Ich bin neu hier, habe vor vier Wochen meinen Mann verloren

      Ich bin neu hier, habe vor vier Wochen meinen Mann verloren

      Wie lernt man bloß zu trauern? Kann man das lernen? Mein lieber guter Ehemann war seit drei Monaten schwer erkrankt, überraschend fur uns alle, aber leider hat er es zu lange vertuscht und ich habs nicht wahrgenommen. Aber wir waren zuversichtlich, es zu schaffenmit einer Transplantation. Er hatte Leberkrebs und dazu Begleiterkrankungen wie Bauchwasser und Speiseröhrenvarizen. Ich musste eine Zahn-OP machen, dagegen ist das ja kalter Kaffee. Meine OP ging gut, am dritten Tag war ich früh beim Zahnarzt zur Nachkontrolle, alles bestens, sieben Nähte im Oberkiefer. Als ich nach Hause kam, saß mein Guter das ersteman seit Tagen wie früher am Frühstückstisch, hatte sich sogar ein Brötchen geschmiert und die Tageszeitung vor sich, er lachte mich an. Hab mich riesig gefreut. Danach beschlossen wir, gemeinsam auf dem Sofa auszuruhen, jeder in seiner Ecke. Ich lag mit dem Kopf an seinen Beinen, die fühlten sich kühl an, na er hatte nicht mehr viel auf den Rippen, stark abgenommen. Später stand er auf, und wollte sich lieber ins Bett legen, ist bequemer, ich blieb auf dem Sofa und schaute bissel Fernsehen. Nachmittags hörte ich ein schlimmes Geräusch aus dem Schlafzimmer, er lag auf dem Rücken, Finger blau, ich konnte keinen Blutdruck messen. Da hatte ich Angst und hab die 112 gerufen, erklärt in welchem Krankenhaus er behandelt wird und sie haben ihn hinuntergetragen, vor dem Krankenwagen habe ich ihm einen Kuß auf die warmen Lippen gegeben, alles wird gut, morgen bring ich dir die Tasche ins Krankenhaus. Und der Wagen fuhr davon. Ich hab mich dann mit so sinnvollen Dingen wie Rechnungen überweisen beschäftigt. Es kam kein Anruf aus dem Krankenhaus. Ich wollte aber auch nicht rumnörgeln und wartete. Dann ging ich schlafen, nach Mitternacht wachte ich auf. Und dann klingelte um 1.09 Uhr das Telefon und die Welt stand still. Die Worte einer Frau rauschten an mir vorbei. Tod??? Mein Mann tod??
      Mit 60?? Ich hab so getobt, dass meine Nähte im Mund schas aden nahmen und alles vereiterte. Ich habe meine Söhne (35 und 26) geweckt und die Geschwister meines Mannes, wir sind noch in der Nacht in die Klinik. Halb drei standen wir an seinem Bett, und er war noch warm und sah aus als ob er schliefe. Seit dem funktioniere ich nur noch. Die ganzen Wege, das lernt man doch nicht vorher. Dazu kam, dass von seiten der Klinik die Kripo eingeschaltet wurde, wegen unklarer Todesursache. Alles verzögerte sich. Endlich, das ist total das falsche Wort, konnte ich ihn am 3. April bei strahlendem Sonnenschein beerdigen. Wir waren 40 Jahre zusammen, sprichwörtlich in guten wie in schlechten Zeiten, wir hatten noch so viel vor, sahen schon unseren Rentenalltag amHorizont leuchten, hatten drei Enkelkinder- Wir dachten doch niemals schon an den tod. Und nun bin ich allein, trotz Kinder und Enkel und Freunde und Familie und Kollegen. Die nützen mir alle nichts. Ich will meinen Mann zurück. Wenn der Schmerz kommt, ist es fast nicht zum aushalten. Sind die wenigen Tage zu früh, wie trauere ich ?????
      Ein liebes Willkommen Steffi.
      Du trauerst, egal was du gerade denkst und fühst, das ist deine Trauer.
      Nein man lernt das nicht, man findet man sich darin zurecht weil man muss, ansonsten verkommtman darin.

      In der Trauer kann alles passieren, hier kannst du lesen von den Wegen in, durch und auch aus der Trauer wieder ins Leben.
      Jeder hat seine Erfahrungen, wenn sich auch vieles gleicht, jeder in seiner Zeit, in seinem Können und wie ich immer wieder schreibe auch wollen.

      Ich wünsche dir ein ankommen in dir, ein annehmen können, was nun ist,wie es ist und einen Weg der nicht zu steinig sein möge.

      Mit einer lieben Umärmelung,
      Funny.
      Ich bin anders als vermutet, selten wie erwartet und erst recht nicht wie es andere gerne hätten.


      Licht und Liebe, sind stärker als Tod und Schatten



      Liebe Steffi!
      Mein aufrichtiges Beileid zum Verlust deines lieben Mannes, aber auch herzliches Willkommen hier im Forum.Wir sind hier alle
      von Trauer betroffen und geben uns gegenseitig Trost in unserer Lage.Wir werden auch dich so gut es geht in deiner Trauer unterstützen.Es ist eine schwere Zeit für dich und uns allen, jeder bemüht sich auf seine Art mit der Trauer umzugehen Bei dir ist es ja nun noch nicht so lange her,und dadurch auch noch sehr schmerzhaft,aber mit der Zeit wird es doch etwas leichter und man kann
      etwas besser mit der Trauer umgehen.Bei mir werden es nun schon bald 4 Monate das mein lieber Mann verstorben ist und es war gerade vor Weihnachten,auch keine schöne Zeit.Aber meine Kinder und Enkel waren und sind immer für mich da.Sicherlich sind auch deine Kinder an deiner Seite und helfen dir aus deinem Tief.
      Ich wünsche die viel Kraft für die schwere Zeit und umarme dich von Herzen !!!!!
      Viel Glück und ganz liebe Grüße Christine
      Liebe Steffi
      auch mir tut es sehr leid.
      Mein Mann ist vor 2 Monaten plötzlich gestorben. Es ist für mich und die Kinder immer noch sehr schwer. Aber auch ich hab mich hier angemeldet und hab das Gefühl, dass ich hier verstanden werde. Hier zu lesen und zu schreiben hilft mir.
      Ich wünsche uns allen sehr viel Kraft
      GlG Lena
      Danke für Euren Trost, das tut gut. Vor einer Woche war die Beisetzung, schrecklich schön, ich hab mir Mühe gegeben es für meinen Mann schön zu machen. Die 4 Lieder aus der Feier habe ich mir von meinem Sohn auf eine CD brennen lassen und höhre sie so oftes geht, und dann kann ich weinen. Weinen tut weh, danach ist mir auf seltsame Art ruhig. Schlimm ist die Sehnsucht nach seiner Umarmung. Und ich mag nur Schwarz tragen, da fühle ich mich irgendwie umhüllt im Schmerz.
      Allen im Leid ein Gruß <3
      Liebe Steffi. Das liest sich schwer und ist sehr traurig. Tut mir sehr leid was ihr alles durchgemacht habt. Ich will meinen Mann auch zurück und ich erlebe es genau wie du. Wenn der Schmerz kommt ist es unbeschreiblich. Ich denk dann ich verliere den Verstand. Ich drück dich herzlichst. Wünsche dir viel Kraft. Alles Liebe!
      Liebe Steffi und doro
      Ich sehe mich in euch wieder.
      Auch ich kann schwarz nach neun Wochen nicht ablegen und planen geht auch nicht
      Wie bei dir doro hatten wir alles geplant und jetzt ist alles weg. Ich bin froh wenn ich jeden laufenden tag überstehe.
      Ich wünsche uns allen sehr viel Kraft
      Guten Morgen,
      ich bin neu hiet. Mein Mann ist vor 7 Wochen verstorben. Mit 47. Er hatte einen Riss in der Hauptschlagader, wir konnten uns gar nicht verabschieden. Nun bin ich allein mit meinem 16 jährigen Sohn. Könnte ständig heulen, jeder sagt ich müsse stark sein für meinen Sohn aber es ist so schwer. Selbst im Büro sitze ich mit Tränen in den Augen am Schreibtisch.
      Wird das jemals leichter?
      Hallo nicfish. Eine herzliche Umarmung von mir. Ich habe meinen Mann vor zwei Wochen verloren. Sagten uns abends "bis morgen" und es gab kein Morgen mehr. Ich kann dir nicht sagen ob das jemals leichter wird da ich mich selber nicht mehr zurecht finde und jeder Tag einfach nur extrem schwer zu ertragen ist. Du findest hier im Forum aber jede erdenkliche liebevolle Unterstützung in deiner Trauer. Dein Sohn braucht Dich sehr, die das stimmt. Ich habe auch zwei Kinder. Sei ihm nahe und zeig ihm wie sehr du ihn liebst. Ich wünsche dir dass du hier im Forum etwas Kraft bekommst. Alles Liebe und Gute von Claudia
      Hallo nicfish,
      das tut mir sehr leid.
      Es ist erschreckend , daß es soviele trifft. Mein Mann ist vor neun Wochen verstorben und auch wir konnten uns nicht verabschieden. Ich habe auch zwei Kinder 18 und 13. Versucht zusammen zu trauern. Das machen wir auch.
      Danke für Eure lieben Worte Claudia1965 und Lena81. Ja, ich finde auch, dass es derzeit viele trifft. Oder vielleicht ist nimmt man das jetzt mehr wahr, wenn man auch betroffen ist.
      Man wird sensibler für manche Dinge. Es ist so schwer, all' die Erinnerungen. Klar, die sind für immer bei mir und in meinem Herzen.
      Seid umarmt!
      Nicole
      Sechs Wochen hab ich alleine überstanden. Und wenn ich an die vielen folgenden denke, dann wird mir angst. Es wird gar nicht leichter. Am schlimmsten ist es morgens, gleich nach dem Aufwachen, wenn alles mit voller Wucht auf mich reinschlägt. Schwarz ist für mich immer noch die Kleiderfarbe, da fühle ich mich irgendwie beschützt. Und weinen macht satt hab ich festgestellt, meine Waage auch. Ich weine auch viel, meist wenn mir irgendwas bewußt wird aus unserem Leben oder wenn ich dran denke, was wir zusammen tun wollten. Auch solche banalen Sachen wie "Herzel, kannst du mir bitte den Rücken abtrocknen?" Und in solchen Minuten wird mir das Herz abgedrückt. So eine Scheiße, sorry das ist aber so. Wenn es ganz schlimm wird mit der Sehnsucht, sag ich auch "bitte hol mich".

      Wenn Liebe einen Weg zum Himmel fände
      und Erinnerungen Stufen wären,
      würde ich hinaussteigen und dich zurückholen.


      Wenn Liebe einen Weg zum Himmel fände
      und Erinnerungen Stufen wären,
      würde ich hinaussteigen und dich zurückholen.

      Das ist sehr schön geschrieben

      Liebe Steffi auch ich trage nach 11 Wochen noch schwarz und fühle mich in schwarz im Moment einfach wohler.
      Die Sehnsucht ist sehr groß und schmerzhaft
      Ihr Lieben, auch ich fühle mich nach mehr als 8 Monaten immer noch in schwarzen bzw. dunklen Klamotten am wohlsten. Nur meine Füße strahlen etwas Hoffnung darauf aus, dass vielleicht doch irgendwann einmal wieder etwas Farbe in mein Leben kommt - in Form von rosafarbenen Sneakern. :) Ist mir gerade selbst erst aufgefallen. LG Suse
      Jeden Morgen nach dem Aufwachen muss ich feststellen, ich lebe noch, bin immer noch Witwe, nunmehr seit 29 Wochen. Die Witwenrente wird pünktlich überwiesen. Vor ein paar Tagen hat es mich erwischt, musste nach 39,5 Fieber doch mal zum Doktor. Hatte wilde Entzündungswerte im Körper, unklar wo, nach sieben Tagen Penicillin aller acht Stunden waren die Werte wieder in Ordnung. Aber meine Psyche nicht, vielleicht hat mein Körper doch mal um Hilfe geschrien. Eigentlich habe ich keine Lust mehr. Und gerade ist mein Gehirn leer, bringe keine gescheiten Zeilen zustande. Es ist alles scheiße. Ich geh jetzt meinen Mann besuchen auf dem Friedhof, da hab ich ein Ziel und es regnet grad nicht.
      Liebe Steffi,
      ich kann gut nachempfinden, wie du dich fühlst, geht es mir doch ähnlich. So oft denke ich, was für eine verdammte Sch....! Ich kann es einfach nicht fassen, daß mein Mann für immer aus meinem Leben gegangen ist und mir nur die Erinnerung bleibt. Seine Gegenwart, seine Wärme, sie fehlt mir so sehr! Am Wochenende hat unser Sohn geheiratet. Geplant war, daß wir noch Tanzstunden nehmen um ordentlich mitfeiern zu können. Nun war ich alleine dort, unter lauter Paaren und bin, als Musik und Tanz losgingen, nach Hause gegangen. Musik kann ich noch nicht aushalten, mir kommen die Tränen, sie hat uns beide zusammengebracht und immer verbunden. Das alles braucht viel Kraft, der Körper meldet sich. Wir brauchen Ruhe und die Unterstützung anderer, aber wir schaffen das, gemeinsam. Ich drücke dich und meine guten Wünsche begleiten dich.
      L.G.Emmi
      Liebe Steffi, liebe Emmi,
      ich kann mich perfekt einreihen..
      Am Wochenende war auch die Hochzeit meines Sohnes und ich hab mich trotz der grossen Familie total allein gefühlt.
      Es wurden viele Luftballons in den Himmel geschickt, meinen habe ich beschriftet, mit Grüssen an meinen, so sehr von mir vermissten Mann,fliegen lassen. Danach wars um mich geschehen..Tränen, Tränen, Tränen..
      Manche Tage denke ich, ich kann es einfach nicht schaffen. Manche Tage will ich es auch gar nicht.
      In tausend Situationen fehlt er..meine Sehnsucht ist ungebrochen.
      Ich schaue nach vorne..und sehe nix. Die ganze Kraft, die man mir gewünscht hat, spüre ich nicht. Die Trauer, die sich in Dankbarkeit verwandelt ist auch noch Trauer pur. Die Zeit, die Wunden heilen soll ist weiterhin Utopie, aber das wissen wir ja alle.
      Ich habe oftmals sehr egoistische Gedanken, ich will mein altes Leben zurück und vor allem meinen Mann, der an meiner Seite ist.
      Aber, wenn ich nun vorwärts schaue, sehe ich mich allein..
      Ich glaube, ich brauche noch sehr lange..
      Seid umarmt..
      Ach Ihr Lieben, ja es ist sehr sehr schwer. Aber macht Euch nicht verrückt, was andere sagen, sondern nur das, was euch guttut. So ist das auch mit der Kleidung. Ich hätte mir nie vorgestellt, daß ich mal fast ein ganzes Jahr schwarz trage und das hätte auch mein Männe nicht gewollt. Aber ich konnte nichts buntes oder weißes an mir sehen. Es war furchtbar. Und es sind bei mir 8 Jahre und ich habe Tage, wo ich immer weine, das kommt immer wieder durch. Man kann ein Leben von fast 44 Jahren nicht wegdrängen und es war ein schönes Leben, dafür bin ich zwischenzeitlich schon dankbar.

      Wie gesagt, entscheidet alles nach dem Bauchgefühlt und ich wünsche Euch allen alles Gute und macht weiter so, es muß so sein.
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