
      Die haben bis zu 1 Jahr keine Termine. Und das geht im Moment nicht.
      Sitze also in der Falle der Gesellschaft.
      Entweder du funktionierst einfach wieder oder du nimmst die Medis
      damit du funktionierst.
      Lieber Novemberregen, du hast mit deinem Arzt Glück gehabt.
      Und ich denke das ist am Ende auch immer nur Glück.
      liebe Petel,
      leider hatte ich auch so eine Psychologin, die mir nur Tabletten verschreiben wollte. Da bin ich dann nicht mehr hingegangen. Bei uns in Sachsen (bestimmt auch in den anderen Bundesländern) gibt es von der kassenärztlichen Verreinigung einen Terminservice, die suchen einem dann einen Psychologen, man erhält einen Termin innerhalb von max. 4 Wochen. Ich kann diesen Service nur empfehlen. Wenn es ganz schlimm ist, hört sich blöd an, aber ich glaube bei dir ist es auch manchmal so, gibt es von den Krankenhäusern einen psychologischen Dienst, die haben mir sehr geholfen, da habe ich jetzt jede Woche einen Termin und habe zusätzlich auch Ergotherapie und Sport verschrieben bekomme. Hilft vielleicht nicht jedem, kann ich trotzdem empfehlen.

      Bei mir sind es heute auf den Tag genau 4 Wochen, deshalb geht es mir heute nicht so gut. Ich werde versuchen, nachher noch etwas rauszugehen, vielleicht hilft es.

      Ich wünsche uns allen viel Kraft.
      Es ist nicht ganz ungefährlich, die Tabetten einfach abzusetzen.
      Wegen der Reha @Petel, setz dich mit deiner Kasse in Verbindung. Die sagen dir, was du machen kannst.
      Alles verändert sich mit dem, der neben einem ist oder neben einem fehlt.

      "Musste dich gehen lassen und konnte nichts tun.
      Still und ohne Schmerz hoffe ich, kannst du nun ruhn."

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