Am ersten Weihnachtstag ist meine Welt für immer stehen geblieben

      hallo mkn,
      Freunde sind gerade jetzt wichtig. Leider wohne ich weit weg von meinen Freunden, gerade jetzt vermisse ich sie sehr.
      Aber auch ich hatte eben gerade ein schönes Erlebnis. Ein Bekannter kam vorbei und meinte, du allein? Kommt gar nicht in Frage. Du kommst heute Abend zu uns, wir essen zusammen und dann sehen wir weiter. Fand ich schön, Lust hab ich zwar keine, aber ich werde hingehen !!

      Euch allein einen besinnlichen Abend, Kraft und die Liebe, die uns alle begleiten wird von denjenigen, die nicht mehr bei uns sein können!
      spatz
      Heute fängt für viele Menschen der Alltag wieder an. Alltag - was ist das nun ohne dich?
      Bank, Behörden, Jugendamt, plötzliche Verwandten, die sich jahre nicht gemeldet haben und meinen es gibt ein Testament.... nach der Seebestattung fragt niemand...
      Eine pubertierende 15 jährige, die es scheiße findet, dass ich bei jeder Kleinigkeit in Tränen ausbreche.
      Ein Haus - leer
      Ein Bett - leer
      Der Platz am Esstisch - leer
      Ein Herz - leer
      Ein Kopf - leer
      Es tut so weh..... und verstehen kann ich es nicht.
      Wenn wir damit gerechnet hätten, in irgendeiner Form - wir hätten geredet über das was kommt. Haben wir nicht. Wir haben über alles, alles geredet.... und nun redet keiner mehr mit mir, niemand ruft: Liebling, wo bist du? Liebling auch einen Kaffee? Liebling sollen wir...
      Stille - unerträglich
      Was bleibt?
      Viel Liebe, Erinnerungen - die aber nicht greifbar sind, Vergangenheit. Das reicht nicht zum Leben.
      Ich will es schaffen - nur wie, wenn du nicht da bist?
      Zukunft - leer ????
      Und dann die Frage, WARUM ?
      Antwort: ??? Es gibt keine, oh... viele Menschen haben eine Antwort: Die Zeit war abgelaufen, Schicksal, wer weiß, was er noch hätte mitmachen müssen, er hatte keine Kraft mehr, ...usw.
      Das will ich nicht hören
      Ich will DICH hören....Ich will das alles nicht....

      1 Woche ohne dich, mein Liebling.... und ich bin verzweifelt ..... traurig, wütend und leer

      Du hast in deiner Arbeit in der Suchtberatung immer zu den Menschen gesagt, die Hilfe suchten: Kapiere oder Krepiere
      Hart, aber vielen Menschen hast du geholfen, viele, die heute sagen.... dieser Mensch war unser Retter. Er hat mit seiner schonungslosen, ehrlichen Art mir und meinen Liebsten einen Weg aus der Sucht gezeigt, ohne ihn wäre ich untergegangen. viele haben mich angeschrieben, angerufen. So vielen Menschen hast du geholfen.
      Muß ich jetzt auch Kapieren oder Krepieren?

      Danke fürs lesen
      spatz
      Liebe Spatz, die ersten Tage, Wochen und bei mir auch Monate sind nicht "greifbar", vor allem nicht be"greifbar" - deine Welt steht still ... aber "draußen" geht sie weiter - unvorstellbar! Nach dem tod meines mannes habe ich im Morgengrauen wach im Bett gelegen, und ein Vogel zwitscherte - ich konnte es nicht fassen - in mir war alles tot und das Tier machte einfach weiter ...
      gib und nimm dir Zeit - denke von Stunde zu Stunde, max von Tag zu Tag - Du wirst "kapieren" auch wenn du manchmal denkst du wirst "krepieren" ... nimm dir Zeit und Ruhe zum Trauern, anders geht es nicht...

      fühl dich ich lieb umarmt
      Was man tief im Herzen besitzt, kann man nicht durch den Tod verlieren. J.W. v. Goethe
      Alles war selbstverständlich - nur das Ende nicht
      Liebe Spatz,
      es tut mir so leid von deinem Kummer zu lesen und ich kann ihn so gut verstehen. Die ersten Tage, Wochen sie sind geprägt von Fassungslosigkeit, Ratlosigkeit und Entsetzen. Auch ich wusste nicht wie es nur eine Minute ohne ihn weiter gehen sollte. Es ging. Tag für Tag, Woche für Woche. Du glaubst es jetzt nicht aber Du wirst all diese Dinge bewältigen und schaffen können. Alle Aufgaben die mein Mann im Haus und im Harten übernommen hatte, all die ungeregelten finaziellen Dinge, ich habe sie mir angeeignet, mit der Hilfe von der Familie und den kindern. Es gab auch immer Angebote aus dem Freundeskreis, leider musste ich geststellen dass das nach kurzer Zeit erledigt war. Für viele ist die Trauer als ein länger dauernder Zustand nicht zu akzeptieren. Man lernt damit umzugehen.
      Der Schmerz ist immer noch sehr gross aber mir hat dieses Forum sehr geholfen. Auch das Schreiben des Tagesbuches hilft. Man kann immer nachlesen wo man zu einer bestimmten Zeit stand, und wie weit man doch gekommen ist.
      Ich wünsche Dir alles Liebe, berzweifel nicht, auch wenn es natürlich zum Verzweifeln ist. Wir wissen das hier.
      Liebe Grüsse
      Jenny
      Liebe Spatz,
      ich habe mir gerade deine Beiträge hier in deinem Threat durchgelesen. Ich bin schwer beeindruckt von deiner Stärke.
      Ich bin mir sicher, dass du diese unendlich schwere Zeit überstehen wirst. Du hast den Willen zu leben und das ist schon mal eine sehr, sehr gute Voraussetzung. Du schreibst, dass dein Mann: "Kapiere oder krepiere" gesagt hat und fragst gleichzeitig ob du das jetzt auch musst. Ich glaube du weißt es schon...............ja, so ist es. Genau so. Ich finde den Spruch so was von passend.
      Bei dir ist alles noch so frisch und es ist auch noch in eine Zeit gefallen die hochemotional ist. Dadurch hast du es doppelt schwer und trotzdem kämpfst du. Wenn du jetzt extreme Stimmungsschwankungen durchlebst ist das vollkommen normal. Durchlebe sie, intensiv und mit allen Schmerzen und Gefühlen. Nur so kannst du es schaffen wieder ein "normales" Leben zu führen. Mein Mann ist jetzt knapp 3 1/2 Monate tot. In der Zeit hat sich hier viel verändert und auch ich habe mich verändert. Und ich bin mittlerweile auf einem sehr guten Weg. Ich wünsche dir von Herzen, dass du deinen Weg, einen guten Weg, findest.
      LG
      allesanders

      Es gibt Menschen, die wir in der Erde begraben; aber andere, die wir besonders zärtlich lieben, sind in unser Herz gebettet. Die Erinnerung an sie mischt sich täglich in unser Tun und Trachten, wir denken an sie, wie wir atmen, sie haben in unserer Seele eine neue Gestalt angenommen, nachdem zarten Gesetz der Seelenwanderung das im Reich der Liebe herrscht.

      Honoré de Balzac


      Ihr Lieben, danke für die lieben Worte.
      Ja, ich will stark sein und ja, mein Liebling hat natürlich Recht.... ich muß kapieren um nicht zu krepieren!
      Aber es tut so weh, ihn nicht mehr zu sehen, zu hören, zu spüren.....
      Heute war so ein Tag, an dem ich mir gesagt hab, ja... das hat eigentlich immer Liebling gemacht. Du kannst es aber auch... und was soll ich sagen... hat geklappt! Dauert etwas länger, egal.
      Und ich war beim Friseur...lach.... auch schon lange geplant aber immer wieder verschoben. Auch das tat mir gut. Wobei ich es klar schöner fand, wenn Liebling sagte, Mensch sieht toll aus!
      Er fehlt mir so. Und kleine Dinge bringen mich dann wieder zum weinen. 9 Tage ohne ihn, mein Leben, meine Liebe. 9 Tage, die mich soviel Kraft gekostet haben und weiter kosten.
      Ich schaff das, auch wenn ich manchmal nicht sicher bin, ich will es aber !!
      Ich schlafe heute in unserem Bett, dass mir so groß vorkommt... Das Schwerste ist für mich, ihn nicht mehr zu spüren. Jede Nacht haben wir Hand-in-Hand geschlafen, egal was vorher war.
      Das fehlt mir so sehr.... Wärme ist der Kälte gewichen. Unsere Kleine meinte ganz trocken dazu... ach, weißt du was, mach die einen Wärmbeutel :) Ganz lieb gemeint..... ABER....

      Es tut mir gut hier zu schreiben und habt DANK dafür, dass ihr mir antwortet!
      spatz
      Letzte Nacht, ich habe es wieder geschafft in unserem Bett zu schlafen, waren da wieder diese Träume. Ich war im Krankenhaus an deinem Bett, du schaust mich mit diesem Blick an. Der nicht ängstlich oder panisch war, sondern überrascht, wissend. Ein Blick, der mich verfolgt. Die Krankenschwester, die mir sagt, jetzt geht es zu Ende, sagen sie ihm, dass er gehen darf.... Ich hab es gesagt und du bist gegangen. Warum hast du eigentlich auf mich gehört...??...
      Jede Nacht der selbe Traum, ich sehe dich jede Nacht sterben.
      Dabei will ich mich anders an dich erinnern. Unsere Jahre, die so voller Liebe und Zärtlichkeit, Wärme und Freundschaft waren.
      Du mein Liebling, mein Alles.....ach mann, soviele Tränen.....

      Gestern hab ich mit deiner Tochter telefoniert... es war ein Alptraum. Sie tut mir so leid, aber ich habe nicht die Kraft um ihre Trauer mit zutragen.

      spatz
      Hallo,

      heute war wieder so ein Tag, den kein Mensch braucht.
      Morgens früh hab ich mich aufgemacht zum Nachlassgericht.. steig dann ins Auto, will losfahren... fühlte sich an als wenn ich mit gezogener Handbremse losfahren würde.... also bin ich, der Absolute Nichtskönner in Sachen Auto, zur nächsten Werkstatt geschlichen... 2 Stunden später, einige euros leichter, konnte ich wieder fahren. Was es war, ich weiß es nicht....
      Dann einkaufen, Kind und ich sollten essen.... kennt ihr das, dass ihr wie ferngesteuert durch das Geschäft lauft, die Menschen sich anhören wie Bienen, die um dich herum summen, jeder zuviel ist, der dir begegnet?
      Ich fand es schlimm... also zurück nach Hause und dann die Stille hier... ich hab mal eine Runde geheult und das Bild von meinem Liebling angeschrien, dass er sofort wieder kommen soll.
      Es fällt mir schwer in den Alltag zufinden...

      jetzt bin ich völlig geschafft, schlafen? Fehlanzeige
      ich will das alles nicht!!!!

      spatz
      Hallo Spatz,
      wie gut ich dich verstehen kann. In den ersten Tagen nach seinem Tod war mir alles wirklich schei.. egal.
      Ich wollte einfach nicht mehr leben auf dieser grausamen und ungerechten Welt. Wir haben immer alles
      zusammen gemacht. Alles lief über seine Freunde, die sich jetzt natürlich von mir auch zurückgezogen haben. Wir haben keine Kinder, meine beste Freundin ist auch gestorben. Ich habe einfach keinen Sinn mehr gesehen. Was mich aufrecht erhalten hat, waren meine super lieben Arbeitskollegen, die - auch heute noch - immer einen offenes Ohr für mich hatten/haben. Mit der Trauer umzugehen, ist wahnsinnig schwer.Es gibt keinen Tag, an dem ich nicht weine, zwar nicht mehr so stark wie in den Anfängen, aber ich weine um ihn, um uns, um unsere Vergangenheit und um unsere Zukunft, die wir leider nicht mehr zusammen erleben dürfen. Aber glaube mir - auch wie die anderen es schon geschrieben haben. Der Schmerz und auch die Wut werden wohl bleiben, aber es wird von Tag zu Tag ein bisschen nur ein ganz kleines bisschen besser werden, auch wenn Rückschläge dazugehören.
      Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Mut, ich weiß, dass du eine starke Frau bist.

      Liebe Grüße, Schnucki
      Wie gut ich das verstehen kann auch mir war am Anfang alles Zuviel.

      ​Mittlerweile habe ich Tage an denen ich nicht weine, meistens die Tage an denen ich Arbeite.
      ​Auch ich habe vergessen zu essen und habe heute Schwierigkeiten mit dem essen ,es fühlt sich nicht richtig an zu Essen während mein Schatz nicht mehr genießen kann.
      ​Die Menschen um mich herum machen mir nicht mehr so viel aus, im Gegenteil manchmal suche ich ein Center auf nur um Geräusche um mich zu haben.
      ​Die Zeit der Trauer ändert sich aber es dauert und besser wird es nicht, nur anders und etwas leichter.
      Fühle Dich gedrückt.
      Liebe Grüße Zenzi
      Wir dachten wir hätten noch viel Zeit <3

      Es wird nicht besser, leichter zu ertragen und anders, wir ändern uns , werden vielleicht stärker, aber besser.
      Denn es war ja gut ,warum soll es ohne den geliebten Menschen besser werden.
      Liebe Spatz,
      auch ich kann dir nichts anderes sagen ... die Wunde der Trauer bleibt - im Anfang ist alles wund und man schreit vor schmerzen - alles, der ganze Körper, die Seele, alles brüllt. Ganz langsam wird sie kleiner - und sie wird flacher. Aber das dauert!
      Ich merke, ich bin nach 9 Monaten nicht mehr verzweifelt - unglaublich traurig bin ich noch immer. Es sind nur wenige Tage, an denen mir nicht irgendwann die Tränen kommen - es geht oft schnell vorbei, aber die Sehnsucht ist noch da.
      In meiner trauergruppe sagen die "erfahrenen" Frauen "die Trauerlöcher bleiben, aber die abstände werden größer und sie sind nicht mehr so tief"
      nach 10 Tagen ist das noch völlig unvorstellbar - da bleibt das Leben stehen und nichts ist normal ...
      spatz, bleib tapfer und nimm dir Zeit
      liebe Grüße
      Was man tief im Herzen besitzt, kann man nicht durch den Tod verlieren. J.W. v. Goethe
      Alles war selbstverständlich - nur das Ende nicht
      Ich kann mich den Erfahrungen von allen, die Dir geschrieben haben, nur anschließen. Musste am Anfang bei jedem Einkauf weinen, weil er entweder mit zum Einkaufen gekommen ist oder ich an seinen Lieblingsspeisen vorbeigehen musste. Ich bin sogar 25 km auswärts einkaufen gefahren, dachte, da ist es besser, Fehlanzeige, weil wir dort ganz früher auch ab und an eingekauft haben. Das mit dem Einkaufen hat sich jetzt gebessert, aber ich habe immer noch keine Lust, für mich alleine zu kochen und schon gar nicht an dem Tisch zu essen, an dem wir früher gemeinsam gesessen haben. Alles spielt sich bei mir immer noch am Computertisch ab, außer, wenn unser Enkel mal überraschend zum Abendbrot kommt. Ich konnte anfangs, das erste vierteljahr ungefähr, keine Menschen um mich haben, jetzt suche ich sie manchmal mittlerweile, auch die Gespräche und habe sogar wieder Freude an meinem Hobby. Das allerdings ist das einzige, was mir Halt gibt. Ansonsten geht es mir auch immer noch schlecht, weine jeden Tag und googele immer noch im Internet, was wir hätten anders machen können. Das belastet mich sehr, nehme auch Tabletten zur Aufhellung des Gemüts, weil sonst gar nichts mehr gehen würde. Die bekommen mir sehr gut, habe manchmal tatsächlich Elan, den Haushalt zu schmeißen, gründlich sauber zu machen, sogar an mich seit kurzer Zeit zu denken. Aber ich glaube auch was die anderen hier alle sagen, die Trauer wird nie vergehen, dazu hat man sich zu sehr geliebt und so lange gekannt. Wir kennen uns im kommenden Februar seit 49 Jahren. Schon wenn ich hier schreibe, laufen wieder die Tränen ununterbrochen. Aber ich brauche dieses Forum, habe schon so viel daraus gelernt und versucht, mit den Erfahrungen der anderen umzugehen und dass man sein Leben langsam umgestalten muss.
      Lieber Spatz, ich wünsche Dir viel Kraft, dass Du eines Tages auch wieder ein einigermaßen ruhiges Leben mit etwas weniger Trauer führen kannst. Wir alle hier wissen, wie schwer es ist, besonsders die ersten Tage, Wochen, Monate. Aber ich kann nur aus Erfahrung sagen, dass mit der Zeit alles ein wenig ruhiger, weiterhin traurig, aber ruhiger werden wird. Viele sagen, das Leben muss weitergehen. Ja, die Zeit bleibt nicht stehen, das Leben geht weiter, aber ganz anders, als man es bisher gelebt hat. Und man muss jeden Tag dafür kämpfen.
      Mit vielen lieben Grüßen von Berit.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Bernd Hildegard“ ()

      Danke an euch für die lieben Worte, ja es sind erst 11 Tage.... für mich jetzt eine Ewigkeit und dennoch denke ich jede Minute, ich wache aus dem Albtraum auf.
      Mich plagt auch der Gedanke an die Zukunft. Großes Haus, riesen garten, dann muß ich aber auch arbeiten. Ja, die Arbeit, unsere gemeinsame Firma... ich kann es allein nicht, weil wir immer auf Messen waren. Einen Messebauer, kann ich mir nicht leisten, wir waren das Team. Was ich damit mache, weiß ich noch nicht. Gerade jetzt muss ich Entscheidungen treffen, die aber mein Leben bestimmen werden. Es ist nett bei einer Freundin im Geschäft auszuhelfen, aber eben nur nett.
      Unser Geschäft war ein anderes. Die Maschinen stehen still, die Produktion steht still. Wenn ich den Keller gehe und die Werkstatt betrete, es geht noch nicht....
      Unser Kind, ist 15... es ist nicht unser leibliches Kind, sie trauert auf ihre Art. Zieht sich zurück, lässt niemanden an sich heran... will helfen und bricht in Tränen aus.
      Wir halten zusammen, aber ich muss Entscheidungen treffen - und zwar JETZT, das ist der Horror.
      Mir bleibt eigentlich keine Zeit zum trauern, die Welt da draußen meint, mein Beileid, aber sie haben den Vertrag, diesen Vertrag und wenn nicht, dann.....
      Ich weiß, es kann mir niemand abnehmen, was ich nun entscheiden muss... aber noch nie war ich so allein, niemals musste ich solche Entscheidungen treffen. Das nimmt mir die Luft. Ich muss stark sein, aber warum gesteht mir keiner die Luft zum atmen zu, zum nachdenken, zum Finden der Entscheidungen? Alles muss JETZT und in den nächsten 15 Tagen entschieden werden, so sind die Fristen.... Liebling hat noch nicht mal seinen letzten Platz in der Ostsee bekommen....
      Ich fühl mich so unendlich verloren in dieser schnellen Welt, die zur Tagesordnung übergegangen ist... weil für sie, mein Liebling einer unter vielen war, für mich aber die Welt !
      Danke fürs Lesen
      spatz
      Liebe Spatz ,
      ​nein die Endscheidung kann dir keiner abnehmen.
      Auch wenn ich nicht so viel zu endscheiden hatte wie Du, fand ich es auch grausam.
      ​Man steht noch unter Schock und jede Behörde möchte sofort etwas von dir.
      ​Nachbarn fragen behälts Du das oder verkaufst Du, der Vermieter wollte mir schon eine kleinere Wohnung anbieten, jeder dachte an sich, obwohl sie doch so viel Verständnis für mich aufbrachten.
      ​Ich kann deine Verzweiflung verstehen wo Du doch noch so viel endscheidener Dinge regeln musst.
      ​Es sollten jedem Trauernden direkt jemand zur Seite gestellt werden ,der einen Hilft dadurch zu kommen.
      Alleine schon beim Papierkram.
      Liebe Grüße Zenzi
      Wir dachten wir hätten noch viel Zeit <3

      Es wird nicht besser, leichter zu ertragen und anders, wir ändern uns , werden vielleicht stärker, aber besser.
      Denn es war ja gut ,warum soll es ohne den geliebten Menschen besser werden.
      :knuddeln: Puuuuh - liebe Spatz, es bleibt mir nur dir viel Kraft zu senden - und eine liebe Umarmung, wenn du magst
      Was man tief im Herzen besitzt, kann man nicht durch den Tod verlieren. J.W. v. Goethe
      Alles war selbstverständlich - nur das Ende nicht
      Lieber Spatz,
      ich kann sehr gut nachfühlen in welchen Gefühlschaos du dich befindest.
      Mein Mann war auch selbstständig und er ist ja innerhlab von 2 Stunden, ohne jede Vorwarnung, aus dem Leben gerissen worden. Nie hatten wir mit so etwas gerechnet und ich musste fürchterlich viele Entscheidungen treffen, zu denen ich mich gar nicht befähigt fühlte. Der damalige Geschäftspartner meines Mannes hat mich dann entlassen, also 53, Witwe, arbeitslos...
      Bis zum letzten Monat ging noch die mitlerweile gerichtliche Auseinandersetzung um die finazielle Teilhaberschaft und das Erbe, Es war und ist immer noch schwer und anstrengend, denn es hält einem vom richtigen Trauern ab wenn man sich nit diesen Dingen auseinandersetzen muss.
      Aber ich verspreche Dir, man wächst in diese Sachen rein wenn man sich den Problemen stellt. Ich habe mir auch Hilfe geholt und mich beraten lassen in den Dingen von denen ich gar nichts verstanden habe. Heute, nach 18 Monaten, denke ich er wöre stolz auf mich was ich alles für mich und die Kinder durchgesetz habe, Es fehlt mir jeden Tag. Ich habe eine neue Anstellung gefunden und es läuft der Alltag geregelt, aber mit meinem frpherenüheren hat das alles nichts mehr zu tun.äJetzt muss ich es irgendwann schaffen nach vorne zu sehen, aber das gelingt mir immer noch sehr selten.
      Deine Trauer ist so frisch und ich weiss wie sich das anfühlt, alle hier. Halte durch, es wird besser, ich wünsche dir ganz viel Kraft, Geduld und das dir Zeit bleibt alles in Ruhe zu verarbeiten.
      Jenny
      Ihr Lieben,
      Blitzeis hier an der Ostseeküste ! Blitz und Eis auch in mir ....
      Ich kann es glauben, dass es mit der Zeit besser wird, ich will das glauben....
      Immer wenn ich mir das sage, kommt sofort das ABER .... ihr werdet das kennen, und ich weiss ja, es muß irgendwie weitergehen.
      Meine Oma sagte immer, wenn es dir schlecht geht - kommt von irgendwo ein Licht daher... ja, da warte ich drauf, auf dieses Licht, welches mir den Weg zeigt.
      Immer wieder sehe ich meinen Liebling auf dieser Intensivstation, immer wieder diese paar Minuten , sein Sterben... sein Gesicht, seine Augen.... diese Liebe, die in umgab und dann diese Krankenschwester mit ihrem Satz: Es geht jetzt zuEnde..... davon werde ich nachts tränenüberströmt wach.... Diese Endgültigkeit, ich kann sie einfach noch nicht fassen...
      Ich glaube mittlerweile sind die Menschen um mich genervt, sollen sie..... es ist meine Trauer, mein Schmerz und ich will ihn fühlen, sowie ich seine Liebe gefühlt habe. Ich glaube sonst werde ich es nie verstehen, warum ich nun allein durchs Leben gehen muss.
      Meine Tränen wollen heute gar nicht aufhören zu laufen....
      Danke fürs lesen
      spatz
      Liebe nimitzspatz,

      ich schließe mich den Worten von Jenny an. Wenn man muss und
      auch will, kann man ganz viele Dinge schaffen, die man vorher
      nie für möglich hielt.
      Du wirst dazu in der Lage sein, Schritt für Schritt Deine
      Entscheidungen zu treffen. Und wenn Du die am dringlichsten, bürokratischen
      Dinge abgearbeitet hast, wirst Du verdammt stolz auf Dich sein.

      Es ist ein langer und teilweise beschwerlicher Weg, aber in vielen Dingen
      helfen die Mitarbeiter der entsprechenden Ämter und Stellen, wenn man darum
      bittet.
      Und denke daran, dass Dein Liebling im Herzen immer dabei sein wird.

      Ich drücke Dir ganz feste die Daumen. Mit jedem für Dich erzielten
      Erfolg wirst Du mutiger und selbstbewusster.

      Ganz liebe Grüße Regine
      Je schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer die Trennung.
      Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in eine stille Freude.
      Man trägt die Erinnerung wie ein kostbares Geschenk in sich.
      Spatzerl, ich liebe Dich unendlich und vergesse Dich nie.
    Liebeskummer Sorgen Forum