keiner fragt nach mir

      keiner fragt nach mir

      Hallo zusammen,

      ich melde mich heute in diesem Forum
      weil meine Mutter im Dezember 17 gestorben ist und ich mich oft sehr
      alleine und verlassen fühle weil sich seit der Beerdigung kaum
      jemand meldet und mich fragt wie es mir geht.

      Ich habe eine große Verwandtschaft und
      ein guter Freundes -und Bekanntenkreis.

      Nur davon merke ich seit der Beerdigung
      nicht so viel. Von meiner und meines Mannes Familie melden sich
      gerade einmal 2 Leute immer wieder und fragen wie es mir geht. Ein
      paar Freunde, Nachbarn und Bekannte auch gelegentlich. Aber vor allem
      finde ich es so unverständlich, dass da von meiner Familie und auch
      von meiner besten Freundin einfach nicht mehr kommt, also von den
      Leuten, die meine Mutter auch schon lange gekannt haben.

      Kurz zum Hintergrund: ich komme aus
      einer Patchworkfamilie, bin das einzige Kind meiner Mutter

      und hatte 4 Halbgeschwister von meines
      Vaters Seite her. Seine erste Frau und 3 meiner wesentlich älteren
      Geschwister sind schon verstorben. Ich bin verheiratet und habe einen
      Sohn. Wenn sie nicht wären, wäre ich wohl verloren! Nicht mal meine
      Schwiegermutter fragt nach, wie e mir geht.

      Alle Leute wissen, wie nahe mir meine
      Mutter stand. Wir waren ein Herz und eine Seele. Ich habe mich immer
      sehr um sie gekümmert. Jede Woche war ich zwei bis dreimal bei ihr.
      Wir haben jeden Tag telefoniert. Ich hatte auf jeden Fall das
      innigste Verhältnis zu ihr. Ich vermisse sie so!!!!

      Mein Vater ist schon länger tot. Meine
      Halbgeschwister hatten nie dieses enge Verhältnis zu ihrer
      „Stief“mutter. Sie hatte aber zu allen ein gutes Verhältnis. Nun
      ist sie tot und ich bin sozusagen „Alleinerbin“, da das eizige
      leibliche Kind und sie hat kein Testament gemacht. Ob das auch eine
      Rolle spielt kann schon sein. Das Verhältnis von meinen
      Halbgeschwistern untereinander war leider auch nicht sehr gut. Ich
      habe noch Schwägerinnnen und einige Nichten und Neffen in meinem
      Alter! und einen Halbbruder.

      Jedoch habe ich da in letzter Zeit
      immer das Gefühl, dass auch er sich distanziert und mich nicht mehr
      so unbedingt zur Familie zählt.

      Ein Beispiel: am Sonntag hatte er
      Geburtstag, normalerweise laden sie uns dann schon eine Woche vorher
      ein, ausgerechnet dieses mal kam nichts! Ich habe ihn dann an seinem
      Geburtstag angerufen, da hat er gesagt, wenn ihr wollt, könnt ihr ja
      kommen. Als wirt dort waren, hat von seiner ganzen Familie kein
      Mensch, auch er nicht gefragt, wie es mir geht. Hallo??? Was soll das
      denn????

      Auch sonst meldet sich niemand von
      meiner Familie, obwohl ich zu allen ein gutes Verhältnis habe.

      Ich verstehe es einfach nicht. Meine
      Freundin weiß auch, wie leer ich mich fühle, ich habe es ihr
      gesagt, sie erwiderte sie meldet sich und ich warte...... Ist es denn
      so eine kalte Welt geworden???

      Ich sorge mich mimmer um andere
      Menschen denen es schlecht geht. Bin aber in letzter Zeit auch oft
      ausgenützt worden. Ich war immer da, wo um Hilfe geschrien wurde
      aber wenn es dann wieder besser lief, brauchte man mich nicht mehr.
      So und jetzt meldet sich niemand. :wacko:

      Habt ihr auch ähnliche Erfahrungen
      gemacht?

      Auch mit Patchworkfamilie?

      Bin dankbar für eure Antworten

      Gruß flower73
      Hallo liebe flower73,

      zunächst sende ich dir mein ganzes Mitgefühl zum Tod deiner Mutter. Auch meine Mutter ist bereits gestorben und ich weiss, wie es dir deshalb geht.

      Zu deiner Frage, warum sich so wenige Leute bei dir melden bzw. fragen, wie es dir geht:

      Viele Menschen sind einfach total überfordert, mit einem/einer Trauernden "normal" umzugehen. Da Trauer in unserer Gesellschaft ein Tabuthema ist, fällt es den meisten Menschen sehr schwer, sich "richtig" zu verhalten und sie meiden lieber die Begegnung.

      Ausserdem ist es so - und das wirst du hier im Forum immer wieder lesen können - dass der Trauernde selbst ebenfalls Probleme damit hat, mit der Frage "wie geht es dir" einigermaßen umzugehen. Viele fühlen sich durch diese Frage unsicher oder sogar verärgert.

      Bitte hab Geduld mit dir und deinen Mitmenschen. Alles muss sich jetzt wieder neu sortieren ohne deine Mama. Gib der Trauer ihren Platz und ihre Zeit und sei nicht verbittert über deine Mitmenschen.

      Alles Liebe
      Frieda


      ......................................................

      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein
      Hallo liebe florentina73,

      was man von seinen Freunden, Bekannten oder von seiner eigenen oder angeheirateten Verwandschaft zu halten hat, merkt man oftmals leider erst in Krisenzeiten. Schon lange habe ich es mir abgewöhnt, jedenfalls habe ich es immer wieder versucht, von meinen Mitmenschen all zu viel zu erwarten bzw. zu erhoffen. Ich kann mir denken, dass meine Zeilen kein großer Trost für dich sind. Das tut mir Leid. Aber zumindest ich habe für mich erkannt, dass es oftmals besser ist, wen es einem schließlich gelungen ist, die Dinge so zu sehen wie sie sind, als irgendwelchen Träumen oder Hoffnungen hinterherzulaufen
      Liebe florentina73,

      der Tod der Mutter ist - auch wenn man nicht mehr ganz jung ist - schon ein ganz tiefer Lebenseinschnitt, umso mehr natürlich, wenn die Beziehung sehr tief und innig war. Diese Erfahrung musste ich leider auch machen. Ich hatte das große Glück, in dieser Situation eine neue Freundin zu finden, die mich vielleicht gerade deshalb so gut versteht, weil sie aktuell auch einen Lebenseinschnitt und eine völlige Neuorientierung in Form einer Scheidung mit Umzug aus dem Ausland aus einem großen Haus in eine kleine Wohnung zu bewältigen hatte. Dies war - ohne Todesfall - ganz sicher auch mit Trauer und Ängsten verbunden, sodass sie sich aufgrund dieser Erfahrung wohl ganz gut in meine Lage hineinversetzen kann. Diese Begegnung war für mich natürlich wie ein Sechser im Lotto. Leider ist es nicht jedem vergönnt, in dieser Situation auf entsprechendes Verständnis zu treffen. Während für einen selbst die Welt zusammenbricht, leben die anderen einfach ihren Alltagstrott weiter und verdrängen diesen sie nicht persönlich betreffenden Trauerschmerz natürlich auch ganz gern, anstatt sich allzu sehr darauf einzulassen, weil es ja an ihre eigenen tiefsten Ängste rühren könnte, wenn sie sich zu sehr damit auseinandersetzen. Das ist sicher enttäuschend, aber wohl auch etwas, was man - zu allem anderen hinzu - irgendwie aushalten muss.

      Ich wünsche dir alles Gute und dass es im Lauf der Zeit wieder aufwärtsgeht!
      Ein liebes Willkommen hier bei uns liebe florentina.
      Die anderen haben schon Recht, in der Not da finden sich die wahren Freunde, auch wie gut der familierer Zusammenhalt ist.

      Wenn ich auch heute für mich sagen muss, habe ich nicht vielen Menschen die Gelegenheit an mich heran gelassen.
      Weiß auch ich, wie schwer es manchen einfach fällt, in solchen Situationen sich nicht zu verhalten und tun bevor sie etwas falsch machen genau das - NIchts eben.

      Du könntest auf sie zugehen, sie sind ja da, auch so werden viele denken, so ging es mir auch, die lieb gemeinten Angebote, die sich später als so dahingesagt herausstellten.
      Gerade keine Zeit - müssen leider gleich noch weg, so viel zu du kannst immer kommen.

      Das Leben heute, es ist so schnell, da gilt es zu funktionieren, denn eines ist sicher, nur für den Trauernden da bleibt sie Zeit einen Moment stehen, ändert sich auf einmal alles, wirft einen aus der Bahn, befindet sich im Ausnahmezustand.
      Jeder in seiner Zeit, bei einigen bekommt man nicht mal etwas mit, so gut funktionieren die einfach weiter, verarbeiten die in einem rasantem Thempo.
      Ebenso aber gibt es andere, da dauert alles seine Zeit, mal mehr, mal weniger, und anderen einfach zu lange, da fällt er weg, der Welpenschutz der Trauer, das Verständnis, das können sie nicht verstehen, weil vielfach selbst nie erlebt, was eine Trauer in der Lage ist mit einem anzustellen.

      So kannst du nur auf die anderen zugehen, oder es so stehen lassen,sie stehen lassen, wo sie dich stehen ließen.

      Mit einer lieben Umärmelung,
      Funny.
      Ich bin anders als vermutet, selten wie erwartet und erst recht nicht wie es andere gerne hätten.


      Licht und Liebe, sind stärker als Tod und Schatten



      Bei aller Tragik unserer erlittenen Trauerfälle:

      Mal selbst an die eigene Nase fassen und kurz überlegen, wie die eigene Reaktion auf Trauernde im Umkreis vor dem eigenen Trauerfall war. War das nicht auch irgendwie unangenehm? Haben wir uns nicht mal vor einem Treffen, einem einfachen Hallo, einem lieben Dabeisein gedrückt? Waren wir nicht ebenfalls hilflos? Wussten nicht, was wir sagen sollten? Kam aus unserem Mund nicht dieses "ruf an, wenn was ist ..." oder "ich bin auf jeden Fall für dich da ... " oder "wenn du was brauchst ..." und mal ehrlich: Was soll schon sein, wenn die Trauer einen so richtig gepackt hat? Wie kann denn jemand dann für einen da sein? Was braucht man denn überhaupt?

      Und: wenn jemand am Anfang meiner Trauer mich fragte, wie es mir denn gehe, grummelte es in mir. Sicher war es lieb gemeint, aber wie soll es einem schon gehen, wenn man das Liebste verloren hat und nun sehen muss, wie es allein irgendwie weitergeht mit all dem Schmerz ... wie zum Teufel soll es einem da gehen?

      Also bitte beschwert euch nicht so sehr über eure Mitmenschen. Wir sind durch die Trauer in einem großen Ausnahmezustand und wer das noch nicht selbst erlebt hat, der kann sich überhaupt nicht vorstellen, wie sich das anfühlt, geschweige denn, wie dem Trauernden irgendwie zu helfen ist, wie mit ihm umzugehen ist.

      Sich immer über die Anderen zu beschweren macht eh keinen Sinn. Froh sein, wenn es jemand schafft, dich in deiner Trauer überhaupt zu erreichen, wenn du mal Luft holen kannst zwischendurch in all dem Wahnsinn, sich freuen über jedes kleine Licht und nicht zuletzt über dieses Trauerforum, das all den einsamen, traurigen Menschen ein Zuhause geben kann.

      So - das musste mal raus.

      AL Frieda


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      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein
      Hallo zusammen,
      Vielen Dank für eure Antworten. Ich hatte gestern vergessen zu schreiben, dass die Familie und auch meine Freundin zu der Zeit als meine Mutter im Sterben lag bis zur Beerdigung nach eineinhalb Wochen immer für mich da war und zwar die ganze Familie! Deshalb war es für mich auch viel leichter zu ertragen. Und auch jetzt sind noch ein paar Leute vom Freundes- und Familienkreis für mich da. Also ganz so schlimm ist es nicht. Aber es ist schon auch wahr, ich habe da mehr erwartet. Man sagte mir auch schon früher öfters dass ich einfach zu viel erwarte. Und es ist schon auch so wie Frieda sagt, nämlich dass man sich selbst bei anderen Leuten die einen Trauerfall hatten sehr schwer getan hat, ich zumindest schon auch. Als der Mann meiner Nachbarin bei einem Unfall ums Leben kam ist es mir sehr schwer gefallen zu ihr zu gehen. Auch die Anrufe bei meiner Schwägerin als mein Bruder starb, das war auch nicht einfach.
      Andererseits gibt es gerade in meinem Familien und Bekanntenkreis leider viele, die auch schon einen großen Verlust hinnehmen mussten. Sie dürften wissen, wie das ist.
      Bei all denen, die das noch nie erlebt haben da denke ich auch dass sie das nicht nachvollziehen können. Und ich muss sagen, als mein Vater starb und meine geliebte Oma war es für mich auch nicht so schlimm, denn da war ja noch meine Mutter da, die genau so getrauert hat. Nun bin ich die einzige die so trauert, die sie so vermisst da hab ich keinen Verbündeten mehr.Das ist auch ein Unterschied.
      Und es ist auch wahr, dass für diejenigen, die der Verstorbenen nicht ganz so nahestanden, nach der Beerdigung alles wieder seinen gewohnten Gang geht während für die allernächsten Angehörigen die große Lücke erst danach immer schmerzhafter bewusst wird. Und dabei bin ich jetzt fast allein. Das hat doch auch wieder mit der Tatsache zu tun, dass ich die einzige leibliche Tochter bin.Höchstens noch meine Nichte, ihre Enkelin vermisst sie auch. Sie mochte sie auch sehr und hat sie als einzige öfters besucht. Deshalb fragt sie auch wie es mir geht.
      Ich habe für mich herausgefunden, was mir im Moment guttut und was nicht und das mache ich und das nehme ich mir auch heraus zu tun. Und da gibt es Gott sei Dank noch zwei liebe Freundinnen die mich dabei unterstützen.
      Mir geht es jetzt gerade ein wenig besser. Nach dem Geburtstag meines Bruders am Sonntag ging es mir nicht so gut.
      Zum Schluss möchte ich aber noch was loswerden. Diese große Unsicherheit, dass man nicht weiß was man sagen soll und deshalb reagiert man gar nicht. Das lasse ich nun nicht mehr gelten !
      Man muss gar nicht immer etwas sagen. Man kann einen auch einfach nur umarmen und ihn anschauen, das ist oft auch tröstender als nach dem Befinden zu fragen oder ihn einfach mal einladen oder sagen dass man an ihn denkt, das hilft doch auch schon viel. Es ist immer besser, als gar keine Reaktion.

      Liebe Grüße
      Florentina
      Hallo,

      ich hatte dass auch in meiner stärksten Trauerphase bemängelt, scheinbar hat es niemand mehr interessiert, irgendwie fragte nach einer Weile kaum noch jemand usw. , Frieda hat Recht, ich verhielt mich ja auch nie anders und das Umgehen mit einem Trauernden ist ja so oder so schwer weil es kein Patentrezept dafür gibt. Höre ich heute in mir rein weiß ich allerdings dass sehr wohl viele Menschen für mich da waren, die mir in der schweren Zeit den Rücken stärkten, mir viele kleine Dinge abnahmen die für mich zum damaligen Zeitpunkt schier unlösbar schienen und die Zeiten in denen sich kaum bis wenig jemand bei mir meldete gaben mir auch die Ruhe wieder zu mir zu kommen, zu überlegen wie und ob es weitergeht.
      Wenn ich so richtig nachdenke,muß ich ehrlich eingestehen solange ich meine Ablenkung habe und beschäftigt bin fehlen mir die Kontakte der Verwandten und Freunde nicht .Aber wenn dann die Ruhephase eintritt und nicht gleich einer am Telefon oder an der Tür steht,dann kommen die Gedanken es könnte sich mal jemand melden.Also so muß man das auch sehen,vielleicht ist man doch auch etwas unfair.

      LG Christine
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      Beitrag von „Syli“ ()

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      Beitrag von „Syli“ ()

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      Sich zu ärgern hat noch nie wirklich etwas gebracht, ausser dass du dich selbst in eine unzuträgliche Position manövrierst. Es gibt nun mal Dummheit und Ignoranz und das oft nicht zu knapp.

      Syli bringt es auf den Punkt: die rosarote Brille wird gar nicht gebraucht, sondern Selbstreflektion und Einsichten in die Abläufe, die gerade um einen herum passieren. Du kannst Dummheit und Oberflächlichkeit nicht aus der Welt schaffen, doch du kannst dich davon distanzieren, das kostet zwar etwas Mühe, aber es lohnt sich.

      Es gibt immer Wege und wenn jemand ein Stück Weg nicht mit dir gehen möchte, dann eben nicht. Lieber allein gehen als mit unwilligen, mißmutigen Menschen zusammen.

      Wie @BorSte oben schreibt: oft ist es einfach besser, allein zu sein. Denn mit dir selbst kannst du dann einiges klären.

      AL Frieda


      ......................................................

      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Frieda“ ()

      Hallo Christine, Hallo Syli

      Mir geht es gerade auch so, wie ihr beide sagt,
      Ich bin froh um meine 2 Jobs und um meine Liebe Spielgruppe und den tollen Tanzkreis um meinen Mann und meinen Sohn. Wenn ich das alles nicht hätte würde es mir noch schlechter gehen ganz bestimmt. Aber ja, jedes mal wenn es ruhig wird, dann denke ich auch, die Familie sollte auf mich zukommen. Und es ist ja nicht so, dass sie nicht wissen wie damit umgehen. In den ersten beiden Wochen waren sie sehr wohl für mich da. Und es hat mir sehr gutgetan.
      Wahrscheinlich sind sie alle wieder zur Tagesordnung übergegangen. Das ist schon so in unserer schnelllebigen Zeit. Hinzu kommt eben auch, dass sie alle zu ihrer " Stiefmutter" und Oma doch kein so enges Verhältnis hätten wie ich.
      Wenn jemand im Umfeld genauso trauert, kann er einen ja auch besser verstehen. Man sitzt im gleichen Boot.

      Und wenn man dann auf andere zugeht, kommt dann zurück, dass man selber viel am Hut hat, es einem selber nicht so gut geht, selbst Sorgen hat und und..... Das bringt dann auch echt nicht viel.

      Deshalb bin ich auch gerade am Nachdenken um zu reduzieren. Solche Leute tun mir einfach micht gut. So wie es Syli sagt.
      Zum Glück gibt es noch ein paar Menschen, die
      für mich da sind.
      Nach dem Tod meines Mannes vor 2 Jahren habe ich von verschiedenen Seiten Unterstützung erhalten. Von eingen leider nur sehr kurz und halbherzig. Auf der anderen Seiten sind mir Menschen entgegen gekommen von denen ich es nicht erwartet habe und auf jeden Fall war es für mich wichtig mich von einigen angeblichen Freundschaften zu verabschieden und in meinem Herz Platz zu machen für Andere.
      Manchmal kann ich es in der Erinnerung nicht fassen wie viel sich beröndert hat in meinem Leben. Aber ich versuche mich auf die neue Situation einzustellen jnd so wie viele hier das Beste daraus zu machen. Gelingt nicht immer.
      Ich glaube mein Mann schickt mir ab und zu ein hilfreiches Wort von lieben Menschen vorbei, so schaffe ich es immer wieder nach vorne zusehen.
      Ich wünsche mir für dieses Jahr mehr von diesen leichteren Momenten voller Hoffnung und erwas Frieden mit dem Geschehenen.
      Das wünsche ich Euch auch. Nur das Beste und ein schönes Wochenende.
      Jenny
      Nach dem Tod meines Mannes hatte ich nicht mehr oder weniger Unterstützung,
      wie zu Lebzeiten meines Mannes auch. Der große Unterschied bestand jedoch darin,
      dass ich vorher meinen geliebten Mann an meiner Seite hatte, der alles
      gemeinsam mit mir getragen hat......................

      Und wer vor dem Verlust des geliebten Menschen wirkliche Freunde hatte,
      der hat diese auch heute noch. Und wenn die Verwandtschaft auch vor
      dem Tod des geliebten Menschen immer fest zusammenhielt,
      dann stehen sie danach noch hilfreich zur Seite, wenn man dies will
      und wenn es ihnen möglich ist. Aufgrund weiterer Distanzen, leider
      sehr oft nur telefonisch, aber für mich war dies sehr hilfreich und
      hat mir geholfen.

      Und man darf auch nicht vergessen, dass Jedermann sein eigenes Leben
      lebt, seine Familie und eigene Verpflichtungen hat.
      Für die nicht Betroffenen hat sich weder ihr Leben noch die Welt verändert.

      Und zu den Menschen, zu welchen wir vorher auch nur lockeren Kontakt
      hatten, mit welchen wir gerne gefeiert haben, mit welchen ich bzw. wir
      sehr schöne Erlebnisse hatte/n, habe ich auch heute noch lockeren Kontakt
      und all dies sind liebe und gute Bekannte und nicht mehr oder weniger...........
      Und zu Freunden, das sind sehr wenige, habe ich auch heute noch
      freundschaftliche Beziehungen und habe auch wirkliche Freunde
      dazu gewonnen.
      Und mit den Verwandten, mit welchen ich schon immer guten Kontakt habe,
      pflege ich auch diesen heute noch.

      Und zu den Menschen, die sich nachher nicht mehr gemeldet haben, habe ich den
      Kontakt abgebrochen, aber diese Kontakte fehlen mir auch nicht.
      Aber all dies sind Dinge, die habe ich auch schon zu Lebzeiten meines Mannes
      so gehandhabt, nur habe ich mir darüber keine weiteren Gedanken
      gemacht, es hat sich für mich nichts Wesentliches verändert,
      denn ich war ja nicht alleine.........................

      Und jetzt sollte man auch einmal ganz ehrlich sein; es war auch verdammt
      schwierig, sich auf meine Gefühlsschwankungen in der ersten Zeit nach dem
      Tod meines geliebten Mannes einzustellen bzw. mit meinen teilweise
      kontroversen Reaktionen umzugehen.

      Meine jüngere Schwester hat es mir einmal ganz klar gesagt, am Anfang
      war ich beleidigt, aber im Nachhinein stimme ich ihr 100%ig zu.
      Ich habe mich sehr verändert, habe total anders reagiert und es war mit absoluter
      Sicherheit weder für Freunde, Bekannte geschweige denn für meine Familie einfach,
      sich darauf einzustellen bzw. damit umgehen zu können. Auch dies
      hat Zeit und viele einfühlsame Gespräche erfordert.
      Und wer wartet, dass die Menschen auf einen zukommen, der
      wird vermutlich vergebens warten und alleine bleiben.
      Man muss selbst tätig werden, denn gerade in Ausnahmesituationen
      wissen auch viele im nahen Umfeld lebenden Menschen nicht, wie
      sie mit Trauernden umgehen sollen.
      Habe ich mich vor dem Tod meines geliebten Mannes anders verhalten?
      Die Antwort ist; teilweise "ja", aber auch teilweise "nein".
      Unser eigenes Leben wurde weder beeinträchtigt, noch verändert.

      Es werden auch in Zukunft Situationen eintreten, die Veränderungen
      mit sich bringen. Man kann jedoch nur selbst etwas verändern, um mit
      sich und mit seinem Umfeld zufrieden zusammen zu leben, aber auch dies
      benötigt entsprechende Zeit und Einsicht beider Seiten.

      In diesem Sinne wünsche ich allen ein friedliches und schönes Wochenende.

      Liebe Grüße Regine


      Je schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer die Trennung.
      Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in eine stille Freude.
      Man trägt die Erinnerung wie ein kostbares Geschenk in sich.
      Spatzerl, ich liebe Dich unendlich und vergesse Dich nie.

      MS-Rolli schrieb:


      Es schmerzt schon muß ich zugeben
      wenn man bedenkt das meine Frau ohne mich bereits mindestens seit 10 Jahren in einem Pflegheim gelandet wäre

      Mir war all die Jahre die Pflege nie zu umständlich


      LG Heiko


      Heiko, das ist schon sehr schade, dass du für die große Leistung, die du da in Form jahrelanger Pflege deiner Frau erbracht hast, so wenig (bzw. wohl mehr oder weniger gar keine) Anerkennung aus deinem direkten persönlichen Umfeld bekommst!

      Ist bei mir aber leider ähnlich in Bezug auf meine Schwester!

      Nein, das ist nicht schön und einfach traurig - und da darf man schon auch mal enttäuscht sein und dem auch Ausdruck geben.

      Letztendlich müssen wir eben versuchen, da irgendwie drüber zu stehen. Denn wir wissen ja, was unsere lieben Verstorbenen uns bedeutet haben und was wir für sie getan haben. Und vor allem SIE wussten das! Und darauf kommt es letztendlich an. Da müssen uns die anderen eben einfach egal sein.
      Wer Erwartungen an sein Umfeld stellt, der
      wird sehr oft enttäuscht werden. Manchmal werden
      sie erfüllt, aber sehr oft nicht.

      Ich habe bisher die Menschen, meinen Mann und
      teilweise meine Schwester, gepflegt, die ich liebte
      und die mir am Herzen lagen. Jedoch ohne irgendwelche
      Erwartungen an die Menschen in meinem Umfeld.

      Es war für mich selbstverständlich und ich habe
      lediglich an mich selbst die Erwartung gestellt,
      dass ich niemals mit dem Gedanken leben will;
      "hätte ich". Und das ist ein wunderbares Gefühl
      und dafür bin ich unendlich dankbar.

      Je schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer die Trennung.
      Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in eine stille Freude.
      Man trägt die Erinnerung wie ein kostbares Geschenk in sich.
      Spatzerl, ich liebe Dich unendlich und vergesse Dich nie.
      Lieber Heiko,

      es ist schon traurig, dass Menschen, die in der Nähe wohnen,
      dermaßen gleichgültig , für mich abartig, reagieren, wenn sie
      Verwandte, die nicht so mobil sind, nicht mit ihrem Auto mitnehmen,
      wenn sie selbst einen Besuch im Pflegeheim machen.
      Und an solche Menschen, die so leben und reagieren, sollte man
      niemals Erwartungen stellen, denn diese werden mit
      absoluter Sicherheit nicht erfüllt.
      Ich bin absolut kein gläubiger Mensch, aber glaube ganz feste daran,
      dass Gottes Mühlen langsam mahlen, aber gerecht................

      Für mich war es selbstverständlich, meine inzwischen verstorbene
      Schwester, zum Arzt zu fahren, sie zum Einkaufen zu fahren, wenn
      mein Schwager unterwegs war bzw. ganz einfach mal eine "Auszeit"
      von der Pflege benötigte.
      Wir sind sehr oft Samstags, wenn es ihr den Umständen entsprechend
      gut ging, zum Bummeln gefahren, haben einen Kaffee getrunken
      und uns unterhalten. Mit Auto kein Problem, denn wenn sie müde wurde,
      konnten wir nach Hause fahren.
      Somit konnte ich noch wunderbare Zeiten mit meiner
      geliebten Schwester zusammen verbringen,
      die für mich im Nachhinein unendlich wertvoll sind.

      Es ist für mich auch selbstverständlich, wenn ich schon fahre,
      Jemanden, den ich kenne, mitzunehmen zum Einkaufen,
      um größere und schwere Dinge zu transportieren oder etwas
      mitzubringen.
      Das mache ich grundsätzlich mit einer mir sehr lieben Nachbarin.

      Deshalb nicht ärgern; denn es gibt solche und solche Menschen.

      Ein schönes Wochenende und liebe Grüße Regine
      Je schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer die Trennung.
      Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in eine stille Freude.
      Man trägt die Erinnerung wie ein kostbares Geschenk in sich.
      Spatzerl, ich liebe Dich unendlich und vergesse Dich nie.

      agadir schrieb:


      es ist schon traurig, dass Menschen, die in der Nähe wohnen,
      dermaßen gleichgültig , für mich abartig, reagieren, wenn sie
      Verwandte, die nicht so mobil sind, nicht mit ihrem Auto mitnehmen,
      wenn sie selbst einen Besuch im Pflegeheim machen.


      Ja, das ist schäbig - wobei ich mal denke, da war das familiäre Verhältnis schon vor dem Todesfall nicht das allerherzlichste, anders kann ich mir das nicht erklären.

      Ist eben leider so, dass Familie, so man denn überhaupt eine hat, auch nicht immer den Rückhalt bietet, den man sich wünschen würde, oft eher noch das Gegenteil der Fall ist. Wäre es anders, würden wahrscheinlich auch nicht so viele Leute in Foren wie diesen schreiben ...
      Lieber Heiko !
      Bei mir sind es meine Brüder,die sich nicht melden und denen es scheinbar auch S......egal ist,ob ich allein bin oder nicht,
      mein Mann war immer für alle da,wenn er gebraucht wurde.Als unsere Mutter gestorben ist,war er der jennige der ihre Wohnung ausgeräumt hat.Keiner der zwei Brüder hat geholfen jeder hatte gerade keine Zeit.Und jetzt wo ich vielleicht mal nur ein Gespräch
      führen möchte meldet sich keiner.Ich brauche absolut keine Hilfe von beiden dafür habe ich " Gott sei Dank " meine zwei Töchter und die Schwiegersöhne auch meine lieben Enkel sind für mich da.Aber die Verwandschaft kann man sich nicht aussuchen,die Freunde aber doch ( wenn auch sie sehr dünn besiedelt sind ).

      LG Christine
    Liebeskummer Sorgen Forum