Hilfe, neben der Trauer plagen auch noch die Finanzen

      Hilfe, neben der Trauer plagen auch noch die Finanzen

      Hallo,
      wie ihr es sicher alle schon erlebt habt oder auch noch erlebt kommt nach dem unfassbaren Verlust eines geliebten Menschen
      leider auch noch der ganze Behörden- und Finanzmarathon.
      Ich muss leider schreiben, dass mein Mann und ich wirklich schlecht vorgesorgt haben weil wir immer dachten wir werden gemeinsam alt, das Haus ist dann Schuldenfrei und dann reicht seine Rente und meine kleine Rente schon für uns zwei.
      Tja.............wir waren da wohl etwas naiv. Nun stehe ich da, die Witwenrente wird weder zum Leben noch zum Sterben reichen und das Haus für das wir uns unser Leben lang krumm gelegt und auf Urlaube und Annehmlichkeiten verzichtet haben werde ich auf garkeinen Fall halten können.
      Das alleine schmerzt schon ungemein und erfüllt mich zuzüglich zur Trauer mit Verzweiflung.
      Nun dachte ich, dass sich für mich zumindest ein kleiner "Lichtblick" ergeben könnte. Es ist noch nicht sicher aber die Firma meines Mannes meinte, dass ich ganz vielleicht für ein Jahr von einer Versicherung die die Firma abgeschlossen hat das Gehalt meines Mannes weitergezahlt bekomme.
      Das würde mir natürlich erst mal ein wenig Luft verschaffen und wir könnten alles in Ruhe in die Wege leiten auch wenn es unsagbar schwer fallen wird, schließlich ist das Haus das Symbol unseres gemeinsamen Lebens und Schaffens.
      Aber nun habe ich gehört, dass dieses Geld gleichzeitig bedeutet, dass die Witwenrente gestrichen wird. Auch muss wohl alles versteuert werden und ich und die Kinder uns selbst versichern. Alles in Allem wäre es wohl eine Milchmädchenrechnung daran zu glauben, dass viel Geld davon übrig bleibt.
      Da ich bisher nicht arbeiten war würde sich arbeiten gehen natürlich auch noch anbieten. Da habe ich auch grundsätzlich nichts gegen. Allerdings wird sich schon die Jobsuche schwierig gestalten weil ich schon so lange aus dem Job raus bin und die Arbeit die ich ursprünglich mal gelernt habe gar nicht mehr machen könnte.
      Außerdem darf ich da ja auch nicht zu viel verdienen sonst wird die Rente auch gekürzt.
      Meine Nachbarin (seit etwas über zwei Jahren Witwe) musste im ersten Jahr über 2000€ zurückzahlen weil sie zu viel eingenommen hat. Das macht sie jetzt in kleinen Raten. Wo soll man auch das Geld hernehmen wenn man es gar nicht übrig hat.
      Mich überfordert und entmutigt das gerade alles.
      Gibt es eigentlich Anlaufstellen wo man in finanzieller Hinsicht professionell und unbürokratisch beraten wird so wie Schwangere z.B. bei Schwangerenberatungsstellen?
      Ich wäre über Erfahrungen und Tipps wirklich dankbar.
      LG
      allesanders

      Es gibt Menschen, die wir in der Erde begraben; aber andere, die wir besonders zärtlich lieben, sind in unser Herz gebettet. Die Erinnerung an sie mischt sich täglich in unser Tun und Trachten, wir denken an sie, wie wir atmen, sie haben in unserer Seele eine neue Gestalt angenommen, nachdem zarten Gesetz der Seelenwanderung das im Reich der Liebe herrscht.

      Honoré de Balzac


      Liebe allesanders,

      es tut mir unendlich leid zu lesen das du eventuell dein Heim verlieren wirst.
      Du könntest dich mal auf eurem Rathaus kundig machen ob es eine Rentenberatungsstelle bei euch gibt.
      Das sind ehrenamtliche Berater die dir weiterhelfen können, z.B. wieviel du zu der Rente deines Mannes hinzuverdienen darfst und die dich auch beraten können, wenn der Fall eintritt, das die Versicherung deines Mannes ausgezahlt wird.
      Wenn es solch eine Anlaufstelle bei euch gibt, bitte gleich fragen was du alles an Unterlagen mitbringen mußt, ich hatte auch zwei Termine, weil mir Unterlagen fehlten.
      Oder bei der Krankenkasse, dort arbeiten auch Menschen die sich mit Rentensachen auskennen.
      Die Rentenversicherung hat auch eine Servicehotline die dir eventuell weiterhelfen kann.
      Ich musste mich, da ich die letzten Jahre auch nicht gearbeitet habe, eine kurze Zeit selbst versichern bis die Rente meines Mannes bewilligt war.
      Dieses Geld habe ich dann aber mit dem Rentenbescheid zurückerstattet bekommen.
      Vielleicht könnte dir auch das Sozialamt bezüglich deines Hauses weiterhelfen damit du es nicht verlierst, ich weiss es nicht wirklich aber fragen würde ich mal.
      Auch mich hat dieser ganze Behördenkram überfordert, ich war ja vorher noch nie in einer solchen Situation, daß Denken fällt schwer, ich konnte mir nicht wirklich alles merken
      mußte mir alles aufschreiben.
      Ich drück dir ganz feste die Daumen.

      Liebe Grüße Heike
      Es ist kühl. Dein Lächeln strahlt nicht mehr.
      Was bleibt mir? Die Wärme deiner Liebe.
      Die Hoffnung auf dich. Später!
      Liebe allesanders,
      leider ist es so, das Du als Witwe/Witwer oft mals völlig allein gelassen wirst mit diesen Behördengängen.
      ​Es war bei mir nicht anders, klar bekommt man bei der Rentenbearbeitung Hilfe aber bei allen anderen nicht.
      ​Es wäre schön wenn es eine Anlaufstelle geben würde oder die Gemeinde jemanden dir zur Seite stellen würde, damit man weiß was steht dir zu.
      ​Gerade in Steuerdingen kennen sich doch die wenigsten aus oder wie bei Dir wo kann ich Hilfe bekommen evt, zuschuß zum Haus.
      ​Ich werde auch Steuern nachzahlen müssen,da ich nichts zum absetzen habe das hat mein Steuerberater schon gesagt.
      Auch wir haben nicht vorgesorgt, wie viele in unserem Alter, da muss ich nun mit klarkommen auch gab es keine Lebensversicherung.
      ​Eigentlich bin ich der Meinung das es ein Gesetzt geben sollte das einen Hinterbliebenen absichern sollte.
      ​Es darf (ist leider aber so) das zu der Trauer noch finanzielle Sorgen kommen ,mit denen man ja auch niemand belasten möchte.

      ​Das du das Haus verlierst stimmt mich richtig traurig denn ich kann mir vorstellen wieviel Herzblut darin steckt.

      ​Leider weiß ich auch nicht wirklich eine Hilfe ,da ich aber auch das Problem kenne,obwohl ich Arbeite kann ich deine Sorgen nachvollziehen.
      ​Liebe Grüße Zenzi
      Wir dachten wir hätten noch viel Zeit <3

      Es wird nicht besser, leichter zu ertragen und anders, wir ändern uns , werden vielleicht stärker, aber besser.
      Denn es war ja gut ,warum soll es ohne den geliebten Menschen besser werden.
      Es tut mir auch leid für dich allesanders dass dich neben deinem Verlust und der Trauer weitere Sorgen plagen. Ich wünsche dir dass du deine Mitte wiederfindest und dann trauern kannst, so wie es dir zusteht und auch so wie es dein Partner verdient hat. Es gibt aber auch sehr positive Beispiele. Mir als Witwer und verwaistem Vater wurde sehr viel Hilfe zuteil , ob es der Bestatter wahr, die Rentenberatung, Versicherung, Nachbarn und natürlich die Verwandschaft. All diese Menschen haben mir viele Türen geöffnet durch die ich nur zu gehen brauchte, weil diese Menschen ja wussten dass Leute wie wir in unserer Situation im Grunde keine Nerven für Probleme haben. Negative Erlebnisse gab es natürlich auch bei Ämtern, wo ich mich dann fragte warum der Amtsschimmel wieder mal so laut wiehern musste und es einem noch zusätzlich erschwert wird. Allein gelassen gefühlt habe ich mich aber nicht. Ich wünsche dir viel Kraft um die anstehenden Klippen zu umschiffen. Irgendwelche Tipps hätte ich aber auch nicht und ehrlich wäre mir deine Lage auch ein Stück zu heftig und damit würde ich auch nicht annähernd klarkommen. Drück dir alle erdenklichen Daumen.
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