Woran Denkt ihr gerade so?

      Ja, liebe Funny..das mit dem " Schaffen" ist so eine Sache. Ich schrieb ja, dass ich dabei bin meinen Flur zu renovieren. Seit zwei Jahren hatten wir es vor, aber immer wurde es aufgeschoben. Sei es, dass wir wieder viel mit Arztbesuchen beschäftigt waren. oder, dass wir unsere gemeinsame Freizeit lieber anders nutzten.
      Nun ist der Flur fast fertig, erstrahlt in schönen erdigen Tönen. Ich habe alles gestrichen: die Wände, die Treppenumrandung, das Geländer, die Schränke. Hab mir schöne neue Deko gekauft..Und dann sitz ich auf der Treppe und schaue mich um. Ja, verdammt stolz wäre er auf mich und es würde ihm so gefallen....Und ich bin auch stolz, dass ich es geschafft habe. Aber gleichzeitig bin ich so unendlich traurig, dass wir das nicht gemeinsam genießen können..und schon kommen wieder diese Zweifel: Wofür das alles? Immer haben wir alles zusammen und für uns gemacht. Etwas nur für mich zu tun, fällt mir so schwer. Manchmal geht mir unser großes Haus so auf den Geist..alles viel zu viel für mich allein...andrerseits kann ich mir nicht vorstellen in eine kleine Wohnug zu ziehen. Hier war doch " unser" Nest..mit eigenen Händen aufgebaut....immer voller Leben..jetzt ist alles so still.....
      Ja liebe Ina, sei einfach weiter stolz auf dich und gleichzeitig auch traurig das er nicht teilhaben darf so als ihr, gemeinsam so wie es dir eben fehlt.
      Nicht nötig zu schreiben, so wird das eeen nie wieder sein, egal wie sehr wir auch wünschen, die neue ZEit, die neue Welt und doch sind wir die alten, nur halt in trauriger, in einfach nicht verstehen können.

      So wichtig aber, und ich bin da sehr stolz auf dich es geschafft zu haben, überhaupt angefangen zu sein, dass es dir gefällt, das ist schon so ein riesiger Schritt auf einem guten Weg.
      Gut schließt ja traurig sein nicht aus, sondern deinen Stolt und deine Freude mit ein.

      Es wir sich noch eingies ändern während die Traurigkeit bleibt, einige Schritte zurück gegangen werden müssen, weil es einfach zu viel wird - so wie viele vor uns und nach uns, wir sind nie allein auf dem Weg, wir begegnen uns selten aber wenn dann können wir verstehen.
      Es ist ja alles noch relativ frisch, da muss sich eingies in dir noch finden, vor allem aber verstehen, was ja nicht zu verstehen ist.
      Immer weiter, Schritt für Schritt und zwischendrin mal einen Hüpfer - Tränen trocknen und weiter, sie gehören noch lange dazu.

      Mit einer lieben Umärmelung,
      Funny.
      Ich bin anders als vermutet, selten wie erwartet und erst recht nicht wie es andere gerne hätten.


      Licht und Liebe, sind stärker als Tod und Schatten



      ja Ina, ich sitze auch hier in diesem großen Haus und Garten und fühle mich mit allem überfordert und allein gelassen und frage mich auch nach dem Sinn hier alles weiterhin zu hegen und pflegen. Wir haben auch alles gemeinsam erschaffen, beraten, gearbeitet und jetzt kann er nichts mehr von alldem genießen. Er hat so hart gearbeitet, viele berufliche Ziele erreicht, sich hochgearbeitet und alles umsonst..Er war so ehrgeizig, fleissig, gesellig und darf das alles nicht mehr erleben. Alleine macht nichts mehr Spass, wofür auch...
      Mit 48 steht man doch noch mitten im Leben und möchte nicht qualvoll sterben...

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „-Eva-“ ()

      Dass es mir auf dem Friedhof früher ein kalter Schauer über den Rücken gelaufen ist, wenn die Erde (besser der Lehmboden!) der ersten Baggerschaufel auf den im Grab befindlichen Sarg gefallen ist. Heute habe ich mich daran gewöhnt.
      Hallo InaMarianne und alle, ich bin es , Stubbelchen und laufe seit dem 8. November 2018 diesen , sonderbaren, unwirklichen, nicht wollenden Weg.
      InaMarianne , ich kann mich nur zu genau in Dich denken, Du hast geschrieben als hätte ich Dich gebeten von mir zu schreiben.

      Es ist UNSER Weg, dies macht es nicht unbedingt leichter, doch irgendwie lässt es einem leichter laufen.

      Mein Mann Harald und ich haben in 15 Tagen, somit am 20. Juni 2020 unseren 40. Tag ab dem es hieß " bis das der Tod Euch scheidet "
      Wir wurden geschieden am 8. November 2018 und dennoch bin ich nicht geschieden sondern immer noch Haralds Frau und er mein Mann.

      Seitdem 8.11.18 ist vieles geschehen.
      Auch wir hatten ein sehr großes Anwesen, eine alte Hofreite, also einen Drei - Seiten - Bauernhof.
      Großes Gelände, viele, viele Häuser und diese alle gut beladen, ordentlich beladen, so war mein Harald.
      Wir hatten zwei Werkstätten, einmal ein Haus für sich , die IT Werkstatt somit gehörend für unsere Firma und dann , im Mittelstück, zweier Riesenscheunen, Haralds Schreinerei Werkstatt . Er war in eine Schreinerei Familie groß geworden, mit eigener Schreinerei und so lernte er Schreiner, studierte Architekt. Dies sagte ihm aber irgendwann nicht mehr zu und so wurde er Betriebsleiter einer recht großen Firma.
      Da dort viel von ihm abverlangt wurde , als Betriebsleiter, was er mit seinem Gewissen nicht vereinbaren konnten, haben wir lange beratet was wir ändern können.
      Geändert haben wir, vor 23 Jahren , dann gewaltig viel. Mein Mann lernte sich in seine Neigung PC weiter, besuchte viele Lehrgänge , natürlich auch bei Microsoft,
      wir besuchten IHK Seminare und beschlossen einen großen Schritt, wir machten uns selbstständig.
      Da ich , als Industriekaufmann - Finanzbuchhalterin , 27 Jahre in einer Firma tätig war verbanden wir beides hervorragend und gründeten unsere IT Firma.
      Dies erforderte Mut , über den ich heute staune, doch wir waren zusammen, was konnte uns da passieren :)
      Die Anfangsjahre waren nicht einfach, doch wir scheuten uns nicht 18 Stunden für die Firma tätig zu sein - Tag für Tag, finanziellen Rückhalt hatten wir durch unsere guten Positionen.
      Warum ich das alles erzähle ............
      Als nun diese grauenhafte Sekunde NULL am 8. November 2018 eintrat wusste ich , nun gibt es enorm viel zu tun und diesmal alleine.
      Doch mein Harald war mir in Gedanken immer an der Seite.
      Ich arrangierte eine wunderschöne Trauerfeier für meinen Harald am 1. Dezember 2018 auf einem Friedwald.
      Tja und danach ging ich an unser Kind - unsere Firma -
      Ich musste mich auch von ihr verabschieden, leichter gedacht wie gemacht, doch es gelang mir, wenn es auch ein ganzes Jahr dauerte bis sie endgültig geschlossen war,
      dazwischen inserierte ich unser Anwesen zum Verkauf.
      Diesen Verkauf machte ich mir nicht leicht, es sollten Menschen unsere Nachfolger sein welche die gleiche Zuneigung zu so einem besonderen Anwesen empfanden.
      Harald und ich hatten so viel Liebe und Geschick in das Anwesen gesteckt , so sollte es nicht einfach so verkauft werden.
      Auch dies gelang mir, jedoch verging auch hier recht viel Zeit.
      Zwischen all diesem suchte 8ich für unsere Linda ( Kromfohrländer Hündin ) ein neues Zuhause in meiner Heimat Hessen.
      Es sollte und wurde ein gemieteter Bungalow - werden -
      Unser Umzug war vor wenigen Tagen vor einem Jahr.

      Woran denke ich -- wie ich dies alles geschafft habe , allein, ohne meinen Harald --
      Dass ich vor 4 Jahren vor den letzten Monaten meines Berufslebens gestanden habe, wohingegen mein Patenkind eine Krebsdiagnose erhalten und vor den letzten Monaten ihres Lebens gestanden hatte. Und daran, dass vor einigen Wochen ein vom Corona Virus heimgesuchter 90-jährigher Mann wieder gesund geworden ist. Das zeigt, wie unterschiedlich wir auch im Hinblick auf unsere körperliche Konstitution sind!
      Liebe Eva...4 Jahre? Das ist ja eine lange Zeit...bei uns kam die Diagnose ja erst im November 2019..es ging alles so schnell...ich hinterfrage ständig und kann es nicht begreifen...warum wurde nicht schon früher was entdeckt..dann hätte man sicher noch was machen können...mein Schatz ist durch seine Eisenspeicherkrankheit ständig beim Arzt gewesen...aber alle haben nur auf die Leber geschaut...keiner hat über den Tellerrand geschaut..und das macht mich so wütend und traurig...
      mein Schatz ist viel zu spät zum Arzt gegangen...Symptome hatte er meines Erachtens schon 1-2 Jahre vorher, aber ignoriert und mir nicht geglaubt. Ach hätte ich ihn doch schon früher zum Arzt geschickt, aber wer denkt denn gleich an das Schlimmste....Ich dachte, seine Nervosität, Reizdarm, beruflicher Stress....wer geht da gleich zum Arzt....hätten wir doch.....dann würde er sicher noch leben..
      …. dass Schuld unser größter Feind ist. Unsere Liebsten, die es nicht mehr sagen können, würden alles dafür tun, dass wir davon frei werden.
      Und: Muss das Alleinsein mit mir selbst nun wieder Normalität werden? Oder mache ich was "falsch"? Ignoriere ich ihn dann, vergesse ich ihn dann?
      ... auch an die verpassten Gelegenheiten und ob dann alles anders gekommen wäre? Sie wollte leben, war ganz neu durchgestartet. Ich habe die Symptome auch gesehen, aber sie wollte sie nicht sehen, hat vielleicht unbewusst doch gewusst, wie drastisch der Zustand war, weil sie verrückterweise einmal Sekretärin eines Onkologen war und nur noch das Beste aus der Zeit machen wollte, die bleibt. Aber das kann auch nicht wirklich stimmen, weil die Diagnose ihr dann doch den Boden unter den Füßen weggezogen hat und sie eine Woche vorher wieder überzeugt war, dass "alles gut" würde, sogar einiges tatsächlich körperlich wieder etwas bergauf ging... Daran, ob sie wollte, dass ich das alles einfach wegschiebe und weiter lebe. Daran, dass ich nicht will, dass so ein Mensch zu einer Erinnerung wird, weil ich mit ihm LEBEN wollte.

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      Liebe Renate, wie sehr ich dich gerade in den Arm nehmen würde.
      Wollte eben schon shcreiben bei deinen Worten mit dem Törtchen - gar nicht so einfach aber bei diesem Wetter die Gedanken so zu sortieren um sie in die passenden Worte hier zu bekommen.
      Am liebesten tippe ich ja so einfach drauf los aber momentan würde das ein ziemliches Durcheinander wohl.

      Ich für mich halte mich an die Worte, die mich schon mein Leben lang begleiten.
      Sie gehen den Weg in Frieden - nun haben sie ihren Frieden gefunden.

      Auch die Worte die der Chefarzt an mich richtete als meine Mama gehen musste.
      Seien wir froh, nun geht es ihr besser, überall wo man hinfasste war es schon böse.
      Ich sehe ihr Gesicht vor mir, so gelöst, so ohne ihre sie überall begleitende Angst, fast als lächele sie.
      Für mich ein klares Zeichen, sie hat es geschafft, sie hat ihren Frieden gefunden, sie ist hinter dem Regenbogen.

      Der schönste Ort den ich mir als KInd vorstellen konnte - dort wo keine Angst herscht, kein Krieg, eine große Wiese mit uralten Bäumen- dass Paradies halt.
      Der uneendliche Schlaf so stelle ich mir das vor, sie schließen die Augen in erholsamen Schlaf und treten ein in eine andere Welt, wo und wie immer die am Ende sein wird, alles ist besser als hier im quälendem Elend einer Krankheit.

      Ich kann es mir für mich nicht anders vorstellen, ich schreibe auch gerne denkt daran was ihr euren Lieben wnscht, was ihr ihnen raten würdet wenn es umgedreht wäre.
      Der einzige Gedanke der mich über meine schwere Zeiten geholfen hat.
      Wennn sie mir zusehen, was für eine Schuld würde ich ihnen aufbürden, wenn ich nicht irgendwann wieder ins aktive Leben zurück finden würde.
      Wie würden sie sich fürhlen, mich allein gelassen unfähig durch die Trauer und den Schmerz.

      Nein keine leichten Worte aber so muss jeder für sich seinen Weg, seine Gedanken finden - durch die Trauer hindurch am Ende muss doch jeder mit sich selsbt, man kann nur dasein, erzählen wie es bei eine selsbt war, was geholfen hat.
      Am Ende schaut es so leicht aus vielfach,keiner hat sie gesehen die Tränen die man allein geweint hat, die Worte die man nicht gesagt hat, sie schlaflosen Nächte in denen das Schwarz der Trauer einen kaum atmen lässt.
      Ja die Törtchen die einen an den Rand des aushaltens bringen und dabei sieht es für andere aus als ginge es einem besser - immerhin holt man sich schon ein Törtchen.

      Mit einer lieben Umärmelung, Funny.
      Ich bin anders als vermutet, selten wie erwartet und erst recht nicht wie es andere gerne hätten.


      Licht und Liebe, sind stärker als Tod und Schatten



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