Ich trauere um meine Mutti

      Weisst Du Zigarrenmann, ich bewundere Dich, dass Du Deine Mutter so liebst. Das zeugt für mich davon, dass zwischen Euch ein sehr inniges Verhältnis bestand, dass die >Bande, die schon mit dem Augenblick Deiner Zeugung bis heute so unendlich stark sind, dass sie nie zerbrochen sind oder zerbrechen. Für dieses Verhälktnis bewundere ich Dich, ich wollte ich hätte es auch gehabt.
      hi bärenseele, die Mutter so von heute auf morgen zu verlieren, das ist schon Härte. Sie war nie krank, hatte keinen Krebs, keinen Herzinfarkt. Sie war die Person, der ich alles sagen konnte, die mich immer aus der "Scheiße" boxte. Sie rettete meinem Vati das Leben, als der sehr schwer krank war vor 4 Jahren. Das alles macht mich unglaublich traurig, sie war die gute Seele in der Familie. Mit 68 zu sterben, ist die Härte. Das kann ich schwer verkraften. Das Lesen und Schreiben hier hilft mir, hier fühle ich mich aufgehoben und verstanden. Es fehlt jemand und ich mag gar nicht an Weihnachten denken. Aber ich muss jetzt als Einzelkind auch für meinen Vati da sein. Obwohl der mit meiner Frau sehr gut kann. Es fällt mir so unglaublich schwer. Glaube mir das. Aber ich habe mich entschieden, hier jede Woche meine Gefühle mitzuteilen. Nächstes Jahr hat mein kleiner Sohn Jugendweihe. Er versteht nicht, warum die Oma nicht mehr da ist. Und das, wie schon gesagt, von heute auf morgen. Es hatte sich nix angedeutet. Und das ist so bitter

      LG zigarrenmann
      Heute habe ich Dich wieder vermisst. Ich schaue mir dan immer Bilder an, die wenigen Fotos, die es von Dir gibt. Habe mich mit Vati verstritten. Es ist nicht einfach mit ihm. Dann immer war meine Mutti da. Es ist jetzt 1 Monat und 10 Tage her, dass Du uns verlassen hast. Ich kann es nicht begreifen. Aber es ist unumgehbar. Ich muss den Tatsachen ins Auge sehen. Mama, ich liebe Dich, für immer.

      LG zigarrenmann
      Mein MUtter ist vor 4 Wochen an einen Herzinfarkt gestorben, und musste sogar alles mit ansehen :( Am Anfang war es sehr schlimm für mich, doch ich dachte mir wirklich ich bekomme es in den Griff. Ich kann nur sagen, dem ist absolut nicht so. Im Gegenteil, es wird immer schlimmer. Je mehr Zeit vergeht desto mehr fehlt sie mir, desto klarer wird mir was ich vermisse und manchmal wünsche ich mir einfach bei ihr zu sein. Je mehr ich mich bemühe mein Leben in den Griff zu bekommen, desto weniger schaffe ich es. Je mehr ich mich bemühe Normalität zu schaffen, desto weniger funktioniert es. Weiss irgendwer Rat was ich noch tun kann ausser zu resignieren und in Depression zu verfallen, ich weiss einfach nicht mehr weiter!!!




      Für meine Liebe Mutter :kerze2:
      "Unsere Toten sind nicht abwesend, sondern nur unsichtbar. Sie schauen mit ihren Augen voller Licht in unsere Augen voller Trauer."
      Liebe Ariely,

      nach 4 Wochen kann man das noch gar nicht in den Griff bekommen. Du trauerst um Deine Mutter und da ist es doch gar nicht möglich, Normalität zu schaffen. Das kann gar nicht funktionieren. Das bedeutet ja nicht, dass Du resignieren oder in Depression verfallen musst. Aber lass Deiner Trauer die Zeit, die sie braucht. Trauer geht nicht nach ein paar Wochen vorbei. Sie wird auch nicht von Tag zu Tag besser. Du stehst doch noch ganz am Anfang.

      "In den Griff" bekommt das das sowieso nie. Trauer ist ein Gefühl und das kann man nicht anschalten oder ausknipsen. Vielleicht googelst Du mal den Begriff "Trauerphasen". So ähnlich läuft die Trauer ab. Das ist natürlich nicht bei jedem gleich, aber ein Anhaltspunkt ist es schon. Nicht umsonst spricht man auch von einem Trauerjahr, auch wenn sich das in unserem Alltag nicht immer ausleben lässt.

      Sich der Trauer hinzugeben heisst also nicht, zu resignieren, sondern das Geschehene nicht nur mit dem Verstand, sondern auch mit dem Herzen zu begreifen und zu lernen trotzdem wieder ein zufriedenes Leben führen zu können. Das kann man sich am Anfang natürlich nicht vorstellen. Aber auch Du wirst das erleben. Deshalb wirst Du immer traurig um den Verlust Deiner Mutter sein. Aber es werden wertvolle Erinnerungen überwiegen und nicht mehr der Schmerz.

      Hab Geduld, weine, wenn Du weinen musst, halte Zwiesprache mit Deiner Mutter. Vielleicht schreibst Du Erinnerungen auf, oder Du schreibst ihr Briefe, erzählst Ihr, was Du erlebst, was Du ihr eigentlich gerne sagen möchtest. Höre ein bisschen auf Dein Bauchgefühl und grüble nicht so sehr über die Zukunft. Jetzt heisst es einfach Tag für Tag in kleinen Schritten weiter zu gehen. Die Trauer um liebe Menschen gehört leider zu unserem Leben dazu. Wohl jeder wird das irgendwann einmal durchmachen müssen. Und niemand von uns konnte sich vorher vorstellen, wie weh das tut. Aber Trauer ist nichts unnatürliches. Deshalb gibt es keinen Grund, zu resignieren. Auch für Dich wird das Licht am Horizont wieder sichtbar werden.

      Herzliche Grüße
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