Woran Denkt ihr gerade so?

      Liebe Leute, regt euch bitte nicht auf wegen der von mir genannten 60 Jahre - ich wollte wie gesagt auf keinen Fall damit andeuten, dass ein Verlust in diesem Alter weniger schwer wiegt! Wenn das so angekommen sein sollte, sorry.

      Es ging mir nur um die unterschiedlichen Zukunftsperspektiven in unterschiedlichen Lebensaltern. Und 60 ist nun mal offiziell das Einstiegsalter fürs "Betreute Wohnen" - auch wenn das nicht besonders sexy klingt, ich kann's nicht ändern. Und eher weniger das Alter, in dem man sich noch mal ein Haus baut oder eine neue Familie gründet. Bei den Herren der Schöpfung, zumal wenn diese gut betucht sind, mag das ja mitunter anders sein.

      Und ansonsten sind in diesem Forum eben alle möglichen Lebensansichten nach einem Trauerfall vertreten: angefangen bei "Ich würde mich am liebsten gleich umbringen" bis "Ich genieße so richtig mein Leben". Da bin ich dann zwischen beiden "Extremen" wohl irgendwo in der Mitte angesiedelt. Muss man wohl alles irgendwie akzeptieren.

      Jedenfalls habe ich den Beitrag heute mit Sicherheit nicht geschrieben, weil ich damit sagen wollte, dass 40-Jährige oder 60-Jährige nach dem Verlust des Lebenspartners grundsätzlich besser dastehen würden als ich und ich mit 50 Jahren nun besonders arm dran sei. Vielleicht konnte man das ja so missverstehen, mag sein.

      Der eigentliche Anlass war, dass ich mit den Belichtungsverhältnissen in der neuen Wohnung nicht besonders glücklich bin, da ins Wohnzimmer relativ wenig Sonne reinkommt und dass mich der Gedanke eben ein bisschen fertig macht, künftig in einer schattigen Wohnung zu hocken, zumal hier in meinem Haus das Wohnzimmer eben wunderbar nach Südwest ausgerichtet ist und man den ganzen Tag Sonne hat. Und dass da bei mir eben permanent Zweifel im Spiel sind, ob es wirklich so eine tolle Idee war, das alles hier aufzugeben ... Bzw. eben mit Blick auf die neue Wohnung die Vorfreude sich in gewissen Grenzen hält und blöderweise irgendwie schon wieder der Wunsch nach einer anderen Wohn- und Lebenssituation da ist bzw. die Frage: "Ist das jetzt alles gewesen?", die ja den meisten hier durchaus vertraut sein dürfte.

      Das war eigentlich der ganze Hintergrund meines Postings.

      Und nun wünsche ich allen, die noch mitlesen, eine gute Nacht.
      Hallo Ihr Lieben ich wollte mich mal wieder melden.

      Ich war 63 als mein Mann starb und jetzt werde ich 71. Also ich will keine komplizierten (heute ist ja fast alles kompliziert) Menschen um mich herum, besonders nicht gleichaltrige Männer, die vielleicht nur von mir versorgt werden wollen. Nein das will ich auf keinen Fall. Wie schon öfters wiederholt hatten wir ein tolles Leben zusammen und das will ich so in Erinnerung halten und haben und nichts anderes mehr. Warum sollte ich mir das antun.

      Liebe Marion Du hast mal geschrieben Du hast das Haus hergegeben, weil Du es nicht mehr halten kannst und viel vielleicht in die Immobilie stecken müßtest. Aber wenn man sich vorstellt, wie die Buden heute aussehen und so teuer sind, wäre es besser drin zu bleiben in seiner Umgebung und vielleicht eine Altenhilfe ins Haus zu holen. Ich laß das mal alles auf mich zukommen. Mir ist manchmal auch alles zuviel hier im Haus, vieles fällt an und dann habe ich noch die Buben, wo ich immer koche und sie beide unterstütze. Aber jetzt bin ich 46 Jahre in diesem Haus und wenn ich jetzt rausgehen würde, ich wüßte gar nicht ob ich darüber sehr glücklich wäre. Wahrscheins nicht.

      Muß Euch noch sagen am Montag den 03.09. habe ich zwischen Einkaufen und Heimgang meinen Geldbeutel verloren. Ich war total fertig, aber gottseidank hatte ich nur Personalausweis, meinen Schwerbehindertenausweis wegen Brust-OP und Krankenkarte und sehr viele Visitenkarten und Bilder von meinem Mann und mir als jung und auch von den Buben drin. Also sehr viele Sachen, aber gottseidank keine Kontenkarten ect. . Habe gleich beim Rathaus angerufen wegen Personalausweis und heute bei der Krankenkasse und die Dame hat gleich die Karte gestoppt, daß kein Unfug getrieben wird. Es reicht ja schon die vielen Adressen von den Visitenkarten. Aber die Bilder von uns ist mir auch wichtig, aber die sind bestimmt verloren .Und habe auch ca. 60 bis 80 Euro noch dabei und habe auch keine Hoffnung, daß ich das alles wieder kriege. Bin schon etwas unglücklich darüber. Aber was solls, ich kann es nicht mehr ändern, es ist passiert.

      Ich wünsche Euch eine gute Nacht
      Marion bleib doch einfach im Haus oder such dir eine Wohnung, die dir wirklich gefällt. Oder geh doch gleich ins " betreute wohnen". Warum warten, bis du 60 bist.
      Alles verändert sich mit dem, der neben einem ist oder neben einem fehlt.

      "Musste dich gehen lassen und konnte nichts tun.
      Still und ohne Schmerz hoffe ich, kannst du nun ruhn."

      Heidi_B schrieb:


      Liebe Marion Du hast mal geschrieben Du hast das Haus hergegeben, weil Du es nicht mehr halten kannst und viel vielleicht in die Immobilie stecken müßtest.


      Ja, das Finanzielle war der eine Aspekt. Und dass es eben ein Unding ist, umfangreiche Umbaumaßnahmen zu machen, solange man drin wohnt, selbst wenn man es sich vielleicht gerade noch so leisten könnte. Und das Praktische (Putzen, Gartenarbeit usw.). Im Alter wäre das ohnehin nicht mehr gegangen, da ich ja niemanden habe, der mich irgendwie unterstützt. Bei der 90-jährigen Nachbarin hier sieht das schon etwas anders aus. Da kommen eben die Kinder, machen ihr den ganzen Garten und schauen auch sonst nach dem Rechten. Allein im Alter mit einem Haus ist man meines Erachtens schon total überfordert. Treppen wären hier evtl. auch ein Problem gewesen.

      Aber dann natürlich auch der emotionale Aspekt, weil ich mich irgendwie in dem Haus nun schon auch "mutterseelenallein" im wahrsten Sinne des Wortes fühle und einfach so nicht noch mal 20 Jahre weitermachen wollte. Jedes Weihnachten, jedes Silvester hier hocken und mir vorstellen, wie es früher war, als meine Mutter noch in dem Sessel neben mir saß und wir gemeinsam gegessen haben und unsere Musik angehört haben. Oder wie es war, als ich ihr im Bad beim Duschen geholfen habe. Oder wie es war, als sie noch in dem Bett lag und ich ihr rausgeholfen habe oder sie sich nachts mühsam herausgekämpft hat. Usw. usf. Ich wäre da eben Tag für Tag, Jahr für Jahr nur noch auf die Vergangenheit fixiert gewesen und aus dieser "Erinnerungsschleife", so nenne ich es mal, überhaupt nicht mehr herausgekommen. Ich glaube, das wäre für mich nicht so gut gewesen. Ich denke schon, dass ich da besser etwas Abstand gewinnen sollte, und bin eigentlich auch stolz auf mich, dass ich das trotz aller damit verbundenen Ängste und Bedenken angepackt habe.

      Natürlich werde ich in der neuen Wohnung die Vergangenheit auch nicht einfach abhaken können, da kommen ja auch ganz viele Erinnerungen an meine Mutter wie Fotos usw. mit. Und das wird ja erst mal eine Riesenumstellung werden und ich fürchte schon, dass das auch mit "Heimweh" oder in der ersten Zeit vielleicht auch mit Reue über den vollzogenen Schritt verbunden sein wird. Womöglich werde ich mir da im ersten Jahr auch erst mal die Augen ausheulen, weil eben nicht nur der Mensch weg ist, der mir am wichtigsten war, sondern auch das vertraute Umfeld. Aber vielleicht bin ich von diesem Standort aus doch noch einmal offener für Neues, auch für neue Begegnungen - das ist zumindest meine Hoffnung bei dem Ganzen.

      Ich kann mir eben noch nicht recht vorstellen, dass das mit der Wohnung - obwohl sie ja eigentlich ganz schön ist und ich mir sie momentan auch schön richten lasse - nun so die "Endstation" sein soll. Aber ich denke, das muss ich nun eben auch auf mich zukommen lassen. Was sich da noch so ergibt in meinem Leben ... Oder auch nicht.

      Du hast mal einen schönen Satz geschrieben, Heidi: "Es ist alles vorgeschrieben." Und das glaube ich irgendwie auch. Ich meine, dass wir gar nicht so die große Wahl haben, sondern irgendwie auch durch unser Leben "geführt" werden bzw. unser Schicksal schon irgendwie feststeht, sei es im Guten oder im Schlechten. Natürlich maße ich mir nicht an, das zu wissen, aber das ist eben so mein Eindruck, wenn ich den Lauf der Dinge betrachte.

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      oh ja Marion ich kann Dich gut verstehen. Mir ergeht es genau so. Ich mache jetzt noch alles alleine, nur ganz große Sachen wie hohe Bäume schneiden, da lasse ich jemanden kommen, so alle 3 Jahre, und die kleinen Sträucher das kann ich alles noch selbst. Und ich habe noch die Buben, die machen auch die größeren Sachen. Habe auch große Hilfe an denen, aber wenn es gar nicht mehr geht, dann bleibt einem keine andere Wahl. Man darf gar nicht darüber nachdenken. Ja ich habe geschrieben "es ist alles vorgezeichnet", ich weiß das auch nicht, bin nicht Gott, aber man meint im Laufe der Jahre, daß es einfach so ist wie es ist. Wir können nichts ändern, sondern unser Leben weiterleben, wie wir es möchten und sofern es noch geht.

      Heute Mittag bin ich zu Besuch in ein Seniorenheim (ca. 15 km von mir) gegangen, wo eine gute Bekannte in den letzten 3 Jahren war. Sie war noch vor 2 Jahren richtig gut auf dem Damm, da war sie 82, und jetzt kam vor ein paar Wochen noch erschwerend dazu, daß sie Hirnbluten bekam. Vor ein paar Wochen habe ich noch mit ihr gesprochen am Telefon., da wo es so heiß war, und sagte noch ich komme dich besuchen, wenn das Wetter nicht mehr so furchtbar ist. Heute kam ich und sie liegt im Sterben. Ich war leider zu spät. Die Tochter ist auf dem Weg hierher sie kommt von London. Sie lag im Bett und hat nur geschlafen, ja es geht zu Ende. Ist alles traurig. Sie wohnt hier in der Nachbarschaft und wir kennen uns schon 40 Jahre.

      Ja Marion wir müssen jeder für sich entscheiden, wie man alles haben möchte oder nicht.
      Ja, Heidi, mit dem Sterben geht es manchmal sehr schnell. Aber das ist ja auch eine Gnade. Am schlimmsten finde ich es eben immer, wenn die Leute infolge von Demenz, Schlaganfall etc. jahrelang bettlägerig sind und sich wundliegen, dann möglichst noch künstlich ernährt werden, was weiß ich.

      Dass du deinen Geldbeutel verloren hast, tut mir leid. Ja, das sind so Sachen im Alltag, die einen auch immer ziemlich fertig machen können. Objektiv betrachtet vielleicht kein Weltuntergang, aber es nimmt einen halt doch mit. Hast du mal im Fundbüro angefragt, ob der Geldbeutel vielleicht abgegeben wurde?
      jaa ich habe im Rathaus bei uns alles beschrieben und auch nachgefragt im EDEKA, überall wo ich war, jua es ist kein Weltuntergang, aber es ist alles ärgerlich und nicht notwendig. Ja aber es geschieht halt. Ich habe ja gottseidank keine Kontenkarte drin gehabt. Das wäre weitaus schlimmer. Aber da muß man auch durch.

      Machs gut und lg Heidi
      ... dass ich mich immer frage, wenn es ein Jenseits gibt, was meine Mutter da nun eigentlich so macht den ganzen Tag. Ob sie dort mit meinem Vater rumhängt? ?(

      O je, das hat ja noch nie so richtig funktioniert mit den beiden ... :rolleyes:

      Und ob ich später dann mal wieder mit meiner Schwester vereint bin ...? Hat mich eben mal wieder eine Stunde lang am Telefon genervt mit ihrem Dauergeschimpfe ... Wenn sich das im Jenseits dann so fortsetzt ...

      Angeblich soll der spezielle Charakter der Menschen nach dem Tod ja derselbe bleiben.

      Zumindest nach dem, was man so hört ... Beziehungsweise liest auf allerlei obskuren Seiten ... Obskure Seiten, über die man früher bloß den Kopf geschüttelt hätte und zu denen es einen nun immer wieder hinzieht ...

      Ja, das klingt alles reichlich bescheuert, was ich da schreibe, und wahrscheinlich so, als ob ich mich über die ganze Sache lustig machen wollte.

      Das Schlimme ist bloß, dass man sich diese ganzen mehr oder weniger absurden Fragen ja TATSÄCHLICH und ALLEN ERNSTES stellt.

      Einziger Lichtblick heute war ein nettes Gespräch mit der Raumausstatterin und dass ich wahrscheinlich schöne Vorhänge kriege. Letztendlich bleibt ja nichts anderes, als sich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren und täglich sein Pensum abzuarbeiten.

      Und doch bleiben so viele Fragen offen, wenn derjenige gegangen ist, der einem ALLES bedeutet hat ...

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Marion68“ ()

      Hallo Marion,
      ich habe viel von deinen Berichten verfolgt.
      Du bist so traurig, das du das Haus verlassen must oder willst.
      Das tut mir sehr leid, das du so gar nicht damit klar kommst.
      Und ich kann das auch verstehen, alleine Umziehen ist auch nicht mein Ding.
      Wir sind vor 1 Jahr zusammen von einem großen haus 21o qm in eine 3 Zimmer
      Wohnung in der Stadt gezogen. Es war auch am Anfang schwer.
      Aber es hat mehr Lebensqualität im Alter. In einem Haus lernt man neue Menschen
      kennen, denen es auch so geht wie mir und man kommt eher ins Gespräch.
      Ein kurzen Schnack auf dem Wäscheplatz oder beim nahe gelegenen Edeka.
      Das hilft schon etwas. Und man hat nicht mehr so viel Arbeit.
      Man kann seine Zeit anders einteilen und es wird ruhiger.
      Das ist im Alter nicht verkehrt, denn man braucht auch mehr Ruhe.
      Manchmal wird man zum Kaffee eingeladen und kann auch mal an etwas anderes
      denken.
      Bei uns im Haus wohnen so viele Frauen, die ihren Mann verloren haben.
      Die wissen alle genau wovon man spricht.
      Vielleicht kannst du dich auch auf so etwas einlassen.
      So sieht vielleicht die Zukunft nicht so trist aus. man muß es nur zulassen.
      Und jedes hat auch seine positiven Seiten.
      Auch wenn etwas ist, hat man direkte Nachbarn. Im Notfall nicht
      verkehrt.
      Das Leben führt einen. Und manchmal aus Umwegen zum Besseren .
      Sei nicht so traurig. Freu dich auf das was kommt ....
      Hallo ihr Lieben,
      und ich denke gerade, ein Schritt vor und einer zurück.Gestern Nacht war ich wieder kurz auf Arbeit. Die 2 Kollegen hatten mir eine Whattsapp geschickt mit der Frage, ob ich vorbeikommen möchte, sie würden sich freuen und mich gern mal wieder sehen.Habe ich dann auch gemacht und eine von ihnen hatte extra Pflaumenkuchen mitgebracht.Es gesellte sich eine dritte dazu, die vom Spätdienst noch da war. Es war sehr angenehm und sie sagten, dass sie mich vermissen, das tat gut. Dazu muß man sagen, dass eine von ihnen ihren Sohn und die anderen beiden ihre Männer verloren haben. Was für Schicksale! Heute früh war ich dann sehr aufgewühlt, meine Kollegen und das Heim, das war soviel von meinem alten Leben, das ich ja nicht mehr habe, das machte mir zu schaffen. Dann bin ich das erste mal alleine zu einem Dorffest mit Kunst und Handwerkermarkt gefahren.Aber ich konnte nicht lange bleiben. Sonne, Paare, Marktstände, Musik und der Duft von Gegrilltem. Da hab ich mich so unsäglich allein gefühlt und mein Mann fehlte mir so sehr, das mir die Tränen kamen und ich nach Hause mußte. War es einfach noch zu früh oder wird es jetzt immer so sein ? Ich wünsche euch allen noch ein schönes Wochenende.
      L.G.Emmi
      Liebe Emmi,
      Du beschreibst gerade einen Abschnitt Deiner Trauer, den wir so oder so ähnlich alle durchgemacht haben oder noch beschreiten.
      Nein, dass ist völlig normal. Und ich freue mich für Dich, dass Du es schaffst, herauszukommen, Menschen zu treffen, die Dich verstehen und auch eine Veranstaltung besucht hast. Das alles ist aus meiner Sicht genau richtig. Und ja, auch ich befand mich in den ersten Wochen und Monaten wie in einem Nebel und habe mich gefragt, was mache ich hier (Veranstaltung, Job etc.) eigentlich? Worüber reden die Menschen eigentlich? Spielt dies alles - angesichts meiner Tragödie - eine Rolle? Alles bedeutungslos. Und ich fühlte mich so furchtbar verlassen und allein.
      Ein Schritt nach dem anderen. So wie Du das jetzt machst, habe ich es auch getan und Du wirst sehen, dass es irgendwann leichter wird, mit dem Unfassbaren umzugehen.
      Jeder Tag eine neue Herausforderung. Trauer und Liebe verschwinden nicht. Sie werden Bestandteil unseres Lebens. Mit Deinen Aktivitäten schaffst Du die Voraussetzungen, um mit einer "neuen" Stärke, dass Leben zu meistern. Wann und wie ist natürlich individuell. Ein Versuch, und wenn es manchmal noch so schwer fällt, ist es wert. Ich spreche aus Erfahrung. Obwohl nichts gut ist, geht es mir heute soviel besser. Dafür bin ich Schritt für Schritt gelaufen und laufe immer weiter.

      AL Hobbyorni....
      Liebe Hobbyornithologin,
      vielen Dank für deine aufmunternden Worte. Dieser Austausch ist der Grund, warum ich mich in diesem Forum angemeldet habe. Seit mein Mann nicht mehr bei mir ist, fühle ich mich wie ein 50%-Mensch. Es fehlt so viel und ich brauche andere Menschen, um diese Situation und damit mein Leben zu meistern.Da mir immer wieder Zweifel kommen, ob ich das schaffe, brauche ich auch immer wieder die Bestätigung durch andere, dass ich das kann. So sind nun einmal meine Gefühle und manches dreht sich halt im Kreis. Ich bin denen dankbar, die geduldig zuhören, wiederholen, dass es besser wird, die verstehen und Erfahrungen weitergeben.
      L.G.Emmi
      So ist es @Emmi und @Hobbyornithologin !

      Am Anfang bist du unendlich einsam und fragst dich, was das alles soll. Wofür, warum, weshalb???

      Ich konnte in der ersten Trauerzeit keine Musik hören, keine Filme schauen und das, was die Menschen um mich herum redeten, das war so uninteressant, dass es oft weh tat.

      Erst langsam (wirklich Schrittchen für Schrittchen) bin ich sicherer geworden, sicherer mit meinem und in meinem eigenen kleinen Leben. Dieses Forum war mir eine riesige Hilfe.

      Auch noch nach Monaten und Jahren fehlte mir die Resonanz, die mir mein über alles geliebter Mensch geschenkt hatte. Da gab es viel zu erarbeiten. Vieles ist passiert nach jetzt über 4 Jahren.

      Die Leere, die in mir war, füllte sich ganz langsam: zuerst mit Naturerlebnissen, die mir sehr viel gaben, dann auch wieder mit lieben Menschen, die mir Hilfe und Aufmerksamkeit schenkten, langsam spürte ich mein Lebensfünkchen wieder und das war echt schön.

      Habt Geduld und seid mutig. Es lohnt sich.

      AL Frieda


      ......................................................

      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein
      Hallo Ihr Lieben,

      wie es Frieda beschreibt erging mir es auch. Habe fast ein 3/4 Jahr keinen Radio und kein TV gesehen. Ich konnte einfach nicht. Es war fürchterlich. Wenn die Jungen kamen sagten sie immer mache doch bitte den TV an oder den Radio. Wenn ich dann ein bestimmtes Lied hörte war ich schon wieder am Heulen. Dann so langsam aber ganz langsam wurde es besser, Hauptsache es hat was geredet, egal was. Eigentlich war das alles wie in einem Albtraum. Jetzt hinterher mit 8 Jahren Abstand weiß ich gar nicht wie ich das alles überstanden habe. Es ist unglaublich. Aber jetzt kann ich auch sagen es ist etwas besser geworden. Gut wird es nie werden, also bei mir nicht. Er fehlt mir immer und überall. Emmi sagt es man ist nur ein halber Mensch. Aber wie gesagt es wird immer etwas besser, Schritt für Schritt.
      Für uns alle hier ist es ein totaler schlimmer Abschnitt im Leben und damit muß jeder für sich alleine fertig werden. Wir können uns nur etwas untereinander unterstützen und uns Mut zusprechen.

      Ich war bis eben noch bei meiner Nachbarin und wir haben zusammen gegrillt. Es war ein sehr schöner Abend. Sie hat im April d.J. auch Ihren Mann an Krebs verloren. Wir unterstützen uns auch gegenseitig. Ja man muß etwas zusammenrücken, sonst wird man verrückt.

      So machts gut Ihr Lieben und ich wünsche Euch trotzallem einen schönen Sonntag.

      lg Heidi
      Das wünsche ich dir auch, liebe @Heidi!

      Was wissen wir schon, was einmal sein wird?! Ich bin eigentlich froh darüber, es nicht zu wissen. Sehe mein jetziges Leben als große Chance dazu, wirklich hinzufühlen, um was es geht. Um was geht es mir überhaupt?

      Es geht mir darum, "echt zu werden". Oft höre ich mich sagen, dass ich das so und so nicht möchte. Mir ist es mittlerweile egal, was "die Leute" von mir denken.

      Meine Trauer hat mich gelehrt, ich zu sein, zu weinen wann und wo ich es brauche und die Türen zu schließen, wenn ich es möchte.

      Aber jetzt erstmal

      aL Frieda


      ......................................................

      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein
      Ich denke, daß man im Alter doch immer krank ist, wer ist eigentlich gesund? Dann würden ja lauter gesunde Menschen sterben? Und wenn es die Krankheiten garnicht gäbe, würden wir ja wie Methusalem werden. Also darüber muß sich jeder im Klaren sein, daß es so ist wie es ist. Und auch wir müssen alle gehen, ist doch alles normal. Und heutzutage über 80 zu werdern, ist ja schon was.
    Liebeskummer Sorgen Forum