Auch ich hab jemanden verloren

      Auch ich hab jemanden verloren

      Ich hab mich extra hier neu angemeldet, um evtl. etwas Hilfe zu bekommen, da meine Mama am 11.07. dieses Jahr verstorben ist.

      Ich muss eigentlich 6 Jahre in die Vergangenheit gehen, denn im Grunde genommen, hat damals die ganze Misere angefangen. Meine Mama ist im Jahr 2005 an Brustkrebs erkrankt und kam damals ins KH, um operiert zu werden. Nach einige Zeit( hab leider vergessen, wie lang das war), wurde sie wieder entlassen und alles war super. Die nächsten 4 Jahre gab es auch keinerlei Probleme, aber dann hat sie Probleme mit der linken Schulter gekriegt( Schmerzen, Einschränkung in der Beweglichkeit). Das war wohl im Sommer letztes Jahr. Weil das nicht besser wurde, ist sie zum Arzt gegangen. Dieser hat die Diagnose "Frozen Shoulder" gestellt und ihr Ultraschallbehandlung verschrieben. Leider hat die nicht viel gebracht und es ist im Laufe der Zeit immer schlimmer geworden. Irgendwann im April/Mai dieses Jahr begann der Arm anzuschwellen und im Juni ist Mama dann ins KH gekommen(in das selbe, wie schon 2005). Da war der Arm dann schon bis zu den Fingern dick, sehr schmerzhaft und sie konnte den Arm nicht mehr bewegen. Die Ärzte meinten, man könne nichts mehr für sie tun, im Mai hatten sich nämlich auch einige Knoten auf der linken Seite gebildet. Naja, nach 11 Tagen wurde sie dann aus dem Krankenhaus entlassen und wir (allen voran Papa und ich, wenn sie Zeit hatten, auch noch meine Schwester und mein Schwager) sie zu Hause pflegen. Noch in der selben Woche hatte ich die "geniale" Idee, man könne sie ja vielleicht noch einmal in ein KH einweisen lassen, dieses Mal in ein besseres. Noch am Freitag in der selben Woche wurde sie ins KH gebracht und dort wurde mit einer Schmerztherapie angefangen. Am Samstag bekamen wir dann einen Anruf aus dem Krankenhaus, dass es ihr schlechter ginge. Am nächsten Tag waren wir dann bei ihr zu Besuch und sie war tatsächlich in einem schrecklichen Zustand. Sie war stark geschwächt, konnte kaum reden und war fast nur am schlafen. Wir hatten sie auch zum Abendessen gefüttert, weil selbst essen konnte sie ja ohnehin nicht. Das Schlucken fiel ihr sehr schwer und Hunger hatte sie auch kaum. Aber dennoch wollte sie essen, auch wenn es ihr schwer fiel. Alles in allem kann man sagen, sie wollte leben, aber ihr Körper war zu schwach. Die Schmerzmmittel waren für ihren ohnehin schon stark geschwächten Körper (sie hatte innerhalb von 2 Monaten ca. 20kg abgenommen) einfach zu stark, zumal sie auch auf sämtliche Nebenwirkungen heftiger reagierte, als manch anderer Mensch, da sie zu allem Übel seit ihrer Jugend Epileptikerin war. Jedenfalls war ich am Montag dann erst einmal wieder nach Hause gefahren und am Nachmittag bekam ich den Anruf- den wohl niemand bekommen möchte- von meiner Schwester, welche mir mitteilte, dass Mama tot sei. Zuerst war ich zu geschockt, um weinen zu können, aber als ich dann mit meinem Freund am Telefon darüber sprach, ist es mir erstmals richtig bewusst geworden und ich hab praktisch das ganzeTelefonat lang geweint. Wir sind dann gleich nochmal ins KH gefahren, um sie ein letztes Mal zu sehen. Sie sah so friedlich aus und fast besser, als noch am Vortag.
      Wie es sich herausstellte, hatte sie Krebs, vermutlich Lymphdrüsenkrebs. Zu allem Unglück die aggressivste Form, weshalb es auch so schnell ging. Die Ärzte im KH, in dem sie 2005 operiert worden war, hatten zu viele Lymphdrüsen entfernt, wodurch die anderen dann überfordert waren und der Lymphabfluss gestört war, weshalb der Arm auch angeschwollen war. Im grunde genommen kann man sagen, das die Ärzte dort schuld daran sind, dass meine Mama nicht mehr lebt. X(

      Ich kann das alles noch immer nicht so recht glauben und hoffe immer noch, das alles wäre nur ein böser Traum. Zu dumm nur, dass ich nicht daraus aufwache. Das macht mich völlig fertig, zumal Mama auch erst 55 war und es ihr vor einem halben Jahr bis auf die Schulterbeschwerden gut ging. Die Vorstellung, sie nie wieder sehen, nie wieder mit ihr sprechen, sie nie wieder in den Arm nehmen zu können, zerreist mir das Herz. Ich bin zwar schon so weit, dass ich längst nicht mehr jeden Tag dran denken muss oder weine, ich war ja gewissermaßen drauf vorbereitet. Noch am 10. hatte ich gesagt, dass Mama, so wie es zu dem Zeitpunkt aussah, wohl nicht einmal mehr meinen Geburtstag( im Oktober) erleben würde. Ich hasse es, wenn ich in dieser Hinsicht recht habe.
      Bei meinem Opa wird es vermutlich auch nicht mehr allzu lange dauern, denn auch ihm geht es momentan nicht so gut( und das nicht erst, seit dem seine Tochter verstorben ist). Er hat wohl was mit den Nieren, aber was es ist, wollten die Ärzte ihm auch nicht sagen. Er ist aber immerhin bereits 83, da ist es schon eher akzeptabel, wenn ein Mensch stirbt. Auch wenn es natürlich traurig ist. Und auch einige andere Verwandte von mir sind bereits über 80. Eine meiner Tanten hatte auch erst kürzlich nen Schlaganfall. Ja, die nächsten paar Jahre werden noch richtig unschön werden. Hoffentlich hält mein Papa noch wenigstens bis er 80/85 ist durch. Ist immerhin schon 66, zwar noch relativ gesund, fit nicht so sehr, aber daran könnte man ja arbeiten.
      Nur wer vergessen ist, ist wirklich tot.
      Hallo Moony, das tut mir Leid mit Deiner Mutter. Mach Dich jetzt nur nicht verrückt wer alles wann sterben könnte und lass deinen Vater seinen eigenen weg finden mit der Trauer um seine Frau, die ja auch sein täglich Alltag war umzugehen. Nicht ist schlimmer für Trauernde als Ratschläge wie man was verarbeiten muss. Stelle auch Deine wohlgemeinten Überlegungen wegen der Fitness hinten an.

      Mein Mann war 58 nicht fit aber gesund und starb mit 58 an Hinrblutung, der Nachbar war Topfit, sportlich, Idelalgwicht und starb auch mit 58, aber an einem Herzinfrakt, steigere Dich nicht in irgendwas hinein wie Du den Tod umgehen oder hianuszögern kannst.

      Du und Deine Famile müssen das erst mal Verarbeiten.

      Ich weiß, dass man auch gerne die Schuld bei jemanden sucht, wenn jemand sterben muss. Ob die Ärzte damals wirklich unnötige Lymphknoten entfern haben, kann niemand wissen. Zuviel im Bezug auf den Organismus muss nicht bedeuten, dass diese nicht entfernt werden mussten, weil die Krankheit schon drin gesteckt hat und so es nur möglich wurde, dass Deine Mutter 5 schöne Jahre ohne Schmerzen haben konnte.

      Versuch Deinen Weg der Trauer zu finden und lass den anderen ihren Weg. Wenn es für Dich leichter ist einen Kunstfehler anzunehmen, dann ist das ok, aber vergeude Deine Kraft nicht, denn Kraft wirst Du brauchen.

      Fühl Dich gedrückt

      chippy
      LIebe Moony90,

      es ist furchtbar, dass Du Deine Mama verlieren musstest. Mein Beileid. Ich habe das Gefühl zu merken, wie die Wörter förmlich aus Dir herausgesprudelt sind! Du kannst uns immer gern alles schreiben, was Dir einfällt! Bei uns kannst Du alles bedenkenlos rauslassen!
      Ich möchte Dir ein paar Gedanken schreiben, die mir gekommen sind, als ich Deine Geschichte gelesen habe:

      Ich kenne das, ich habe auch Angst, dass meine Oma bald sterben könnte, sie ist über 80 und hat Herzprobleme. Ohne Herzschrittmacher wäre sie schon einige male gestorben. Aber das ist nun einmal der Lauf der Welt. Ich habe gemerkt, dass es mir nicht weiter hilft mich mit der Zukunft verrückt zu machen. Es werden immer wieder Menschen in meinem Leben sterben, wenn ich Glück habe, dann in nächster Zeit erstmal die Älteren... Aber damit kann ich mich dann befassen, wenn es so weit ist.

      Dass sie im anderen Krankenhaus zu viele Lymphknoten entfernt haben ist doof. Aber man weiß nicht, ob es damals vielleicht doch einen guten Grund dafür gab... Außerdem neige ich zu der Ansicht, das Krebs immer etwas mit vielen Faktoren zu tun hat. Mit Umweltgiften, mit ERnährung, mit Tabakrauch, mit allgemeiner Gesundheit, mit zu viel Sonne, mit der Psyche... ich glaube man kann es selten auf einen Faktor reduzieren, wenn im Fall Deiner Mutter auch die Wahrscheinlichkeit krank zu werden wohl höher war...
      Mein Papa hatte Lungenkrebs und ich habe gelesen, dass diese Art Krebszellen oft zehn Jahre und länger im Körper "schlummern" bevor sie agressiv wuchern und jemanden in kürzester Zeit töten... Man steckt da irgendwie nicht drin...

      Deine Mama hat gekämpft, aber wenn sie nur weiter gelitten hätte, hätte ihr das wohl auch nicht geholfen. Der starke Gewichtsverlust ist bei Krebs immer ein sehr ungünstiges Zeichen.
      Aber ja, ich kann es so gut verstehen glaube ich, mein Papa wollte auch noch nicht gehen. 53 ist einfach kein Alter. Das tut so weh, dass er musste. Aber so weiterzuleben, wie es ihm die letzten zwei Monate ging... Das kann ich auch keinem Menschen wünschen oder von ihm verlangen.

      Der 11.07. ist noch gar nicht lange her. Die erste Zeit ist die schlimmste, halte durch!
      Liebe Grüße und ein herzliches Willkommen hier im Forum!
      Marie
      Es ist wie es ist.
      Hallo,

      es tut mir leid, dass Du Deine Mama verloren hast!!!!

      Meine Mama ist vor 12 Wochen gestorben, also auch noch "relativ" frisch. Ich weiß sehr gut wie Du Dich fühlst!!! Lass Dir Zeit zum trauern, das ist wichtig. Es ist schwer, akzeptieren zu müssen, dass Deine Mama nicht mehr wieder kommt. Irgendwie muss man damit leben ... man weiß nur noch nicht wie.

      Liebe Grüsse
      abeerli2004
      Vielen herzlichen Dank an euch.

      Bei dem Krebs den Mama 2005 hatte, hatte sich nur ein Knoten gebildet gehabt, wie die Ärzte gesagt haben, demzufolge hätte man nicht mehr als diesen Knoten entfernen müssen, da das restliche Gewebe( auch laut Ärzte) noch gesund war. Man hat aber trotzdem mehr entfernt. Es ist zwar manchmal besser so, aber wenn das umliegende Gewebe ganz sicher noch gesund ist, ist das ja wohl kaum notwendig.
      Leider hat der letzte gestreut und man weiß nicht einmal, wie weit... Wir wollten Mama aber auch nicht obduzieren lassen, so werden wir nie erfahren, woran sie denn nun tatsächlich gestorben ist. Ärztepfusch, Medis zu stark, oder was auch immer konkret.
      Was an dem Montag und auch noch tags darauf schlimm war, jeder der einen gekannt hat(oder auch nicht), dem man es sagen musste, hat einem- wie das nunmal so üblich ist- beileid gewünscht und jedes Mal musste ich auf's neue weinen, da jede Beileidsbekundung einem so unmissverständlich klar macht, dass man das alles nicht nur geträumt hat, sondern dass es die bittere Realität ist.

      Ich finde, dass es ganz besonders schwer ist, zu akzeptieren, dass man einen bestimmten, geliebten Menschen nie wieder sehen wird, wenn es für einen selbstverständlich war, dass diese Person da ist, dass man jederzeit mit ihr reden kann, etc. Ich bin schon froh, dass wir alle einigermaßen vorbereitet waren, weil es zumindest klar war, dass Mama wohl nie wieder gesund werden würde, allerdings dass es so schnell gehen würde, damit hatten wir dann doch nicht gerechnet, weshalb es trotzdem ein ziemlicher Schock war. Aber wenn sie kerngesund gewesen wäre, oder in einem Unfall ums Leben gekommen wäre, wäre es vermutlich noch schlimmer.
      Nur wer vergessen ist, ist wirklich tot.
      Hallo Moony.

      Du hast Recht, es ist diese Endgültigkeit die eienm zu schaffen macht, dieses "Das mus ich Mama schnell erzählen" und dan der Schlag, es geht nicht. Ich bin nach dem Tod meines Mannes einige Tage nicht vor die Tür gegangen, weil ich nicht von Leuten angesprochen werden wollte, einfach weil ich es nicht ertragen konnte wenn Menschen mich darauf ansprachen. Vielleicht ist das auch etwas für Dich, ich bat darum keine Beileidsbekundungen bei der Trauerfeier bei Dir halt am Grab auszusprechen. Das stand bei mir sogar in der Annonce und der Pfarrer hat es auch gesagt. Die Menschen meinen es gut, aber für mich wäre es unerträglich gewesen. Es scheint bei allen so zu sein, dass sie mit machen Menschen gern lange Gespräch über den Verstorbenen führen möchten und mit anderen garnicht darüber reden wollen. Du hast das recht das zu steuern. Jetzt ist nicht die Zeit etwas zu tun weil andere es möchten, jetzt geht es nur um Dich und Deine Angehörigen.

      Fühl dich einfach mal feste gedrückt

      Roswitha
      Liebe Moony,

      vielleicht überrascht einen der Tod fast immer. Bei meinem Vater war mir klar, dass es sich nur noch um wenige Wochen, wohl eher Tage handeln konnte - als dann der Anruf kam war ich trotzdem unglaublich überrascht.

      Ja, die Endgültigkeit macht auch mir zu schaffen. Z.B. an einem schönen Sommertag, wenn mir einfällt wie sehr mein Vater ihn genossen hätte. WEnn andere sich bei ihren Müttern Rat holen können, wenn sie unsicher sind... Und das alles geht nun nciht mehr... Diese Traurigkeit begleitet mich nun schon eine ganze Weile, ich habe mich auf irgendeine Weise daran gewöhnt. Meine Traurigkeit verändert sich auch. Anfangs waren es Momente, die ich schier nicht auszuhalten glaubte. Mit der Zeit wird der Schmerz bei mir ruhiger und vertrauter. Irgendwann wird es vor allem Wehmut bei mir sein, glaube und hoffe ich.

      Auch ich werde nie erfahren, woran meine Mutter denn nun wirklich gestorben ist. Sie lag im Koma, aber außer ihrem Kopf - ihr Körper war in gutem Zustand. Hatte sie unbemerkt eine Infektion (das wurde auf unsere Veranlassung nicht mehr kontrolliert)? Oder haben doch die Pfleger zu viele Patienten gehabt, ihr einmal zu wenig die Lunge abgesaugt und sie ist erstickt?
      Ich kann und muss damit leben, ich habe die Frage für mich nicht zu groß werden lassen, denn es hilft mir nicht weiter. ES ist wie es ist. Das Ergebnis zählt, ob sie noch ein paar Wochen mehr hätte leben können, ob es ein schwerer Tod war... Kann sein, kann auch nicht sein. Anfangs hat mir das keine Ruhe gelassen. Aber mittlerweile: Da das unklar ist, konzentriere ich mich auf den Abschied. Auch mir war es wichtiger sie "ganz" zu lassen, diese Fragen ruhen zu lassen und sie nicht zu obduzieren.

      Mir taten die Beileidsbekundungen auch weh. Aber ich fand es gut zu wissen, dass ich nicht allein damit war und das auch andere wahrgenommen hatten, dass sie nicht mehr war. Mir war es besonders schwer, wenn die Leute mir viel Kraft gewünscht haben. Ja Kraft habe ich doch verdammt ncoh mal, es hat doch nichts geholfen, uns fehlte Glück... Aber ich habe das nur meinen engsten Freunden gesagt. Es ist allen schon so schwer gefallen und sie wussten nicht was sie sagen sollen, da wollte ich es ihnen nicht noch schwerer machen. Ich wusste ja, dass sie mir einfach alles gute wünschten und mit diesen Sprüchen auszudrücken versuchten, was schwer in Worte zu fassen ist.

      WEine ruhig. Das ist gesund und sicher verstehen das alle gut.

      Liebe Grüße
      Marie
      Es ist wie es ist.
      ich wünsche dir ganz viel kraft und mut. ich kann nachfühlen wie es in dir drinnen aussieht.... aber ich hab heut gemerkt, wo ich mich hier registriert habe, es tat soooo wahnsinnig gut sich alles von der seele zu schreiben, ich sass vor dem pc und hab geweint, aber es tat gut, es war mir, als vielen ein paar steinchen aus meinem schweren rucksack. ich hoff, dir ergeht es auch so.
      @Marie: Das mit den Beileidsbekundungen am Grab ist für alle schwer und ich hatte den Eindruck, dass die Bekannten froh waren es nicht tun zu müssen. Die wissen doch selbst kaum was sie sagen sollen in dem Moment. Bei einem Freund habe ich es mitbekommen was da so gessagt wurde. "Vie Kraft" stimmt die brauhct man, aber Trost wäre schöner, "Kopf hoch" fand ich damals eientoich passendm aber sein Frau meint sie hätte es als brüsk empfunden , als Anweisung sich zusammen zu reißen und "Er hätte länger leben können" - naja.

      Es waren alles liebe und nette Menschen, aber in ihrer Hilflosigkeit haben Sie schon merkwürdig reagiert.

      @moonie: Versuche Deinen Weg der Trauer zu finden. Vor 2 Monaten erschien mir der Gedanke mal wieder Lebensfreude zu empfinden gar nicht möglich, jezt gibt es schon Momente in denen ich weniger traurig bin.
      Nochmal ein Danke an alle. Ich war ja seit Freitag mal wieder bei Papa und war deshalb nicht on.

      Heute war eine Mitarbeiterin unseres Bestattungsunternehmens bei uns und hat uns einige Fragen gestellt, weil sie ja auf der Beerdigung eine Rede halten muss. Das war echt hart. Ich hatte zwar erwartet, dass es nicht besonders angenehm wird, aber ich hatte nicht damit gerechnet, eine ganze Packung Taschentücher zu verbrauchen. Ich hab ja den größten Teil der letzten paar Tage eigentlich ganz gut überstanden und war auch nicht all zu traurig, aber heute, als ich wieder daran erinnert wurde, was für ein lieber Mensch sie doch war und das sie immer für uns da war, oftmals fröhlich und das dass jetzt alles vorbei ist. Auch jetzt, wo ich hier sitze und schreibe, laufen mir die Tränen. Heute ist echt wieder mal ein furchtbarer Tag. Die Beerdigung findet erst diesen Samstag statt, weil alle anderen Termine zeitlich sehr unpassend waren.
      Also ein Tod bereitet den Hinterblieben doch nichts als Kummer und Ärger. Mama war am 11. vor dem Mittagessen eingeschlafen und ist einfach nicht mehr aufgewacht, wenn's nicht so traurig wäre, könnte man das glatt als unverschämtheit bezeichnen. Sie hat uns einfach zurückgelassen mit jeder Menge Papierkram und jeder Menge Kummer. Nie hat sie uns allzu große Sorgen bereitet. Nie hat sie sich in der letzten Zeit beklagt und seltsam finde ich bis heute, dass sie wirklich nur Armschmerzen hatte, sonst hatte sie keinerlei Schmerzen.

      Papa, meine Schwester und ich mussten ja auch noch zwei passende Lieder für Samstag raussuchen und da haben wir uns "Rocky" von Frank Farian angehört. Das Lied passt so gut zu Mama und es tut so weh, das Lied anzuhören.

      Samstag wird auch noch schrecklich werden, ich werd warhscheinlich die ganze Zeit nur am heulen sein. Mama fehlt mir doch so sehr. ;(

      In den letzten drei Jahren hab ich einige geliebte Lebewesen verloren. Sowohl Menschen als auch Tiere. 2008 einen Hund und ein Meerschwein,2009 das zweite Meerschwein, letztes Jahr den Vater meines Schwagers und das dritte Schweinchen und dieses Jahr auch noch meine Mama. Bei keinem Lebewesen hat es so sehr wehgetan, aber alle zusammen fehlen mir immer noch sehr. Wenn ich nur mal an meine süße Dixi denke... Und wann immer ich mir die Diaschau mit Bildern der drei Meeries anschaue, muss ich immer noch weinen. Jedes mal.
      Nur wer vergessen ist, ist wirklich tot.
      Das kenne ich zu genüge, Seit Dezember hatte ich die Serie Stnktier an Weihnachten, das letzte Weihnachte mit meinem Mann war so traurig, Ferbrau dann mein Mann, danch ein Zwerghäschen ein Meerschweinchen das nur 4 Wochen alt wurde und vor 14 Tagen mein Hund 17 Jahre. Da kann man vor Schmerz durchdrehen.

      Auch Wut ist dabei, bin manchmal so sauer auf meinen Mann. Hat sich einfach aus dem Staub gemacht. Der Hund war alt, wir wußten das er sterben würde und mein Mann hat immer gesagt "Ich bin dann bei Dir, zusammen ist es nicht so schlimm" Und dannister einfach gegangen. Da bin ich manchmal wütend und auch traurig. Das Gefühl unterscheidet das nie so rochtig, manist wütend, weil man verlassen wurde, auch wenn der Verstorbene nicht freiwillig gegangen ist.

      Der Samstag wird hart, das weiß ich. Die Trauerfeier von meinem Mann war auch schlimm für mich. Beisetzung ist nächste Woche erst, das ist auch so ein Termin. Ich fühle mit Dir.

      Ganz lieb drück



      Roswitha
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