Habe ich den Kampf verloren?

      Habe ich den Kampf verloren?

      Guten Tag,
      Ich habe am 23. Januar diesen Jahres mein Püppchen (meine Frau) nach langer, schwerer Krankheit für immer verloren.
      Wir waren fast 32 Jahre verheiratet.
      Der immer wieder kehrende Schmerz ist schlimmer als alles was ich bisher kenne gelernt habe.
      Unsere Beziehung war sehr intensiv. Ich will damit sagen, dass wir extrem aufeinander fixiert waren. Eine Folge davon ist ein kaum vorhandener Bekanntenkreis.
      Ja, ich wusste, dass ihre Lebenserwartung aufgrund ihrer Krankheit (COPD, Depressionen, Sauerstoff Langzeittherapie, Lungenkrebs 4 Monate vor ihrem Tod ) um einiges kürzer sein wird als gemein hin üblich (blöde Formulierungen - aber mir fallen gerade keine anderen Worte ein).
      Auch war ich der Meinung, alles erdenkliche für sie getan zu haben.
      Mittlerweile tauchen immer mehr Bilder aus der jüngeren als auch aus der länger zurückliegenden Vergangenheit in meinem Kopf auf.
      Dabei stoße ich öfter auf Situationen bei den ich meinen damaligen Einsatz in Frage stelle.

      Ich mache hier erstmal Schluss mit meiner Schilderung. Die Tränen nehmen schon wieder überhand.

      Martino
      lieber Martino
      ​zuerst mal mein aufrichtiges beileid ich fühle mit dir, hatte ach ein intensives
      leben mit meinem mann so das auch bei uns kaum ein bekanntenkreis war. wir führten
      ​ein zurück gezogenes leben wir genügten uns beide. mein mann starb auch an Lungenkrebs
      ​ich habe bis zum schluß alles für ihn getan und damit kann ich jetzt gut leben.
      ​bald werden die erinnerungen an deine frau dich immer mehr beruhigen es werden schöne
      ​erinnerungen sein. aber erst musst du dir die zeit der trauer nehmen, trauer will gelebt werden.
      ich schicke dir viel kraft, schau ruhig öfter hier rein es hilft.

      ​monalisa
      Hallo Martino,

      auch von mir mein aufrichtiges Mitgefühl und nein, den Kampf hast du nicht verloren. Gerade in einer persönlichen Beziehung oder Bindung hat man oft nicht dieses rationelle Handeln und Denken die ein Aussenstehender hat, viel zu sehr spielen die Emotionen ein zu große Rolle und erst im Nachhinein, wenn es eben zu spät ist, stellt man fest was man hätte anders machen können oder sollen. Ist aber Unsinn denn man würde ja instinktiv wieder so handeln wie man es eben tat. Man macht sich Selbstvorwürfe, zweifelt und dieses ständige "hätte ich nicht doch............." zerfleischt einen noch zusätzlich. Ich werde jetzt nicht schreiben dass du dir keinen Vorwurf machen sollst, denn ich mache mir ja selber immer wieder Vorwürfe, aber wenn du weißt dass du in jeder Situation alles richtig gemacht hast dann werden diese Vorwürfe schwächer, ich wünsche dir dass diese Zweifel an dir selbst dich nicht beherrschen.
      Lieber Martino auch ich mag leise Willkommen sagen.
      Schön, dass du in deinem Schmerz her gefunden hast, hierher wo der Schmerz sich bündelt und man nicht ganz allein damit bleibt.

      Verloren, wann hat man verloren, ich weiß es nicht.
      Zweifel aber kenne ich, nicht genug getan, falsches getan, man hätte alles anders machen sollen - all das kennen wohl einige hier.
      Und doch, BorSte hat recht, hätten wir anders gehalndelt, wenn wir in die selbe Situation kämen, ohne das Wissen im Jetzt.

      Ich bezweifel das auch, wir sind, wir sind, wie wir sind und kaum etwas wird man vorsätzlich falsch gemacht haben.
      Wissen das etwas falsch ist, so oft weiß man es erst später.
      Wie schnell man aber in Zweifel gerät, weil wohin denn mit all seinen Gedanken in derTrauer, die sich so gerne verselbständigen.

      Eine wahre, die antwort die helfen könnte habe ich leider nicht.
      Ich glaube aber in einer sehr intensiven Beziehung kann man nicht verstehen, warum das alles passieren musste, warum so, warum jetzt, warum uns.
      Am einfachsten aber ist es wohl einen Schuldigen zu haben, seine Wut, Verzweifelung darauf zu richten.
      Manchmal da bleiben nur wir selbst, hauptsache man kann es sich erklähren.

      Ich wünsche dir alles, was es gerade für dich braucht, vor allem den Glauben an eure Liebe, möge er stark genug sein um zu wissen, wenn Fehler passiert sind, am Ende ist jeder ein Mensch und Vollkommenheit und Allwissen ist uns nicht gegeben.


      Mit einer lieben Umärmelung,
      Funny.
      Ich bin anders als vermutet, selten wie erwartet und erst recht nicht wie es andere gerne hätten.


      Licht und Liebe, sind stärker als Tod und Schatten



      Hallo Martino,
      Vorwürfe machen sich höchstwahrscheinlich alle die so einen schweren Verlust erlitten haben.
      ​Wie soll es auch anders sein? Wer macht schon alles richtig? Fehler haben wir doch alle irgendwo und Fehler macht man auch in der Partnerschaft. Der Alltag bringt es einfach mit sich, dass man das Leben und die Partnerschaft nicht so lebt wie man es eigentlich sollte.
      ​Aber alle Vorwürfe bringen den geliebten Menschen nicht zurück und der geliebte Mensch würde es sicher auch nicht wollen das man sich Vorwürfe macht. Außerdem passieren Fehler auf beiden Seiten.
      ​Versuche doch einfach nur an die schönen Dinge zurückzudenken. Und glaube mir davon gibt es sicher mehr als von den anderen.

      GLG
      allesanders
      ”Komm Schicksal setz dich zu mir.
      Lass uns über mein Leben plaudern.
      Ich hätte da so einige Ideen.“
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