Ein "Altes-Hasen-Tagebuch" mit der Möglichkeit, auch mal zu antworten

      Huch aber auch.....den Begriff habe wohl ich hier eingebracht ABER dieser ist weder flappsig noch sonst wie abwertend gemeint ganz im Gegenteil.......ich habe mich damals bei den schon sehr lange im Forum verweilenden Mitgliedern für Ihre unermüdliche Hilfe bedankt.......und ganz ehrlich mir ist da nichts anderes eingefallen......

      @geri sorry aber irgendwie verwirrt mich Dein Beitrag etwas obgleich ich ihn auch irgendwie verstehe......ich habe das Forum damals übernommen weil ich nicht wollte das so etwas Großartiges einfach verschwindet.......Dunkle Sonne, die dieses Forum damals ins Leben gerufen hat, hat irgendwann festgestellt das Sie Ihre Trauer " überwunden " hat und suchte einen Nachfolger/in......wenn sich niemand gefunden hätte wäre dieses Forum wohl auch " gestorben ". Als ich damals hier ankam wusste ich einfach nicht wohin mit mir, mit meinen Gefühlen, mit meinen Ängsten........und da waren Sie dann Alle da, einfach so haben mir zugehört, geantwortet, getröstet aber auch mal sanft in den Popo getreten.......und schnell habe ich dann viele von Ihnen ins Herz geschlossen........irgendwann hab ich dann mitbekommen das der ein oder andere weniger schreibt, nur noch mitliest oder sich ganz einfach verabschiedet hat.......zuerst war ich auch na ja entäuscht und hab gedacht warum verlassen die denn das Forum jetzt aber das ist doch auch der Sinn dieses Forums.........wieder ins Leben finden........die Trauer bewältigen.........
      Klar, dem einen gelingt es schneller, der andere braucht länger aber im Grunde bin ich heute froh das der ein oder andere dieses Forum dann verläßt, denn es zeigt mir das dieses Forum " wirkt "......das es Sinn macht es zu betreiben......manchmal muss ich schmunzeln wenn ich sehe wer online war und sehe das es Mitglieder sind die schon lange nicht mehr schreiben aber immer noch vorbei schauen und ja, das macht mich ein klein wenig stolz.......
      Als wir hier vor einiger Zeit mal eine Gruppe nicht so netter Nutzer hatten war ich erstaunt wie viele der von mir als " alte Hase " bezeichneten User sich da zu Wort gemeldet haben und Funny und mir den Rücken gestärtkt haben.....das war schon toll.......
      Und bei einem bn ich mir ganz sicher : nur weil jemand dieses Forum verläßt oder weniger schreibt vermisst Derjenige seine Lieben nicht weniger......Sie haben nur " gelernt " damit irgendwie umzugehen.......
      Aber ich gebe Dir auch Recht....ich fände es auch schön wenn mache langjährigen User sich mehr zu Wort melden würden........aber man kann ja niemanden zwingen denn wenn man nichts zu sagen hat, dann hat man nichts zu sagen........

      LG
      Mäusi
      Ich denke, um den Begriff alte Hasen, sollten wir uns hier keinen Kopf machen.
      Ich bin nicht mehr sicher, wer den Begriff hier eingebracht hat, aber das er freundlich genau das traf, was ausgedrückt werden sollte, dass weiß ich noch.

      Wenn man will aber, findet man in vielen Begriffen etwas das nicht für alle passend ist.
      Wer sind die alten Hasen, so spontan übersetze ich das für mich - die, die länger hier sind, die, die ein gnazes Stück ihres Wegen geschafft haben - die, die Wissen besitzen, nicht Allwissend sind, davon mag ich Abstand nehmen.

      Alte Hasen, das sich daran mal einer stoßen könnte, meine Oma pflegte zu sagen, die alten Hasen, sind es, die die den jungen Ratschläge geben können, die sich auskennen, weiter sind, überlebt haben.

      Nein die nicht dazu da sind, die Neuen zu begrüßen, darin liegt auch ein Grund, warum viele hier im Forum nicht mehr aktiv sind.
      Wie mir ein lieber Mensch schrieb, ich muss gehen, ich habe alles gesagt, ich habe weiter gegeben und muss nun den Weg gehen, den ich hier gefunden habe.
      Alles was ich hier noch tun kann, ist mich zu wiederholen, wieder und wieder und wieder, es steht schon alles hier.

      Und ja das bedaure auch ich manchmal, die wertvollen Schätze sind verteilt hier im Forum, es wird aber nicht zurück gelesen, gestöbert.
      Es werden gleiche Themen eröffnet, sich neu ausgetauscht, dass aber geht nur mit denen die hier gerade aktiv sind, im lesen und schreiben.

      Jeder, der hier her findet, in seiner ersten Not, in überhaupt einer Not, auf der Suche, sollte auch einer sein, der wieder gehen darf, wenn er für sich gefunden hat.
      Darf aber gerne bleiben um weiter zu geben, sofern es ihm ein Anliegen ist, ein muss darf es nicht geben.
      Sie müssen selbst den Austausch noch wollen, vor allem aber können.

      Wie schwer aber ein Abschied aus einem Forum wie diesem sein kann, das weiß ich von einer bestimmten Person, die mir schrieb.
      Ich werde mein Profil nun löschen, ich komme sonst nicht davon los.
      Es zieht mich zurück, wie ein lieb gewordenes Ritual, mal eben noch schauen gehen - dann lese ich, und halte mich damit vom Leben ab.
      Sie schrieb davon, dass es einem auch zu viel abverlangt, immer neue Worte zu finden, sich in jede neue neue Trauer hinein zu versetzen, damit verbunden ruhendes in sich wieder hoch zu rufen, den gefundenen eigenen Frieden damit zu stören.

      So habe auch ich viele gehen sehen, erinnere mich gern an ihre Art zu schreiben, die Art weiter gegeben zu haben, wertvoll für mich.
      Weiß ich aber auch, dass es kein Ende von immer wieder mal traurig sein ist, kein Ende der Tränen.

      Ich achte sie, die alten Hasen, sie und die Stärke die es braucht zu sagen, das Kapitel ist abgeschlossen.
      Ich freue mich über die, die noch da sind, die noch lesen, weil sie es noch brauchen, das hier ein Platz ist, der ihnen noch etwas gibt und wenn es manchmal nur liebe Gewohnheit ist.
      Dann auch wieder mal etwas schreiben, weil sie sich angesprochen fühlen oder einfach mitteilen wollen.
      Zeichen setzen, aus ihrem Leben erzählen, uns mitteilen, wo sie gerade stehen.
      Ich bin anders als vermutet, selten wie erwartet und erst recht nicht wie es andere gerne hätten.


      Licht und Liebe, sind stärker als Tod und Schatten



      Hallo Ihr Lieben,
      nach über einem Jahr Trauer fällt es auch mir mittlerweile schwer, Beiträge in dieses Forum zu stellen. Und das ist auch gut so, weil dies bedeutet, dass sich ich ein gutes Stück vorangekommen bin.
      Allerdings hat mir dieses Forum mit all den lieben Mitgliedern soviel geholfen, dass es mir ein innerstes Bedürfnis ist, zumindest noch eine Weile, mit dem ein oder anderen Beitrag bei der Bewältigung des Unfassbaren zu helfen.
      Ich denke, dass es für jene, die noch ganz am Anfang Ihres furchbaren Schmerzes stehen, gut ist zu wissen, dass dieser irgenwann nachlässt. Es ist gut, dass Menschen, die aktuell das gleiche Schicksal erleben sich austauschen und den Schmerz herauslassen. Es ist aber auch gut, dass andere mitteilen, dass in dieser Dunkelheit irgendwann auch ein Licht aufleuchtet. Und diese Information kann nur von
      Mitgliedern kommen, die schon länger dabei sind.
      Ich selbst fand die Bezeichnung "alter Hase" daher als liebevolle Umschreibung für jene, die eigentlich nicht mehr im Forum sein müssten, aber dennoch Ihre Erfahrungen gern an alle neu Trauernden weitergeben. Dafür danke ich Euch "alte Hasen". Und ich hoffe, niemand ist sauer auf mich, dass ich bei dieser Bezeichnung bleibe. Für Vorschläge bin ich natürlich offen.
      Was mich anbetrifft, habe ich mir vorgenommen, zwischen Kaffeehaus und "Altes Hasen"Tagebuch im Wesentlichen zu wechseln und soweit ich es vermag, etwas Trost und Zuversicht zu vermitteln.

      AL Syli
      Wenn mich jemand als "Alten Hasen" bezeichnet, bin ich keinesfalls an Vereinsmeierei erinnert. Jedenfalls hier im Trauerforum nicht. Soll sich aber mal keiner wagen, mich ansonsten als "Alten Hasen" zu benennen oder - noch schlimmer - als "Alte Häsin" ... ! :rolleyes: ^^

      Ich bin gern hier, wenn ich spüre, dass es Zeit dafür ist. Und ich weiss, dass meine Beiträge immernoch einigen Trauernden etwas bedeuten. Auch für mich ist es sehr wesentlich, hier noch schreiben zu können. Es ist ein ganz besonderer Ort.

      Heute danke ich Gott, dem großen Geist, der Allmacht (wie immer wir das nennen, was über unserem Leben und auch über dem Tod steht) dafür, dass ich hier gelandet bin.


      AL Frieda


      ......................................................

      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein
      Danke! 8o

      Ähm, kann ich dir mal schreiben (deine Seite ist mir leider verwehrt). Oder vielleicht einfach nur mal im Chat treffen?!


      ......................................................

      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein
      Hallo Frieda,
      habe Dir eine PN geschrieben.
      Bin nicht der Chat-Typ. Vor langer Zeit sind wir uns beide dort begegnet und im Rückblick
      muss ich darüber lachen. Ich dachte wirklich, Du wärest seltsam, weil Deine Antworten so "kurz angebunden" waren. Sorry, nun muss ich über mich selbst lachen. :girl_haha:
      Ich bin auch nicht mehr so oft im Forum. Ich finde aber doch immer wieder hierher und wenn ich die Beiträge der "Neuen" lese kann ich ihren Schmerz so unerträglich nachfühlen denn der Schmerz war zu intensiv und zu einprägsam um ihn je zu vergessen. Inzwischen lebe ich wieder mein Leben, und es ist kein schlechtes Leben, aber in mir ist etwas kaputt gegangen was nie wieder "repariert" werden kann.
      Ich habe letztens beim Lesen des "Alte-Hasen-Tagebuchs" gedacht: "Inzwischen bin ich auch ein alter Hase." und ich fand es irgendwie erschreckend denn ich fühle mich gar nicht wie ein "alter Hase". Ich empfinde den Tod meines Mannes, trotz meines wieder wirklich erfüllten Lebens, immer noch so unbewältigt. Damit möchte ich den "Neutrauernden' keine Angst machen, denn ich habe einen guten Weg für mich gefunden aber ich möchte auch keine Hoffnungen wecken die dann nicht erfüllt werden können. Das Geschehene wird für immer Spuren hinterlassen und wohl auch jeden Betroffenen für immer verändern und doch kann das Leben wieder oder weiterhin lebenswert sein.
      LG
      und der Wunsch für alle hier, dass sie wieder zurück ins Leben finden.

      allesanders
      "Und wenn ihr fragt wo mögen sie sein? So wisst: Engel sind niemals allein. Sie können jetzt alle Farben sehn und barfuß über Wolken gehn.
      Geht dann ein Wind am milden Tag, so denkt: Es war ihr Flügelschlag."


      Liebe alles Anders,
      genau so empfinde ich auch. Mein Leben ist jetzt ein anderes, ich habe mich verändert und doch würde ich sagen ich komme zurecht, würde mir noch ein bisschen mehr glückliche und unbeschwerte Stunden wünschen, aber ich war damit auch früher sehr verwöhnt.
      Aber wie du auch sagst, wirklich berarbeitet habe ich den Tod meines Mannes noch nicht, und ch denke auch dass mich dieser Grundschmerz nie verlassen wird, er gehört jetzt zu meinem ich, und was allein helfen kann ist das zu akzeptieren und trotzdem nach vorne zu sehen.
      Allen liebe Grüsse
      Jenny
      Ja, das stimmt. Jenny. Mein Leben ist ist ein anderes geworden. Das hast du richtig gesagt. Mein Mann ist nun seit 3 Jahren und 4 Monaten nicht mehr bei mir. Ich vermisse ihn nach wie vor jeden Tag. Mein erster Gedanke und auch mein letzter jeden Tag ist mein Mann. Das wird sich wohl nie ändern. Ich habe mich irgendwie eingerichtet in diesem neuen Leben, erlebe auch schöne Momente, aber glücklich..... nein das bin ich wirklich nicht. Ein paar glückliche Momente sind die, wenn meine Enkel bei mir sind. Aber selbst da fehlt mir mein Mann.
      Aber, wie gesagt...ich habe mich irgendwie eingerichtet, ohne Groll oder Verbitterung, ich lebe halt mein Leben.
      Ich wünsche uns allen viel Kraft und vielleicht doch einige glückliche Momente.
      LG Chris
      Alles verändert sich mit dem, der neben einem ist oder neben einem fehlt.

      "Musste dich gehen lassen und konnte nichts tun.
      Still und ohne Schmerz hoffe ich, kannst du nun ruhn."

      Danke, das es dieses Forum gibt !!!
      Ich hätte auch in eine Trauergruppe in meiner Nähe gehen können. Leider könnte ich nicht regelmäßig dorthin gehen weil ich Vollzeit im Nachtdienst arbeite. Hier fühle ich mich verstanden und gut aufgehoben. So manches mal 'flüchte' ich mich hier her und es tut gut Menschen zu lesen denen es so geht wie mir und den Schmerz verstehen.
      LG von Doro
      Als du gegangen bist, hast du die Farben mitgenommen.
      Ja, und selbst wenn die Trauer schon länger her ist, beispielsweise schon Jahre her ist, wie bei mir .... gibt es immernoch Möglichkeiten hier im Forum, sich auszutauschen, etwas darüber zu schreiben, seine Gefühle zu schreiben.

      Manchmal erfasst mich die Trauer noch stark, nein das stimmt nicht, nicht mehr so stark wie früher, aber doch stark genug. Was soll ich schreiben: Trauer ist Trauer! Und wer einen geliebten Partner verloren hat, der weiss, was ich meine.

      Auch ich danke dafür, dass es dieses Forum gibt!

      AL Frieda


      ......................................................

      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein
      ich kann mich vielem, was hier geschrieben wurde nur anschließen. mein mann ist jetzt seit 3 jahren nicht mehr bei mir und das forum war damals das beste, was mir passiert ist in all meinem unglück. es war so etwas wie eine ersatzfamilie und ich war mehr online als off. der trost und die erfahrungen derjenigen, die schon länger hier waren, haben mir sehr geholfen und der austausch über den aktuellen schmerz mit denen, die damals auch ganz frisch waren war hilfreich, weil man mit seinem schmerz nicht allein war. heute schaue ich meist 1 x die woche hier herein, oder wenn mich gerade etwas besonders bewegt. ich lese gerne beiträge von den menschen, mit denen ich auch damals viel kommuniziert habe. ich überfliege einiges neue in bestimmten rubriken wie z. b. kaffeehaus. ich lese keine neuen trauergeschichten mehr, sie sind alle einzigartig und gleichen sich doch in ihrem schmerz, den ich aber heute nicht mehr teilen mag. es ist mir immer noch ein bedürfnis mein damals begonnenes tagebuch weiter zu führen. manchmal lese ich dort alte stellen, um zu sehen, wie gut ich doch vorangekommen bin. mein leben verläuft relativ ruhig mit kleineren höhen und tiefen. meine große trauer hat sich in dankbarkeit und erinnerung gewandelt. das vermissen ist eigentlich immer da, manchmal sehr stark. es gibt noch wenige momente in denen ich hemmungslos heule und mich hinterher wieder besser fühle. es ist wie eine reinigung. das erlebte wird uns prägen, für immer, bis an unser lebensende. ich lebe oftmals bewusster seitdem. überlege, welche dinge mir gut tun könnten, damit ich mein leben noch genießen kann. ich bin dankbar für dieses forum und danke heute mal den admins für ihre hingabe hier. und ich wünsche allen ein gutes vorankommen in ihrer trauer und der akzeptanz des neuen lebens.
      liebe grüße und eine gute zeit wünscht euch eure lucie/lonie <3 :)
      Erinnerungen sind kleine Sterne, die tröstend in das Dunkel unserer Trauer leuchten

      Die Erinnerung ist ein Fenster, durch das wir dich jederzeit sehen können
      Hallo zusammen, ich war lange nicht mehr hier, und wenn, dann habe ich mehr gelesen als geschrieben ... Aber einige Beiträge haben mich dazu gebracht mal wieder zu schreiben :)

      Mein lieber mann ist jetzt 2 Jahre nicht mehr bei mir/uns. Oft geht es mir gut und ich habe mich mit meinem "neuen" Leben irgendwie arrangiert - aber trotzdem bin ich oft traurig, er fehlt mir noch immer jeden Tag und bisher hat es nicht einen Tag gegeben, an dem ich nicht an ihn denke. Aber warum sollte ich auch nicht an ihn denken? Er war 30 Jahre der Mittelpunkt meines Lebens und wir haben gemeinsam so viel erlebt und auch durchgestanden, wir haben 3 Kinder groß gezogen und immer an ein langes gemeinsames Leben geglaubt. Aber ... das Leben hat seine eigenen Pläne. Gerade in den letzten Tagen bin ich wieder sehr traurig und weine viel - inzwischen nehme ich die tage so hin, sie kommen halt und gehen auch wieder, und oft geht es danach auch wieder einen Schritt weiter. Wie @Jenny29 bereits geschrieben hat - sein Tod hat mich auch verändert. Es gibt nur wenige Momente in denen ich mich "unbeschwert" und "glücklich" fühle - ich komme gut zurecht, habe wieder gelernt, dass ich fast alles alleine hinkriege, aber ich bin "unvollständig" - vielleicht versteht ihr, was ich meine. Aber ich merke auch immer wieder, dass ich seinen Tod noch nicht endgültig verarbeitet habe - der Schock ihn tot zu finden, das ganze, was dann geschehen ist, haben tiefe Wunden in mir hinterlassen - sie schmerzen nicht mehr immer, aber sie werden noch lange nicht heilen!
      Dieses Forum hat mir in den ersten Wochen und Monaten, im ersten Jahr und noch länger, sehr geholfen. Hier wurde ich "verstanden" mit all meinem Schmerz, meinen Ängsten und all den Gefühlen, die ich so oft selbst nicht zuordnen konnte. Das tat so gut und hat mir sehr geholfen! Heute mag ich auch keine neuen Trauergeschichten mehr lesen - sie tun mir noch weh, und ich merke schnell, dass sie mich berühren - manchmal auch zu sehr. Der Schmerz und das Leid sind immer so intensiv, und ich kenne diese Gefühle zu genau...
      Aber ich freue mich immer wieder, wenn ich "vorbeischaue" und ein paar bekannte Namen lese! Lieben Dank an alle, die unermüdlich hier helfen und unterstützen - ohne euch wäre dieses Forum nicht das, was es ist!!!

      Ich wünsche uns allen weiter viel Kraft, Geduld und Liebe auf dem schweren Weg - ich musste erst damit beginnen, mein Schicksal zu akzeptieren und anzunehmen, erst dann konnte ich ganz langsam beginnen nach vorn zu schauen.
      Liebe Grüße,
      Kerstin
      Was man tief im Herzen besitzt, kann man nicht durch den Tod verlieren. J.W. v. Goethe
      Alles war selbstverständlich - nur das Ende nicht
      Habe übrigens kürzlich einen Hasen auf einem Acker gesehen. Ob es sich allerdings bereits um einen "alten Hasen" gehandelt hatte, vermag ich natürlich nicht zu sagen. Mit Sicherheit bin ich älter als es der Hase gewesen ist. :)
      Wie ich in meiner Trauer ein gutes Stück vorangekommen bin

      Hallo Ihr Lieben,
      ich bin Euch ja noch eine Antwort schuldig, welche "persönlichen Tricks" ich zur Trauerbewältigung angewandt habe. Die schlimmsten ersten Wochen sind bei mir genauso wie bei Euch verlaufen - unerträglicher Schmerz. Doch was passierte dann bei mir? Darüber habe ich noch einmal lange nachgedacht und vorab möchte ich euch mitteilen, dass der unerträgliche Schmerz bei mir verschwunden ist. Natürlich bin ich noch traurig und denke ständig an die liebste Person, aber diese fürchterlichen Schmerzen und Weinkrämpfe, die sind weg. Ich bin ruhiger geworden.
      Ich kann nicht genau sagen, seit wann sie verschwunden sind. Das erste Mal, dass mir auffiel , dass sich etwas veränderte, war, dass ich plötzlich feststellte, dass ich tagelang meine Baldrian- und Johanniskrautdragees nicht genommen hatte. Dabei wurde mir klar, dass ich sie offensichtlich nicht mehr brauchte. Was hatte ich also getan, damit bei mir schleichend eine Verbesserung eintrat?

      Nach reiflicher Überlegung habe ich folgende Theorie:
      Vorab möchte ich klarstellen, um Missverständnissen zuvorzukommen, dass das mein persönlicher Weg war. Jeder muss und wird seinen eigenen finden. Ob es nun der Glaube, das Gespräch mit einem Medium, ein Tagebuch, Reisen, der Therapeut und vieles mehr sind. Alles legitim, völlig wertfrei. Hauptsache es hilft, um mit dem Unfassbaren umzugehen.

      Nun zu mir: Während meiner akuten Trauerphase nahm ich berufsbedingt an verschiedenen Seminaren zu Sozialkompetenz, Konfliktmanagement u.a. teil. Solche Seminare hatte ich schon oft im Leben und sie waren alle fantastisch. Sie haben mir sämtlichst gut getan. Ich hatte auch diesmal Aha-Effekte, hatte Spaß (ja wirklich!) und war vom Alltag und zu der Zeit von der Trauer abgelenkt. Aber wie so oft im Leben ging ich zwar hochmotiviert an meinen Arbeitsplatz zurück, doch binnen kurzer Zeit hatte mich der tägliche Wahnsinn wieder fest im Griff. Und die wertvollen Erkenntnisse aus den Seminaren waren aus den Augen aus dem Sinn und damit nicht durch tägliches Üben in die Praxis umgesetzt.
      Gleichzeitig war ich durch die Arbeitsverdichtung, die uns alle heutzutage betrifft, so unter Stress, dass ich mich wundere, keinen Nervenzusammenbruch bekommen zu haben.
      Ganz klar: Meine Nerven waren durch die Trauer ohnehin am Ende. Angeregt durch das Seminar suchte ich nach Möglichkeiten zur Stressbewältigung oder mentalen Stärkung. Ich habe in meinem Leben schon sehr viele gute Psycho-Bücher gelesen. Allein... die Umsetzung des Gelesenen war stets mein Problem. Ausrede: der Alltag, zu müde, keine Zeit etc.
      Dabei bin ich auf das e coaching (online-Seminare) der Krankenkassen gestoßen. Diese sind zeitunabhängig und doch mit Zwang, sich durchzuarbeiten und vor allem Übungen durchzuführen. Ziel war es, Stress zu erkennen und abzubauen und mentale Stärke zu erreichen.

      Zum Beispiel gehörte dazu der Auftrag, jeden Tag zu notieren, was ich an Schönem oder Positiven gesehen oder erlebt hatte. Ganz egal was. Es ging dabei einzig und allein um die Schärfung meiner Sinne auf das Schöne/Positive im Alltag oder Nachzudenken, was ich will.
      Dieses Beispiel und viele andere Aufgaben hatten mich dazu bewegt, ja regelrecht dazu gezwungen, über andere Dinge nachzudenken. Also den Fokus nicht nur auf den Verlust zu richten, sondern meine Gedanken bewusst in andere, in erster Linie eine positive Sichtweise zu lenken. Eigentlich wissen wir es ja, dass fast alles eine Kopfsache ist.

      Immer wieder habe ich dabei versucht, durch bewusste Anstrengung aus dem Gedankenkarussell auszubrechen. Also, wenn diese schmerzvollen Gedanken mich wie aus dem Nichts befallen hatten, befahl ich mir selbst, nicht daran zu denken, sondern an etwas anderes - meist Positves. Das war ein schwieriger Prozess. Und zu Anfang habe ich mich manchmal selbst gehasst, weil das Gefühl von "Verrat" an meine liebste Person auftrat, weil ich nicht an sie denken wollte.

      Diese Übungen müssen trotzdem etwas bewirkt haben. Denn heute kann ich zu jeder Zeit an die liebste Person denken und breche nicht mehr wie früher zusammen. Ich bin ruhig.
      Sicher, vor einigen Tagen habe ich am Grab mal wieder bitterlich geweint und ich bin noch voller Trauer, aber der unerträgliche, ständig präsente Schmerz ist weg. Auch von einem anderen Leben bin ich noch weit entfernt.

      Doch die Botschaft dieser Coachings war die Aufforderung, meinen Blickwinkel zu ändern, zu Lernen wie ich meine Gedanken kontrolliere und diese beeinflussen kann (mit meinem ureignenen Ergebnis). Natürlich war das Coaching nicht speziell auf Trauer ausgelegt, sondern lediglich auf den Einfluss unserer Gedanken. Und wegen der Trauer konnte ich den Wert des Coachings nicht in vollem Umfang ermessen.
      Doch ich bin überzeugt, dass diese Mühen der Grund waren, warum ich mit der Trauer heute besser zurecht komme.

      Und natürlich ist das schlimme Ereignis nach über einem Jahr auch etwas aus dem Zentrum meines Alltags gerückt ist (Faktor Zeit).
      Ich kann nicht behaupten, dass ich mich super fühle. Lediglich der unerträgliche Schmerz ist weg und die Trauer zieht mich auch nicht mehr permanent runter.

      Mit diesen Zeilen möchte ich bestätigen, dass das aktive Durchleben der Trauer wichtig und richtig für mich war, wenn auch sehr schmerzhaft. Aber dass ich auch irgendwann begonnen habe, mich aktiv - vor allem auch in Gedanken - dem Leben wieder zuzuwenden. Auch das war schmerzhaft.
      Jetzt - ohne diesen unerträglichen Schmerz - versuche ich weiterzumachen und es geht mir von Tag zu Tag besser.
      Was mir richtig gut gefällt ist, dass ich nunmehr zu jeder Zeit an die liebste Person denken kann, ohne dass ich weinen muss oder das Gefühl habe, verdrängen zu müssen. Irgendwann werde ich dann wohl einen Schritt weiter gehen und mir Fotos anschauen und hoffentlich in Liebe und Dankbarkeit an schöne, vergangene Zeiten zurückdenken. Das funktioniert akuell noch nicht. Wahrscheinlich dauert dieser Prozess Jahre (?)
      Ich werde Euch berichten.

      Alles Liebe und passt gut auf Euch auf,
      Syli

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „Syli“ ()

      Bald sind es 4 Jahre - ich kann es kaum glauben.

      Am Anfang war es gar nicht so schlimm: "mein Liebster ist tot ..." wie oft haben wir darüber gesprochen ... dann schrecklich, immer schlimmer, manchmal besser, aber die Zeit schien keine Wunden zu heilen ... viel Hilfe war da ... mein Liebster half auch "von drüben" mit ... doch die Trauer forderte ihren Tribut.

      Trauerzeit ist eine Zeit der Suche und des Findens. Ich jedenfalls habe mich selbst immer und immer wieder gefunden.

      Bevor ich ihn traf fühlte ich mich so ähnlich wie jetzt - nur mit dem Unterschied, dass ich damals suchte und heute gefunden habe.

      AL Frieda


      ......................................................

      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein
      Ich freue mich für Dich, liebe Frieda.
      Und deine Zeilen sind Beweis und auch die Hoffnung für mich, dass es nach der Trauer noch etwas gibt, wofür es sich lohnt zu leben. Fast bin ich neidisch, weil auch ich gern solch ein gutes Gefühl hätte ;)

      Ich jedenfalls bin noch auf der Suche und weiß noch nicht einmal, was ich eigentlich will/suche.
      Wahrscheinlich ist es schon ein Fortschritt, dass ich meine "Reise" fortsetze.

      Nein, ich darf nicht ungerecht sein. Es ist mir bereits gelungen, meine Einstellung / Gedanken zu ändern. Ich sehe plötzlich wieder Schönes, ganz besonders den Frühling. Einfach nur schön! Die Blumen, die zarten Blätter an den Bäumen, die Vögel... Für mich eine Quelle der Kraft und Energie.

      Ja, auch der Frühling fordert mich auf, meine Reise fortzusetzen und ich hoffe, dass auch ich irgendwann finde.
      :sekt:

      AL Syli
      Ihr Lieben....

      nun sitz ich hier und les eure Beiträge....und kann mich vielen Beiträgen anschließen....
      Das Vermissen...die Sehnsucht...der widerkehrende Schmerz...
      aber auch wieder fröhliche Stunden....mein Leben plätschert so vor sich hin...und ich bin froh wenn alles ruhig weiter läuft....ohne Tiefen....ohne besondere Höhen...
      der innere Kampf weiterzumachen....oder sich zurückzuziehen...

      Und ich bin so froh das es euch gibt...das es dieses Forum gibt...mir hat es sehr geholfen...

      alles Liebe
      Sorina
      Alles verändert sich, mit dem der neben einem ist oder neben einem fehlt.
      In meiner Trauer wohnt die Liebe
    Liebeskummer Sorgen Forum