Essen weckt Erinnerungen......

      Essen weckt Erinnerungen......

      Hallo Ihr Lieben,
      häufig lese ich hier im Forum das es vielen schwer fällt für sich zu kochen.....als Gründe werden da immer verschiedene Sachen genannt wie z.B. alleine essen macht keinen Spaß, ich kann keine kleinen Mengen kochen etc. aber wisst Ihr was ich glaube ? Einer der Gründe die einen abhalten tatsächlich zu kochen sind die damit verbundenen Erinnerungen und ein vermeindlich " schlechtes Gewissen ".......
      Man erinnert sich an die Dinge die unsere Lieben am liebsten gegessen haben, erinnert sich an gemeinsame Essen, an gemeinsames Kochen und verbindet damit Zuneigung, Vertrauen und wohlfühlen.....und wenn man dann für sich selbst kocht kommt dann irgendwie das " schlechte Gewissen " durch insbesondere wenn man Dinge kocht die unsere Lieben gerne mochten.....so nach dem Motto " sie können es ja nicht mehr genießen "....ich weiss das klingt jetzt etwas merkwürdig aber je mehr ich darüber nachdenke, komme ich zu dem Schluss, das es auf mich auf jeden Fall zutrifft.....

      In meiner Familie wurde schon immer gut und gerne gegessen und meine Mama war eine begnadetet Köchin....ich bin mit guter Hausmannskost aufgewachsen und habe es geliebt und kann diese Gerichte auch kochen ( ich meine jetzt Gulasch, Rouladen, Schweinebraten etc. ) aber wenn ich sowas für mich koche tja dann na ja esse ich es zwar, aber nicht mehr so gerne irgendwie " lieblos " Hauptsache der Magen ist voll......
      Seit dem ich jetzt versuche bezüglich des Essens neue Wege zu gehen, geht es besser.......ich koche jetzt völlig neue Dinge indisch oder französisch z.B......dabei habe ich festgestellt das es mir wesentlich leichter fällt und ich habe manchmal sogar wieder Spaß daran......schon beim Schnippeln des Gemüses und vor allem dann beim würzen.....am Ende steht dann immer sowas wie ne Überraschung : ist es mir gelungen und kann man es essen und vor Allem schmeckt es ? Gleichzeitig hab ich im Moment das Problem mit den Mengen nicht mehr so stark.....ein Ratatouille z.B. kann man auch in kleineren Mengen herstellen im Gegensatz zu Rouladen ......da braucht man ja mindestens 6 Stück um ne anständige Soße zu bekommen......

      Ich glaube das könnte mein Weg sein aus dieser Spirale von Kaffee, Kippen und Salzbretzeln rauszukommen und wieder zu mehr " Genuss " zu gelangen.........

      Wie seht Ihr das ? Kennt Ihr auch dieses " schlechte Gewissen " ? Versucht auch Ihr bezüglich des Essens zu mehr Genuss zu gelangen und wenn ja wie ?

      LG
      Mäusi
      Tja liebe Mäuis, ob ich da wieder mal die bin, die da den Gegensatz bildet.
      Ich habe wohl immer wieder Probleme mit dem essen aber es hat nicht unbedingt mit dem zu tun, was ich koche oder dasich koche.

      Gerade die Sachen die ich von meiner Oma gelernt hab e, ich liebe sie, die Art des alten kochens.
      Da sind mir auch die Vitamine egal, der Geschmack sit wichtig, es sollte am ENde, schmecken wie bei ihr.
      Es ist mir schwer gefallen manhcmal, ich war am Boden zestört, ich bekam es nicht hin, konnte nicht mehr fragen was denn da falsch läuft, was ich denn vergessen habe.

      Ich schloss manchmal die Augen, sah sie am HErd stehen, in ihrer Kittelschürze.
      Dann versuchte ich mich an den genauen GEschmack zu erinnern, was könnte den besonderen GEschmack bringen den ich nicht hin bekam.

      Glücklich, wenn ich es schaffte.

      Wenn ich mal nicht weiß, was ich kochen soll, dann erinnere ich mich daran, was der eine oder andere gerne aßm, das macht mir die Auswahl leichter.
      Ja und manchmal da gibt es dann einfahc ein Stück Kuchen, meine Mama aß eine gnaze Zeit, lieber süß als warm.

      Und mein Sohn, der liebte Pizza, ich glaube ich habe schon für zwei Leben genug Pizza so in mir verdaut.
      Mit lieben Gedanken an ihn, ich aß für ihn im gewissen Sinne.
      Na Junge, wie wäre es ma wieder die Frage am Anfang, du kannst ja lieder nicht mehr, ich werde es für dich tun und lächelte.

      Chipse esse ich an seinem Grab, wenn ich mich denn überwinden kann, hin zu gehen.
      Schau mal was ich mitgebracht habe sage ich dann.

      Ja und den geliebten Käsekuchen, ohne den geht nichts, das war eine gemeinsame Liebe von uns allen.
      Der Familienkuchen schlecht hin, aßen alle gern.
      Es ist schwer gewesen im Anfang aber es gehört dazu, an den Festtagen, an seinem Geburtstag.
      Wie und wo ich ihn am liebsten esse, wird bekannt sein, so oft hier geschrieben.

      Liebe Erinnerungen, ich erhalte sie mir.
      Vieleicht auch deswegen, weil ich oft gelesen ahbe das es da eine Angst gibt, vor dem vergessen.
      Ich will nichts vergessen, auch wenn es weh tut manchmal aber mir ist das eine Art in Ehren halten.

      Und ja es gibt auch viel neues hier, habe ja Mädels die da ihre Geschmäcker mit hinein bringen, selbst kochen wollen, zeigen wollen.
      NEin ich bin nicht allein, das aber macht es mir nicht unbedingt leichter.
      Da ist viel Rücksicht darin, ich kann gar nicht immer so, wie ich vieleicht gerne wollen würde, auch das tut weh.
      Wie gut, das es auch da viel Liebe drin steckt, sonst würde ich manches mal verzweifeln.

      Änderungen aber sind nicht immer schlecht, auch das weiß ich, ich finde deine Idee super, neues dahin, wo das alte schwer ist.
      Und nun aber ich wieder, ich bin die, die da steht mit Blick zum Himmel, hey Junge schau, das würde dir auch schmecken, ich glaube das hätte dir auch gefallen, hätte ich eher mal probieren sollen!

      Huch Oma das wäre aber nun nichts für dich, nun müsstest du heute hungern!

      So freue ich mich für dich, auch allen anderen das es wohl auch anders geht.

      Essen verbindet, so gnaz allein aber, ich habe selten die Möglichkeit, das Gefühl zu erleben, aber ich weiß das es auch Tage gab, da habe ich gekocht nur für mich, auch einfach nur ein Brot.
      Schick belegt, verziert, Kerzen an.

      Essen ist ja ein muss, aber wohl mehr als wir darin sehen.
      Mit Genuss essen sollte sein, ich kenne wohl alle Varianten.
      Essen um die Leere in mir zu stopfen.
      Nicht essen weil es unangenehmen ist, schneller druaßen als es drin war.
      Bewusst essen um der Völlerei vorzubeugen, ankämpfen, den Pfunden den Kampf ansagt, weil der Gedanke einfah mal da war oder andere mich belehren wollten.

      Ich kämpfe da wohl eher, mit dem gesunden Essen.
      Ich vertrage vieles nicht, einige hier essen längst nicht alles, was ich gerne probieren wollen würde.
      Da ist es dann das andere Problem, ich muss mehrere Gerichte so kombienieren, das am Ende alle satt werden.

      Die Hälfte von dem was ich im Kühlschrank habe, hätte ich nie gekauft, muss aber auch verwertet werden, weil andere noch nicht dem Bedarf nach shoppen, das Verfallsdatum mißachten.
      Manchmal ja ihr LIeben, manchmal denke ich, könnte ich doch mal anders.

      Alles hat seine Vor und Nachteile, aber das lesen darüber, wie andere da so für sich wurschteln, auch wenn es mir mal weh tut, das finde ich hat auch was besonderes.
      Andere Blickwinkel, die manchmal ein, könnte ich ja auch mal auslösen.

      Mit einer lieben Umärmelung,
      Funny.
      Ich bin anders als vermutet, selten wie erwartet und erst recht nicht wie es andere gerne hätten.


      Licht und Liebe, sind stärker als Tod und Schatten



      Ihr Lieben,

      oh ja, das komische Gefühl, dass er das auch so sehr mochte ... am Anfang der Trauer habe ich nichts runter gekriegt, konnte auch kaum einkaufen, habe nur Eis und Joghurt gegessen. Langsam bekam ich etwas Salat rein. Aber richtig "gekocht" habe ich kaum.

      Erst als meine Schwester aus gesundheitlichen Gründen ihre Ernährung umstellen musste und ich dabei aus Sympathie mitmachte, war das Eis gebrochen.

      Allerdings ging es mir da ähnlich wie dir grad @Mäusi , neue Variationen mit Gemüsen und Gewürzen, leckere neue Impulse - das war toll! Nebenbei habe ich in dem nächsten halben Jahr überflüssige Kilos verloren, ohne es zu merken, denn ich habe sehr viel gegessen. ;)

      Alles in allem esse ich heute total anders als mit ihm. Aber ich bin zufrieden damit und finde und erfinde immer wieder Neues. :)

      AL Frieda


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      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein
      Bei mir ist es genauso,warum soll ich etwas genießen wenn es mein Mann nicht kann.
      ​Ich weiß nicht genau wann es mit diesen Gedanken anfing aber sie lassen mich nicht los.
      ​Er aß so gerne und das mit Genuss.
      ​Dann kam seine Zahnbehandlung und er sprach nur davon was er alles essen möchte wenn es fertig ist.
      Leider kam es nicht mehr dazu und das spukt auch in meinen Kopf wenn ich an essen denke.
      ​In Gesellschaft (Arbeit)fällt es mir leichter es zu verdrängen, aber zu Hause geht es nicht.
      ​Ich mache mir selten etwas warmes und wenn dann nur etwas schnelles.
      ​Meine Einkäufe sind aber immer noch für 2, darum gebe ich ständig Lebensmittel meiner Tochter mit.
      Ich esse allerdings viel Rohkost, die mochte mein Mann so gar nicht.
      Liebe Grüße Zenzi
      Wir dachten wir hätten noch viel Zeit <3

      Es wird nicht besser, leichter zu ertragen und anders, wir ändern uns , werden vielleicht stärker, aber besser.
      Denn es war ja gut ,warum soll es ohne den geliebten Menschen besser werden.

      Zenzi schrieb:


      ... Ich esse allerdings viel Rohkost, die mochte mein Mann so gar nicht ...


      Liebe Zenzi,

      genau hier könnte deine Chance liegen! Hier kannst du anfangen, das zu "basteln", was du magst und völlig neu mit der Esserei beginnen. Ich wünsche es dir, denn Essen ist etwas sehr Schönes.

      AL Frieda


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      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein
      Hier bei uns hat meist mein Mann gekocht - meistens auch gern, und immer sehr sehr lecker! Das "Koch-Gen" hat mir leider niemand vererbt ...
      jetzt stehe ich hier mit zwei fast zwanzigjährigen Jungs - die haben Hunger, Koch-gen hin oder her ... vieles von dem was mein Mann gekocht hat, kommt nicht mehr auf den Tisch - ich glaube, wir haben alle "Sorge" es zu versauen! An manchen Sachen versuchen wir uns aber auch - grad brutzelt Mett in der Pfanne für eine Gemüsepfanne morgen - eine andere Variante als früher :)
      wenn ich allein leben würde, würde es, so glaub ich, auch viel mehr Gemüse geben - fix in die Pfanne und gut! Aber Gemüse für 20jährige mit der Einstellung "von Salat schrumpft der Bizeps" - schlecht vorstellbar. So hangeln wir uns Küchenmässig von Woche zu Woche und irgendwie funktioniert es auch immer!
      Und vielleicht nehmen wir auch irgendwann wieder den Rezeptordner vom Mann "in Angriff"
      Liebe Grüße
      Was man tief im Herzen besitzt, kann man nicht durch den Tod verlieren. J.W. v. Goethe
      Alles war selbstverständlich - nur das Ende nicht
      Ihr Lieben,
      mir geht es genau so, wenn ich etwas koche muss ich immer daran denken, dass mein lieber Mann das ja nun nicht mehr essen kann und ich esse alles völlig genusslos, auf die Schnelle am Computertisch. Er hatte auch noch einige Gerichte geplant, die er gern essen wollte, wie Kohlrouladen, Nudelsuppe und so weiter, aber die letzten 3 Wochen hatte ich erst mal im Garten zu tun, weil wir ja vorher Urlaub gemacht haben und so gab es immer etwas Schnelles zu essen.
      Heute mache ich es oft so, dass ich mir irgendein Kochbuch vornehme, von denen ich unzählige habe und auch selbst gesammelte Rezepte und öfter etwas Neues ausprobiere, was wir noch nie gegessen haben und selbst da plagt mich das schlechte Gewissen.
      Komisch ist auch, dass ich vieles mache, wie ich es vorher nie getan habe, sondern wie er es gerne mochte, z. B. Wasser pur trinken, ging früher bei mir nur mit Saft, ich habe auch keine Milch getrunken, nur er. Das mache ich heute gerne. Oder Obst esse ich jetzt jeden Tag, früher fast nie, wenn mein Mann es mir nicht hingelegt hätte. Ist schon komisch, oder? Oder Gemüsesuppe ohne Fleisch mochte ich gar nicht, nur er. Jetzt brauche ich kein Fleisch mehr in der Suppe. Manchmal denke ich, wir zwei sind eins geworden, so eigenartig es auch klingt. Habe aber die ersten 4 Monate auch gar nicht gekocht. Es fing dann langsam erst wieder an, weil ich einfach mal was Vernüftiges essen wollte und nicht immer nur trocken Brot.
      Mit vielen lieben Grüßen von Berit.
      Ein interessantes Thema übrigens.
      Guten Morgen ihr Lieben,
      an dieser Stelle muss ich mal wieder den Apell an euch richten, besser auf euch aufzupassen. Viele von euch geben sich immer die Schuld, nicht genug auf ihren Partner aufgepasst zu haben. Wobei ich auch erst begreifen musste, dass man das nicht kann oder nur soweit, wie es der andere zulässt. Aber mit sich selber achtsam sein, das kann man. Und dazu gehört auch, dass man sich gesund und ausreichend ernährt. Wobei ich mal die Anfangszeit der Trauer außern vor lassen möchte. Da habe selbst ich mich oftmals mit Schokolade, Salzgebäck und Joghurt über Wasser gehalten. Da ich aber warme Mahlzeiten liebe, habe ich bald wieder damit angefangen, vernünftig zu kochen.
      Sicher wecken viele Speisen Erinnerungen und ich bin manchmal traurig, dass es Sachen nicht mehr geben wird, die nur mein Udo so und nicht anders zubereiten konnte. Aber deshalb auf alles, was schmeckt zu verzichten, fiele mir nicht im Traum ein.
      Wenn ich gekocht habe, dann esse ich das auch ganz bewusst. Nicht im Stehen in der Küche, nicht nebenbei am Computertisch oder wo auch immer, sondern am gedeckten Esstisch mit Getränk dabei und auch mal ne Kerze an, auf jeden Fall aber gemütlich und in Ruhe.
      Zum Kochen selbst: klar, war die Umstellung schwierig, jetzt nur für mich allein zu kochen, aber es geht. Am Wochenende koche ich oft für zwei Tage, esse Montag und Dienstag dann vom Vorgekochten. Man kann aber gut auch nur für eine Portion kochen. Beilagen wie Reis und Nudeln halten sich ein paar Tage im Kühlschrank und können variiert werden. Fleisch kann man an der Theke in kleinen Portionen kaufen, Gemüse kann man lose abwiegen. Zuviel gekochtes kann man in Portionen einfrieren und ein anderes Mal essen. Wenn die Lust zum Kochen mal nicht so groß ist, tut es auch mal eine kleine schnelle Mahlzeit: Spiegeleier, überbackener Toast, ein paar warme Würstchen oder ne TK-Pizza. Salat kann man auch in kleinen Portionen frisch zubereiten. Joghurt, Quarkspeise, Pudding kann man in kleinen Bechern als Dessert essen oder ein Stück Obst.
      Man muss es nur wollen. Und sich den Genuss nur deshalb zu versagen, weil der verstorbene Partner nun nicht mehr genießen kann, halte ich für völlig falsch und ungesund obendrein.
      Wenn ihr euch schlecht ernährt, werdet ihr krank. Wollt ihr das?
      Das einzige, wo ich euch Recht geben muss: Alleine essen ist voll doof.
      Ich höre Musik beim Essen, manchmal gucke ich auch fern dabei, auch wenn man das nicht sollte. Aber ich tue die Portion vorher auf den Teller und komme nicht in Versuchung mehr zu essen, als gewollt. Und ich lade mir immer wieder mal Besuch zum Essen ein.
      So genug gelabert und den mahnenden Zeigefinger gehoben.
      Passt gut auf euch auf und esst anständig.

      Ich wünsche euch einen lukullischen Sonntag,
      Eure Lucie
      Erinnerungen sind kleine Sterne, die tröstend in das Dunkel unserer Trauer leuchten

      Die Erinnerung ist ein Fenster, durch das wir dich jederzeit sehen können
      Guten morgen, liebe Lucie.
      Du hast vollkommen recht und ich lese gerne Deine Zeilen, sie sind immer so ernüchternd und manchmal herzerfrischend. Aber ich kann einfach nicht an dem Esstisch sitzen und essen, wo wir immer beide gesessen haben. Vielleicht ist das eine Idee, den Fernseher dazu einzuschalten. Gar nicht so schlecht. Seit 2 Monaten koche ich ja nun auch wieder. Aber der Genuss kommt noch nicht, weiß nicht, ob ich jemals wieder essen alleine genießen kann. Schön ist es, wenn die Kinder mal kommen und ich richtig viel kochen kann. Darauf freue ich mich immer. Aber das passiert nicht all zu oft. Sie wohnen ja weiter weg. Mein Brot backe ich mir nach wie vor selbst. Dann froste ich 1/2 ein oder gebe die andere Hälfte meiner Tochter mit. Sie ist immer ganz verrückt drauf. Habe 3 Brotbackbücher, da habe ich wenigstens immer ein Ziel.
      Heute gibt es bei mir Senfsoße mit Ei, weil ich gestern bei unserer Tochter schon Fleisch gegessen habe und nachmittags kommt die Tochter mit Mann und Hund. Der Hund namens Nelly weicht mir nicht von der Seite, kuschelt ununterbrochen mit mir, eben ein Oma-Hund.
      Dir und allen hier noch einen angenehmen und rutschfreien Sonntag, denn bei uns hat es geschneit. Wird wohl mal liegen bleiben. Da bin ich froh, dass ich gestern Autobahn gefahren bin und nicht heute!
      Tschüß und liebe Grüße von Berit.
      Ich habe jetzt nicht alle Antworten hier gelesen und schreibe deswegen nur von mir. Die erste Zeit habe ich gar nichts gegessen. Wirklich gar nichts. Dann fing ich an hin und wieder eine Praline zu essen. Meine Kinder erwähnen diese Praline immer noch. Gut......ich bin erst seit knapp 4 Monaten Witwe aber ich glaube unsere Gespräche die ungefähr so abgelaufen sind: "Hast du heute schon etwas gegessen Mama?" "Ja, eine Praline.", werden meine Töchter auch noch in vielen Jahren erzählen.
      Dann fing ich an hin und wieder etwas zu essen was meine Große für mich mitgekocht hat und mir einfach hinstellte. Ich habe davon immer nur sehr wenig gegessen aber ich habe gegessen. Inzwischen versorge ich mich auch hin und wieder selber. Ich koche nicht wirklich sondern ich "bastle mir irgendwas zusammen". Richtig gekocht habe ich bisher nur einmal. Das war Weihnachten als wir hier gefeiert haben. Aber ich essen mittlerweile regelmäßig. Nicht in dem Maße wie ich es getan habe als mein Mann noch lebte aber trotzdem regelmäßig. Wer regelmäßig in meinem Tagebuch liest weiß auch, dass ich inzwischen mit einen neuem Partner liiert bin. Wenn ich bei ihm bin, dass ist nicht täglich und nicht regelmäßig, essen ich auch. Er kocht gerne und in seiner Gesellschaft macht mir das Essen gleich wesentlich mehr Spaß.
      Das Essen an sich bereitet mir aber weder Schuldgefühle noch verbinde ich gewisse Speisen mit meinem Mann.
      Probleme bereiten mir da eher die Sachen die mein Mann noch gekocht hat (er hat unheimlich gerne und gut gekocht) und die noch in meinem Gefrierschrank schlummern. An diese "Hinterlassenschaften" habe ich mich noch nicht getraut. Der Gedanke die Sachen aufzutauen und zu essen verkrampft mir total den Magen. Es ist fast unvorstellbar diese Mahlzeiten irgendwann essen zu können.
      LG
      allesanders

      Es gibt Menschen, die wir in der Erde begraben; aber andere, die wir besonders zärtlich lieben, sind in unser Herz gebettet. Die Erinnerung an sie mischt sich täglich in unser Tun und Trachten, wir denken an sie, wie wir atmen, sie haben in unserer Seele eine neue Gestalt angenommen, nachdem zarten Gesetz der Seelenwanderung das im Reich der Liebe herrscht.

      Honoré de Balzac


      Ihr Lieben,

      hole das hier mal wieder hoch, weil es wirklich interssant ist:

      Als mein Allerliebster nach der Aortendissektion wieder alles Körperliche neu lernen musste, hatte er in der Reha große Probleme mit dem Essen. Er war untergewichtig geworden, musste das Laufen wieder mühsam lernen und schwänzte das Essen.

      Seine damals noch lebende Mama rief mich an und beschwörte mich, ihm etwas zu kochen und in die Reha zu bringen ... "er muss essen" sagte sie immer und immer wieder.

      Ich kochte ihm sein Lieblingsessen und brachte es am 1. Mai in die Reha. Es war noch warm und er liebte es und er fing ab da wieder an, richtig zu futtern . <3

      Er lebte noch 7 Jahre und er mochte meine Essen und fing auch selbst an, ziemlich gut zu kochen.

      Nach seinem Tod konnte ich erstmal gar nichts essen.

      Jetzt denke ich in aller Liebe daran, wie wir zusammen gekocht und gegessen haben.

      AL Frieda


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      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein
      Ja in den ersten Monaten nach dem Tod meines Liebsten konnte ich auch nichts essen, ich wurde dünn und meine Familie hat sich grosse Sorgen gemacht. Mir war das völlig egal. Mitlerweile bin ich wieder bei meinem alten Gewicht. Doch ich habe immer das Gefühl dass ich mich nicht gesund ernähre. Esse viel Johhurt und Brot und koche selten. Macht alleine eben keinen Spass.
      Aber für heute steht eine Kürbissuppe auf meiner Speisekarte, und die reicht dann noch für morgen, übermorgen, Mittwoch......
      Nach M´s Tod habe ich drei Monate so gut wie nichts gegessen. Dann kam Weihnachten und mit Weihnachten auch meine neue inzwischen auch neue und große Liebe. Ab da fing ich langsam wieder an zu essen. Die Familie war froh denn sie hatten sich alle schon sehr große Sorgen gemacht.
      Mittlerweile esse ich wieder normal und habe auch gut zugenommen. Das Essen hat heute einen anderen Stellenwert. Mit meinem Mann habe ich das Essen zelebriert. Es wurde viel Fleisch gegessen, das Essen war aufwändig und oft auch teuer, Kleinigkeiten gab es so gut wie gar nicht. Mein Mann konnte hervorragend kochen und er hatte wirklich Spaß 'Neues auszuprobieren und Altes zu verfeinern und zu verbessern. Das Essen war wirklich spitze und oft denke ich daran zurück.
      Meinem jetzigen Lebenspartner ist Essen nicht so wichtig. Es muss nicht so viel Fleisch sein und die Zutaten werden eigentlich immer beim Discounter gekauft. Es gibt wesentlich mehr Obst und Gemüse und das Essen ist einfach und ohne viel Brimmborium. Kochen tut er aber auch gerne, nur eben auf einem anderen Level. Ich selber koche so gut wie gar nicht mehr und ich vermisse es auch nicht. In der Woche halte ich mich mit brot und Fertiggerichten und oft auch mit den Resten vom WE über Wasser und am WE kcht mein Lebensmensch.
      Für mich weckt Essen auf jeden Fall Erinnerungen denn alleine was das angeht hat sich meine Welt um 180° gedreht.
      LG
      allesanders

      Es gibt Menschen, die wir in der Erde begraben; aber andere, die wir besonders zärtlich lieben, sind in unser Herz gebettet. Die Erinnerung an sie mischt sich täglich in unser Tun und Trachten, wir denken an sie, wie wir atmen, sie haben in unserer Seele eine neue Gestalt angenommen, nachdem zarten Gesetz der Seelenwanderung das im Reich der Liebe herrscht.

      Honoré de Balzac


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