Ich trauere um meinen Mann

      Ich trauere um meinen Mann

      Hallo,
      ich habe meinen Mann am 07. Januar im Alter von 55 Jahren verloren. Ich kann es nicht glauben und bekomme nicht die Bilder aus dem Kopf, wie er auf Intensivstation lag, beatmet und ihn nicht mehr geholfen werden konnte, weil alle Organe versagten. Ich träume davon und kann nicht mehr schlafen, immer wieder diese Bilder im Kopf.............
      Hey Beate, mein Beileid zu Deinem Verlust; kann ich sehr gut nachvollziehen - Deine Gedanken, die sich im Kopf eingeprägt haben.
      Meine Mutter ist am 31.10.2017 im Altenheim verstorben und ich war dabei und habe ihre Hand gehalten. Auch die 10 Wochen vorher, ab wo sie bettlägerig war und die letzten 4 Wochen mit Morphium werde ich wohl mein Leben lang nicht vergessen ....; sie war auch nicht mehr ansprechbar während der letzten Wochen und wenn sie etwas gesagt hat, war es aus der Vergangenheit; schlucken konnte sie auch nicht mehr und nicht mehr reden. Es ist ganz schlimm hilflos zusehen zu müssen, wie ein Mensch verfällt, ohne, dass man eingreifen kann.
      Ich habe dann eine sehr große Hilfe durch den hiesigen Hospizverein bekommen, der eine ehrenamtliche Dame abgestellt hat, die an den Tagen meine Mutter besucht hat, wo ich nicht dort war (jeden 2. Tag). Gesundheitlich war ich leider zu mehr auch nicht in der Lage. Die Dame hat mir dann abends eine SMS geschrieben, so dass ich auch an den Tagen zwischen meinen Besuchen immer wußte, wie es meiner Mutter ging. Auch durfte ich dort mit einer Trauerbegleiterin einige Termine machen und reden. Bin jetzt im Trauercafe, welches aber leider nur alle 4 Wochen stattfindet. Es ist aber auch dort sehr schön, weil alle die gleichen Erfahrungen habe. Sieh doch mal, ob es in Deiner Nähe so etwas gibt. Ist absolut empfehlenswert !
      Hallo Theri, danke für Deine Worte.....
      mein Mann hat auch einen langen Leidensweg hinter sich. Er hatte am 24.12.2008 eine Hirnblutung, war gelähmt, konnte nicht sprechen, wurde künstlich ernährt, aber er hat gekämpft und es ging langsam wieder aufwärts. Die Therapeuten und ich haben ständig mit Ihn geübt und er machte Fortschritte, konnte wieder essen, sprechen, lachen. Leider bekam er nie wieder seinen Harnblasenkatheder los, welcher dann auch die Eintrittspforte für die Keime und und der daraus resultierenden Blutvergiftung war. In seinen letzten Minuten konnte ich Ihn noch sagen, das gleich alles besser ist und er keine Schmerzen mehr haben wird. Er sah mich noch einmal an und nickte.....Ich werde den Augenblick nie vergessen können........
      Hallo Beate!
      Mein großes Mitgefühl für deine Trauer. Auch ich habe erst vor 4 Wochen meinen Mann verloren.Er wurde aus dem Krankenhaus als Pflegefall entlassen.Mit Sauerstoffgerät,Pflegebett und Pflegedienst und das für 3 Tage,dann ist er verstorben.Kurz vor Weihnachten.
      Aber ich bin froh das es so war,so konnte er zuhause für immer einschlafen und das im Beisein von mir und unseren Kindern.
      Das gibt mir ein zufriedenes Gefühl.und ich hoffe das ich über diesen schlimmen Verlust wenn auch ganz langsam mit der Zeit einwenig
      darüber weg komme.

      Bleib stark !!!!!! viele Grüße Christine
      wir schaffen das bestimmt mit der Zeit
      Ein liebes Willkommen liebe Beate.

      Ich wünsche dir ales, was es gerade für dich braucht, mögen die schrecklichen Bilder den schönen Erinnerungen weichen.

      Mit einer lieben Umärmelung,
      Funny.
      Ich bin anders als vermutet, selten wie erwartet und erst recht nicht wie es andere gerne hätten.


      Licht und Liebe, sind stärker als Tod und Schatten



      Danke euch allen,
      Am Freitag wird die Beisetzung meines Mannes im Ruhewald sein. Der einzige Trost ist für mich, daß er nicht mehr leiden muß.

      Trotzdem zerreisst es mich, man ist unfähig klar zu denken.........
      Mein Mann hat die letzten 10 Jahre so hart gegen seine Behinderungen gekämpft und hat viel erreicht, er wollte wieder leben.....

      Das Leben ist nicht fair.....

      L.G. Beate68
      :kerze3:
      Hey Beate, ja, wenn Dein Mann erst einmal beigesetzt ist, wird es ganz langsam wieder aufwärts gehen. Zunächst war es bei mir garnicht so schlimm, weil ich ständig etwas zu tun hatte - weist schon: Beerdigung veranlassen, später dann Danksagungen schreiben etc.; erst danach kam bei mir die Zeit zum Trauern und ich habe so manches Mal auch an meinem Verstand gezweifelt. Es ist unglaublich schmerzhaft; beim geringsten Anlass (Fernsehen, Buch etc.) fängt man an zu weinen und die Nerven liegen einfach blank. Es wäre auch merkwürdig (finde ich jedenfalls), wenn es anders wäre.
      Meine Mutter hatte auch einen Bauchdeckenkatheter, den sie nicht mehr los wurde und ständig erhöhte bis sehr hohe Entzündungswerte.
      Bei ihr ging es auch die letzten Wochen immer bergauf und bergab - 14 Tage nichts gegessen und getrunken, dann plötzliche Kehrtwendung; ich denke mal, dass sie nicht früher gehen konnte, weil mit meinem Bruder nichts in Ordnung war; den hat das alles nicht interessiert, obwohl meine Mutter immer alles für ihn getan und ihm geholfen hat. Er hat sie in 4 1/2 Jahren Altenheim 3 x für etwa 1 Stunde besucht und in den letzten 1 1/2 Jahren, wo ich jeden 2. Tag bei ihr war (trotz meiner Behinderung: inkomplette Querschnittslähmung), ist er überhaupt nicht mehr erschienen und hat auch nicht mehr angerufen.
      Hat dann zur Beerdigung des größten Kranz geschickt; ist aber - wahrscheinlich aus Feigheit - persönlich nicht erschienen. Mit seinem Verhalten hat er meiner Mutter sehr weh getan und ich denke, dass er seine gerechte Strafe irgendwann bekommen wird und wenn es ein schlechtes Gewissen ist.
      Ich finde sein Verhalten unmöglich, weil meine Mutter ihm nie etwas Böses getan hat und es auch keinen Streit gegeben hat. Da sollte man doch wenigstens - wenn die Mutter im Sterben liegt - über seinen Schatten springen können. Aber - nun ist es dafür zu spät !
      Du siehst also - das Leben ist wirklich kein Zuckerschlecken.
      Ich umarme Dich und wünsche Dir für Freitag viel Kraft!
      Liebe Beate!
      Ja die Beisetzung wird noch mal ein schlimmer Tag,aber dann kehrt etwas Ruhe ein.Ich gehe jetzt immer wenn mir danach ist auf den Friedhof,und verweile dort einwenig.Sehe nach den Blumen und ordne sie etwas,obwohl sie nun doch ganz schön leiden durch das schlechte Wetter.Und somit komme ich auch gleich zu meinen Spaziergang.
      Ich wünsche dir viel Kraft und umarme dich ganz herzlich
      Tschüß Christine ich kann dir alles nachfühlen sind bei mir auch erst 3 Wochen her
      Hallo Beate ,
      ich habe mein Mann auch am 1.1.18 nach einer Operation verloren, er war so voller Hoffnung das er so schnell ein neues Organ bekommen sollte aber er hat es nicht geschafft, ich begreif es auch immer noch nicht ,wir sind noch immer unter schock, wollten es nicht wahrhaben , alle sagten immer das wird schon alles gutgehen , wir sind noch so jung und hatten noch so viel vor . Ich habe auch die letzten Bilder immer wieder im Kopf . Meine Kinder unterstützen mich zwar ganz doll aber es ist doch unheimlich schwer . schreib gerne zurück Gruß
      Hey Beate, nun hast Du den schlimmen Tag auch überstanden. Ich weis, wie viele Dinge einem danach noch im Kopf rumschwirren. Wenn sich alles etwas beruhigt hat, bekommst Du erst einmal so richtig Zeit zum Nachdenken und Trauern - vorher sind ja immer noch so viele Dinge zu erledigen und so funktioniert man einfach zunächst einmal. Ich hatte ein ähnliches Erlebnis mit meiner Mutter wie Du mit Deinem Mann. Ich habe auch gemerkt, als sich die Atmung geändert hat und Sie keine Zeit mehr hatte und habe ihr gesagt : "Schöne Grüße an den Papa" (ist schon vor 10 Jahren gestorben); sie hat daraufhin auch die Augen aufgerissen und mich ganz klar angesehen, während die Augen vorher ganz glasig und weit weg waren. Ich denke mal, es war für sie die "Freigabe", dass sie gehen konnte. Sie hat dann noch zweimal geatmet und war dann weg. Ich habe gleich das Fenster geöffnet, damit die Seele raus kann und weis mittlerweile, dass sie gut aufgehoben ist in den höheren Sphären (wie auch immer man das nennen mag).

      Suche Dir Hilfe, wenn Du sie brauchst, z.B. beim Lebenskreis e.V. oder Hospizverein. Die bieten Einzel- und Gruppengespräche an, die mir sehr helfen. Das kann man alleine kaum durchstehen. Dort (auch in der Gruppe) haben alle ähnliche Erfahrungen gemacht und können darüber erzählen. Dort versteht man Dich und es ist nichts fremd, was Dich gerade berührt. Es ist ein geschützter Raum und man darf auch Gefühle zeigen. Ich umarme Dich und wünsche Dir viel Kraft !

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „theri53“ ()

      Hallo,
      nun war am Freitag die Beisetzung meines Mannes. Alles ist für mich wie im Film abgelaufen, immer noch unfassbar, einfach schwer zu glauben. Ich habe einfach nur funktioniert.
      Am Sonntag wäre der 56. Geburtstag meines Mannes gewesen. Mein Sohn und ich haben nach einen Besuch im Ruhewald noch einmal zusammen gesessen.
      Jetzt bin ich wieder alleine und es ist mir viel zu ruhig.
      Mein Sohn musste wieder zur Uni, weil er hat in 2 Wochen Prüfungen hat und ich werde ab Montag wieder arbeiten gehen, ist vllt. die beste Ablenkung. Ich hoffe, dass ich meine Schlafprobleme noch in den Griff bekomme. Ihr kennt das vllt. auch, sobald man eingeschlafen ist träumt man von Intensivstation und Beerdigung und wacht nach 3 Stunden heulend mit Herzklopfen wieder auf.
      Leider hilft da auch kein Baldrian und auf Medikamente möchte ich verzichten. Ich glaube, jeder muß auf seine eigene Weise das Geschehene verarbeiten.

      Ich danke Euch allen für die lieben Worte. Man ist hier nicht alleine und vielen ist es genauso ergangen wie mir. Ich wünsche Euch allen viel Kraft.

      L.G. Beate68
      Liebe Beate, du hast Recht, jeder muss es auf seine Art verarbeiten, vieles ähnelt sich, vergleichen sollte man nicht.
      Orientieren kann man sich an den Erzählungen anderer, sich bestätigt fühlen.
      Wie oft habe ich beim lesen gedacht, genau so hätte ich es geshrieben haben können, man kennt so einges, weil es einem da auch so gegangen ist und doch ist kein Trauerall genau gleich.

      So wünsche ich dir, das dir das arbeiten irgendwie helfen kann, weniger allein, einfach raus aus der Stile des Heimes auch wenn man sich oft dort am wohlsten fühlt.
      Wünsche ich dir für deinen Sohn die Ruhe die er für und in seinen Prüfungen braucht, gerade nach eurem traurigem Verlust, der Beerdigung.

      Man fiebert ja mit, ich habe das gerade selbst wieder miterlebt, man mag so gerne helfen aber da müssen unsere Kinder wohl allein durch, mehr als gute Wünsche und einfach da sein falls gebraucht wird, blieb mir nicht.
      Und nichts ist mehr wie es war und doch muss es weiter gehen, auch wenn man des öfteren einen Stillstan der Welt wünscht um nicht den Anschluss zu verlieren.

      Mit einer lieben Umärmelung,
      Funny.
      Ich bin anders als vermutet, selten wie erwartet und erst recht nicht wie es andere gerne hätten.


      Licht und Liebe, sind stärker als Tod und Schatten



      Liebe Beate!
      Ja,geh wieder zur Arbeit da kannst du doch etwas abschalten.Ich bin aber Rentner und den ganzen Tag zuhause,die Kinder sind auch auf Arbeit und am Abend will ich auch nicht immer bei ihnen sein.Auch die Kinder haben ihr eigenens Leben.
      Heute war ich mit meiner Nachbarin spazieren,ich freue mich wenn sie mich fragt ob ich mit gehe.Aber danach sitze ich auch wieder allein da.Irgendwie muß man doch allein zurecht kommen,und das Wetter ist auch nicht so schön.Manche können sich auch nicht so richtig in meine Lage versetzen,weil sie selber noch nicht betroffen sind.
      Aber liebe Beate wir sind " Stark " und schaffen das ,was auch immer kommen mag.
      Liebe Grüße Christine
      Ja - leider ist das so. In der Einsamkeit der Stille ist alles plötzlich wieder präsent! Bin auch schon lange Rentner aufgrund meiner Gesundheit. Die Probleme kommen dann noch dazu und man fühlt sich hilflos.

      Denke auch Christine, dass Du bei der Arbeit zumindest stundenweise abgelenkt bist;

      Dir, Heiko, wünsche ich alles Liebe für Dein Trauergespräch - freue mich auch schon auf nächste Woche, wenn ich wieder im Hospiz zum Trauercafe bin.

      Fühlt Euch alle umarmt !
      Meine Lieben!
      Da ich in einem Dorf wohne,gibt es keine solche Treffpunkte ich finde das sehr schade.Ich müßte dann immer weiter wegfahren,und wäre an den öffentlichen Verkehr gebunden.Ich fahre zwar auch selber Auto, aber nicht so gerne und man weiß nicht wie jetzt im Winter das Wetter ist.
      LG Christine
      Hallo Beate,
      auch ich habe meinen Mann am 24.1. verloren. Er hat den Kampf mit dem Krebs verloren. Die Beisetzung steht mir noch bevor und ich habe große Angst vor dem Tag. Jeder Tag ist so sinnlos und ich fühle mich so allein zu Hause. Mein Sohn kommt erst um 5 Uhr von der Arbeit heim. Jeder Tag ist so unendlich lange und ich weiß nicht wie ich ohne ihn weitermachen soll...

      Liebe Grüße
      Hey Curlygirl, mein herzliches Beileid zu Deinem Verlust! Ja - es ist ganz schlimm, einen geliebten Menschen gehen lassen zu müssen. Jeder, der das durchgemacht hat, kann es sehr gut nachvollziehen. Aber sei stark; lass zunächst einmal die Beerdigung vorüber gehen - danach wird es dann noch einmal ganz schlimm werden (war zumindest bei mir so), wenn die Ruhe einkehrt und alles erledigt ist und man nicht mehr "funktionieren" muss.
      Du kannst aber ganz sicher sein, dass sich der Schmerz mit der Zeit verändert; gewiss hört er nicht auf, aber er verändert sich mit der Zeit. Ich wünsche Dir ganz viel Kraft für die Beisetzung.
      LG theri53
      hallo Curlygirl !
      Auch von mir ein aufrichtiges Beileid.Ja der Tag der Beisetzung wird noch mal ein schlimmes Ereigniss,aber danach,und da hat Theri 53 ganz recht.Es wird dann etwas ruhiger,die Trauer wird noch sehr lange in unseren Köpfen sein.
      Freue dich auf deinen Sohn wenn er nachhause kommt dann bist du nicht allein und kannst mal mit jemanden reden.
      Bei mir ist das leider nicht so,ich wohne allein und muß mich immer mit etwas ablenken.Meine Kinder wohnen zwar auch auf meinen
      Grundstück haben aber ihr eigenes Haus,und ich möchte auch nicht jeden Tag bei ihnen erscheinen denn sie haben auch ein eigenes Leben.Obwohl sie immer sagen ich kann jeder Zeit kommen.

      LG Christine
      Liebe Curlygirl,
      ich kann mich meinen Vorgängerinnen nur anschließen. Die Trauer ist seit dem plötzlichen Tod meines Partners mein ständiger Begleiter. Aber die Trauer ist nicht mehr mein Feind...nein ich habe sogar versucht, mich mit ihr anzufreunden. Sie hilft mir, den Schmerz auszuhalten. Ich gebe dir auch Recht, dass die Tage sehr lang sein können, aber du hast deinen Sohn, mit dem du gemeinsam trauern kannst. Nimm dir alle Zeit der Welt und denke auch an deinen verstorbenen Mann...er hat es geschafft und ist nun auf der anderen Seite des Regenbogens. Ich denke, dass es ihm dort sehr gut geht ohne Schmerzen. Und er wird immer bei euch sein...nicht körperlich, aber tief in euren Herzen.
      Ich wünsche dir/euch für die bevorstehende Zeit ganz viel Kraft.
      LG Schnucki
    Liebeskummer Sorgen Forum