Der Schmerz ist nicht auszuhalten...

      Hallo,

      in den ersten Monaten, manchmal auch länger kann schon ein kleiner Auslöser reichen, um einen extrem aus der Bahn zu werfen. Bei mir ist es jetzt bald ein Jahr her, dass Mein Mann verstorben ist. Und derzeit geht es mir ziemlich schlecht. Und so reichten kleine Dinge aus, um einen aus der Bahn zu werfen.

      Liebe Grüße
      Claudia
      Hallo Claudia, das erlebe ich auch gerade sehr intensiv. Ich war heute eigentlich tapfer, hab versucht mich abzulenken, war viel draußen unterwegs. Wieder zuhause sind mir ein paar Ansichtskarten von unserem letztem Urlaub in die Hände gefallen, und schon bin ich wieder ein Häufchen Elend... Mein Mann fehlt mir so unendlich... ich weiß nicht, wie ich jemals über diesen Verlust hinwegkommen soll...
      Liebe Grüße von Regina
      Hallo Novemberregen,

      du kommst darüber weg. Es dauert nur noch sehr lange. Lass dir die Zeit. Wenn diese Ansichtskarten dich wieder in ein Häufchen Elend verwandelt haben, dann ist das so, ist aber auch gar nicht schlimm. Bedenke bitte mal, wie lange dein Verlust zurückliegt. Das sind ja grad mal gute 3 Monate. Da ist alles noch ein Scherbenhaufen. Lass dir Zeit, es braucht noch ganz viel Zeit, dass es dir besser geht.

      Liebe Grüße
      Claudia
      Ja es ist irgendwie nur furchtbar.
      Wenn ich einkaufen gehe ,ganz normal im Supermarkt und denk an nichts Schlimmes...dann seh ich die vielen Frühlingsblumem jetzt überall und schon muss ich los heulen, denn letztes Jahr haben wir ganz viele Blumenzwiebeln gesteckt im Garten damit wir es dieses Jahr schön bunt haben...
      Einfach so kullern die Tränen und alles tut weh.
      Liebe Steffi65,
      ich kann Dich gut verstehen. Auch ich hatte in den ersten Monaten wie aus dem Nichts Gedanken wie schön es jetzt mit der liebsten Person sein könnte. Wie wir den Frühling und den Sommer genießen könnten. Wo wir jetzt wären.... Stattdessen die traurige Realität.
      Ich denke, dass ist OK und richtig, wenn Du den Tränen freien Lauf lässt.
      Es wird die Zeit kommen, wo der Schmerz nachlässt. Da bin ich ganz sicher.

      Ich drücke Dich ganz doll :knuddeln:

      AL Syli
      Ich habe heute mit der Familie den Garten gerichtet und dass war immer die Aufgabe meines Mannes. Er war dann immer so stolz. Es war sehr schwer für mich und habe ununterbrochen geweint. Ich kann den Garten doch jetzt auch mit verkommen lassen. Der Lieblingsort meines Mannes.
      Ich konnte mich auch nicht darüber freuen als wir fertig waren.

      Regina im Geschäft geht es mir genauso wie dir. Ich kann mich dort nicht aufhalten und auch mir auch nicht das anschauen was mein Mann gerne gegessen hat. Im Moment habe ich auch das Gefühl, dass es mir immer schlechter geht.
      Liebe Lena. So ging es mir heute auch im Garten. Unser Garten war ein liebes Hobby. Ich war die Gärtnerin und mein Mann hat mir bei allem Schweren geholfen und beim Buddeln und Schleppen und Planen. Er ist sogar sehr gerne immer mit in Gartencenter gekommen um neue Pflanzen auszusuchen. Mein Mann hat es geliebt wenn ich etwas Neues im Garten geschaffen hatte es dann anzuschauen und er freute sich immer sehr. Und ich freute mich immer wenn er unseren Garten bewunderte. Wir haben dort sehr viel Zeit verbracht und die Tage im Sommer genossen an verschiedenen Plätzen im Garten. Heute habe ich mich selber überredet meinem Mann zuliebe seine Lieblingsrosen zu beschneiden. Aber die ganze Zeit war ich nicht bei der Sache und nur traurig und fragte mich die ganze Zeit warum und wofür ich das mache. Es macht mir keine Freude mehr und ich habe auch viele Tränen geweint. Und nun gerade stelle ich mir vor, wenn mein Mann mich gesehen hätte wie traurig ich war in unserem schönen Garten. Und ich glaube dann wäre er auch traurig gewesen. Das fiel mir gerade so ein. Unsere Männer wollen uns bestimmt fröhlich sehen bei dem was uns mal Spaß gemacht hat. Aber es ist schwer ich gebe dir da recht und ich empfinde es genau wie du. Liebe Grüße von Claudia
      Ja Claudia es ist sehr schwer. Heute hatte ich ja auch viel Hilfe, aber die können doch nicht immer da sein und oft habe ich gedacht, ich werde es nie schaffen alles zu bewältigen. Haus , Garten, Terrasse, meine Arbeit, die Kinder......
      Hallo ihr Lieben,
      es geht uns Männern natürlich umgekehrt auch so mit dem Garten. Bei uns war der Garten immer der Stolz meiner Frau und ich war nur der Gehilfe für die grobe Arbeit. Nun versuche ich den Garten irgendwie in Schuss zu halten. Am Samstag hatte ich mir vorgenommen hier den ganzen Nachmittag zu arbeiten, dann wollte ich vom Keller etwas holen und da stehen noch die Gartenschuhe und Gartenkleidung meiner Frau das hat mich in Tränen ausbrechen lassen und konnte und wollte nicht weiter arbeiten. Ja immer an irgendwelchen Kleinigkeiten des Alltags holt uns die Trauer wieder ein.
      LG Roland
      Roland auch ich ging in den Keller und da hängen immer noch die Sachen meines Mannes und das war auch zu viel für mich.
      Wenn man mein Mann mit dem Garten fertig war hat er immer gesagt "das ist Urlaub ".
      Ob ich das alles schaffe? Ich bin richtig alle

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      Hallo Claudia,
      vermutlich hab ich mich falsch ausgedrückt. Es ist ja eigentlich nicht mein Wunsch, über den Verlust meines Mannes hinwegzukommen. Es wird für mich immer ein großer Verlust bleiben. Ich hoffe nur, dass ich eines Tages dankend auf die schöne gemeinsame Zeit zurückblicken kann und nicht nur traurig, wütend, voller Selbstvorwürfe und Schuldgefühle.
      LG von Regina

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      Hallo,

      ​mein liebstes, mein Sohn ist am 285.02.18 verstorben, seit dem ist nichts mehr wie vorher. Ich bin irgendwo zwischen den Welten, gehöre hier nicht mehr her und der Schmerz ist so brutal, dass man meinen könnte, man platzt. Am Morgen ist es besonders schlimm. Wieder ein neuer Tag, der hoffentlich bald zu Ende ist. Die Lust am Leben???? Vollkommen verloren gegangen. Die Leere, das Vakuum nicht auszuhalten. Sterben ist einfacher. Wann wird das besser??? Wird es überhaupt besser??? Was hat das alles für einen Sinn?

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      Feine Sahne schrieb:

      Hallo,

      ​mein liebstes, mein Sohn ist am 285.02.18 verstorben, seit dem ist nichts mehr wie vorher. Ich bin irgendwo zwischen den Welten, gehöre hier nicht mehr her und der Schmerz ist so brutal, dass man meinen könnte, man platzt. Am Morgen ist es besonders schlimm. Wieder ein neuer Tag, der hoffentlich bald zu Ende ist. Die Lust am Leben???? Vollkommen verloren gegangen. Die Leere, das Vakuum nicht auszuhalten. Sterben ist einfacher. Wann wird das besser??? Wird es überhaupt besser??? Was hat das alles für einen Sinn?


      "Mein Beileid" - das klingt so nichtssagend und hohl angesichts so eines Schicksals.

      Das ist schlimm, ganz schlimm. Ich will mir das gar nicht vorstellen, was du fühlst, denn ich trauere um eine 86-jährige Mutter und das hat mich schon an meine Grenzen gebracht, weil sie der wichtigste Mensch in meinem Leben war. Dennoch ist es ganz sicher nicht vergleichbar mit dem unerhörten Schmerz, ein Kind zu verlieren.

      Ich will dir dennoch ein Geheimnis verraten. Ich bin nicht besonders gläubig, aber als es mal ganz schlimm war und ich nicht wusste, wie es weitergehen soll, bin ich einem Rat gefolgt und habe mich auf die Knie geworfen und angefangen zu beten. Und ich meine auch, dass mir von dort ein Trost gekommen ist und ich aufgerichtet wurde, weil ich mich niedergeworfen habe.

      Wahrscheinlich gibt es in solchen Situationen keinen anderen Weg, als sich in eine Position der absoluten Demut und Unterwerfung hineinzubegeben.

      Früher hätte ich das auch eher belächelt und gemeint, dass nur schwache und naive Menschen sich dem Gebet zuwenden. Aber die Trauer hat meine Sicht auf vieles doch verändert.

      Bei mir hat ein Gebet fürs Erste gereicht. Da dein Schmerz aber um ein Vielfaches größer als meiner ist, werden es bei dir sicher viele Gebete sein müssen.

      Wenn du magst, mach doch einen eigenen Thread zu deinem Sohn auf. Manchmal hilft es schon ein wenig, sich das ganze Elend von der Seele zu schreiben.

      Und natürlich darfst du zwei Monate nach dem Tod deines Sohnes nicht erwarten, dass irgendeine Lust am Leben zurückkehrt. Das wäre ja äußerst seltsam, wenn du das so locker wegstecken würdest. Nein, das muss schon so sein, dass du - als Zeugnis der Liebe zu deinem Sohn - erst einmal durch diese Hölle hindurchgehst.

      Irgendwann wird der Schmerz wohl einmal nachlassen. Meine Nachbarin beispielsweise hat auch ein Kind verloren und irgendwann auch wieder das Lachen gelernt. Aber bis dahin hast du noch einen langen Weg vor dir, für den ich dir viel Kraft wünsche ...

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      Hallo Feine Sahne,
      mein Beileid zu deinem Verlust.
      Ja, Sterben ist einfacher.... Die Liebe ist etwas sehr Wertvolles, das man nicht umsonst bekommt. Man muss tatsächlich auch einen Preis dafür bezahlen. Anders als beim Bäcker zahlt man allerdings nicht vorher, sondern hinterher und als wäre das nicht schon bitter genug, muss auch noch der Hinterbliebene den Preis für beide zahlen...
      Lust am Leben gibt es bei mir auch nicht mehr. Wie du schon schreibst, ein Vakuum hat sich in mir breit gemacht. Ich frage mich auch so oft, was das Leben noch für einen Sinn macht....
      Seit vielen Monaten hadere ich mit Gott und der Welt, weil ich alles so ungerecht und gemein finde, und doch habe ich auch etwas Kraft im Gebet gefunden, so komisch sich das anhören mag.
      Vielleicht hat das tatsächlich etwas mit der Haltung der Demut zu tun, denn es wurde einem ja alles genommen, was einem lieb und teuer war.
      Ich wünsche dir auch viel Kraft!
      LG von Regina

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      Feine Sahne, mir tut es sehr leid das Du sowas mitmachen musst. Es reisst so manches bei mir auf. Meine Eltern haben auch ihren Sohn verloren, ich also meinen Bruder. Der Schmerz war irgendwann "erträglich", ganz weggegangen ist er nie. Ich kann mich noch gut an die Zeit erinnern, meine Mutter hat es ein Stück weit zerbrochen.

      da komme ich mir ganz klein vor mit der Trauer um meinen 81jährigen Papa.

      ich wünsch Dir alles Liebe.

      LG
      Sabine

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      Liebe Sabine, liebe Regina,

      ​ja es ist in der Tat so, dass es mich so aus der Bahn wirft. Ich bin gläubige Christin, aber glaubt mir, im Moment bin ich nur am Anklagen. Die Frage nach dem " Warum" ist allgegenwärtig. Ich wünschte ich wäre tot. Bitte liebe Sabine, komme dir nicht klein vor mit deiner Trauer. Eine geliebte, nahestehende Person zu verlieren. Ein Papa und wenn er 81 ist, ist auch eine nahestehende Person. Sicher, mein Sohn war 20, das ist kein Vergleich. Aber ein Vergleich in der Trauer, den gibt es nicht. Da steht der Verlust, die Leere im Vordergrund. Der Gang zum Friedhof ist nun unser täglich Brot, anders kann ich das nicht verarbeiten. Dorthin zu gehen bringt mich ihm nahe, dort kann ich weinen ohne Ende. Aber das tue ich zu Hause auch. Auch beim Schreiben kommen mir ununterbrochen die Tränen. Wenn es gegen Abend geht, dann wird es mir leichter. Der Morgen ist brutalst. Als würde ich einen Faustschlag bekommen, als würde ein Dämon in mir wüten. Wenn es draußen hell wird, dann kommt der Schmerz und er hält mindestens bis zum Mittag vor. Alles fällt mir schwer. Mich aus dem Bett zu begeben, zu essen, den Haushalt zu richten. Mein Mann unterstützt mich da schon ordentlich, ohne ihn würde ich vor dem vollen Teller verhungern. Aber er trauert eben auch, ist am Boden zerstört. Auch mein älterer Sohn ist komplett von der Trauer überrannt. Sie haben soviel gemeinsam unternommen, waren gute Freunde.....jetzt ist alles aus. Das Leben, wenn man es noch so nennen kann, existiert in dieser Form nicht mehr. Alles ist dunkelschwarz.

      lg Iris

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      Liebe Iris,
      Auch von mir mein Beileid. Es tut mir so leid. Es ist einfach nur schlimm.
      Ich habe vor 11 Wochen meinen geliebten Mann und Vater meiner zwei Kinder plötzlich von einem Moment auf den anderen verloren. Ich (war) auch gläubig. Im Moment frage ich mich an was ich noch glauben soll.
      Früher war der Tag sehr oft zu kurz. Jetzt ist er einfach nur noch lang. Auch ich hoffe jeden morgen das es abend wird.
      Fühlt dich gedrückt.
      LG Lena

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      Liebe Iris. Es tut mir sehr leid was euch widerfahren ist. Den Sohn und Bruder als Familie zu verlieren ist unendlich traurig und es gibt keine Worte die euch trösten können. Das Einzige was ich dir sagen kann ist, wir sind alle hier und haben alle jemanden den wir lieben verloren. Auch das ist kein Trost aber du bist hier bei Menschen die mitfühlen mit dir und einfach da sind wenn du schreibst. Hier ist immer jemand der dir antwortet. Einen geliebten Menschen zu verlieren ist das Härteste was einem passieren kann. Und dementsprechend hart ist auch die Trauer durch die wir dann durch müssen. Es gibt keine Erklärung und es gibt keine Antworten. Es ist brutal und es ist ungerecht.
      Alle hier im Forum leiden und sind traurig und alle hier weinen und sind verzweifelt. Wir sind in Gedanken bei dir. Eine Umarmung von Claudia 1965

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      hallo Iris,
      meine Eltern waren früher auch gläubig, seit mein Bruder gestorben ist (er war 15) nicht mehr seit der Pastor bei der Predigt meinte "der liebe Gott wolle ihn unbedingt bei sich haben" und ich muss sagen selbst als damals 13jährige habe ich das nicht nachvollziehen können. Mit dem Satz komme ich bis heute nicht klar. Komisch, bei den älteren Menschen die ich verloren habe ist der Satz nie gefallen.

      meine Eltern konnten zum Glück gemeinsam trauern, das ist ja auch nicht immer so. Viele Ehen sind daran zerbrochen.

      LG
      Sabine

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      Hallo Sabine,
      da kann ich dich und deine Eltern sehr gut verstehen.
      Mein Mann wurde mir und meinen zwei Kinder ohne Vorwarnung von einer Minute auf die andere weggenommen und als der Pastor im zweiten Sterbeamt gepredigt hat "es war Gottes Willen " hätte ich am liebsten laut geschriehen und rausgerannt
    Liebeskummer Sorgen Forum