Ich trauere um meine Mutti

      Hallo Zigarrenmann,
      ja Du hast ja so recht, es ist ein Alptraum, wenn der ganze Tag nur noch daraus besteht, den geliebten Menschen zu vermissen. Aber lass Dich doch nicht beirren, trauere Du auf Deine Weise. Zeig Deine Gefühle und lass es raus.Hast Du mal darüber nachgdacht, das Deine Frau Dich unter anderem dafür liebt, das Du Deine Gefühle zeigen kannst ? Du wirst ja nicht erst jetzt zu einem Mann geworden sein, der seine Gefühle zeigen kann. Und das Deine Familie näher zusammenrückt ist doch sehr schön. Daran kannst Du erkennen, das ja alle trauern eben nur auf Ihre Weise. Manch einer weint im stillen Kämmerlein und manch einer trauert eben offen.Den anderen Männer in Deiner Familie geht es bestimmt nicht besser als Dir.

      Liebe Grüße
      Mäusi

      PS Herzlichen Glückwunsch zu Deinem Geburtstag
      Hallo zigarrenmann , herzlichen Glückwunsch trotzdem von mir . Ich weiß genau was du meinst man steckt in einem Alptraum und wacht nie wieder auf :( jeden morgen wenn ich aufstehe denke ich oh man der Alptraum geht weiter . Diese Schmerzen werden einfach nicht weniger , sie fehlt mir so wahnsinnig . Heute ist wieder so ein Tag wo ich auf nichts Lust habe und mich verkriechen könnte und wenn ich mich doch aufrappele dann nur um zu putzen :( liebe Grüße
      Lieber Zigarrenmann,

      herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

      Meinen Respekt, dass Du von Deinen Tränen schreibst. Beihnahe alle haben sie, aber einigen Männern ist es schwer, zu ihnen zu stehen. Gut machst Du das!

      Gleich hüpft in meinen Kopf: Vorsicht mit dem Bier. Mein Onkel ist Alkoholiker, darum gehen da bei mir sofort Warnlampen an. Schmerzen ertränkt man nicht in Alkohol - sie können schwimmen...
      Es gibt auch keinen Weg daran vorbei. Durch dieses Meer an Schmerz musst Du sowieso durch. Aber es wird besser werden, versuch es zu glauben. Man verliert den Überblick und merkt gar nicht, wie man vielleicht schon einige Schritte vorangekommen ist. Du bist gerade in der so schmerzhaften ersten Aktu-Zeit. Da heißt es einfach nur irgendwie durchkommen, das ändert sich. Denk nur an jetzt, an heute, daran den Moment auszuhalten. Das hat mir am besten geholfen.

      Inzwischen habe ich um meine beiden Eltern getrauert. Gründlich. Ich habe einiges an Schmerzen erlebt. Aber inzwischen hat sich das Gefühl völlig gewandelt, heute denke ich mit lieben Gedanken, manchmal mit Wehmut, aber selten mit großen Schmerzen an sie!

      Herzlich Willkommen auch von mir
      Marie
      Hallo Zigarrenmann,

      es tut mir leid, sehe Deinen Beitrag erst jetzt- manchmal lese ich täglich hier, dann wieder ein paar Tage nicht...wenn ich Abstand brauche...

      Ich möchte dich erstmal fest drücken und Dir mein herzlichstes Beileid ausdrücken. Die Mama ist im Idealfall einer der wichtigsten Menschen im Leben, es zerreisst einem, wenn sie nicht mehr ist! Vor allem, wenn man sie so viel zu früh gehen lassen muss wie das bei uns der Fall ist.

      Ich habe meine Mama im Oktober letzten Jahres an den Krebs verloren, mein ganzes Leben, das Leben meiner Familie in den Grundfesten erschüttert!
      Nach fast einem Jahr kann ich sagen: "Ja, es geht weiter!" Es wird besser, Du wirst damit zu leben lernen! Es tut unheimlich weh, noch immer- aber ich breche nicht mehr unvermittelt zusammen, kann im Normalfall den Tag gut gestalten.

      Im Moment ist es hart für mich. Vor einem Jahr ging es auf das Ende zu, diese Bilder und Emotionen der letzten Wochen lassen mich nicht los, drängen sich jetzt stark nach vorne...
      Meine Geschwister und ich haben alle 3 in diesen Tagen Geburtstag; schlimme Tage, dieses "Jahr der ersten Male"...

      Ich habe die Hoffnung, dass nach dem ersten Todestag ein großer Brocken wegfällt, das habe ich von vielen gehört!

      Wenn ich mir ansehe, wie mein Papa, meine Geschwister und ich uns in den letzten Monaten entwickelt haben, kann ich Dir aber wirklich guten Gewissens sagen: Ja, Zigarrenmann, es geht weiter und man lernt, damit umzugehen!


      Alles Liebe!

      Mobbes

      Ach ja eins noch! Ich habe 2 Jungs (9 und 13) und die haben unheimlich viel Verständnis und Mitgefühl- aber sie brauchen uns als Eltern! :knuddeln:
      Und wer tot ist, wird ein Stern!
      Hallo Zigarrenmann,
      auch von mir mein tief empfundenes Mitgefühl zu deinem Verlust!
      Und bitte - WEINE !!!! Es ist nichts unmännliches daran, um sein Liebstes zu trauern.
      Ich wurde auch so erzogen, aber das ist dumm!
      Ich habe im März meine Frau verloren und im August meine Mutter.
      Muß am Donnerstag noch mal los, zur Urnenbeisetzung - und es ist meine eigene Hölle!

      Viele Grüße und viel Kraft
      Ralf
      Hallo Ralf, hallo Mobbes,

      vielen Dank für Eure netten Zeilen. ich habe so etwas Schlimmes noch nicht erlebt. Eine Mutter zu verlieren ist das Schlimmste, neben dem Partner. Und Du, Ralf hast das beides erlebt. Die Welt ist nicht gerecht. Ich wünsche Dir ebenfalls viel Kraft für Donnerstag. Morgen abend werde ich über meine Gefühle hier schreiben. Weil es mir gut tut.

      LG und drückt mir alle die Daumen , morgen 14.00. Aber mein bester Freund ist auf meinem bis jetzt schwersten Weg dabei. Danke!
      Danke an alle, die mir die Daumen drückten. Es war, wie viele hier beschrieben, schlimm. Habe bestimmt 2 Eimer Wasser verloren, aber ich hoffe, dass ich jetzt wieder nach vorne blicken kann und das gibt mir Kraft. Viele Freunde meiner Mutti und von mir sind gekommen, und das fand ich prima. Ich werde nicht allein gelassen. So fühlte ich mich als meine Mutti uns verlassen hat. Es wird immer Momente geben wo ich an sie denke. Aber es gibt auch Menschen, die mich auffangen. Und füreinander da zu sein, das ist wichtig. Aber es wird halt eine (wichtige) Person weniger sein.
      Zu wissen und zu sehen, wie viele Menschen Deiner Mama gedenken war wichtig! Mich hat das getröstet.
      Erst hatte ich wirklich Angst und hätte alles gegeben, nicht zu der Beerdigung zu müssen und das Zusammensitzen danach war mein Horror!
      Im Nachhinein muss ich sagen, dass das gut getan hat und mich getröstet hat auch wenn die Beerdigung für mich wie im Film ablief...

      Du hast es überstanden und daraus kannst Du Kraft ziehen!


      Jetzt versuch zur Ruhe zu kommen und schlaf gut! :knuddeln:
      Und wer tot ist, wird ein Stern!
      Hallo zigarrenmann , das ist wirklich schön was du geschrieben hast . Mir geht es auch so meine Mama fehlt mir so wahnsinnig . Ich liebe und vermisse sie so sehr . Ich habe im Moment das Gefühl das mein Schmerz jeden Tag schlimmer wird . Es wird einfach nicht besser und wenn ich ehrlich bin glaube ich es auch nicht ich werde mich wirklich nur an diesen Schmerz gewöhnen oder besser gesagt lerne damit zu leben . Liebe Grüße
      Hallo zigarrenmann,

      meine Mama ist ja jetzt 9 Wochen nicht mehr bei mir. Am Anfang ist auch dieser wahnsinnige Schmerz da, nur dann steht man so unter Schock, kann noch gar nichts realisieren, hat soviel zu erledigen, konzentriert sich auf die Beerdigung, wie man die wohl überstehen kann. Ich habe auch das Gefühl der Schmerz nimmt noch zu. An manchen Tagen denkt man, es kann nicht schlimmer werden, und dann zieht es einen noch mehr nach unten. Manchmal möchte man schreien oder ganz weit weglaufen, so geht es mir zumindest, und doch weiß man, es bringt ja nichts. Es ist wohl wirklich so, dass man mit diesem Schmerz leben muß, denn vermissen werden wir unsere Lieben ein ganzes Leben lang. Im Grunde weiß man erst jetzt, wie bedingungslos die Liebe einer Mutter ist. Ich vermisse meine Mama auch wahnsinnig und werde sie bis zu meinem letzten Atemzug lieben. Alles hat sich geändert, und man muß mit seiner Trauer allein zu Recht kommen, denn niemand in seinem Umfeld trauert genauso, es sei denn man hat vielleicht Geschwister. Ich hoffe sehr, dass es wirklich ein Wiedersehen geben wird, sonst wäre es gar nicht auszuhalten. Ich halte mich daran fest.

      LG Elke
      Hallo Zigarrenmann

      Es tut mir so Leid, dass nun auch du um deine Mama trauern musst. Meine Mama hat uns am 6. August verlassen und ich habe ebenfalls das Gefühl, dass ich niemals darüber hinweg komme. Aber so Viele hier im Forum schreiben, dass es besser wird und daher sollten wir uns Zeit geben. Wir haben schon einige Tage geschafft, ja, sogar schon den ersten Geburtstag, ohne unsere Mama, überstanden. Es war furchtbar, aber wir haben es gemeistert, irgendwie.
      Meine Mama fehlt mir auch unendlich und meine Gedanken kreisen den ganzen Tag nur noch darum, dass ich Sie verloren habe. Aber würden unsere Mütter das so wollen? Sicher nicht !
      Also machen wir weiter, Schritt für Schritt und Tag für Tag und irgendwann, so hoffe ich jedenfalls, können wir uns mit einem Lächeln an die schönen Zeiten erinnern, die wir gemeinsam verbringen durften.
      Eigentlich wollte ich dir ein wenig Mut machen, stelle aber gerade fest, dass ich mit diesen Worten, auch mir selber Mut machen möchte.

      Ganz liebe Grüsse
      Kaya, die sich auch noch sehr hilflos fühlt.
      das sind aber schöne Worte, die Du da gefunden hast, Kaya. Super ist auch, dass ich hier nicht alleine bin, die Sorgen und Ängste, ja auch das Wollen, dass die geliebte Person nochmal um die Ecke schaut und zur Tür reinkommt, hier viele haben. Puh, immer wenn ich wie jetzt alleine bin, die Familie schläft, dann ist das gruselig. Da rollen die Tränen und das Wissen, dass Mama nie wieder kommt, zieht einen runter. Aber ich muss wieder aufstehen, muss ja für die Family sorgen. Ich wünsche speziell Dir Kaya, dass du die Kraft hast, zumindest erstmal bis Weihnachten zu schauen. Das Fest der Liebe wird sowieso grausam für uns. Und ich merke: ich bin nicht alleine hier. und das tut mir irgendwie unglaublich gut. Danke
      ich bin auch sehr froh, auf dieses Forum gestoßen zu sein. Vor der Beerdigung meiner Mutter haben noch viele Freunde angerufen, oder sind zu Besuch gekommen. Alle wollten mir beistehen und irgendwie helfen. Aber dann wurde es ruhiger, denn für die Anderen ging das Leben ja normal weiter, es war wieder der Alltag eingekehrt Für uns ist aber alles anders geworden. Ich bin niemandem böse, denn so wirklich wird man nur verstanden, wenn man Menschen findet, die gerade ähnliches durchmachen oder schon mitgemacht haben.
      Du hast es ja schon selber geschrieben, da ist deine Familie, die dich braucht und das ist auch gut so. Unsere Mütter werden uns immer fehlen, aber wir haben doch auch so viel von ihnen mitbekommen, dass sie immer present sind.
      Übrigens ist Weihnachten für mich ein totales no go. Ich darf noch gar nicht soweit denken, denn dann öffnen sich alle Schleusen.
      Du siehst, du bist mit deinen Gedanken und Gefühlen wirklich nicht alleine.

      Liebe Grüsse
      Kaya
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