vermisse meine Mutter...

      Liebe Jenny,
      lass dir nicht von anderen sagen was richtig oder falsch ist, höre nur auf das was du fühlst in deiner Trauer.
      Es sind, wie bei mir auch, gerade mal 5 Monate vergangen seit unsere Mütter tot sind. Da kann noch nichts heil sein, es ist ganz normal, dass es noch immer unglaublich weh tut. Sicher das Leben geht irgendwie weiter, vorallem bei den anderen. Wir selbst befinden uns auf einer Reise in einer fremden Welt. Die Sprache der anderen ist nicht die unsere, unser fühlen nicht das ihre...Es ist schwer für uns in diesem Leben, in dieser Welt der anderen Tritt zu halten und für die anderen ist es schwer ein Stück weit mit uns in unserer fremden Welt an unserer Seite zu sein...
      Das Gefühl der Verlassheit und der Einsamkeit kenne ich seit dem Tod meiner Mutter auch nur zu gut, bei mir geht das einher mit einem gewissen Gefühl im Bauch, welches ich durchaus aus anderen Lebenssituationen kenne. Aber vorher war die Anwesenheit meiner Mutter ein Garant dafür, dass es wieder weg ging, jetzt ist es mein ständiger Begleiter. Und auch mir macht es Angst, dass das jetzt immer so bleibt...
      Allein die Berichte der vielen anderen hier im Forum lassen mich hoffen, dass es irgendwann besser oder eben anders gut werden kann...
      alles eben Schritt für Schritt....
      liebe Jenny wir müssen einfach weitermachen, uns aber nicht unter Druck setzten wie lange die Trauer dauern darf, sie dauert so lange sie dauert und wir und auch die Menschen um uns herum müssen es aushalten...

      Trauer ist wie ein großer Felsbrocken. Wegrollen kann man ihn nicht. Zuerst versucht man, nicht darunter zu ersticken, dann hackt man ihn Stück für Stück kleiner, und den letzten Brocken steckt man in die Hosentasche und trägt ihn ein Leben lang mit sich herum.(Verfasser - Unbekan)[/b]

      fühl dich umarmt wenn du magst :knuddeln:
      Judith

      Hey Judith, das hast Du sehr sehr schön geschrieben.
      Ja - bei mir sind es jetzt gerade auch 8 Monate her seit dem Tod meiner Mama. Du hast absolut Recht - die Trauer braucht ihre Zeit und es gibt gute Tage und Tage, wo wieder mal alles überm Kopf zusammenbricht und man stundenlang heulen könnte.
      Ich mache mir da mittlerweile keine großen Gedanken mehr drüber und lasse es einfach zu, so wie es ist oder kommt. Wunder kann man wirklich nicht erwarten nach solch einem Verlust. Ohne Mutter - egal, wie alt sie war - ist einfach ein wichtiger Brückenfeiler weggebrochen; klar, dass da alles ins Wanken kommt.
      Leider habe ich auch niemanden, mit dem ich darüber reden könnte. Mein Mann hat mittlerweile kein Verständnis mehr dafür; leider hat er auch aufgrund seiner div. Krankheiten der letzten Jahre seine komplette Persönlichkeit verändert, so dass ich zusätzlich noch ein "großes Kind" habe. Sein Verhalten belastet mich zusätzlich und ich muss mich immer wieder mühsam aus dem Loch rauskämpfen, zumal es mir körperlich auch sehr schlecht geht. An manchen Tagen können mich echt nur noch meine geliebten Vierbeiner trösten! Die sind aber auch immer da und kuscheln.
      Heute Nachmittag muss ich mich schon wieder aufraffen, weil ich wieder zu dem Parkinson-Patienten ehrenamtlich gehe und ein paar Stunden mich mit ihm beschäftige. Da komme ich dann wieder auf andere Gedanken.

      LG
      Therese
    Liebeskummer Sorgen Forum