Der Schmerz ist nicht auszuhalten...

      Liebe Steffi65,
      bei Dir ist das Unfassbare erst 2 Monate her.
      Ich habe zu Beginn nur geweint, war verzweifelt und wollte, dass endlich dieser Schmerz aufhört.
      Tränen und das Herauslassen der Gefühle ist so wichtig, weil gut für den Körper. Ich habe ganze Seen an Tränen vergossen und Krämpfe durchlebt - bis ich stets so ausgelaugt war, dass mein Körper sich beruhigte. Diese "Ruhephasen" kamen dann immer öfter und länger. Und nun bin ich in der Phase, wo ich die Trauer ertrage und es sind nur kurze Rückfälle der Verzweiflung.
      Auch Du wirst es schaffen, da bin ich sicher. Wir halten zusammen!

      Und was die Außenwelt anbetrifft, auch da konnte ich am Anfang meiner Trauer die Menschen nicht mehr verstehen, war teilweise wütend auf ihre Nichtigkeiten. Nun nach fast einem Jahr realisiere ich meine Umwelt teilweise wie früher, doch aus einem ganz anderen Blickwinkel. Ja, die Trauer hat mich schon verändert.

      Ich denke, begreifen kann das Geschehene keiner von uns. Aber glaube mir, der Schmerz wird erträglicher. Das haben bisher alle behauptet, die schon länger trauern. Ich konnte es mir zu Beginn nicht vorstellen. Aber es stimmt wirklich. Es braucht nur Zeit.

      Alles Liebe
      Syli
      Hallo Snoopo,

      du hast natürlich Recht. Es ist in der Tat so, dass der Mensch unangenehmes und schlechtes eher vergisst und die guten Dinge bleiben. Und irgendwann wird mir das wohl auch mit dem Tod meines Mannes so gehen, dass ich nicht mehr daran denke, dass er jetzt tot ist und ich ihn nicht mehr habe, sondern mich zurückerinnere an die schönen Jahre, die wir hatten.

      Hallo Steffi65,

      ich hab auch mal eine Zeit lang in der Altenpflege gearbeitet und kann durchaus nachvollziehen, was du da so erlebst. Ich hatte damals eine Bewohnerin, die wollte einfach nur sterben und durfte nicht. Und mein Mann muss mit 55 Jahren einfach so sterben, da verstehe ich manchmal die Welt auch nicht mehr.

      LG Claudia
      Hallo,
      Ja danke ich hoffe , dass ich irgendwann besser damit umgehen kann.
      Ich war heute in der Apotheke und hab mir was pflanzliches zum Einschlafen geholt, denn ich kann schon wieder tagelang erst nicht einschlafen....guck um 2.00 Uhr immer noch auf die Uhr dann Schlaf ich irgendwann ein bisschen ein....Wache mehrmals auf guck um 5.00 schon wieder auf die Uhr und wenn um 6.00 Uhr der Wecker dann klingelt bin ich total fertig.
      Ich hoffe das Zeug hilft ein bisschen, abgenommen hab ich auch schon reichlich.Ich brauch einfach mal wieder Schlaf...
      Ich wünsche uns allen hier eine gute Nacht mit Durchschlafen und Erholung....ich denke das brauchen wir alle hier.
      Lg
      Hallo, liebe Steffi,

      die gleichen Probleme beim Einschlafen und nicht durchschlafen hatte ich auch. Ich war immer total gerädert, wenn morgens der Wecker klingelte. Und dann natürlich auch ist das Aufwachen immer wieder ganz schrecklich, die Angst vor dem neuen Tag. Mir hat dann mein Arzt Mirtatapin verschrieben. Das hat mir sehr geholfen und hilft noch. Ich schlafe wieder sehr fest, nur leider träume ich nicht mehr. Ich würde so gern von meinem Mann träumen...
      Liebe Grüße
      :kerze4: Ich vermisse dich so sehr... <3 <3
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      Beitrag von „MS-Rolli“ ()

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      Hey - bin ja noch relativ neu hier; entdecke aber überall Menschen, denen es ähnlich geht wie mir. Habe vor dem Tod meiner Mutter manchmal auch nächtelang wach gelegen vor lauter Sorgen um ihre Gesundheit; nun, wo sie am 31.10.17 verstorben ist, liege ich ebenfalls wieder oft schlaflos im Bett und heule. Ich kenne alle gut gemeinten Ratschläge und der Verstand sagt einem ja auch selbst, dass man die Trauer zulassen muss; trotzdem: es geht sehr rauf und runter; vieles kommt immer wieder hoch. Selbstverständlich möchte ich auf gar keinen Fall, dass die Mama weiter leiden muss, aber sie fehlt so sehr, auch wenn man die letzten Monate kaum noch mit ihr reden konnte, aber sie war einfach noch da. Sie ist ganz schön alt geworden mit 89 Jahren (das weis mein Verstand alles), aber sie hinterlässt eine unglaubliche Leere und Hilflosigkeit bei mir. An vielen Tagen empfinde ich es als unerträglich. Besonders, seit ich am Freitag in der Eifel war zu einer weiteren Beerdigung (Tante), die nicht weit von meiner Mutter weg beerdigt wurde.
      Ich habe mehrfach versucht, anders mit der Trauer umzugehen: Bild von der Mutter aufgestellt - mit Blümchen und Kerzen geschmückt etc.; vorübergehend ist es dann auch etwas besser, aber die Heulkrämpfe kommen ständig wieder und ich glaube, ich habe da zu wenig Verständnis für mich selbst. Alle meinen, dass das normal ist nach so kurzer Zeit, aber das tröstet mich nur wenig. War auch letzte Woche im Trauercafe beim Hospizverein; das war auch kurzfristig etwas tröstend, weil alle Anwesenden ja wissen, worüber man redet, da aber so viele Personen dort waren (12 Leute) konnte natürlich keiner richtig viel erzählen. Aber vielleicht kennt Ihr das ja auch. Der Schlaf stellt sich oft nur ein, wenn man wirklich erschöpft ist.
      Hallo,

      ich bin nun seit über 8 Monate ohne meinen Mann und auch ich kenne das Problem mit dem Schlafen. Ich nehme ein Medikament, nachdem es auch nach 4 Monaten immer noch nicht besser wurde und ich oft nachts stundenlang wach lag. Durchschlafen kann ich damit auch nicht, aber wenigstens hab ich so einen einigermaßen erholsamen Schlaf. Denn Trauerarbeit an sich ist ja schon anstrengend genug.

      Ich kann es nur immer wieder wiederholen, Trauer braucht einfach Zeit. Es lässt sich nichts beschleunigen, man kann das auch nicht mit dem Verstand steuern. MIt der Zeit werden die Trauerphasen kürzer und die Zeit dazwischen länger. Wie lange das aber dauert, ist bei jedem total unterschiedlich. Ich bin derzeit wieder in einer Phase, in der es mir besser geht. Aber das kann schon morgen wieder vorbei sein und ich sitze wieder hier und heule.

      LIebe Grüße
      Claudia
      Hallo,
      ja die Trauer braucht seine Zeit. Sie kommt auch manchmal so unerwartet, - ich saß gestern im Theater, mit meinen Töchtern - war ein wunderschöner Abend und mitten in der Vorstellung kommen mir die Tränen, und ich musste ganz stark an meinen Mann denken - wie schön wäre es wenn er neben mir sitzen würde. So werde ich oft von dieser Trauer überrascht.
      Nach nun 7 Monaten geht es mir ganz gut, sicher gibt es immer wieder Momente wo ich glaube mir zerreißt es mein Herz, vor Schmerz und Trauer. Aber ich nehme schön langsam wieder an dem "normalen Leben" teil und ich merke es tut mir gut.
      Schlafprobleme, wie oben geschrieben kenne ich Gott sei Dank nicht, ich lese sehr gern noch im Bett und das hilft mir sehr beim Einschlafen.
      Liebe Grüße
      Biggy
      Liebe Biggy61,
      mir geht es genauso wie Dir.
      Bei bestimmten Ereignissen, die eigentlich schön sein sollten, bin ich plötzlich traurig, weil der liebste Mensch nicht dabei ist. Dann versuche ich mich auf das Schöne zu konzentrieren. Das klappt von Mal zu Mal besser.
      Schlafprobleme habe ich auch nicht, da ich ebenfalls sehr viel lese.
      Außerdem nehme ich Johanniskraut-Dragees und Baldrian, um meine innere Ruhe aufrecht zu halten. Dadurch sind die schwierigen Momente nicht mehr so dramatisch und lange.
      Ich habe das Gefühl, dass das funktioniert. Kann natürlich auch ein Placebo sein.
      LG Syli
      Hallo ihr Lieben
      Ja vielen lieben Dank für eure Ratschläge.
      Ich will mich eben auch nicht mit diesen ganzen Medikamenten so "zu dröhnen...." aber auch bei mir erkennt man es Dank meiner tollen Augenringe sofort wie und ob ich geschlafen habe......Aber Baldrian und Johanniskraut kan ich ja mal probieren.
      Ich muss jedenfalls dringend was Unternehmen.....
      Also nochmal danke und liebe Grüße in die Runde
      Ja - ist leider so mit dem Schlafen; habe auch Baldrian u.ä. genommen; will aber wieder von allem weg kommen, da ich so viele gesundheitliche Probleme habe, für die das kontraindiziert sein könnte.
      Bin aber genauso "dünn beseidet" wie oben beschrieben. Kann auch bei der geringsten Kleinigkeit losheulen. Alles berührt mich, egal, ob Fernsehen oder Buch ....; geht mir nach nunmehr fast 3 Monaten nach dem Tod meiner Mutter auch so, dass ich manchmal einen "guten Tag" habe, aber genauso schnell auch wieder "im Loch" sitze und heule. Denke mal - das ist z.Zt. noch normal. Man darf nur nicht aufgeben und sich entmutigen lassen - auch wenn es sehr schwer ist ohne den geliebten Menschen, mit dem man viel Zeit verbracht hat. Manchmal gelingt es auch, sich mit schönen Dingen abzulenken, manchmal auch nicht. Der geringste Anlass reicht aus, um zu weinen! Hoffe, dass sich das nun langsam mal bessert. War heute Nacht auch wieder bis nach 4:00 Uhr wach.
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      Beitrag von „MS-Rolli“ ()

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      Ja es tut wirklich gut zu hören, dass es euch auch so geht.
      Manchmal hört man ja leider so Sachen wie es geht immer weiter und reiss dich halt zusammen..und so was....aber das funktioniert eben nicht immer bei mir und dann bin ich froh wenn ich hier lese, dass ich ja doch noch " normal" bin.
      Hab ja schon manchmal am mir selbstgezweifelt
      Ja - Steffi und Heiko - ihr habt ganz Recht; es tut immer gut hier zu lesen, dass diese ganzen Befindlichkeiten, die einen so überfallen und die man nicht steuern kann, bei fast jedem auftreten und man lernen muss, damit umzugehen. Scheint alles ganz normal zu sein. Ich finde es toll, dass man hier im Forum immer wieder Bestätigung findet, dass es anderen Menschen auch so geht. Das tröstet doch wenigstens ein bißchen.
      Steffi - ich denke mal es sind einfach nur "dumme Sprüche" von Menschen, die nicht so empfinden oder solche Erfahrungen noch garnicht gemacht haben. Es ist einfach nur etwas daher gesagt, was aber niemandem helfen kann. Zweifele nicht an Dir - Du bist in Ordnung ! Ich ziehe es mittlerweile vor, mich hauptsächlich nur noch mit Menschen zu unterhalten, die wissen, worüber sie reden. Sehr oft höre ich dann, wenn ich ehrlich sage, was los ist, dass dieser oder jener das auch schon erlebt hat .... - also, alles in Ordnung und normal.
      Ich habe selbst gesundheitlich sehr abgebaut seit dem Tod meiner Mutter und muss viele Schmerzen (auch körperlich) ertragen. KÖRPER UND GEIST SIND EINE EINHEIT! Bei mir wird das ganz deutlich. Die Ärzte können da auch nicht helfen! Also müssen wir es selbst schaffen, wieder aus dem tiefen Loch zu klettern, auch wenn es nicht einfach ist !
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      Beitrag von „MS-Rolli“ ()

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      Ja - ist wirklich so. War gestern wieder in der Eifel, weil für meine Mutter dort eine Messe gelesen wurde.
      Mein Onkel und meine Vettern und Cousinen, die 2 Monate nach dem Tod meiner Mutter die eigene Ehefrau und Mutter verloren haben, waren die "feinsten" Menschen der Welt und hatten gestern auf einmal für alles Verständnis, was sie vorher nicht wahrhaben und hören wollten. Nun haben sie eigene Erfahrungen und siehe da - alles hat sich geändert ! Sie hatten vorher auch kein Verständnis dafür, dass meine Mutter die letzten Wochen nicht mehr essen und reden (und damit auch telefonieren) wollte und konnte. Da wurde gehetzt und gelästert.

      Ich habe mich gestern zunächst sehr gefreut, wieder in der Eifel zu sein und "altbekannte" Gesichter zu sehen etc. - leider hat mich nun heute auch wieder alles eingeholt und ich habe schon gleich nach dem Aufstehen wieder eine Runde geheult. So ist das im Leben - Glück und Leid liegen eng beisammen!
      mal was zum thema schlafen von mir, mein mann verstarb ja in der dunklen Jahreszeit
      ​im Oktober 2015. auch ich konnte am anfang nicht schlafen bzw.durchschlafen. viele nächte
      ​waren es nur 2-3stunden. saß dann in aller frühe bei noch dunkelheit da es ja oft erst
      ​4uhr war und grübelte vor mich her. heute weiss ich das alles seine zeit braucht, jetzt
      ​und heute schlafe ich oft gute 8-9stunden. es ist alles erträglicher geworden, natürlich
      ​gibt es auch noch mal hin und wieder tiefe momente aber man hat inzwischen gelernt damit
      ​um zu gehen.......

      LG Monika/monalisa
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      Beitrag von „MS-Rolli“ ()

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      Ich weiss nicht, jeder sagt die Zeit heilt alle Wunden.....
      Nein das stimmt Absolut nicht.
      Jede Minute, jede Stunde,jeder Tag.....es gut so weh das Leben ohne Ihn...
      Alle wollen helfen ,aber keiner kann einem wirklich helfen....es ist einfach alles nur schrecklich noch.
      Das stimmt Steffi; die Zeit heilt überhaupt keine Wunden, aber man lernt mit der Zeit mit der Trauer und dem Schmerz anders umzugehen. Ich wollte das auch nicht glauben, aber jetzt, ca. 3 Monate später fängt es ganz langsam an, dass ich anders damit umgehen kann. Weh tut es aber immer noch genauso.
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