ach, Scheiße

      Guten Morgen,

      puh - ich habe es geschafft. Irgendwie. Aber es war schlimm. Ich brauche nicht erwähnen, dass ich so gut wie nicht geschlafen habe. Ich glaube, das ging uns wohl allen so. Meine Freundinnen und seine Familie, die einen etwas weiteren Anreiseweg hatten, kamen morgens hierher und wir sind gemeinsam in den Friedwald gefahren. Ich habe erst gar nicht den Versuch gestartet, selbst zu fahren. Der Mann unserer Nichte, zu dem mein Mann ein gutes, freundschaftliches Verhältnis hatte, ist gefahren. Und das hat er auch ganz toll gemacht.

      Die Leute vom Bestattungsinstitut und die Försterin waren super nett und total einfühlsam, das hat mir sehr geholfen. Meine engsten Freundinnen hatten mich die ganze Zeit fest im Griff. Ich musste zwar stellenweise wirklich schlimm weinen, aber konnte der Rede meiner Freundin, die das wirklich ganz wunderbar gemacht hat, noch folgen und stellenweise sogar lächeln. Ich habe es sogar geschafft, die Urne ans Bäumchen zu tragen und herab zu lassen. Ich habe mich richtig erschreckt, wie schwer die Urne ist. Damit hätte ich wirklich nicht gerechnet.

      Seine Familie hat den den Friedwald das erste mal gesehen und sie fanden den Andachtsplatz, als auch das Plätzchen, wo unsere Birke steht, total schön. Zuvor haben sie mit Friedwald nicht so viel anfangen können, aber ich glaube, auch sie sind jetzt der Meinung, dass Stephan es sehr gefallen hätte. Das war mir sehr wichtig, da mein Mann zu seiner Familie ein sehr inniges Verhältnis hatte. Seine Familie ist einfach toll. Das erklärt natürlich auch, warum mein Mann so war, wie er eben war.

      Es waren sehr viele Leute da, meine Freundinnen meinten, es seien mehr als 50 gewesen. Ich kannte nicht alle, konnte (wollte?) aber auch nicht wirklich in die Runde gucken. Den Schock über seinen plötzlichen Tod sah man aber allen an. Meine Blicke waren (vielleicht auch absichtlich) fixiert auf die Urne und meine Freundin, die diese wundervolle Rede gehalten hat.

      Schlimm war das Kondolieren, als viele auf mich zukamen, um mir ihr Beileid auszusprechen. Ich habe tapfer durchgehalten, war dann aber froh, als nur noch der harte Kern da war. Wir sind im Anschluss noch in ein Restaurant gegangen und haben dort noch ein bisschen zusammen gesessen. Seine Familie und meine Freundinnen sind anschließend noch mit zu uns nach Hause gekommen. Seine Familie hat sich aber dann auch bald wieder auf den Weg gemacht. Sie waren total lieb :knuddeln: .

      Die Collage, die ich bestellt habe, habe ich mit heim genommen. Meine Freundin hat sie für mich im Wohnzimmer aufgehängt. Das ist ein schönes Plätzchen. So sitzen wir abends doch irgendwie wieder gemeinsam auf der Couch.

      Als dann abends alle weg waren, habe ich die Karten aufgemacht, die ich erhalten habe. Es lebe die Taschentuchindustrie. Es standen so liebe Worte in den Karten, die zeigten, dass mein Mann sehr geschätzt wurde. Ich denke, sein Abschied hätte ihm gefallen. Alle wichtigen Wegbegleiter und viele seiner (Ex-)Kollegen waren da. Sie haben sich extra Zeit genommen, um mit ihm den letzten Weg zu gehen.

      Einschlafen, das ging natürlich wieder nicht. Ich hab mich bis halb acht dann rumgequält und bin aufgestanden. Jetzt sitze ich hier noch im Arbeitszimmer, mir fallen tausend Dinge ein, die ich noch erledigen müsste, aber irgendwie kann ich mich gerade nicht aufraffen.

      Einerseits bin ich froh, dass die Beerdigung vorüber ist, andererseits auch irgendwie nicht. Es war irgendwie so offiziell "so, jetzt ist er wirklich tot und begraben". Wisst Ihr, was ich meine? Totaler Quatsch, aber irgendwie endgültig.

      Ich glaube, heute ist kein guter Tag...
      Liebe Laura,
      du hast das alles gut gemacht. Fühl dich gedrückt.
      Lass die Dinge liegen, die dich jetzt gerade nicht angucken. Jetzt musst du das erst einmal alles sacken lassen. Seinen Partner zu beerdigen, ist eine unglaubliche emotionale Anstrengung.
      Ich komme gerade aus dem Friedwald und habe mit guten Freunden meine Conny besucht.
      Heute war die Tafel am Baum angebracht. Ich habe mich zwar darüber gefreut, musste aber dennoch weinen.
      Eigentlich ist es ja nicht erlaubt, aber ich nehme ihr immer eine Rose mit, die hat sie geliebt.

      GLG - Emil
      Liebe Laura,
      gut, dass dieser schwere Tag vorbei ist. Ja, diese Endgültigkeit ! Ich habe noch immer damit
      zu kämpfen, dass mein Mann endgültig nicht mehr bei mir ist. Und das wird wahrscheinlich
      auch für immer so sein.
      Ich mußte fast lachen, als ich gelesen habe - ein Hoch auf die Taschentuchindustrie ! Ja, so habe
      ich auch angefangen, dann folgten Päckenweise Kosmetiktücher, die jetzt immer auf dem Tisch
      stehen, und dann habe ich - lache nicht - Geschirrtücher genommen, die können echt viel Flüssigkeit
      aufnehmen und es liegt nicht so viel rum. Manchmal denke ich mir, wenn mich jetzt jemand sieht,
      dann bin ich für die vielleicht reif für die Couch. Aber für mich ist das ok so.
      Heute habe ich die KLeidung und die Schuhe von meinem Mann ausgeräumt, meine Tochter wollte
      mir helfen, aber ich habe ihr gesagt, ich möchte das gerne allein machen. Und das war gut so. Mit
      vielen Tränen, aber ich habe es geschafft. Die Kartons gehen jetzt alle zur Rumänien-Hilfe.
      Ich wünsche Dir jetzt eine einigermaßen erholsame Nacht. Schlaf gut und vielleicht kannst Du
      ganz was wunderbares Träumen ! Das wünsche ich Dir
      LG Ulla
      Liebe Laura !Es war mit Abstand der schlimmste Tag den du nun überstanden hast.Die Trauer wird nie vergehen aber mit der Zeit wird der Himmel etwas heller.Du hast nun auch einen Ort wo du deinen lieben Mann besuchen kannst und mit ihm in Gedanken auch reden kannst.So mache ich es,ich stehe dann eine ganze Zeit am Grab in meinen Gedanken versunken und bringe ihm frische Blumen mit.Ich weiß ja nicht ob man auf so einem Waldfriedhof auch eine Möglichkeit für Blumen hat ?
      Ich wünsche dir eine hoffenlich gute Nacht.
      Ganz liebe Grüße Christine
      Frankis Seebestattung ist erst am 6.04.2018 ...
      Ich habe Angst vor diesem Tag und auch schon mit dem Gedanken gespielt mich davor 'zu drücken' . Seine Familie ist schon sehr speziell und ich finde den Zeitpunkt der Seebestattung viel zu spät.
      Aber 'NEIN' da gehe ich durch, auch diesen letzten Gang gehe ich mit Franki. Und dann möchte ich einfach nur noch trauern.
      LG Doro
      Als du gegangen bist, hast du die Farben mitgenommen.
      Liebe Doro,
      ich bin wahrscheinlich die einzige hier im Forum, die sich tatsächlich vor der Beerdigung "gedrückt" hat. Ich habe meinen Liebsten ja tot in seiner Wohnung gefunden - Herzinfarkt, Lungenembolie ... die genaue Ursache ist nicht bekannt, da es keine Obduktion gab. Ich habe mich - in Anwesenheit von Notärzten, Polizei, Kripo und seinem Bruder - neben ihn auf den Boden gesetzt und ihn gestreichelt bis der Bestatter kam (was einige Stunden gedauert hat). Ich habe in diesem Moment sofort den ganz festen Gedanken gehabt, dass das MEIN Abschied von ihm war - noch unterstützt von den in diesem Moment so unwahrscheinlich einfühlsamen Worten der Kripo-Beamtin: "Er wäre stolz auf Sie gewesen!" Diese sechs Worte habe ich mir aufgeschrieben und sie haben mir am Anfang immer wieder etwas Halt gegeben. Noch bevor der Bestatter ihn "abgeholt" hat, bin ich gegangen (die einfühlsame Kripo-Beamtin hatte mir das quasi empfohlen und ich bin ihr sehr dankbar dafür). Das traumatische Bild, wie er tot auf dem Boden lag, verfolgt mich immer noch, aber er sah in diesem Moment so aus wie "immer", mit einem ganz friedlichen Gesichtsausdruck. Ich wollte mir nicht vorstellen, wie er zu Asche wird und diese Asche ausgestreut wird. Meine Liebster wusste, dass ich das nicht ertragen könnte (wir haben irgendwann einmal kurz darüber gesprochen). Er selber hatte auch keinen Bezug zu Beerdigungen. Ich glaube aber auch, dass man in diesem Ausnahmezustand - aus Selbstschutz - auch ein wenig egoistisch sein darf. Es klingt furchtbar, aber der Tote erlebt es ja nicht mehr mit (das denke ich zumindest), aber man selber muss mit dieser Katastrophe irgendwie weiterleben. Ich bereue bis heute absolut nicht, dass ich es so gemacht habe - Gott sei Dank, es hätte ja auch anders sein können, da man ja am Anfang nicht ganz "zurechnungsfähig" ist.
      Ähnlich wie bei dir, Doro, wäre die Beerdigung auch aus familiären Gründen sehr krampfig geworden, sodass es auch aus diesem Grund für alle die beste Lösung war. Auch sein Bruder hat nicht an der Beerdigung teilgenommen. Und alle wirklich wichtigen Menschen haben das verstanden. Ich war seitdem auch noch nicht im Friedwald. Anfangs dachte ich, dass ich das recht schnell machen würde. Inzwischen habe ich das Gefühl, dass es mir nichts bringen wird. Dort ist er für mich einfach nicht. Ich habe am Tag der Beerdigung im Garten einen Rittersporn für ihn gepflanzt. Ich zünde regelmäßig in der Kirche eine Kerze für ihn an. Und ich gedenke seiner tagtäglich in Millionen von kleinen Dingen und Erinnerungen. Er ist für mich nicht im Friedwald, er ist überall um mich rum ... aber leider trotzdem nicht mehr da. Und das tut nach wie vor unendlich weh!
      Auch, wenn mein Umgang damit für die meisten wahrscheinlich nicht nachvollziehbar ist, muss glaube ich jeder einfach seinen eigenen Weg finden, mit dieser Ausnahmesituation umzugehen und diese zu überleben. Ich wünsche dir von Herzen, dass du den für dich richtigen Weg findest!!! LG Suse
      Guten Morgen,

      jetzt habt Ihr mich ein bisschen zum Schmunzeln gebracht - Danke :knuddeln:
      Ich stelle mir gerade vor, wie mein Mann reagieren würde, wenn ich ihm Blumen mitbringen würde. Ich schaffe es ja nicht mal, das Katzengras am Leben zu halten. Meine Pflanzen hier führen einen wahren Überlebenskampf. Ich bin ja stets bemüht, aber irgendwie hab ich keinen grünen Daumen abgekriegt. Mein Mann würde mich auslachen, wenn ich mit einer Blume vor ihm stehe und sie mir abnehmen, damit sie nicht länger leiden muss. Danke für die 2 schönen Kopfkino-Minuten :)

      @ Emil
      Hast Du noch mal Bescheid bekommen, dass die Tafel angebracht wurde? Ich bin mir ja sicher, dass mir das erzählt wurde, aber ich bin immer noch nur bedingt aufnahmefähig, ich weiß es nicht mehr. Die Tafel steht nämlich bei uns auch noch aus und natürlich will ich sie auch gleich sehen, wenn sie angebracht wurde.

      @ Taube
      für die normalen Tränen nehme ich meist die Ärmel - geht halt nur eine gewisse Zeit gut. Auf Geschirrtücher bin ich nicht gekommen. Not macht erfinderisch ;-). Du hast geschrieben (ich hab noch nicht raus, wie das hier mit den Zitaten geht): "Manchmal denke ich mir, wenn mich jetzt jemand sieht,dann bin ich für die vielleicht reif für die Couch. Aber für mich ist das ok so." Ja, Taube, das ist es. Und wenn Du Verstärkung brauchst, sag Bescheid, ich leg mich mit dazu. Manchmal "läuft" es einfach und das ist gut so. Ich brauche diese Momente nur für mich. Momente, in denen ich Rotz und Wasser flenne - künftig mit Geschirrtuch bewaffnet ;)

      @ Doro
      Auch ich habe mich dabei ertappt, wie ich Strategien entwickelt habe, mich davor zu drücken. Aber nein. Scheiß auf die komische Familie, das ist Euer Tag! Geh hin - für Franki und mach es ihm richtig schön. Es war bei mir einerseits schlimm, andererseits auch nicht. Ich bin froh, die Urne selbst getragen zu haben. Aber das nimmt mir keiner mehr. Ich habe ihn auf seinem letzten Weg begleitet. Ich glaube, hätte ich mich gedrückt, würde ich mir das ewig vorwerfen und mir nie verzeihen. Denk an diesem Tag nur an Euch - an Franki und Dich und nicht an seine komische Familie oder sonst was. Wie gesagt - es ist Euer Tag. Dass Dich der lange Zeitraum zu lang vorkommt, kann ich gut verstehen. Man möchte es hinter sich haben, aber irgendwie auch nicht. Ich wünsche Dir viel Kraft und zum (anschließenden) Trauern stehen wir Dir gerne zur Seite, wenn Du das möchtest :knuddeln: .

      _____

      Meine Nacht war beschissen. Wieder so gut wie nicht geschlafen. Meine To-Do-Liste wächst und wächst und ich kriege nix auf die Reihe. Täglich treffen neue Schreiben hier ein, die mir etwas abverlangen, wo ich wieder irgendwas tun muss. Wäre ich hier nicht permanent "unter Aufsicht" würde ich auch das Essen einstellen. Ich schiebe es im Mund von rechts nach links und würde es am liebsten wieder ausspucken. Was ganz gut klappt, ist putzen. Meine Freundin sagte, ich zelebriere "Extrem-Putzen". Wenn das ne neue Sportart wäre, läge ich ganz vorn. Ich putze mich in Rage, um dann total fertig auf der Couch zu liegen. Schlafen? Fehlanzeige...

      Ich geh mal die Geschirrtücher holen...
      Wie gut ich die Meisten von Euch verstehen kann. Ja - es gibt Dinge, die unvorstellbar schwer sind, die man aber einfach tun muss!!! Ich hätte mir niemals realistisch vorstellen können, wie es sein wird, wenn ich meiner Mutter beim Sterben die Hand halte und neben ihr sitze. Dann die Beerdigung durchstehen; natürlich war auch ich - wie schon angesprochen - nicht ganz klar dabei auf dem Friedhof. Aber als wir zur Leichenhalle kamen, wo der Bestatter alles wunderbar hergerichtet, unter anderem auch ein Foto meiner Mutter aufgestellt hatte, kam ich doch ganz schön ins Wanken und verlor das Gleichgewicht. Das hat mich - wie man so sagt - umgehauen. Mein Mann hat dann gleich zugepackt und mich gestützt. Man denkt, die Erde müsse sich auftun und man könnte darin verschwinden, aber man muss durchhalten.
      Wenn ich jetzt, 4 1/2 Monate später über alles nachdenke und reflektiere tut es immer noch unglaublich weh, aber ich bin trotzdem froh, alles so gemacht zu haben, wie es war. Eigentlich kann man sehr stolz sein, wenn man das alles für einen geliebten Menschen durchgestanden hat! Auch eine der Therapeutinnen meiner Mutter meinte kürzlich noch, dass ich wirklich so viel für meine Mutter getan hätte, wie kaum jemand dort im Heim es tun würde. Ich kenne mich - würde es mir niemals verzeihen, wenn ich gekniffen hätte - auch wenn es aus Selbstschutz gewesen wäre.
      Aber das muss wirklich jeder für sich selbst entscheiden; diese Entscheidungen nimmt einem niemand ab. Deshalb ist es wichtig, alles gut zu überlegen - Familie hin oder her - ! Was für den einen absolut richtig erscheint, kann jemand anders durchaus als falsch empfinden. Alle Menschen sind Individuen und handeln und denken auch so und wie auch immer die Entscheidung ausfällt - für den entsprechenden Einzelfall sollte man auf sein "Bauchgefühl" hören!

      emil_66 schrieb:

      Hallo Laura,
      das bestellte Schild wurde ohne weitere Ankündigung angebracht.
      Es hat bei mir ca. 3 Wochen gedauert.

      Liebe Grüße Emil


      Hallo Emil,

      Dankeschön für die Info :)

      _____________

      So, die letzte Nacht war - wer hätte es gedacht - mal wieder bescheiden.
      War jetzt in der Apotheke und versuche es mit Baldrian. Wenn das nicht hilft, muss ich wohl leider zum Doc und mir was Härteres holen. Seit heute Morgen habe ich einen ganz blöden Reizhusten. Ich mag jetzt bitte, bitte nicht krank werden. Daheim sitzen und Wände anstarren ist das Letzte, was ich jetzt brauchen kann. Drückt mir die Daumen, dass ich mir da nix eingefangen hab :/
      hallo Lus
      ich drück dir die daumen das du nicht krank wirst. ich habe das erste jahr
      ​nach tod von meinem schatz alles mögliche gehabt, der körper hat geschwächelt.
      ​ich bin 4 mal gefallen einmal davon schlimm , hatte offte augenmigräne und
      ​auch drehschwindel. nach dem das erste jahr vorbei war ging es mir wieder besser.
      ​mein therapeut sagte der körper leistet großes er muss sich dann erholen.
      ​lg.-monalisa
      Liebe Lus!

      Auch wünsche dir alles Gute und hoffe das es keine Krankheit wird.Aber man ist in der jetzigen Situation auch etwas anfälliger für Krankheiten.Es ist eben für den Körper auch alles z.Zt. sehr schwierig.
      Das Wetter weiß auch nicht was es will,am Sonntag waren bei uns 20 Grad und gestern hat der Regen nicht aufgehört.Nun soll es ja sogar auch wieder schneien.

      LG Christine
      Guten Morgen,

      es kam, wie es kommen musste: mich hat dermaßen die Erkältung erwischt. Volles Programm mit Schnupfen, Husten, Halsschmerzen. Vorletzte Nacht hab ich vor lauter Husten gar nicht schlafen können. Auf der Arbeit brauche ich mich so nicht blicken lassen. Da wäre ich - zu Recht - ganz schnell wieder heim geschickt worden. Ich hab mich gestern zum Arzt geschleppt. Am Empfang sagte ich, dass ich erkältet bin und aufgrund eines Todesfalls Schlafprobleme habe. Ich kam relativ zügig dran. Der Arzt sagte "Sie sind erkältet", ich sagte "ja, es fing gestern mit einem Reizhusten an, außerdem habe ich Schlafprobleme". Er drückte mir 2 Rezepte in die Hand und meinte, ich sei die Woche krank geschrieben. "Behandlungsdauer" 1,5 Minuten und das auch nur, weil der Drucker so langsam war. Eigentlich war ich wütend, normalerweise untersucht man ja seinen Patienten mal, misst wenigstens mal Fieber. Eigentlich hätte ich ihm gerne die Meinung gesagt, aber dazu fehlt mir momentan einfach die Kraft. Für was ist der Kerl Arzt geworden, wenn ihn seine Patienten nicht interessieren? In der Apotheke hab ich mich dann mal aufklären lassen, was ich da bekommen habe und wie ich es einnehmen muss. Wenigstens war die Apothekerin sehr nett und hat mir alles ganz toll erklärt und sogar aufgeschrieben, wie was wann zu nehmen ist. Zuhause konnte ich auf der Couch mal etwas dösen.

      Gestern Abend habe ich nochmal ein Erkältungsbad genommen und dann das Schlafmittel eingenommen. Ich konnte wirklich schnell einschlafen. Naja, um halb zwei war ich wieder wach. Um 3 Uhr hab ich es aufgegeben und bin aufgestanden, um hier im Dunklen rumzutigern. Um halb fünf hab ich es nochmal versucht und konnte bis kurz nach sieben halbwegs schlafen. Es ist ein Fluch :(

      Und jetzt sitze ich hier, es ist gleich halb neun und ich bin dazu verdammt, die Wände anzustarren. Ist nicht so, als hätte ich nix zu tun, aber ich kann mich einfach nicht aufraffen.

      Im Grunde war es mir ja klar, dass es mich erwischt. Ich habe die letzten 3 Wochen ja förmlich Raubbau an meinem Körper betrieben. Nichts desto trotz war ein kleines Fünkchen Hoffnung da.

      Ach, Mann, irgendwie ist alles scheiße gerade.
      Hallo Laura,
      ärgere dich nicht über den Arzt. Überall grasiert eine Grippe- und Erkältungswelle.
      Die Ärzte sind wohl auch schon überfordert.

      Tue einfach das, was dir gut tut und wenn es gar nix ist.
      Ich habe in der ersten schlimmen Zeit soviel in der Wohnung rumgewuselt, dass ich abends müde war und wenn nicht, habe ich am Computer gespielt (nur, um mich abzulenken). Frische Luft /Spaziergänge haben mir auch geholfen.

      Ich wünsche dir gute Besserung und bleib stark,

      liebe Grüße Syli :knuddeln:
      Hallo Laura,

      ärgere dich nicht über die Erkältung. Gönne dir doch jetzt etwas Ruhe und Erholung nach den sehr schweren Wochen. Wahrscheinlich ist die Erkältung einfach ein Zeichen oder ein Warnsignal deines Körpers der jetzt unbedingt Ruhe benötigt. Nimm es ernst und schone dich für kommende Aufgaben. Ich habe es auch nicht ohne Schlaftabletten vom Arzt geschafft eine Nacht durchzuschlafen. Ich bin auch kein Freund der chemischen Hilfsmittel, aber wenn es im Moment hilft nehme ich diese mal für kurze Dauer. Glaube mir nach ein paar Nächten durchschlafen fühlst du dich besser. Hoffe mal dies ist nur für eine kurze Zeit dann wird sich die Nachtruhe schon wieder auf natürliche Art regulieren.

      Gute Besserung
      LG Roland
      Nein liebe Laura, ärgere dich nicht.

      Das mit den Ärzten, ich habe mich daran gewöhnt, wer hat noch wirklich Zeit, wem wird noch Zeit gelassen, sich so zu kümmern, wie er es vielleicht sogar gerne täte.
      Unsere Welt, wie sie sich eben verändert hat.
      Ich wünsche dir gute Besserung, nimmt sie an die Zeit der Ruhe, die dein Körper da von dir fordert.

      Och Mensch, sei gut zu dir *drück*

      Mit einer lieben Umärmelung,
      Funny.
      Ich bin anders als vermutet, selten wie erwartet und erst recht nicht wie es andere gerne hätten.


      Licht und Liebe, sind stärker als Tod und Schatten



      Den Ausführungen meiner Vorschreiber ist nichts hinzuzufügen. Auch ich war nach dem Todesfall erst einmal richtig krank - ist ja ganz klar: Immunsystem runtergefahren!
      Nimm Dir wirklich die Zeit, die Du brauchst, um wieder auf die Beine zu kommen. Akzeptiere die Signale Deines Körpers und sei nicht wütend. Die Auszeit wird Dir trotz allem ganz gut tun.
      Auch die Schlafprobleme sind nicht ungewöhnlich. Habe sie jetzt noch (nach 4 1/2 Monaten), obwohl die ganze Situation schon etwas besser geworden ist.
      Jeder empfindet anders, jeder geht anders mit der Trauer um und jeder Körper reagiert anders.
      Tue Dir selbst was Gutes (Teetrinken, Einkuscheln in eine schöne warme Decke, falls wieder möglich - dick einpacken und eine Runde an die frische Luft gehen etc.).

      Fühle Dich umarmt
      LG
      Hallo, Ihr Lieben,

      ein paar Tage sind vergangen. Tage, an denen es mir echt schlecht ging. Die Erkältung hat mir ziemlich zugesetzt. Ich habe seit ein paar Tragen keinen Geschmack mehr, was natürlich nicht gerade positiv zu meinem Appetit beigetragen hat. Ich kriege kaum etwas runter und muss mit meinem Kreislauf etwas aufpassen.

      Gestern war es einen Monat her und ich begreife das immer noch nicht und kann es nicht fassen. Gestern kam ein dicker Umschlag vom Bestattungsinstitut. Es war die Schlussrechnung, aber auch ein Fotobuch mit ein paar Bildern der Beisetzung. Darauf war ich nicht vorbereitet. Ich musste so sehr heulen.

      Heute wurde das Schild am Baum angebracht. Leider ist ein Rechtschreibfehler drin, der aber jetzt noch korrigiert wird.

      Mit dem Schlafen klappt es immer noch nicht.

      Gerade rief meine Freundin an und erzählt mir, dass sie ihr Frettchen einschläfern lassen muss. Der kleine Mann hat so tapfer gekämpft und nun doch verloren. Ich kann mich kaum auf den Beinen halten und würde jetzt niemals Autofahren können, um ihr beizustehen.

      Tja, Ihr merkt, gerade läuft hier alles so richtig mies.

      Traurige Grüße,

      Laura
      Liebe Laura, ich wünsche dir gute Besserung. Deine Freundin weiß sicherlich, dass du gerne bei ihr wärst.
      Irgendwie hat mein Immunsystem noch nicht realisiert, das es darf. Die letzten knapp zwei Jahre, musste es stabil bleiben.
      Schlafentzug ist echt Folter. Es war zwischenzeitlich bei mir etwas besser, zurzeit sind die Nächte um 5 Uhr vorbei.
      LG Emil
      Liebe Laura,

      ich glaube, bei mir ist auch gerade eine Erkältung im Anmarsch. Mein Bruder war gestern bei mir und hat
      auch nur ständig geniest. Schlafen kann ich eigentlich sehr gut, schau aber in der Früh trotz guten Schlafs ganz schrecklich aus, wie wenn ich die ganze Zeit geheult hätte. Eine schlimme Zeit !

      Aber lachen und weinen ist oft ganz nah beieinander: Gestern habe ich mit meiner kleineren Enkelin (10 Jahre) telefoniert und habe ihr gesagt, dass ich Schnupfen und Husten bekomme und mich wahrscheinlich ein bisschen hinlegen werde. Daraufhin hat sie gemeint: Ja Oma, leg dich hin und chill deinen body. Da musste ich so lachen ob der pupertären Ausdrucksweise. Ich habe mich dann hingelegt und meinen body gechillt.

      LG Ulla
    Liebeskummer Sorgen Forum