Trauer um den geliebten Mann

      Liebe Claudia1965,
      so sehe ich es auch... es zulassen, wenn Andere uns helfen wollen. Solche Einladungen/Unternehmungen lehne ich auch nie ab, wobei ich zurzeit eben nur nicht zu viele Menschen auf einem Haufen ertragen kann oder nur Pärchen. Das überfordert mich einfach noch.
      Liebe Grüße von Regina
      Den eignen Tod, den stirbt man nur, doch mit dem Tod der Anderen muss man leben.(Mascha Kaleko)
      Gerade eben bin ich zum Friedhof gefahren. Da sehe ich eine Bekannte und dachte schon oh nein.
      Mit dieser Bekannten haben ich und mein Mann zwei Tage bevor es passiert ist lange geredet. Sie sah mich aus dem Auto steigen und ging schneller.
      Ich fand es zuerst komisch, aber eigentlich ist es auch ok ich wollte auch nicht reden.
      Aber trotzdem beschäftigt mich das jetzt.

      Spazieren gehen gehe ich erst am Abend mit meiner Tochter, damit ich so wenig Paare und Familien wie möglich sehe.
      Ja ich bin auch froh diese Freundin zu haben. Sehr sogar.
      Ich hätte es nur nicht von ihr erwartet sondern von anderen. Zum Beispiel hat die eine vor einem Jahr ihren Vater verloren und ich habe es eher von ihr gedacht, da wir uns ständig trafen und viel gesprochen haben.

      Aber ja in so einer Situation lernt man viele kennen.
      Tja, vielen ist es unangenehm, sie wollen sich mit dem Thema Tod und Verlust nicht auseinandersetzen bzw. mit irgendetwas, was anstrengend ist, was sie mal nachdenklicher machen würde.
      Ich hätte auch von meiner bisherigen besten Freundin mehr erwartet, weil ich immer für sie da war, wenn sie Hilfe brauchte. Da war ich einfach zu erwartungsvoll und wurde ent-täuscht. Aber das zeigt eben, dass ich mich in ihr, in unserer Freundschaft getäuscht habe. Ich laufe ihr nicht hinterher, es gibt Menschen, die in dieser schweren Zeit für mich da waren und sind, und dafür bin ich dankbar.
      Den eignen Tod, den stirbt man nur, doch mit dem Tod der Anderen muss man leben.(Mascha Kaleko)
      @Novemberregen
      Tja, .... mit der Trauerbegleitung ist das so eine Sache. Ich nehme es niemandem übel, wenn er sich von mir abwendet. Meine Tochter hat es mir so beschrieben, dass man einfach hilflos dem Trauernden gegenübersteht. Es ist kein weglaufen. Man versucht einfach nur nichts falsch zu machen um nicht zu verletzen. Man nimmt eine neutrale Haltung ein und wartet auf die Reaktion. Doch wir Trauernde denken, es sei Abwendung und damit ist das Missverständnis vorprogrammiert. Auch meine Tochter wollte mir Mut zusprechen und hat mich verletzt. Ungewollt. Andererseits haben auch Andere ihr eigenes Leben mit all ihren Aufgaben und Problemen. Je enger man mit Jemandem war oder ist, desto unsicherer ist die Person uns gegenüber.
      Ich hatte vorher schon keine Freunde oder Leute, die sich sonderlich Gedanken um mich machten. Mein einziger Freund und Partner war meine Frau in meinem Leben. Wir waren aufeinander fixiert. Darum trifft mich der Verlust und die Einsamkeit mit voller Wucht.
      Aber ich will nicht in Selbstmitleid ertrinken und mich über Wasser halten. Ich vergrabe mich voll in meiner Arbeit und lerne nach 10 Wochen immer mehr, mit meinem neuen Begleiter klar zu kommen: Die Trauer.
      Hallo Franky,
      sorry, das sehe ich anders. Es geht auch nicht um Trauerbegleitung, sondern um Anteilnahme. Freunden, also echten Freunden, sollte es nicht egal sein, wie es einem geht, sie sollten da sein für einen, ganz egal ob mit Worten, Taten oder "nur" durch ihre Anwesenheit. Man erwartet doch keine Zaubersprüche oder ähnliches, sondern einfach nur etwas Empathie... und wenn es "nur" die Hand auf der Schulter ist, eine Umarmung, ein stilles Mitweinen. Doch gerade Empathie fehlt leider den meisten Menschen- und nicht nur in Zeiten der Trauer. Gerade in schweren Zeiten, egal wie diese aussehen, trennt sich die Spreu vom Weizen, da sieht man, wer einem zur Seite steht und wer nicht. Wie heißt es doch so schön? Wer nicht im Regen bei mir ist, den brauche ich auch nicht bei Sonnenschein - oder so ähnlich. Wenn die sog "Freunde" ein Problem damit haben, wie sie mit jemanden umgehen, dem es richtig schlecht geht, übersehen sie schlichtweg, dass der Andere ein großes Problem hat und nicht sie selbst.
      Aber das erlebt wohl jeder anders.
      Den eignen Tod, den stirbt man nur, doch mit dem Tod der Anderen muss man leben.(Mascha Kaleko)
      Ja, lieber Franky,
      ich hatte gemeinsam mit meinem Mann viele " Freunde".
      Aber die waren eben auch immer nur da, wenn sie etwas brauchten,
      oder etwas zu reparieren hatten. regelmäßig einmal im Jahr wurden wir dann
      zur Grillfeier eingeladen..
      Das wars.
      Man hat eben sein Leben doch eher in der Familie oder zu zweit gelebt.
      Von diesen Menschen ist jetzt keiner mehr da, nicht einmal eine WA.
      Aber so langsam ist mir das Sch... egal. Ich werde mir sicher irgendwann
      wieder einen Freundeskreis aufbauen mit Menschen, die mich verstehen können.
      Das sind sicher auch Menschen, die das Selbe durchgemacht haben.
      Ich werde sehn.
      Aber jetzt ist es eben noch so, das ich auch lieber allein bin.
      Mein Kopf ist ja noch so wirr. Keine Struktur mehr da.
      Und da ich immer noch krank geschrieben bin, habe ich garkeinen Kontakt zur
      Außenwelt. Und ganz ehrlich im Moment habe ich da auch Angst davor, das ich
      zusammen breche.
      Auf Dauer geht das nicht so, das habe ich begriffen, aber ich glaube es dauert seine Zeit.
      Und die lasse ich mir nicht nehmen und lasse mir auch nichts aufzwingen.

      Petel schrieb:


      Von diesen Menschen ist jetzt keiner mehr da, nicht einmal eine WA.


      Liebe Petel,

      was ist denn eine WA? Eine Wochenendaffäre? ;)

      Sorry, dass ich so saudumm frage ... Meine "Wochenendaffäre" in Form meiner neuen "besten Freundin" hat sich bisher auch noch nicht gemeldet, das Muttertagswochenende wird sie voraussichtlich auch nicht mit mir verbringen, da ihre Mama zum Glück ja noch lebt ...
      Und nicht dass das jetzt noch jemand falsch versteht - geht ja im Internet immer schnell - und vielleicht noch denkt, ich würde von meiner Freundin erwarten, dass sie den Sonntag mit mir statt mit ihrer Mutter verbringt. Um Gottes willen, NEIN! Wollte nur sagen, dass sie sich ganz schön Zeit lässt mit dem Melden und ich dieses Wochenende wegen Muttertag auch schon mal abhaken kann...
      Hallo Marion,
      ich meinte Whats up.
      Ich habe keine Affäre das wäre makaber.
      Ich dachte ihr wißt was ich meine Sorry...
      Ach und wegen Muttertag.
      Mir war es nie wichtig so ein blöder tag. Das hat doch nur die Gesellschaft gemacht
      um die Wirtschaft anzukurbeln.
      Es gibt andere Mittel um seiner Mutter zu zeigen, das man sie lieb hat.
      Da brauchts keinen verordneten Tag dafür.
      Das habe ich auch immer meinem Sohn gesagt.
      Ich mag so etwas nicht.
      Er ist da , wenn ich ihn brauche und das ist wichtig, mehr nicht.
      meine Mutter muß das leider auch verstehen, weil ich eben so bin...
      Und das werde ich auch nicht ändern.Das muß sie durch, da bin ich ganz hart.
      ... ach so, WhatsApp, schon wieder was dazugelernt, danke. Damit kenn ich mich nicht aus - bin bloß bei FB.

      Und das mit der Wochenendaffäre war ja nicht ernst gemeint, sollte nur ein bisschen zur Auflockerung dienen.

      Ja, das ist schon doof, wenn sich keiner mehr meldet ... Wem sagst du das!

      P.S.: Aber das mit dem Muttertag sehe ich anders. Ich finde das schön, wenn man der Mutter an diesem Tag mal eine spezielle Freude macht. Schließt ja nicht aus, dass man es an anderen Tagen auch macht.
      Hallo, liebe Gleichgesinnte,
      ich habe bald 11 Wochen alleine geschafft, mein Mann hat mich immer noch nicht abgeholt. Was ich mir immer wünsche. Ich kann es auch nicht verarbeiten irgendwie. Ich funktioniere nur. Und hab großoe Schuldgefühle, alles oder vieles falsch gemacht zu haben. Ich habe nicht gesehen, dass es ihm schlecht geht und er eigentlich zum Arzzt müsste. Mein Mann war ein großer Vertuscher, er wollte nicht schwach wirken.
      Als dann die Bombe platzte, da waren wir doch beide am Boden zerstört. Aber hofften auf ein gutes Ende, nämlich dass er auf die Transplantationsliste für eine neue Leber kommt und wir gemeinsam noch viele Jahre schaffen, in zwölf hätten wir goldende Hochzeit. Es ist leider in den drei Monaten nach Diagnosestellung bis zum Tod einiges schiefgelaufen, auch im Krankenhaus. Fünf Tage vor dem Termin "auf die Liste kommen" war sein Tod so schnell und überraschend für uns gekommen, das begreife ich einfach nicht. Und dann noch Kriminalpolizei, Staatsanwat und Obduktion. Als ich den Obduktionsbericht gelesen habe, war ich fassungslos über das Ausmaß der Krankheit. Dennoch hätte er noch nicht so schnell sterben müssen, ist meine feste Meinung. Was soll ich gegen Ärzte ausrichten? Als kleines armes Licht.
      Wir waren 40 Jahre zusammen (Jubiläum im Februar), davon 37,5 Jahre verheiratet. Dieses Jahr hätten wir die "Feuerhochzeit". Mein Mann hat einen Artikel mit den Hochzeitstag-Bezeichnungen extra aufgehoben. "Feuer" war ihm dann doch wörtlich gelungen.
      Am Wochenende lese ich in der Tageszeitung bei den Traueranzeigen immer die Geburtstage und bin froh, wenn andere jung sterben. Das ist doch nicht normal.
      Es gibt Zeiten, da kann ich ohne dran zu denken, meinen Tag verbringen, dann kommt z.B. ein Lied im Radio, wo wir immer gerne tanzten und mir fällt ein, "nie wieder gemeinsam tanzen", mein Mann war ein super Tänzer, und schon geht das Heulen los. Ohne Tränen würde ich aber auch ersticken, es bringt mir kurze Zeit Erleichterung. Seine Tasche fürs Krankenhaus steht immer noch griffbereit.
      Liebe Steffi,
      ich kann das alles so gut nachvollziehen. Ich leide auch unter riesigen Schuldgefühlen, weil ich so vieles-bereits vor der Diagnose Krebs- nicht erkannt habe. Auch mein Mann hat vieles verdrängt, verheimlicht, denn er wollte nicht schwach wirken, alles sollte für ich so normal wie möglich weiter laufen. Dass er dies überhaupt geschafft hat, verstehe ich heute noch nicht, denn es muss unheimliche Kraft gekostet haben. Auch bei meinem Mann ist einiges schief gelaufen - nicht erst im Krankenhaus. Er hätte auch nicht so früh sterben müssen. Und das belastet zusätzlich.
      So sehr ich auch versuche mich abzulenken und es mir gelingt, mich im Griff zu haben, so schnell passiert es durch eine Kleinigkeit, dass ich wieder ein Häufchen Elend bin, weil die Erinnerungen einfach nur schmerzen. Ich lebe weiter- er nicht. Wie soll ich jemals damit fertig werden...
      Den eignen Tod, den stirbt man nur, doch mit dem Tod der Anderen muss man leben.(Mascha Kaleko)
      Liebe Steffi,
      die Kleinigkeiten sind es bei mir auch die mich mit einem Fingerschnick ins Tal der Tränen katapultieren können.
      Das klingt jetzt sehr pathetisch, es ist aber so. Ein Mann der das gleiche Rasierwasser benutzt wie Tom - und schon laufen die Tränen.
      Ein Sonnenblumenfeld, Tom hat immer gesagt " Schau mal, Sonnenblumen, die sind nur für dich gesät worden" und schon laufen die Tränen - meist nur wenn ich alleine bin.
      Ja, und das Lied im Radio... obwohl, das ist schon besser geworden seit dem schwärzesten aller Tage - anfangs konnte ich überhaupt keine Musik ertragen, geschweige denn Tom's Lieblingsmusik.
      Ich fürchte, wir müssen uns in Geduld üben dass es anders wird, unser Leben, nicht besser, das geht nicht mehr, aber anders...

      Euch allen eine erholsame Nacht
      Franzi

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      - Aufgeben ist keine Option -
      Ihr Lieben,

      wenn ich die Möglichkeit hätte, in einem "anderen Leben" mit meinem Geiebten auch nur ein Jahr zusammen zu leben, ich würde es sofort und mit großer Freude wollen. Wir hatten 28 gemeinsame Jahre. Und es ist nicht zu Ende, es geht weiter.

      AL Frieda


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      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein
      Ich gehe mal einfach davon aus dass ich in einem "anderen Leben" wieder auf Tom treffe... er war/ist meine 2. Hälfte und jetzt erstmal nur vorausgegangen....

      Und träumen tue ich im Moment leider überhaupt nicht - aber das kommt bestimmt auch wieder... vielleicht... hoffentlich...irgendwann
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      - Aufgeben ist keine Option -
      Hoffe sehr auch, das ich meinen Mann wieder treffe.
      Geträumt habe ich schon 4 Mal von ihm. Das war schön, wollte nicht wieder
      aufwecken. Aber in letzter Zeit nicht mehr.
      Ich weis nicht warum.
      Es ist so traurig so alleine.
      Und ich kann mir nicht vorstellen, das das ewig so bleibt. Das geht in meinen Kopf
      gar nicht rein.
      Ich organisiere meinen Alltag einfach so, als ob alles ok ist.
      Aber weiter nichts. Ich will daran nichts ändern, soll alles so bleiben.
      Und ich bleibe traurig bis ich es irgendwann geschafft habe.
      Liebe Doro,
      Gefühle kann man leider nicht einfach abschalten. Der Verstand sagt es muss weiter gehen das Gefühl sagt oft was anderes...
      Klar du musst weiter trauern was auch sonst nach dieser kurzen Zeit ? Es wird für uns alle hier wieder bessere Zeiten geben..
      Hallo Ihr Lieben,
      es ist Freitag, vor zwölf Wochen musste mich mein liebes Schatzel verlassen, zwölf Wochen??
      Die Trauer ist kein bißchen weniger geworden, vielleicht milder. Ich kann es nicht beschreiben. Leider habe ich noch nicht von meinem Mann geträumt, das wünsche ich mir so gerne, immer vor dem Einschlafen rede ich nochmal mit ihm und bitte ihn, er soll doch bei mir vorbeikommen im Traum. Das ist so eine kleine Beruhigung geworden. Und ich habe alte Liebesbriefe gefunden. Von 1978!! Und einen Ordner voll Briefe, die er mir während der Armeezeit geschickt hatte. Ich benutze neuerdings auch sein Deo, ich hab da seinen Duft bei mir. Ach es ist alles zum kotzen. Ich will nicht ohne ihn sein. Ich muss mich aber auch zusammennehmen,denn wenn ich lese, das ihr z. B. nur zehn gemeinsame Jahre hattet, da muss ich doch glücklich über vierzig Jahre sein, dankbar.
      Ich hoffe, ihr könnt trotzdem das bevorstehende Wochenende gut überstehen, in Hitze und möglichst ohne Unwetter. Ich habe Nachtschicht ab heute abend, da bin ich abgelenkt. Bleibt alle stark in euren Erinnerungen.
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