Immer auf der Flucht !?!

      Immer auf der Flucht !?!

      Seit mein Mann gestorben ist, heute vor 16 Wochen, bin ich irgendwie ständig auf der Flucht...im Moment im Saarland bei einer Rehabekannten meines Mannes, die mich unbekannterweise spontan eingeladen hat und mit mir weint...ich kann wieder WEINEN ...das erstemal seit Wochen...
      Ist es gut, immer von Zuhause wegzulaufen, weil es sich nicht mehr nach Zuhause anfühlt???
      Wie geht es Euch damit?
      Kann man "lernen" es zuhause alleine auszuhalten...mit sich selbst???
      Danke für Eure Erfahrung...
      LG Belinda
      Hallo Belinda,

      kann man es lernen? Gute Frage....
      Es ist ja erst mal so das jeder bei so etwas quasi ins kalte Wasser gestoßen wird, ob man will oder nicht.
      Danach wird es sehr individuell, jeder Mensch ist ja halt einzigartig.
      Dass es schwer ist nun allein daheim zu sein steht außer Frage. Aber es gibt ja Leute die gerne allein sind und andere die lieber andere um sich haben.
      Ich beispielsweise finde es für mich nicht schlimm. Mich nerven andere oft eher. Ich bin jetzt nicht der totale Eremit der nie Menschen sieht, aber so allein zuhause ist für mich auch durchaus angenehm.
      Andere tun sich damit natürlich eher schwer. Kann man dies lernen? Ich würde da am liebsten mit Jain antworten. Denn es ist auch die Frage ob wirklich der Wille und die nötige Stärke da ist. Wenn ja dann wird man das auch schaffen. Wenn nein ist das aber nun auch nicht schlimm. Dann ist man halt ein Mensch der andere Menschen braucht. Das ist absolut ok. Natürlich kann man niemanden zwingen bei sich einzuziehen. Aber man könnte sich Gedanken um einen Wohnungswechsel machen da ja viele Erinnerungen auch am eigenen Zuhause dran hängen. Oder man kann sehr viel unternehmen.
      Letztendlich bedeutet allein nicht automatisch einsam.
      Denn allein bist du nur weil er körperlich nicht mehr da ist. Aber seine Liebe bleibt über den Tod hinaus ein Teil von dir was dich eigentlich nie einsam sein lässt.
      Ich denke du brauchst (wie eigentlich jeder bei so etwas) einfach deine Zeit. Wie lange das sein mag kann niemand sagen. Bei einem sind es ein paar Wochen, bei anderen Monate oder Jahre. Das ist auch von Mensch zu Mensch verschieden.
      Ich wünsche dir die nötige Kraft um dies zu schaffen.

      LG
      Holger
      Hallo Belinda,

      mein Mann ist drei Wochen vor deinem gestorben. Zu Beginn war das Allein sein für mich schrecklich. Ich dachte, ich gewöhne mich nie mehr daran. Doch mit den Wochen hab ich mich an das Allein sein durchaus gewöhnt. Was mir fehlt ist die Zweisamkeit mit meinem Mann, die Gespräche, einfach der simple Alltag, dem man früher so wenig Beachtung geschenkt hat.

      Ich weiß, es ist schrecklich, was uns da passiert ist. Und ich gestehe, dass es mir nicht gut geht, aber ich hab die Hoffnung, dass es mit jedem Tag besser werden wird. Trauer kennt keine Zeitvorgabe, Geduld ist das Wichtigste, was wir in dieser Situation brauchen.

      Ich wünsch dir sehr, dass du mit dem Allein sein irgendwann klar kommst.

      LG
      cali
      Liebe Belinda,

      es tut mir leid, dass du deinen Mann verloren hast und nun allein zu Hause bist. Wie lernt man wieder alleine zu sein...ich weiß es nicht. Ich hoffe, du findest einen Weg für dich, der es dich alleine aushalten lässt.

      Ich habe meinen Vati an Heiligabend verloren und bin seitdem auch irgendwie ständig auf der Flucht, obwohl ich nicht alleine bin. Und ich weiß auch nicht, wie ich damit klarkommen soll. Ich weiß, dass diesen Weg vor mir schon viele gehen mussten, aber wenn ich unterwegs bin, mag ich oft gar nicht mehr nach Hause, weil ich weiß, er ist nicht mehr da. Manchmal ist es kaum zu ertragen. Auch ich hoffe, dass es irgendwann leichter werden wird, aber wann, das frage ich mich jeden Tag aufs Neue. Diese Endgültigkeit macht mich unheimlich traurig. Ein geliebter Mensch ist auf einmal weg und die Erde dreht sich weiter...nur nicht mehr so wie zuvor.

      Ich schicke dir viel Kraft und wünsche dir alles erdenklich Gute.

      m-m-chen
      Hallo Belinada
      Kann man "lernen" es zuhause alleine auszuhalten...mit sich selbst???


      Am Anfang habe ich es kaum ertragen in diese leere Wohnung zu kommen, die Einsamkeit hat mir zusätzlich noch Kraft geraubt.
      ​Dann nach einer Zeit habe ich unsere Wohnung als Festung gegen das böse draußen gesehen, dies hat sich immer mal wieder geändert.
      Heute fühle ich mich in unserer Wohnung meinen Mann näher als irgendwo anders.
      Du siehst es ändert sich, es ist die Zeit die unsere Gefühle wandelt.
      ​Das Vermissen, die fehlende Zweisamkeit, die Nähe das wird mir immer fehlen,einfach die Nähe die Gespräche (Wände antworten nicht)
      aber es wird leicht damit umzugehen.
      ​Es wird immer wieder Situationen geben die dich zurück werfen, auch in der Wohnung, ein Gegenstand der dir zufällig in die Hand fällt, ein Lied oder irgendwas.
      ​Aber in dieser Wohnung haben wir gelebt und soviel erlerbt , das möchte ich nicht auch noch aufgeben.
      Liebe Grüße und ein wenig Kraft von mir für die Zeit die du gerade durch machst.
      Zenzi
      Wir dachten wir hätten noch viel Zeit <3

      Es wird nicht besser, leichter zu ertragen und anders, wir ändern uns , werden vielleicht stärker, aber besser.
      Denn es war ja gut ,warum soll es ohne den geliebten Menschen besser werden.
      Liebe Belinda,
      auch von mir aufrichtiges Beileid zum Verlust Deines Mannes.
      Ich bin jetzt seit über 2 Jahren Witwe und ich muss sagen dass ich mich an das alleine sein gewöhnt habe. Wie Zenzi ist auch bei mir unser gemeinsam gelebtes Haus meine Festung und meine Heimat, wen es auch für mich alleine zu hross ist und ich immer öfter darüber nachdenke mir eine kleinere Wohnung zu suchen. Aber noch fühlt es sich so richtig an und darum warte ich. Es braucht viel Zeit, die Dinge entwickeln sich, und man sollte nichts überstürzen was man später dann vielleicht bereut.
      Mein Mann fehlt mir in jeder Sekunde, ich vermisse ihn und der Schmerz ihn so früh verloren zu haben wird nicht vergehen. Ich bersuche das jetzt zu akzeptieren, es gehört irgendwie zu meinem Leben dazu. Aber die Umstände unter denen man nun weiter lebt die verändern und verbessern sich wieder. Du wirst dich an vieles was dir jetzt solche Angst macht gewöhnen und es bewältigen. Auch an das alleine sein. Und sich ich wünsche dir viele Menschen die es dir leichter machen und dich ein Stück begleiten können.
      Liebe Grüsse
      Jenny
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