Woran Denkt ihr gerade so?

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      Hallo Emmi,

      ich kann nur von mir sagen, ich habe überhaupt keinerlei Tabletten genommen, denn ich denke, das ist wie wenn ich erkältet bin, das kommt und geht und das kann nichts daran ändern. Also ich habe z.B. meinen Herzschmerz ganz schlimm empfunden, da der ganze Brustkorb sozusagen vom Hals an bis zum Bauchnabel runter alles geschmerzt hat. Es war fast nicht auszuhalten aber ich habe es ausgehalten. Das ging sehr lange, ich habe gedacht ich werde verrückt. Ich denke Tabletten wirken bei mir wie wenn ich in einem Nebel stehe. Kann also nur von mir aus sprechen, ich habe es einigermaßen geschafft, obwohl das Heimweh und die Sehnsucht immer wieder kommt und sehr stark ist. Ich habe auch gedacht es wird mal besser, aber es ist mal gut und mal schlecht und es sind fast 8 Jahre her. Mein einer Junge sagt immer zu mir, es war eine besondere Bindung bei uns. Also wenn die das schon merken, das sagt schon einiges aus.

      Liebe Nicfisch,

      ich kann das Dir sehr nachempfinden, denn ich war gleich 1 Jahr später in Südtirol, wo wir das vorherige Jahr waren. Es war ein Graus. Ich saß nur im Bus hinter meiner Sonnenbrille versteckt und weinte vor mich hin. Es hat niemand gemerkt. Aber ich war ja alleine unterwegs und das war nicht gut. Die Jungen wollten mir was Gutes tun und haben mich zu diesem Urlaub eingeladen und überredet. Wenn man die Orte wieder sieht und das jetzt alleine ist fürchterlich. Ich kann alles nachvollziehen.
      Sei froh, daß Du Deine Kinder hast und auch Deine Eltern. Ich selber habe niemanden mehr. Habe alles schon in frühen Jahren verloren.

      Wir müssen alle durch egal wie. Ich wünsche Euch allen weiterhin viel Kraft und Stärke und auch eine hoffentlich gute Nacht.

      lg Heidi

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      Hallo nicfisch,
      der Vergleich mit dem Heimweh trifft sehr gut das Gefühl das ich empfinde, wenn ich an meinen Mann denke. Irgendjemand hat mal sinngemäß gesagt, Heimat ist kein Ort sondern eine Person. Mein Mann war meine Heimat und ich fühle mich jetzt fremd in einer Welt, die mir vorher so vertaut war.
      L.G. Emmi

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      Hallo Novemberregen,
      danke für die Info. Ich werde es probieren.
      Es ist bei mir auch nicht nur die Trauer.
      Ich habe ja schon mal geschrieben, wie mein Mann gestorben ist.
      Und diese Dinge muß ich aufarbeiten. Ich fühle mich schuldig.
      Und so kann ich nicht auf Dauer leben.
      Das ist auch das was mich immer wieder daran denken läst und fertig macht.

      Lieber Twahren,
      natürlich ist es ein Neurologe der mich da krank schreibt.
      Aber der macht auch die Therapie.
      Alles in einem.

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      Mir geht es heute beschissen. Diese ständigen Wellen sind einfach nur unfair. Genau wir der Tod. Warum sterben die Besten zu früh? Ich habe heute schon versucht mit meiner Schwester zu sprechen, doch geholfen hat es mir nicht. Diesen Schmerz kann nur jemand nachvollziehen, der das ganze schon erlebt hat und das wünsche ich niemandem. Doch uns alle hat es getroffen und wir müssen, da jetzt durch. Heute frage ich mich allerdings, warum muss ich da durch, wäre es nicht einfacher hinterher zu gehen, dann wären mein Mann und ich wieder vereint. Der Schmerz wäre vorbei, er ist heute unerträglich. Ich habe in den letzten Tagen geschrieben, dass ich mich in solchen Fällen an das Krisentelefon wende, aber dazu fehlt mir heute die Kraft. Hat jemand eine andere Idee?
      Ich höre von vielen, das braucht Zeit, mit der Zeit wird es besser. Doch niemand sagt dir, wie viel Zeit und wie man diese Zeit schaffen soll.
      Wird es nach der Beerdigung besser oder noch schlimmer?
      Die Natur hat es angeblich vorgesehen, dass ein Mensch die Trauer überleben kann. Scheiss Natur!

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      Liebe Schlumpfine,
      ich kann sehr gut nachempfinden, wie du dich fühlst. Diese Gedanken kamen und kommen mir auch immer wieder und anderen von uns wahrscheinlich auch. Man kann den Schmerz nicht mehr ertragen, das Wissen, daß der Mensch der einem am liebsten und wichtigsten war ,gestorben ist und daß das für immer so bleibt. Der Satz ,das es wieder wird ,nur anders, tröstet in dem Moment nicht.Es ist halt dieser unerträgliche Moment.Wir haben beide professionelle Hilfe angenommen, aber die ist in diesen schlimmen Momenten nicht da. Aber wir sind hier, wir alle im Forum. So wie du, habe ich meinen Schmerz den anderen mitgeteilt und sie verstehen mich. Ich lese mir die Geschichten der anderen durch und finde mich dort 1:1 wieder. Und ich lese auch ihre Entwicklung, ihren Kampf und ihre Hoffnungen und manchmal auch ihren Sieg.Das gibt mir ein bißchen Kraft auszuhalten, woran ich zu zerbrechen glaubte. Ich denke an dich und drücke dich, uns alle verbindet wirklich viel.
      L.G.Emmi
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