Meine Mutter fehlt

      Meine Mutter fehlt

      Liebe Mama,

      statt vieler Worte zum Fest einfach eine Kerze zum Gedenken an dich:



      Allzu gern hätte ich dich gestern bei mir gehabt. Nun muss es ohne dich weitergehen, Weihnacht für Weihnacht. Das kriege ich auch noch herum, denn nichts dauert ewig.

      Und trotz allem war es gestern doch ganz schön. Netter Besuch und Zuspruch von lieben Freunden. Und die Gewissheit, dass du in irgendeiner Form immer noch bei allem dabei bist und Anteil nimmst.

      Stärker als der Tod ist die Liebe.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „Marion68“ ()

      Liebe Mama,

      morgen ist Silvester - da hätte ich Schnittchen für uns beide gemacht und wir hätten mit einem Glas Sekt auf das neue Jahr angestoßen. Ganz sicher werde ich nun keine Flasche Sekt für mich allein kaufen ... Keine Ahnung, wie ich diesen Abend herumbringe, aber irgendwie wird er vorbeigehen - wie all die anderen Abende ohne dich ...

      Trotzdem wird es noch hart morgen Abend mit dem ganzen Geböllere, das du sowieso nie leiden konntest - schlimmer als Weihnachten, fürchte ich.

      Momentan habe ich wieder diesen blöden Druck auf dem Herzen, der von der Trauer und dem Entsetzen über deine Abwesenheit kommt. Vielleicht kriege ich ja mal einen Infarkt wie der Papa und dann ist es vorbei. Der Tod schreckt mich nicht mehr, seit du gegangen bist. Entweder sehen wir uns wieder, was ich sehr hoffe, oder es ist überhaupt nichts mehr, und dann ist auch die schmerzliche Erinnerung an dich und das Vermissen beendet.

      Die Freundinnen können dich auch nicht ansatzweise ersetzen, da gibt es doch immer ernüchternde Momente, die eine ist lieber mit allen möglichen Leuten unterwegs, anstatt mich mal zu fragen, ob ich weggehen möchte, die andere postet lieber jeden Tag auf Facebook, anstatt mich mal anzurufen oder mir eine Mail zu schreiben, und dergleichen mehr.

      Letztendlich bist du der einzige Mensch in meinem Leben gewesen, der mich NIE enttäuscht hat und auf den ich mich in jeder Situation absolut verlassen konnte.

      Abgesehen von den letzten Tagen, in denen du mich nicht mehr erkannt hast. Das war auch ein großer Schmerz für mich nach all den gemeinsamen Jahren, aber dafür konntest du ja nichts - dein Gehirn hat eben nicht mehr mitgemacht, und vielleicht war es in diesem Zustand, in dem du nicht mehr bei klarem Verstand warst, auch leichter für dich zu gehen ... Hättest dir ja sonst doch nur Sorgen um mich gemacht und mich dafür bedauert, dass ich allein zurückbleibe - da war es schon einfacher für dich, mich am Ende einfach mit deiner eigenen Mutter zu verwechseln ...

      Nun muss ich eben allein in dieses neue Jahr - mal schauen, was es so bringt. Allzu viel erwarte ich nicht, vielleicht gibt es ja wenigstens hin und wieder ein paar erträgliche oder angenehme Momente....
      Mal eine Frage an die Mitlesenden hier: Kurz nachdem ich den letzten Beitrag gepostet hatte, hat das große Metallteller aus dem Maghreb auf meinem Couchtisch einen ganz gewaltigen, lauten Rums gemacht. Ich stand in 1,5 Meter Entfernung vom Couchtisch und habe mir gerade eine CD in den Player geschoben.

      Kann so etwas natürliche Ursachen haben (zum Beispiel Ausdehnung/Zusammenziehung von Metall durch Temperaturunterschiede) oder ist das ein Zeichen aus der anderen Welt? Hat jemand schon mal etwas Ähnliches erlebt?

      Ich erinnere mich jedenfalls, dass das Metallteller, das dort seit vielen Jahren auf dem Couchtisch ist, irgendwann schon einmal so einen seltsamen Rums gemacht hat und ich mich sehr darüber gewundert habe. Habe das damals auch meiner Mutter erzählt und sie fand es etwas gruselig ... Ich weiß aber nicht mehr, ob der damalige Rums in einem zeitlichen Zusammenhang zum Ableben meiner Tante stand... Nach deren Tod gab es hier auch etwas seltsame Phänomene im Haus, für die ich bis heute keine Erklärung habe ... So hat tagelang eine Lampe nicht funktioniert, ließ sich einfach nicht einschalten. Ich habe dann eine neue gekauft, da ich davon ausging, dass sie kaputt ist, aber so ca. nach einer Woche tat sie dann wieder und hatte seither keinerlei Ausfallserscheinungen mehr. Das ist nun fast zwei Jahre her.

      Nein, liebe Leute, ich bin nicht verrückt, leide nicht an Halluzinationen und ich erzähle auch keine Märchen. Ich weiß, dass solche Dinge oft zu kontroversen Diskussionen führen, und habe mich auch gefragt, ob ich das überhaupt hier öffentlich schreiben soll. Letztendlich ist es mir aber auch egal, was andere darüber denken. Wer es nicht glaubt und für Blödsinn hält, soll dies ruhig tun.
      Liebe Marion,

      manchmal geschehen schon merkwürdige Dinge. Gut 3 Wochen nach dem Tod meines Mannes funktionierte sein Handy plötzlich nicht mehr richtig. D. h. man konnte nicht mehr damit telefonieren. Gut, ich brauchte es ja nicht zum Telefonieren, hab es aber trotzdem immer noch aufgeladen, damit es anbleibt. War ganz seltsam. Denn einige Wochen später ging es dann wieder und geht bis heute noch.

      Ich habe schon öfter davon gehört, dass nach einem Todesfall Lampen nicht mehr funktionieren bzw kaputt gehen. Es gibt wohl Dinge zwischen Himmel und Erde die wir nicht verstehen.

      Liebe Grüße
      Claudia
      Liebe Mama,

      da mein AB schon wieder vollgequasselt wurde, musste ich mich heute mal wieder durch deine Nachrichten durchhören, die ich nicht löschen mag, um eine Erinnerung an deine Stimme zu haben. Eine Nachricht lautete: "Wo bist du denn? Ich vermisse dich."

      Da dachte ich, ja, genau die Frage stelle ich mir auch, und genau so geht es mir auch!

      Trotz aller Trauer weiß ich aber auch, dass es ein Privileg ist, dich zu vermissen und diese Tränen um dich vergießen zu können, weil sie ganz einfach der Preis der Liebe sind, den ich bezahle. Denn als mir kürzlich eine Freundin erzählt hat, sie habe um ihren Vater nicht trauern können, weil er ein so unmöglicher Mensch war, da habe ich sie wahrlich nicht beneidet um ihre nicht vergossenen Tränen und hätte nicht tauschen mögen mit ihr.
      Hey Marion, das hast Du aber toll geschrieben ! Ja - die Trauer übermannt auch mich immer wieder - meine Mama ist am 31.10.2017 gestorben. Ich muss immer wieder weinen, wenn ich an sie denke und das ist täglich; aber Du hast natürlich Recht mit dem, was Du hier geschrieben hast. Noch schlimmer stelle ich es mir auch vor, wenn man nicht trauern kann um den Verstorbenen.
      Wir waren am Freitag auf der nächsten Beerdigung (Tante von mir); sie wurde nur 2 Grabreihen weiter beerdigt, als meine Mutter und es kam wohl vieles wieder hoch in mir. Manchmal weis ich auch einfach nicht, wie ich diese Lücke, die entstanden ist, füllen soll. Viele Tage sind ganz fürchterlich ! Aber wir müssen doch da durch - mal ganz gut, mal weniger gut! Wünsche Dir alles Liebe !
    Liebeskummer Sorgen Forum