Der Schmerz ist nicht auszuhalten...

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      cali68 schrieb:


      Lieber MS-Rolli,
      das mit dem Holzkreuz ist echt schön, dass du das behalten hast. Hätte ich auch so gemacht. Und auch das mit der Leinwand, echt super.
      Die Weihnachtszeit ist für uns alle eine besonders schwierige Zeit, ich merke jetzt auch, wie die Tränen wieder lockerer sitzen. Es ist einfach alles so schlimm und unfair.
      LG
      Claudia

      Hallo Claudia, habe Dir eine mail gesendet (Leinwand)
      JA die Tränen
      das es so sehr "reinhaut" hätte ich nie vermutet
      manchmal reicht ein kleiner Auslöser
      eben beim Einkaufen > ich sehe zufällig die mini Muzen bei ALDI
      hatte sie - hatten wir -
      in dieser Jahreszeit immer gern mal zum Cappuccino als Beilage
      erst weitergegangen
      dann zurück
      in den Wagen gelegt
      und schon kribbelte die Nase > die Tränen waren im Anmarsch

      LG
      Heiko

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      Hallo Heiko,

      danke für die Mail. Das mit den Tränen ist so eine Sache. Ich weiß noch, mein Mann war erst kürzlich verstorben und ich stand im Aldi. Und plötzlich aus dem Nichts liefen die Tränen, ich konnte gar nichts dagegen machen. Das passiert in dieser Intensität zum Glück nicht mehr, aber ein spezielles Wort, ein Musiktitel im Radio reichen immer noch aus, mich zum weinen zu bringen.

      Liebe Grüße

      Claudia

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      Hallo, ich versuche mal was positives zu posten. Versucht den Satz zu begreifen: WEILICH DICH LIEBE LASS ICH DICH GEHEN.,Ich denk für mich sooft, ob eine ausweglose Trauer nicht auch ein Stück Egoismus sein könnte. Wir trauern doch auch um uns, denn wir können ohne unsere geliebten Menschen scheinbar nicht leben. Meine vor 15 Jahren gestorbene Mutter hat einen kurzen Satz mit viel Inhalt gesagt. ´´PETER--DENK IMMER DRAN--MIT DEN VERSTORBENEN KÖNNEN WIR NICHT LEBEN´´ Für mich war das immer Aufforderung um mit den Lebendigen zu leben. Und wenn Jemand gläubig ist--ich bin es---dann sollten wir uns einfach auf ein Wiedersehen freuen. Vom Todestag des geliebten Menschen fängt eine neue Zeitrechnung an. Jeden Tag, den wir überstehen, rücken wir automatisch näher an unsere Verstorbenen. Vielleicht auch ein kleiner Trost. Und wenn man mit den geliebten ``telefonieren `` will, dann kann man es mal mit einem Medium versuchen. Ich habe das schon öfters gemacht, mit Erfolg, denn jedes Mal kam was zum Vorschein, was das Medium nicht wissen konnte.
      Im Übrigen hat meine Lebensgefährtin Krebs und ich weiss nicht, ob sie das überleben wird. Mir steht also auch noch viel Schmerz und Depression bevor.
      Wir sollten einfach nur glauben, dass jede Trauer irgendwann mal weniger wird und wir denken dann mit Demut und Dankbarkeit an unsere Geliebten zurück und freuen uns, dass wir überhaupt ein paar Jahre mit ihnen geniessen durften.
      Bitte gebt nicht auf, macht weiter, lebt mit den Lebendigen, natürliuch ohne jemals unsere Verstorbenen zu vergessen. Und---unsere Verstorbenen möchten uns nicht so leiden sehen, das tut denen dann auch sehr sehr weh.Denn sie wollten ja nicht freiwillig gehen, der Tod hat sie einfach geholt. Und die wollen, dass es uns gut geht.
      Ich hoffe, ich konnte euch irgendwie ein klein wenig Trost spenden.

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      Hallo Peter,
      Naja der Sinn war schon richtig....mal Mut machen,aber sollen wir uns jetzt alle auf unseren eigen Sterbetag freuen, um unseren Liebsten wieder Nahe zu sein.....das ist aber auch makaber...oder...?
      Klar müssen wir mit den Lebenden leben,aber ohne den Liebsten ist es verdammt schwer.
      Ich war gestern zum Geburtstagskaffee bei meiner Schwester....also ich habe es versucht...zu leben mit den Lebenden. Aber es war einfach unerträglich...es ist einfach nichts mehr wie es war.
      Die Gesprächthemen sind einfach nicht mehr die selben....die "Probleme "der "Lebenden,sind doch in Wirklichkeit gar keine....irgendwie sieht man das jetzt ganz anders alles,also ich jedenfalls....
      Ich weiss nicht ob ich an ein Wiedersehen glauben kann. Aber ich weiss das die gemeinsame Zeit das Glück meines Lebens war und jetzt eben alles vorbei ist und das ist Realität und spiegelt sich in Heulkrämpfen, schlaflosen Nächten und extremer Apetittlosigkeit wieder.
      Ich wollte es wäre anders.

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      Zitat:
      es ist einfach nichts mehr wie es war.
      die "Probleme "der "Lebenden,sind doch in Wirklichkeit gar keine....
      irgendwie sieht man das jetzt ganz anders alles

      so geht es mir auch Steffi65

      meine Eltern sind schon vor XXL Jahren gestorben
      aber die Tiefe des Schmerzes beim Verlust meiner Frau
      ist eine GANZ andere Traurige Erfahrung
      mir graut derzeit vor "den Tagen" die vor uns liegen...
      Da rollt eine Trauer-Lawine auf einen zu

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      Genau so sieht es nämlich aus.
      Und all die "tröstenden " Worte, wie das Leben geht weiter...oder du hast noch soviel vor dir....ich kann es nicht mehr hören.
      Helfen kann dir keiner und es versteht kein Mensch,wie es tief drinne aussieht.
      Es gibt da ein Spruch der sagt glaube alles:
      " Den eigenen Tod stirbt man nur, mit dem Tod eines geliebten Menschen muss man leben ".

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      Hallo,

      mir geht es genauso wie euch. Das Leben ist einfach trostlos geworden, es fehlt das Wichtigste, was man hatte und leider ändert sich das auch nie wieder. Klar, wir können alle wieder in ein für uns zufriedenes Leben zurückfinden, und das wünsche ich mir auch für uns, aber so wie es mal war, wird es nie wieder werden. Und diese Erkenntnis verursacht nun mal Trauer, tiefe Trauer.

      Mir wurde kurz nach dem Tod meines Mannes auch gesagt, dass ich ihn ja wiedersehe. Da dachte ich nur, toller Trost, und wann wird das sein? Wenn alles gut geht, sprich ich alt werde, dann ist das vielleicht in 30 Jahren der Fall. Das hilft einem im Augenblick doch nicht weiter. Und der Spruch mit dem "Das Leben geht weiter" stimmt ja sogar, allerdings nur für die anderen. Für mich steht mein Leben seit diesem schrecklichen Tag in gewisser Weise still. Ich kann mich nicht mehr freuen. Es ist einfach alles traurig.

      Liebe Grüße
      Claudia

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      cali68 schrieb:

      Und der Spruch mit dem "Das Leben geht weiter" stimmt ja sogar, allerdings nur für die anderen.
      Für mich steht mein Leben seit diesem schrecklichen Tag in gewisser Weise still.
      Ich kann mich nicht mehr freuen. Es ist einfach alles traurig.

      Claudia
      das trifft es -auch bei mir- genau auf den Punkt

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      Trauer kann auch Liebe sein.

      Sicher hast du Angst, weil der geliebte Mensch scheinbar nicht mehr erreichbar ist.

      Als mein Geliebter starb habe ich all meine Liebe aktiviert, allein um das alles durchzuhalten. Für ihn sollte die Trauerfeier sein, nur für ihn. Ich habe durchgehalten. Danach viel geweint - bis heute manchmal noch.

      Aber eines ist klar: er ist in seiner puren Energie immer wieder hier bei mir. Das ist unglaublich schön. Gibt mir Kraft.

      Ich liebe ihn über unser beider Leben hinaus und ich wünsche ihm das Allerbeste, das Allerliebste.

      Es ist ein Loslassen in aller Liebe .......


      ......................................................

      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein
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