Woran Denkt ihr gerade so?

      Ja, manchmal geht auch jemand mit mir spazieren, stell dir vor, es gibt noch ein paar Leute, die sich das "antun".


      siehst Du Marion, sowas meinte ich. Hört sich schon ironisch an, oder? Man schreibt ganz nett, denkt an nichts Böses
      und dann kommt sowas. Wieso sollte sich jemand sowas "antun"? Hast Du mal dran gedacht das der oder diejenige
      es auch nett und lieb meinte der mit Dir rausgeht und Dich nicht als "Opfer" ansieht?
      Lass doch alle reden, und wenn Du 10 Jahre trauerst, ist doch alleine Dein Ding, oder nicht? Aber jedes Wort hier
      auf die Goldwaage legen wird Dir auch nicht helfen.

      alles Gute
      Sabine
      Liebe Mimi, ich habe den Satz anders gelesen, eigenltich mit einem Lächeln *denk*
      Kommt wohle daher weil ich nutze öfter mal den Satz, - klar mit mir kann man das ja machen - habe dabei meistens aber ein Lachen im Gesicht.
      Weiß aber auch wenn der Satz von gewissen anderen kommt, ist Vorsicht geboten, dann habe ich was falsch gemacht.

      Nein die Worte sollten hier eher gefühlt als nur gelesen werden, mit etwas Rücksicht manches mal, mit vertehen ein anderes mal.

      Und auch Selbstmitleid, wenn es denn so ist, ich habe das öfter für mich mla gebraucht, nicht immer nur andere verstehen, auch mal verstanden zu werden, wenn es nichts daran nichts mehr zu verstehen gibt.

      Ganz ehrlich habe ich manchmal Antworten auf der Zunge hier beim lesen im Forum, alles so aus meiner Sicht, verkneife mir die Antwort aber, weil ich nie wirklich und völlig die Sicht des Schreibers verstehen oder nachvollziehen kann.
      Auch muss ich icht immer mit Wut auf Wut reagieren, ich lese dann und finde ich keine Worte die nicht ein Feuer noch weiter anfachen dann lasse ich es einfach.
      Schaue wie sich einer oder etas entwickelt und freue mich später wenn es positives ist.

      Das schreibe ich auch ohne Wertung gegenüber irgendjemandem.

      Kenne mich nur, habe auch nicht immer GEduld, kann etwas auch nicht ständig aushalten, sehe Fehler eines Menschen und weigere mich einfach mich da gerade einzumischen.

      Nur wenn es um alle geht, das etwas ausartet, dann schwenke ich mit dem Fähnchen und reagiere wie ich denke, dass es das BEste fürs Forum ist.

      Habe ich nichts vergessen, mein Weg war hart, und nein bin ich nicht auf ständiges VErständnis gestoßen, vielfach auf zu wenig.
      Heute aber weiß ich für mich immer noch, schön für jeden der mich nicht verstand, nicht wusste, nicht aushalten musste.
      Welch ein Segen, manche Gefühle und Verzweifelungen einfach nicht, oder noch nicht zu kennen, vieleicht sogar vergessen zu haben, wie sich manches bei einem selsbt angefühlt hat.
      Ich bin anders als vermutet, selten wie erwartet und erst recht nicht wie es andere gerne hätten.


      Licht und Liebe, sind stärker als Tod und Schatten



      Ich denke mir geht das Wetter, sowas von auf den Senkel, es wird zwar wärmer aber so gnaz passt ja nicht mal zur Weihnachtszeit.

      Ich denke an Schnee und Frost, im Garten natürlich mehr als auf den Straßen.
      Ich bin anders als vermutet, selten wie erwartet und erst recht nicht wie es andere gerne hätten.


      Licht und Liebe, sind stärker als Tod und Schatten



      Heute musste ich an diejenigen denken, welche dieses Jahr zum ersten Male ohne einen geliebten Mitmenschen verbringen müssen. Mit dieser traurigen Feststellung möchte ich mich aus diesem Forum verabschieden und wünsche allen hier eine gute Zeit!

      Heidi.Blaich schrieb:

      Uli ich hoffe doch, daß Dich niemand verärgert hat..... ja wenn man das möchte ist das jedem seine eigene Sache. Auf jeden Fall wünsche ich Dir auch eine gute Zeit und bleib gesund. Trotz allem ein schönes Weihnachtsfest und für das neue Jahr alles erdenklich Gute.

      lg Heidi


      Liebe Heidi, vielen Dank für deine guten Wünsche! Dir wünsche ich ebenfalls Gesundheit (das ist ohnehin das aller Wichtigste!), schöne Weihnachten und alles Beste für das neue Jahr. - Nein, mich hat niemand verärgert. Nein, ich denke nur, dass jetzt für mich die Zeit gekommen ist, hier Adieu zu sagen!

      Neu

      ..ich denke gerade daran...
      Gestern war bei uns in der Abteilung Weihnachtsfeier.
      Ich dachte mir, gehst mal hin. ist ja das Letzte Mal vor der Rente.
      Es fand in einem Restaurant statt, wo ich mit meinem Mann oft und sehr
      gerne essen gewesen sind.
      Aber ich dachte mir, da wird du sicher Ablenkung finden.
      Das ging ja wohl voll nach hinten los.
      Es war fürchterlich laut, weil da viele Firmen waren die Weihnachtsfeier
      hatten.
      Und da ich etwas schwer höre, habe ich mir nicht getraut mich zu unterhalten.
      Denn ich hätte müssen immer wieder nachfragen . Das nervt dann sicher
      meine Kolleginnen.
      Eine , die eigentlich in der Firma ganz ruhig ist und nicht viel spricht
      fing plötzlich super laut immer den Kellner zu rufen und hat richtig geschriehen.
      Das ging mir durch und durch. Ich hätte mich am liebsten weggebiemt.
      Es war so schrecklich. Mußte immer aufpassen, das ich nicht anfange zu
      weinen.
      Bin dann nach dem Essen gegangen.
      Habe auch noch eine Kollegin mit nach Hause genommen.
      Die sagte mir dann auf der Heimfahrt. Viele in der Firma verstehen
      nicht, das du immer noch so "komisch" bist und zur Therapie gehst.
      Ist doch schon so lange her und sie reden über mich.
      Das hat mich fertig gemacht.
      War wohl doch alles zu früh.
      Ich brauche immer noch viel Ruhe.
      Und ich kann es kaum erwarten, das Weihnachten endlich vorbei ist.
      und dann habe ich nur noch 4,5 Monate zu arbeiten.
      Dann habe ich den Stress los.
      es geht einfach alles nicht mehr.
      Ja wollte mir das nur mal von der Seele schreiben.
      Vielleicht geht es mir jetzt etwas besser.
      heute hatte ich auch wieder Arbeitsdienst in der Firma.
      Das erste Mal seit mein Mann nicht mehr ist.
      Früher bin ich dann immer am Samstag zum Frühstück nach Hause
      gegangen und er hat ein super Frühstück für mich gemacht.
      So mit Eiern und O-Saft. Da habe ich mich immer so darauf gefreut.
      Heute bin ich zum Frühstück auf den Friedhof gegangen.
      Er ist alle einfach nicht zu glauben.
      Zieht ich gerade sehr runter, sorry....

      Neu

      Liebe Petel,
      schreib dir ruhig alles von der Seele. Ich kann Dich sehr gut verstehen, und ich weiss dass Menschen die nicht das gleiche erlebt haben, die nicht dieses Vermissen kennen und das schreckliche Wissen um die Entgültigkeit sich da schwer tun. Aber das muss du einfach ausblenden. Du muss nicht die Erwartungen der Anderen erfüllen sondern nur das tun was für dich gut ist. Ich habe lange gebraucht um unter Menschen bzw. zu Festivitäten zu gehen, fellt mit heute manchmal noch schwer, dann ist es eben so und ich lass es sein.
      Schln dass du bald nicht mehr arbeiten musst.
      LG

      Neu

      Liebe Petel,
      lass doch die Leute reden......Du musst ins Leben zurückfinden nicht die anderen.....und das Du zur Therapie gehst finde ich Klasse denn das zeigt das Du nicht aufgibst......und auch der Versuch an der Weihnachtsfeier überhaupt teilzunehmen ist schon viel wert und darauf kannst Du stolz sein....ich schaffe es heute manchmal noch nicht an Feiern teilzunehmen......ich sehe das wie Jenny wenn was nicht geht, dann ist das eben so........
      Und zu Weihnachten zitiere ich hier mal unsere gute Beauty ein langjähriges ehem. Mitglied dieses Forums : diese Tage haben auch nur 24 Stunden.......

      LG
      Mäusi

      Neu

      Petel da hat Mäusi recht, man soll sich nicht nach den anderen richten, sondern das machen was man will und einem auch guttut. Da kann man sehen was die Leute sich denken nämlich nichts. Aber die kommen alle selbst mal in diese Lage und dann erst werden sie das alles verstehen oder auch nicht.... da gibt es auch solche und solche. Aber es war schon richtig und wichtig, daß Du zu dieser Feier gegangen bist, War mal schon ein Anfang. Bei mir war das ganz genau so, bin im ersten Jahr gleich zur WF vom Fußball und das war eigentlich recht nett, aber es ist leider nicht mehr das Gleiche. Ich kam mir irgendwie überflüssig vor. Als ich nach Hause kam habe ich nur geweint und ihm erzählt (ich rede immer mit ihm), daß es nicht mehr so war als wenn er dabei gewesen wäre. Ach Ihr Lieben wir müssen das alles überstehen, egal wie und müssen das Beste daraus machen.

      Hatte soeben ein schönes Erlebnis mit meinen Patenkindern. Die haben mir schon Geschenke vorbeigebracht, da ich nächste zum meinem Geburtstag nicht zu Hause bin und u.a war eine Beleuchtung für außen mit vielen Punkten in rot und grün, wo es bei Media gibt im TV. Also sieht sußer aus und auch die Bäume sind angestrahlt. Einfach herrlich. Da haben sie mir eine große Freude bereitet. Meine Nachbarin, wo der Mann auch im Mai verstorben ist, kam herüber und sagte, das sieht mal stark aus. Ja es sind die kleinen Dinge an denen ich mich erfreue. Bin froh, daß ich die Jungs habe.

      Marion ich wollte mal fragen, warum hast Du Dir die Wohnung gekauft? War das so vorgesehen oder war das Deine eigene Entscheidung? Also zur Miete hätte mir persönlich auch gereicht.

      So Ihr Lieben machts gut und ich wünsche Euch trotz allem Leid einen schönen 2. Advent.

      Neu

      Also liebe @Petel ,

      wer nach 9 Monaten der Trauer denkt, dass die Trauer vorüber sei und nun wieder alles und jedes gemacht werden könne, der hat sich gewaltig geirrt.

      Trauer hat ihre ureigene Zeit und 9 Monate, 1 Jahr oder gar mehrere Jahre gelten nichts.

      Ausserdem wird während der Trauer vieles anders, dein ganzes Leben hat sich verändert und darüber sollte eigentlich niemand hinwegsehen. Du bist nicht mehr die Gleiche, wirst es nie wieder sein, das ist doch klar!

      Finde deine eigene Geschwindigkeit, deinen eigenen Rhythmus und richte dich nicht nach den Anderen aus. Du wirst wieder Menschen finden, mit denen du sein kannst, es müssen nicht die selben sein, wie vorher, können - aber müssen nicht.

      Ich wünsche dir

      alles Liebe
      Frieda


      ......................................................

      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein

      Neu

      Hallo, Ihr Lieben,
      danke für die Antworten.
      Ich weiss, das ich ein anderer Mensch bin. Sehr Ernst und auch sehr
      zurückgezogen. Das war ich früher nicht. Ich weiss auch wohl, das diese
      Trauer nie zu Ende geht. Und das will ich auch nicht.
      Es ist ja auch so, mal geht es gut und dann ist wieder das Loch.
      Diesen Freitag war das Loch sehr tief.
      Mich verletzt es eben doch immer noch, wenn Leute , die man über 30 Jahre
      kennt, die man eingestellt hat und mit denen man die meiste Zeit am Tag zusammen
      war, so schlecht über einen reden.
      Ich muß eben lernen, viel lernen über alte Freunde und Konsequenzen ziehen.
      Und vorallem muß ich noch lernen alles nicht so sehr an mich rankommen zu lassen.
      In der Trauergruppe fühle ich mich sehr wohl. Alles Menschen mit den selben Problemen.
      Aber da kann ich nicht hin, wenn ich arbeiten. Das fehlt mir unsagbar.
      Ich hoffe ich kann im Mai dann wieder kommen, wenn ich in Rente bin.
      Ich war ja so lange nicht dort.
      Liebe Marion,
      ich freue mich darauf in Rente zu gehen und diesem Powerjob los zu werden.
      Vieles kann man nicht auf die Reihe bekommen, wenn man arbeitet.
      Alles ist ein einziger Wettlauf mit der Zeit. Und das ist mir zu anstrengend.
      Ich möchte mich hinsetzten , ein Buch lesen. In Ruhe und ohne Stress auf den
      Friedhof gehen. Mal spazieren gehen, meine Geschwister und alte Bekannte besuchen.
      Das geht alles nicht, wenn du arbeitest.
      Und ich brauche auch noch viel Ruhe. Ich habe Freunde, die schon lange in Rente sind
      und auch dem Mann verloren haben, die möchte ich besuchen.
      Vielleicht auch mal für meinen Sohn da sein , meine Eltern und meine
      Schwester. Ich kann ja auch Auto fahren und habe auch ein Auto. So bin ich sehr flexibel.
      Ja das ist , was ich so mache in meiner Rente, wenn es die Gesundheit erlaubt.
      Alles in Ruhe und ohne Stress...
      Das liebe Marion, stelle ich mir vor...

      Neu

      Petel schrieb:


      Liebe Marion,
      ich freue mich darauf in Rente zu gehen und diesem Powerjob los zu werden.
      Vieles kann man nicht auf die Reihe bekommen, wenn man arbeitet.
      Alles ist ein einziger Wettlauf mit der Zeit. Und das ist mir zu anstrengend.
      Ich möchte mich hinsetzten , ein Buch lesen. In Ruhe und ohne Stress auf den
      Friedhof gehen. Mal spazieren gehen, meine Geschwister und alte Bekannte besuchen.
      Das geht alles nicht, wenn du arbeitest.
      Und ich brauche auch noch viel Ruhe. Ich habe Freunde, die schon lange in Rente sind
      und auch dem Mann verloren haben, die möchte ich besuchen.
      Vielleicht auch mal für meinen Sohn da sein , meine Eltern und meine
      Schwester. Ich kann ja auch Auto fahren und habe auch ein Auto. So bin ich sehr flexibel.
      Ja das ist , was ich so mache in meiner Rente, wenn es die Gesundheit erlaubt.
      Alles in Ruhe und ohne Stress...
      Das liebe Marion, stelle ich mir vor...


      Liebe Petel, ja, da ist schön, wenn du ein Auto und noch ein größeres soziales Umfeld hast, dann kann man sich auch selbst ein Programm machen in der Rente.

      Neu

      Hallo, liebe Marion,
      habe deinen Leidensweg auch immer verfolgt und möchte dir mal schreiben, wie es mir so ging.
      Wir wohnten viele Jahre in einem frei stehenden Haus auf dem Dorf. Viel Garten und
      22o qm Wohnfläche.
      Das Haus zu putzen und den Garten zu machen , wenn man voll arbeitet war sehr viel .
      Nie hatten wir mal Zeit. Immer war in der Freizeit das Haus dran.
      Heizen war sehr teuer. Wir frohren uns den Arsch ab im Winter und zahlten dafür horente Summen
      an Gas.
      Natürlich waren es auch schöne Zeiten , Grillen mit Freunden, Partys usw.
      Manchmal war es so still, das ich mich hingestellt habe und laut geschrien habe, um
      festzustellen , das ich noch lebe.
      Dann, als mein Mann in Rente ging haben wir uns eine kleine Wohnung genommen.
      Das war vor 1,5 Jahren.
      Das Haus auszuräumen war eine Tortur. Es wurde einfach nicht weniger.
      Habe fast alles verschenkt, weil es eben kein Geld mehr für die alten Sachen gibt.
      Wir haben uns neue Möbel gekauft und wohnen in Stadtnähe in einem
      grossen Mietshaus.
      Mit Tiefgarage und Fahrstuhl. Gleich daneben Bus, Apotheke, Edeka.
      Die Nachbarn sind unterschiedlich. Jung und alt ,alles gemischt.
      Und man hört auch mal die Nachbarn oben oder laute Musik, die Klospülung
      oder die Dusche usw.
      Manchmal spielt meine Nachbarin auch Flöte.
      Und manchmal hört man die jungen Leute lustig in der Nacht von der
      Disco kommen.
      Das alles gehört zum Leben dazu. Ich höre das gern und weis , das ich nicht
      alleine bin. Und wenn was ist, kann ich woanders klingeln.
      Die Nachbarn nehmen für mich die Pakete an und ich für sie ebenso.
      Vor dem Haus steht eine Tanne. Der Hausmeister hat eine Lichterkette reingehängt.
      So haben alle was davon.
      Hausordnung macht eine Fremdfirma. Da braucht man sich auch nicht kümmern.
      Meine Wohnung hat ohne Heizung ständig 22 Grad, da die Rücklaufrohre durchgehen.
      Es war die beste Entscheidung unseres Lebens.
      Trotzdem ich mit meiner Katze alleine in der Wohnung bin, fühle ich mich
      nicht alleine. Und das ist gut so.
      Ich friere nicht mehr, meine Katze friert nicht mehr und ich habe eine
      saubere Wohnung, und habe alles was ich brauche.
      Die Menschen , die hier leben sind so unterschiedlich wie das Leben ist.
      Jeder hat seine Berechtigung so zu sein, ob Fleissig oder Hartz 4.
      So ist das Leben. Und es ist so schnell zu Ende...
      Ich bin Froh umgezogen zu sein.
      Das wollte ich dir nur mal schreiben.
      Liebe Grüsse

      Neu

      Liebe Petel,

      danke für deinen Bericht - das ist schön, dass du mit deiner Wohnung so zufrieden bist. Ich könnte mir das gar nicht vorstellen, so mitten in der Stadt drin zu wohnen mit Bus, Edeka usw. Nein, das ginge für mich überhaupt nicht. Das fände ich noch deutlich schlimmer als die Wohnung, in der ich jetzt bin. Ja, so ist jeder anders, dem einen fallen solche Umstellungen leicht und für den anderen sind sie Auslöser einer Lebenskrise.

      Ich denke eben, dass ich die jahrelange Pflege und den Tod meiner Mutter noch gar nicht richtig verarbeitet habe - und dann auch noch das von mir so sehr geliebte Haus und das vertraute Umfeld weg und keine Angehörigen mehr, das ist jetzt einfach zu viel gewesen. Da muss man doch fast zwangsläufig Panik bekommen. Zumal ich das Haus ganz allein ausräumen musste, ein Jahr lang bin ich bloß an den Mülleimer gelaufen usw. Das ist einfach großer Mist, wenn du so etwas zeitnah nach einem Todesfall ganz allein machen musst. Bei einer Wohnung geht es vielleicht noch. Aber ein Haus ist der Hammer.

      Jetzt fällt das eben alles auf mich zurück, da ich in der neuen Umgebung "angekommen" bin - die zudem eben nicht meinen Erwartungen entspricht, da ich es mir hier etwas netter und gemütlicher vorgestellt hatte. Man hat eben anhand eines Immobilienexposees und einer Besichtigung so seine Vorstellungen, wie man sich in der neuen Wohnung wohl fühlen wird - und nachher ist dann doch alles ganz anders.

      Nun ja, als ich ein paar Wochen vor meinem Umzug mit einer ehemaligen Schulkameradin sprach, meinte sie, Hut ab, dass du das alles innerhalb eines Jahres allein bewältigt hast - sie hat selbst das Haus ihrer verstorbenen Eltern seit drei Jahren noch nicht angerührt, weil sie sich nicht herantraut, hat aber drei Kinder und natürlich nicht mit der Mutter zusammengewohnt -, aber vielleicht bekommst du ja nachher die Krise. Und genau so, wie sie sagte, ist es eben gekommen ...

      Allein diese Totenstille und Abgeschiedenheit hier ist unerträglich ... In der Straße, wo ich wohnte, war immer etwas los. Ich konnte ja immer vom Hang herunter sehen und hören, was die Nachbarn so machen... wenn sie in ihren Vorgärten herumwerkelten oder die Kinder spielten.. Natürlich kam ich mir auch ein bisschen blöd dabei vor, so allein in meinem Haus am Fenster zu stehen und den Hang hinunterzuschauen ... Es war einfach ein bisschen viel Haus, Garten und Raum um mich rum - "nicht angemessen" für eine Frau allein, wie jemand mal meinte. Ich habe mir eingebildet, mich weniger einsam und überfordert zu fühlen, wenn ich bloß noch eine Wohnung um mich herum habe. Aber hier habe ich eben gar nichts mehr als die Wände um mich herum, keinen Ausblick auf die Straße, auf Nachbarn - nichts außer Wasserrauschen, Heizungsknacken und nervigen Treppenhauslärm ... Das ist einfach ganz übel. Ich hätte das Haus nicht ohne Not aufgeben sollen, das hat mir einen schweren psychischen Knacks gegeben und ich fürchte ernsthaft, dass ich demnächst in der Klapsmühle lande.

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von „Marion68“ ()

      Neu

      Liebe Marion ich denke gerade du benötigst auf jeden Fall dringend weit mehr Hilfe als die, die wir hier leisten können.
      Vielleicht, bevor du dich weit mehr noch so in deine Lage hineisteigerst.
      Keiner muss zwangsläufig in der welch bescheurtes Wort - Klapse - landen, so manchen aber hat es wohl schon davor bewahrt, sich selbst mehr als nötig zu schaden.
      Ich bin anders als vermutet, selten wie erwartet und erst recht nicht wie es andere gerne hätten.


      Licht und Liebe, sind stärker als Tod und Schatten



      Neu

      Liebe Funny, mach dir keine Sorgen, ich tue mir bestimmt nix an - auch wenn ich seit dem Umzug so richtig kein Land mehr sehe. Bin ja nicht so verrückt wie meine Nachbarin hier - die hat doch allen Ernstes so einen Haken an der Decke und sagte zu mir, da habe sie auch schon mal versucht, sich aufzuhängen. Du kannst dir vielleicht vorstellen, was das für ein Schock für mich ist, als Tochter aus dem idyllischen Eispalast, aus dem Haus am Hang in so einem krassen Umfeld zu landen. Und dass ich es einfach ohne Ende bereue, nicht einfach dort geblieben zu sein und mich selbst auf diese Weise entwurzelt zu haben. Ich will das hier einfach alles nicht. Ist nicht meines.

      Trotzdem alles gut. Ich springe bestimmt nicht aus dem Fenster. Ist ja ohnehin bloß Hochparterre hier. würde mich also nichts nützen. ;) Ich habe bloß Angst vor dem andauernden Schlafmangel, dass ich dann irgendwann eine Psychose (mit Klapse als Folge!) oder einen Anfall bekomme. Weil letzte Nacht eben noch nicht mal das Benzodiazepin mehr half, was ja schon das härteste ist.

      Aber ich sehe nun nicht so den Sinn drin, mich freiweillig in die Klapse zu begeben, solange ich noch einigermaßen richtig ticke. Da geht es ja auch bloß recht krass zu, und das zieht einen noch weiter runter. Bin ohnehin schon abgestiegen, möchte jetzt nicht auch noch in diese Mühle reinkommen. Der Arzt wollte mich ohnehin schon einweisen, aber die tun auch immer so, als ob diese Kliniken so ein Wellness-Aufenthalt wären, und wenn du dich dann umhörst, wie es da so abgeht, dann ist es ebenso grässlich wie in den Pflegeheimen, wirst mit Psychopharmaka bis zum Erbrechen vollgestopft und blöd behandelt, sodass du gern wieder nach Hause gehst. Vielleicht ist das ja der Sinn von solchen Psychokliniken - wenn du da mal warst, gefällt es dir zu Hause wieder besser. ;) Sicher gibt es auch gute Kliniken, aber wahrscheinlich eher die für Privatpatienten.

      Nee, nee, das ist nicht so meines. Bin bloß so ein Hypersensibelchen, das komplett aus seinem bisherigen Leben rausgeworfen wurde bzw. sich selbst rauskapituliert hat und gern mal wieder zur Ruhe kommen würde. Die Katze hat ja ebenso wie ich auch schon Muskelzuckungen, weil ihr der Auslauf fehlt und sie sich hier in der fremden Umgebung einfach nicht mehr raustraut, obwohl ich es immer wieder versuche. Ihr ist das eben auch alles gründlich verhasst hier.

      LG
      Marion

      Na ja, ich muss da einfach irgendwie durch. Hab jetzt mal eine andere, mir von der Ärztin verschriebene Schlaftablette eingeworfen.
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