Vater plötzlich verstorben...

      Vater plötzlich verstorben...

      Hallo,
      mein Vater ist vor knapp 3 Jahren plötzlich und unerwartet verstorben. Ich war zu der Zeit 18 Jahre alt. Ich war sehr überfordert mit dieser Situation und habe mich sehr zurückgezogen. In der schweren Zeit mussten meine beiden älteren Schwestern und ich für meine Mutter da sein und ihr viel helfen, daher wollte ich meine Familie, trotz sehr gutem Verhältnis, nicht auch noch mit meinen Kummer belasten. Ich habe nie wirklich über den Tod meines Vaters geredet, auch nicht mir Freunden, da ich merkte, dass viele damit nicht umgehen konnten und dieses Thema auch mieden.

      Seit dem Tod meines Vaters habe ich keine Freude mehr am Leben, nichts macht mehr Spaß. Ich lebe nur noch um das zu tun, was ich tun muss, wie z.B. zur Uni gehen, in einem Nebenjob arbeiten, Termine usw.. Auch wenn ab und zu gute Dinge passieren, wie die Geburt meines Neffen, überwiegen die schlechten Sachen und lassen mich am Sinn des Lebens zweifeln. Ich habe schon vieles versucht, ich habe Bücher über Trauerbewältigung und Depressionen gelesen, ich war beim Arzt der bei mir eine mittelschwere Depression diagnostiziert hat und Tabletten verschrieben hat, seit paar Monaten bin ich in einer Psychotherapie, ich versuche mich gesund zu ernähren und treibe wieder Sport doch nichts scheint wirklich zu helfen..

      Mein Freund und andere Freunde können mich nicht verstehen, sie sagen so etwas wie: es sei nicht normal, dass ich immer noch nicht über den Tod meines Vaters hinweg sei, jeder muss früher oder Später einen Verlust ertagen und dann kommen sie mit gut gemeinten, aber fehl platzierten Ratschlägen wie, du musst positiv denken, es kommen wieder bessere Zeiten, das gehört zum Leben dazu.. Ich kann das nicht mehr hören, denn ich warte schon seit knapp drei Jahren auf bessere Zeiten! Ich fühle mich noch schlechter, wenn sie so etwas zu mir sagen. Besonders bei meinem Freund bekomme ich dann auch Schuldgefühle und hasse mich dafür, dass ich ihn damit belaste (es ist eine tolle Beziehung und mit meiner Familie der einzige Grund, warum ich noch nicht ganz aufgegeben habe. Leider müssen wir im Moment eine Fernbeziehung führen und sehen uns nur einen Tag pro Woche ), denn er macht sich große Sorgen um mich, kann sich jedoch nicht in meine Situation hineinfühlen und obwohl er mir helfen möchte, macht er es durch seine Ratschläge meist schlimmer. Ich frage mich oft, wieso komme ICH nicht damit klar? Wieso bin ich zu schwach dafür? Bin ich überhaupt noch normal oder ein psychisches Wrack?

      Vielleicht hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und kann vielleicht Ratschläge oder Ähnliches geben, aber es würde mir schon sehr helfen, wenn ich erfahren würde, dass ich nicht die einzige auf dieser Welt bin, die so reagiert oder so etwas durch machen muss.
      Liebe Boching,

      mein erster Gedanke war wohl nicht wirklich ach das wird schon, muss schon.
      Der Verlust als Auslöser habe ich so gedacht, der Rest, wie eine Kettenreaktion.
      Ich denke du solltest dir Zeit lassen, was schleichend kommt, bruacht seine Zeit, wo eines ins andere greift sage ich mir manchmnal muss auch viel gelöst werden.

      Dein Weg, dein tun, hört sich gut an, du tust, du liebst die Deinen, lass dich nicht unter Druck setzen.
      In der Ruhe, der Zeit, liegt manchmal auch die Kraft die es zu sammeln gilt, braucht um sich raus zu winden aus soner Spirale.

      Ich wünsch dir all das, die Zeit, die Kraft, die Ausdauer.

      Mit einer lieben Umärmelung,
      Funny.
      Ich bin anders als vermutet, selten wie erwartet und erst recht nicht wie es andere gerne hätten.


      Licht und Liebe, sind stärker als Tod und Schatten



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