Trauer um den geliebten Mann

      Emmi Du hast es genau auf den Punkt gebracht.

      Wir hatten auch alles überstanden, was auf uns zukam und es einfach die große Liebe und es war es so eine Leichtigkeit alles zu überstehen. Ja Du hast Recht das ist ein großes Privileg, das habe ich genau so gehabt und er auch. Wir waren blutjung, klar wir wollten aus dem Elternhaus raus und das war die beste Entscheidung. Wir haben alles zusammen erarbeitet, Arbeit Haus u.a. Das geht nur wenn man zusammenhält.

      Ja ich habe alles und mir geht es soweit sehr gut, habe die Jungs, aber mein Mann fehlt mir unendlich.
      Also ich höre immernoch gerne die Lieder von früher. Habe mir gerade heute bei Rossmann ein Paket mit Rockklassikern gekauft. Da sind 5 CD´s drin und eine davon habe ich schon komplett gehört. Ich möchte aber auch von mir behaupten, dass ich nach heutigem Stand nichts anders machen würde und auch, dass ich mit meinem Leben bisher zufrieden bin. Hört sich vielleicht blöd an aber alles was passiert ist hat mich zu der gemacht die ich heute bin. Das mein Mann gestorben ist hat er zum großen Teil selbstverschuldet. Schlechte Lebensgewohnheiten und absolute Arztverweigerung waren eben eher kontraproduktiv. Wenn jemand seine Vergangenheit hätte ändern sollen dann mein Mann. Ich habe ihn geliebt und ihn oft gebeten einen Arzt aufzusuchen oder gesünder zu leben aber da war keine Einsicht. Für meinen Mann tut es mir unendlich leid, dass er so früh sterben musste. Ich hätte viel lieber noch viele Jahre mit ihm verbracht aber ganz ehrlich????? Ich bin auch sauer auf ihn weil er so stur war und meinte er könne das Schicksal herausfordern.
      Aber ich finde, dass es mir trotz der vielen Sterbefälle der letzten (noch nicht ganz) 2 Jahre und trotz vorauszusehender "Altersarmut" doch sehr gut geht.
      Ich versuche einfach das Beste aus meinem Leben zu machen und meine Zukunft positiv zu sehen. Das heißt aber doch nicht, dass ich mich an den vergangenen schönen Zeiten nicht mehr erfreuen darf.
      Ich freue mich an der Vergangenheit, der Zukunft und gaaaaaannnz wichtig an der Gegenwart.
      LG
      allesanders

      Es gibt Menschen, die wir in der Erde begraben; aber andere, die wir besonders zärtlich lieben, sind in unser Herz gebettet. Die Erinnerung an sie mischt sich täglich in unser Tun und Trachten, wir denken an sie, wie wir atmen, sie haben in unserer Seele eine neue Gestalt angenommen, nachdem zarten Gesetz der Seelenwanderung das im Reich der Liebe herrscht.

      Honoré de Balzac


      Ihr Lieben,

      wir "bezahlen" nicht dafür, dass wir geliebt haben ...

      ... wir leiden, weil wir nicht wirklich bis ins Innerste lieben.

      Wir leiden, weil wir den geliebten verstorbenen Menschen für uns brauchen. Wir wollen ihn zurück! Wir lassen ihn nicht wirklich gehen, wünschen ihm (seiner Seele) nicht das Allerbeste!

      Das oft gefühlte "schlechte Gewissen", die Reue für bestimmte Verhalten, als er noch lebte und bei uns war, ist ein ganz natürlicher Vorgang, weil wir ohne die Gegenwart des geliebten Verstorbenen auf uns selbst zurückgeworfen sind.

      Aber wir haben geliebt! Und genau darum geht es. Möglicherweise - ganz sicher sogar - haben wir auch Fehler gemacht, aber wir haben geliebt. Und wir leben weiter und lieben weiter ... auch über den Tod hinaus.

      AL Frieda


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      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein
      @allesanders:

      Deine Ausführungen darüber, dass dein Mann seinen Tod mitverschuldet haben soll, kann ich heute nachvollziehen. Es gibt leider viele Menschen, die nicht gesundheitsbewusst leben, und dies sogar noch dann, wenn sie früh einen Angehörigen durch eine Krankheit verloren haben. Ein Beispiel dafür ist der Bruder meiner Frau: Sein Vater starb mit 54 Jahren an Krebs, als er 17 Jahre alt war. Wie ich kürzlich von meiner Frau erfuhr, fühle er sich immer unbehaglicher, da er bald so alt sein wird wie sein damals verstorbener Vater. TROTZDEM raucht er bis zu 3 Schachteln Zigaretten am Tag, trinkt zwar keinen Alkohol, aber viel Cola. Tja............
      Lieber Uli,
      "mitverschuldet" hört sich sehr hart an, ich möchte es eher als "billigend in Kauf genommen" bezeichnen.
      Nichts desto Trotz und egal wie es bezeichnet wird...….ich bin genau darüber unheimlich sauer.
      LG
      allesanders

      Es gibt Menschen, die wir in der Erde begraben; aber andere, die wir besonders zärtlich lieben, sind in unser Herz gebettet. Die Erinnerung an sie mischt sich täglich in unser Tun und Trachten, wir denken an sie, wie wir atmen, sie haben in unserer Seele eine neue Gestalt angenommen, nachdem zarten Gesetz der Seelenwanderung das im Reich der Liebe herrscht.

      Honoré de Balzac


      Also ich kann nur soviel dazu sagen, daß wir a l l e sterben müssen, ob wir gesundheitsbewußt oder in Übermaßen rauchen oder essen. Klar man lebt vielleicht etwas länger, aber ehrlich gesagt, ich möchte gar nicht länger leben (ich weiß ich kann es nicht beeinflussen), weil dann niemand mehr da ist, wo ich kenne, weil alle schon weg sind. Mein Mann hat auch nicht gesundheitsbewußt gelebt, er hat geraucht wie ein Schlot und hat auch sehr gerne gegessen. Getrunken hat er sehr wenig, nur wenn wir unterwegs waren im Urlaub oder auch bei Feiern dann hat er mal was getrunken, aber richtiug betgrunken habe ich ihn nie gesehen. Und er war sehr lustig, wenn er angeheitert war. Sein großes Mango war, er wollte auch nie zum Arzt, ich denke die meisten Männer sind arztscheu und meiner gehörte auch dazu. Und vor allen Dingen mir hat er nichts gesagt, wenn irgendwas anstand. Ich habe es aber dann bemerkt und dann winkte er immer ab und sagte "schau du, daß du gesund bist und bleibst". Und manchmal hat er auch gesagt, wenn ich mal gehe, dann habe ich gut gelebt, ob das richtig ist oder nicht sei dahingestellt. Ja Männer sind halt anders. Uli da bist Du ja eine große Ausnahme. Ich kenne viele Männer wo so arztscheu sind. Aber was will man machen, ich konnte ihn ja nicht zum Arzt tragen. Ich bereue es auch, daß ich ihn nicht einfach zum Arzt gefahren habe, ich hätte ihn mehr zwingen sollen. Aber es ist wie es ist. Vielleicht ist auch alles so gesteuert, man ist ja irgendwie machtlos.
      Hmmm kann ich so nicht unterschreiben......ganz ehrlich in der heutigen Zeit helfen die Ärzte einem ja nicht mehr wirklich.....da werden Medikamente verschrieben nur weil der Arzt sich gegenüber der Pharmafirma verpflichtet hat im Jahr ein bestimmtes Kontingent dieses oder jenes Mittels zu verschreiben und am Jahresende zahlt die Pharmafirma dem Arzt ein hübsches Sümmchen dafür.......das ist grob fahrlässig denn oft vertragen sich viele Medikamente nicht miteinander und machen erst richtig krank......ist inzwischen sogar so schlimm das der geforderte Medikamentenplan für Patienten ( gespeichert auf der Chipkarte ) von Ärzten und Pharmaindustrie bisher erfolgreich verhindert werden konnte.......Geld regiert die Welt......
      Nur mal so zum Verständnis....in keinem anderen Land der Welt werden so viele Hüft-, Knie-, Schulter-, und Wirbelsäulen-OPs durchgeführt wie in Deutschland.....wissenschaftlich erwiesen ist das 80 % dieser OPs unnötig sind und gar keinen Sinn machen geschweige denn helfen.......Ärzten in Krankenhäusern wird mit Kündigung gedroht wenn Sie auf Ihrer Station nicht die gewünschte Anzahl an OPs durchführen nur damit die Kliniken schwarze Zahlen schreiben......da liegt auch das Problem der Krankenkassen denn die können das nicht überprüfen und sind gezwungen für diese sinnlosen OPs zu zahlen......

      Ich muss mich leider wegen des Klageverfahrens mit dem Krankenhaus mit solchen Dingen beschäftigen und glaubt mir, Ihr wärt entsetzt wenn Ihr wüsstet was ich inzwischen weiss.......eins ist natürlich ganz klar, hat man etwas akutes was z.B. auf einen Schlaganfall oder Herzinfarkt oder z.B. Magendurchbruch etc. hin weisst ist der Gang zum Arzt unumgänglich.......ich rate aber trotzdem zur Vorsicht und würde mir immer mehrere Meinungen einholen........
      Auch mein Papa hat immer gesagt " wenn ich mal gehe kann ich sagen ich habe gut gelebt " und genauso war es.......er hatte einen 21 cm großen Nierentumor der unbemerkt gewachsen ist und Ihm bis 3 Wochen vor seinem Tod keine Schwiriegkeiten gemacht hat.......die 3 Wochen bis zu seinem Tod waren dann die Hölle für uns alle......
      Inzwischen ist es auch zu meinem Motto geworden " wenn ich mal gehe möchte ich sagen ich hab gut gelebt "......ich rauche und esse gut, trinke sehr selten und führe ansonsten ein ganz normales Leben und wenn es vorbei ist, ist es vorbei.........denn niemand kann mir garantieren das mein Leben durch Arztbesuche und Medikamente länger dauern würde ( mit meinem jetzigen Wissen würde ich das sogar regoros verneinen )..........

      LG
      Mäusi
      Ja, ihr Lieben,
      ich denke auch, dass Arztbesuche mit Vorsicht zu händeln sind.

      Nur weil mein Kreislauf verrückt spielt, muss ich keinen Herzkatheder gesetzt bekommen.

      O.k., wenn du was gebrochen hast, wenn akute Situationen eintreten, dann ist die nächste Klinik goldwert.

      Mäusi, ich glaube dir aufs Wort!

      AL Frieda


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      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein
      Guten Morgen euch allen,
      auch ich muß bestätigen, der Mensch ist zur Ware geworden. Wenn die Kasse zahlt, werden unnötige Dinge verordnet und gemacht und wenn sie nicht zahlt, notwendige Dinge unterlassen.Sicher gibt es auch Ärzte, denen das jetzige System nicht gefällt, aber der gute alte Hausazt ist leider ein aussterbendes Modell.Und der Arzt der an deinem Krankenhausbett steht und dir liebevoll die Hand hält, den gibt es häufig nur in Fernsehserien.
      L.G.Emmi
      Guten Morgen!
      Leider ist das so. Ich kann dem, was Mäusi weiter oben geschrieben hat, leider nur beipflichten.
      Erst wollte ich es nicht der Ärztekammer melden, aber mein Sohn ließ nicht locker. Ihn hat das sehr belastet. Also haben wir die Ärztekammer eingeschaltet. Den Halbgöttern in Weiß sollte zumindest mal auf die Finger geschaut werden. Man darf nicht alles hinnehmen, was sie des Geldes wegen tun. Das alles hat nichts mehr mit dem hippokratischen Eid zu tun. Aber den müssen sie ja heutzutage auch gar nicht mehr ablegen....Man kann nur froh sein, wenn man nicht ernsthaft krank wird....
      Den eignen Tod, den stirbt man nur, doch mit dem Tod der Anderen muss man leben.(Mascha Kaleko)
      Hallo ihr Lieben,

      ich kann mich dem nur anschließen. Mein Partner war andauernd beim Arzt. Ihm wurden immer wieder neue Medikament verschrieben...sogar auch Tabletten, damit er andere Tabletten vertragen konnte. Ich bin so sauer auf diese Ärzte. Geholfen hat ihm in Wirklichkeit keiner....Die meisten Ärzten sehen ja - neben dem Geld - auch nur z. B. den hohen Blutdruck oder die Wasseransammlungen oder oder oder. Sie sehen nicht den ganzen Menschen und suchen schon gar nicht nach Gründen, warum diese Beschwerden überhaupt da ist. Ich hatte mal einen super Arzt, der leider auch schon nicht mehr lebt. Ich hatte ständig mit meiner Migräne zu kämpfen...hatte ständig die Arbeitsausfälle (mindestens 1 mal pro Woche). Ich hatte nachher schon so eine Angst vor dieser Migräne, dass sie dann schon automatisch kam. Meine Arzt sagte mir: "Sie machen sich im wahrsten Sinne des Wortes Kopf zerbrechen und das tut weh". Er riet mir etwas für mich zu tun, nicht immer so streng mit mir zu sein. Ich habe mir das so zu Herzen genommen und hatte das 1. Mal Mitleid mit mir und meinem Körper. Danach habe ich Entspannungstechniken gelernt u.a. auch Joga und Schwimmen. Auf einmal fühlte ich mich wieder.....Ich habe nur noch sehr, sehr selten Migräne und dann weiß ich, dass ich mir nicht gut getan habe.

      LG Anne
      Na ja nicht alle Ärzte sind schlecht man muss eben suchen und vor allem kritisch nachfragen.....ist mir mit meinem ersten Rheumatologen so gegangen.....er hat Blut abgenommen, MRT der Hände und Füsse gemacht und dann sofort MTX verschrieben......MTX ist so ziemlich schon die Endstufe an Medikamenten für Rheuma und ich hab Ihm dann gesagt das ich das nicht schlucke da es viel zu viele Nebenwirkungen hat und mein Rheuma bei weitem noch nicht in dem Stadium ist welches MTX rechtfertigen würde.....seine Antwort : na dann müssen sich unsere Wege trennen wenn Sie nicht auf mich hören....tja bin dann gegangen und hab nun nen anderen Rheumatologen der mir durch die Blume zu verstehen gab das der Kollege dafür bekannt ist sofort MTX zu verschreiben........und warum ? Na weil er warscheinlich von der Firma am Jahresende ne fette Prämie bekommt.....

      Glück hatte ich nun wieder bei meinem Therapeuten......in Berlin sind Psychotherapeuten dafür bekannt die Therapie nach den ersten von der Krankenkasse genehmigten 25 Stunden zu beenden da sie bezüglich der Verlängerung ein Gutachten schreiben müssen, welches Sie nicht von der Krankenkasse bezahlt bekommen....da gilt das Motto : warum soll ich ein aufwändiges Gutachten ohne Bezahlung schreiben wenn ich doch sofort den nächsten Patienten annehmen kann und ohne Aufwand wieder 25 Stunden bezahlt kriege denn die Patienten stehen ja Schlange......
      Anders bei meinem Therapeuten er hat gleich von Anfang an klar gemacht das ich mich um nichts kümmern muss und das er mich erst gehen läßt wenn er der Meinung ist das ich wieder alleine gehen kann......er hat es bis jetzt tatsächlich geschafft jede Verlängerung bei der Krankenkasse durch zu bekommen d.h. er hat schon etliche Gutachten schreiben müssen....ich wurde nicht mal gefragt ob ich möchte sondern er hat das entschieden und so sind es auf den Tag genau 5 Jahre.....und ja ich brauche die Therapie immer noch und bin dankbar das er das so ernst nimmt......

      Und klar kann ich Ärzte auch verstehen wenn Patienten schon mit einer selbst gegoogelten Diagnose da reinschneien und auf bestimmte Krankheiten behandelt werden wollen die Sie vorher gegoogelt haben....das die dann nicht immer erfreut sind ist auch klar........zu Googel kann ich auch nur sagen VORSICHT da steht soviel Müll und Unwahrheit drin das es kaum zu glauben ist......natürlich gibt es auch seriöse Seiten aber die sind schwer zu finden.......

      Ich bin inzwischen dazu übergegangen Fachärzte aufzusuchen denn ich bin der Meinung das normale Hausärzte völlig überlastet sind und unmöglich ein so großes Fachwissen haben können um alles zu behandeln.......habe ich Schmerzen in der Wirbelsäule oder den Knochen dann gehe ich zum Orthopäden....tut mir die Galle oder sonstige Innereien weh ist wohl der Internist die erste Wahl usw......und wenn ich kein Vertrauen habe dann sage ich das inzwischen auch ganz offen denn so what es gibt genügend andere Ärzte.....und ja, inzwischen nehme ich auch längere Wartezeiten bei Fachärzten in Kauf und wenn es ein guter Arzt ist, wird er mich ggf. zu einem weiteren Kollegen überweisen.......

      LG
      Mäusi
      Hallo Zusammen,
      heute vor 18 Jahren haben wir uns kennengelernt. Meine Trauerbegleiterin hat mir geraten den Tag zu planen und nicht einfach auf mich zukommen zu lassen. Es sollten jedoch Dinge sein, die ich auch einfach absagen bzw. nicht machen kann, falls mir nicht danach ist. Also war ich heute im Leipziger Zoo, doch ich kann im Moment nicht sagen, ob er mir wirklich gut getan hat. Es kamen viele Tränen, denn wir waren immer gerne im Zoo, natürlich zusammen. Da fehlte heute etwas. Danach war ich auf dem Friedhof, da war heute auch Ruhe. Viele unserer Mitbürger nehmen selbst auf dem Friedhof keine Rücksicht auf andere Leute (am Sonntag war ein Frau mit 2 schon etwas größeren Kindern auf den Friedhof, da war es mit der Ruhe vorbei). Ich habe mir heute auch noch unsere Fotoalben angeschaut, ich bin so froh darüber das ich welche gemacht habe. Doch auch hier kamen viele Tränen. Ich vermisse ihn, jeden Tag. Ich kann ihn noch nicht loslassen. Ich habe vor 3 Monaten nicht gedacht, dass es mir nach dieser Zeit noch so schlecht geht. Ich suche auch noch oft nach einem Schuldigen, doch ich finde einfach keinen.
      Hier hatten einige geschrieben, dass man gesund leben soll. Mein Mann hat nicht wirklich gesund gelebt, er hat geraucht und er hat auch ab und zu Alkohol getrunken und natürlich auch keinen Sport gemacht. Doch gestroben ist er an einem Fehler der Natur, man hätte nichts dagegen tun können, selbst wenn man es vorher gewußt hätte. Niemand hatte schuld, doch dies zu akzeptieren, fällt mir gerade heute sehr schwer.
      An unserem Kenenlerntag haben wir immer Pizza bestellt und ein DVD angesehen. Die Pizza habe ich gestern schon für heute bestellt (hätte es heute bestimmt nicht getan) und ich hoffe ich bekomme das mit dem Film auch noch hin.
      Liebe Grüße Schlumpfine
      Im Moment hat mich die Trauer voll im Griff. Ich kann mich kaum auf irgendetwas konzentrieren. Mein Mann war mein Leben. Er hat mich vor 18 Jahren aufgefangen. Ich war damals sehr allein. Er hat mir gewzeigt, dass das Leben zu zweit schön und erfüllt ist. Das man sich genug sein kann. Es ist in der heutigen Zeit schwer Freundschaften zu knüpfen und auch zu halten. Ich musste oft den Arbeitsplatz wechseln und so gingen auch Freundschaften zu Bruch. Jetzt breue ich es, dass ich nicht mehr daran gearbeitet habe, die Freundschaften zu halten. Doch ich kann es nicht ändern. Mein Mann und ich haben viele schwierige Zeiten duchlebt, dass hat uns zusammengeschweißt. Doch jetzt ist er fort. Die Einsamkeit erschlägt mich. Meine Schwiegermutter hat mir geraten, seine Bilder wegzuräumen. Doch nützt es was? Es ist auch der Küchenstuhl auf dem er immer saß, die Erinnerungsstücke an gemeinsame Urlaube, sein Handtuchhaken im Bad, das unbenutze Bett,... Selbst wenn ich die ganze Wohnung ausräume, wird es immer wieder Dinge geben, die mich an ihn erinnern, also lasse ich alles stehen.
      Besonders schlimm empfinde ich momentan meine Mitmenschen, die meinen Verlust mit einer Trennung/ Scheidung vergleichen. So ein Vergleich tut unheimlich weh, denn der Tod eines geliebten Menschen, ist mit einer Trennung nicht zu vergleichen. Denn die Liebe bleibt, auch über den Tod hinaus.
      Ja, Schlumpfine, das Umfeld reagiert manchmal ganz "reizend", das liest man hier leider oft ...

      Und Freundschaften, nun ja, - grundsätzlich schon besser, wenn man welche hat und nicht nur auf den Lebenspartner fixiert ist. Aber oft ist es ja leider so, dass man in einer solchen Situation von den Freunden dann auch noch hängen gelassen wird bzw. gerade von diesen blöde Kommentare kommen, sodass man durch die hochgradig schwierigen Situationen im Leben leider oft weitgehend alleine durch muss.

      Ich habe meiner Freundin, zu der ich nun aus allerlei Gründen den Kontakt abgebrochen habe, mal geschrieben: Weißt du, wenn ich einen Lebenspartner hätte oder wenn noch ein Kind bei mir im Haus wohnen würde, wäre der Tod der Mutter für mich auch leichter zu verkraften und ich könnte das sicher besser und schneller wegstecken als in meiner Situation, da ich nun mal ganz alleine bin.

      Und das ist ja wohl auch eine ganz schlichte und leicht zu begreifende Tatsache, an der es nicht viel zu rütteln gibt. Denn für meine Mutter war der Tod ihrer Mutter sicher nicht mit einer solchen "Endzeitstimmung" verbunden wie bei mir, das sie eben noch Familie (einen Mann und zwei Töchter) hatte.

      Und anstatt diese Aussage einfach zu akzeptieren und so stehen zu lassen, hat diese "Freundin" mich dann richtig heruntergeputzt. Andere Personen könnten den Verstorbenen nicht ersetzen, bla, bla, bla. In so einem richtig barschen Ton wurde ich angefaucht, als ob ich etwas geschrieben hätte, was völlig daneben oder fast schon beleidigend für sie wäre. ????

      Ich weiß auch genau, warum sie auf diese im Prinzip ganz normale Aussage von mir so komisch und eigentlich schon aggressiv reagiert hat: Weil sie es auf sich selbst bezogen hat! Sie hat nämlich ganz offenbar Komplexe, weil sie nun seit dem Tod ihres Mannes, den sie immer noch betrauert, schon wieder die zweite Beziehung hat. Dabei habe ich das nie kritisiert (wie käme ich dazu?) und das ist ja ganz allein ihre private Angelegenheit.

      Mir ist an dieser Stelle und auch bei anderen Gelegenheiten sehr deutlich geworden, dass sie sich in meine persönliche Situation überhaupt nicht hineinversetzen wollte, sondern bloß IHRE Perspektive für sie maßgeblich war.

      Interessanterweise hat sie mir dann im weiteren Verlauf irgendwann vorgeworfen, selbstbezogen zu sein.

      Nun ja, lassen wir das - sonst habe ich bald sämtliche Threads mit diesem leidigen Freundinnenproblem zugespammt.

      Ich will damit bloß sagen, liebe Schlumpfine, Freundinnen sind auch nicht immer unbedingt die Rettung in der Not. Deshalb mach dir keinen Kopf wegen des vermeintlichen Versäumnisses, Freundschaften nicht genug gepflegt zu haben.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „Marion68“ ()

      Das Schlimme ist eben, wenn man es dann auch noch mit selbsternannten "Profis" zu tun hat und jemand sich für die "Trauer-Expertin" vom Dienst hält, bloß weil man seit sechs Jahren regelmäßig in eine Trauergruppe geht, sich schicke und teure Trauerreisen leisten kann und zu Hause ein ganzes Bücherregal voller Trauerratgeber hat ... ;)

      Und dann kommt so jemand wie ich und findet unverschämterweise auch noch die gut gemeinten, angelesenen und per Mail übermittelten Ratschläge nicht so toll, sondern würde lieber mal zur Ablenkung eine Stunde oder vielleicht auch zwei gemeinsam über den Weihnachtsmarkt schlendern - unerhört! ;)

      (Sorry, ich weiß, ich bin eigentlich im falschen Thread ...)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Marion68“ ()

      Hallo,
      ich war sehr lange nicht hier, es tut aber not. Heute nacht werden es 27 Wochen, ein halbes Jahr in Trauer. Und ich komme aus dem tiefen schwarzen Loch nicht heraus. Es ist nicht ein Stückchen besser oder leichter geworden. Mein Mann ist immer noch tot. Ich funktioniere für alles was ich halt erledigen muß. Bei einem kürzlichen Banktermin habe ich zum ersten Mal diesen verfluchten Begriff "verwitwet" schreiben müssen. Das ist doch furchtbar. Nächste Wochen haben wir unseren 38. Hochzeitstag. Ich weiß noch nicht, was ich an dem Tag mache. Im August habe ich den Geburtstag meines Mannes gefeiert. Meine Kinder und Enkel und seine Geschwister waren zum Kaffeetrinken da, ganz unkompliziert im Garten. Seine Schwester hatte einen roten Herz-Ballon mitgebracht, den haben wir alle geküsst und ihn dann in den Himmel steigen lassen, das war schön. Und da habe ich auch nicht viele Tränen gebraucht. Die kommen sowieso alleine. Bei der Einschulungsfeier unseres ersten Enkelkindes zum Beispiel musste ich mich so beherrschen. Ich trage nach wie vor schwarze Kleidung, das ist mein Schutzpanzer. Ich weiß nicht wie lange. Zur Zeit bin ich auch noch krankgeschrieben, das erste Mal seit dem Verlust, mein Körper versucht zu rebellieren, aber da ist er bei mir an der falschen Adresse, ich habe keine Angst vor Tod und Krankheit, denn schlimmer als mein gebrochenes Herz kann es eh nicht werden. Angst habe ich nur vor den wüsten Gedanken an Warum und Schuld. Diese Monologe mit mir fallen schon mal heftig aus. Den Jahresurlaub musste ich auch überstehen, hatte keine Lust, wäre lieber arbeiten gewesen. Eine Reise hatten wir nicht buchen können, weil wir voriges Jahr keine Ahnung über seinen Genesungsprozeß hatten, der ja dann ein Sterbeprozeß war. Ich war bei IKEA frühstücken mit Tränen, ich war in einem Freizeitbad, dort hätte ich alle Paare ermorden können und ich habe mir eine Behandlung in einem Hamam gegönnt, das war angenehm, weil ich während der schönen Schaum- und Ölmassage die Augen geschlossen hatte und habe mir vorgestellt, ich liege mit meinem Seppel am Strand. Wenn ich mir sprichwörtlich die Peitsche gebe, lese ich seinem Obduktionsbericht. Und jeden früh nach dem Aufwachen sein letztes Foto. Es wird nicht leichter. Bin froh, dass ich hier alles loswerden kann. Mein Umfeld scheint mir manchmal genervt davon.
      Liebe Steffi,
      ich kann dich so gut verstehen, fühle das selbe. Nichts, aber auch gar nichts ist besser geworden. Wie denn auch, mein Mann bleibt tot und ich muß ohne ihn leben, will und kann das aber nicht.Wir haben zusammen gehört, waren für einander bestimmt, ich begreife das nicht. Fühle dich umarmt,
      liebe Grüße Emmi
    Liebeskummer Sorgen Forum