Trauer um den geliebten Mann

      Also ich kann nur soviel dazu sagen, daß wir a l l e sterben müssen, ob wir gesundheitsbewußt oder in Übermaßen rauchen oder essen. Klar man lebt vielleicht etwas länger, aber ehrlich gesagt, ich möchte gar nicht länger leben (ich weiß ich kann es nicht beeinflussen), weil dann niemand mehr da ist, wo ich kenne, weil alle schon weg sind. Mein Mann hat auch nicht gesundheitsbewußt gelebt, er hat geraucht wie ein Schlot und hat auch sehr gerne gegessen. Getrunken hat er sehr wenig, nur wenn wir unterwegs waren im Urlaub oder auch bei Feiern dann hat er mal was getrunken, aber richtiug betgrunken habe ich ihn nie gesehen. Und er war sehr lustig, wenn er angeheitert war. Sein großes Mango war, er wollte auch nie zum Arzt, ich denke die meisten Männer sind arztscheu und meiner gehörte auch dazu. Und vor allen Dingen mir hat er nichts gesagt, wenn irgendwas anstand. Ich habe es aber dann bemerkt und dann winkte er immer ab und sagte "schau du, daß du gesund bist und bleibst". Und manchmal hat er auch gesagt, wenn ich mal gehe, dann habe ich gut gelebt, ob das richtig ist oder nicht sei dahingestellt. Ja Männer sind halt anders. Uli da bist Du ja eine große Ausnahme. Ich kenne viele Männer wo so arztscheu sind. Aber was will man machen, ich konnte ihn ja nicht zum Arzt tragen. Ich bereue es auch, daß ich ihn nicht einfach zum Arzt gefahren habe, ich hätte ihn mehr zwingen sollen. Aber es ist wie es ist. Vielleicht ist auch alles so gesteuert, man ist ja irgendwie machtlos.
      Hmmm kann ich so nicht unterschreiben......ganz ehrlich in der heutigen Zeit helfen die Ärzte einem ja nicht mehr wirklich.....da werden Medikamente verschrieben nur weil der Arzt sich gegenüber der Pharmafirma verpflichtet hat im Jahr ein bestimmtes Kontingent dieses oder jenes Mittels zu verschreiben und am Jahresende zahlt die Pharmafirma dem Arzt ein hübsches Sümmchen dafür.......das ist grob fahrlässig denn oft vertragen sich viele Medikamente nicht miteinander und machen erst richtig krank......ist inzwischen sogar so schlimm das der geforderte Medikamentenplan für Patienten ( gespeichert auf der Chipkarte ) von Ärzten und Pharmaindustrie bisher erfolgreich verhindert werden konnte.......Geld regiert die Welt......
      Nur mal so zum Verständnis....in keinem anderen Land der Welt werden so viele Hüft-, Knie-, Schulter-, und Wirbelsäulen-OPs durchgeführt wie in Deutschland.....wissenschaftlich erwiesen ist das 80 % dieser OPs unnötig sind und gar keinen Sinn machen geschweige denn helfen.......Ärzten in Krankenhäusern wird mit Kündigung gedroht wenn Sie auf Ihrer Station nicht die gewünschte Anzahl an OPs durchführen nur damit die Kliniken schwarze Zahlen schreiben......da liegt auch das Problem der Krankenkassen denn die können das nicht überprüfen und sind gezwungen für diese sinnlosen OPs zu zahlen......

      Ich muss mich leider wegen des Klageverfahrens mit dem Krankenhaus mit solchen Dingen beschäftigen und glaubt mir, Ihr wärt entsetzt wenn Ihr wüsstet was ich inzwischen weiss.......eins ist natürlich ganz klar, hat man etwas akutes was z.B. auf einen Schlaganfall oder Herzinfarkt oder z.B. Magendurchbruch etc. hin weisst ist der Gang zum Arzt unumgänglich.......ich rate aber trotzdem zur Vorsicht und würde mir immer mehrere Meinungen einholen........
      Auch mein Papa hat immer gesagt " wenn ich mal gehe kann ich sagen ich habe gut gelebt " und genauso war es.......er hatte einen 21 cm großen Nierentumor der unbemerkt gewachsen ist und Ihm bis 3 Wochen vor seinem Tod keine Schwiriegkeiten gemacht hat.......die 3 Wochen bis zu seinem Tod waren dann die Hölle für uns alle......
      Inzwischen ist es auch zu meinem Motto geworden " wenn ich mal gehe möchte ich sagen ich hab gut gelebt "......ich rauche und esse gut, trinke sehr selten und führe ansonsten ein ganz normales Leben und wenn es vorbei ist, ist es vorbei.........denn niemand kann mir garantieren das mein Leben durch Arztbesuche und Medikamente länger dauern würde ( mit meinem jetzigen Wissen würde ich das sogar regoros verneinen )..........

      LG
      Mäusi
      Ja, ihr Lieben,
      ich denke auch, dass Arztbesuche mit Vorsicht zu händeln sind.

      Nur weil mein Kreislauf verrückt spielt, muss ich keinen Herzkatheder gesetzt bekommen.

      O.k., wenn du was gebrochen hast, wenn akute Situationen eintreten, dann ist die nächste Klinik goldwert.

      Mäusi, ich glaube dir aufs Wort!

      AL Frieda


      ......................................................

      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein
      Guten Morgen euch allen,
      auch ich muß bestätigen, der Mensch ist zur Ware geworden. Wenn die Kasse zahlt, werden unnötige Dinge verordnet und gemacht und wenn sie nicht zahlt, notwendige Dinge unterlassen.Sicher gibt es auch Ärzte, denen das jetzige System nicht gefällt, aber der gute alte Hausazt ist leider ein aussterbendes Modell.Und der Arzt der an deinem Krankenhausbett steht und dir liebevoll die Hand hält, den gibt es häufig nur in Fernsehserien.
      L.G.Emmi
      Guten Morgen!
      Leider ist das so. Ich kann dem, was Mäusi weiter oben geschrieben hat, leider nur beipflichten.
      Erst wollte ich es nicht der Ärztekammer melden, aber mein Sohn ließ nicht locker. Ihn hat das sehr belastet. Also haben wir die Ärztekammer eingeschaltet. Den Halbgöttern in Weiß sollte zumindest mal auf die Finger geschaut werden. Man darf nicht alles hinnehmen, was sie des Geldes wegen tun. Das alles hat nichts mehr mit dem hippokratischen Eid zu tun. Aber den müssen sie ja heutzutage auch gar nicht mehr ablegen....Man kann nur froh sein, wenn man nicht ernsthaft krank wird....
      Den eignen Tod, den stirbt man nur, doch mit dem Tod der Anderen muss man leben.(Mascha Kaleko)
      Hallo ihr Lieben,

      ich kann mich dem nur anschließen. Mein Partner war andauernd beim Arzt. Ihm wurden immer wieder neue Medikament verschrieben...sogar auch Tabletten, damit er andere Tabletten vertragen konnte. Ich bin so sauer auf diese Ärzte. Geholfen hat ihm in Wirklichkeit keiner....Die meisten Ärzten sehen ja - neben dem Geld - auch nur z. B. den hohen Blutdruck oder die Wasseransammlungen oder oder oder. Sie sehen nicht den ganzen Menschen und suchen schon gar nicht nach Gründen, warum diese Beschwerden überhaupt da ist. Ich hatte mal einen super Arzt, der leider auch schon nicht mehr lebt. Ich hatte ständig mit meiner Migräne zu kämpfen...hatte ständig die Arbeitsausfälle (mindestens 1 mal pro Woche). Ich hatte nachher schon so eine Angst vor dieser Migräne, dass sie dann schon automatisch kam. Meine Arzt sagte mir: "Sie machen sich im wahrsten Sinne des Wortes Kopf zerbrechen und das tut weh". Er riet mir etwas für mich zu tun, nicht immer so streng mit mir zu sein. Ich habe mir das so zu Herzen genommen und hatte das 1. Mal Mitleid mit mir und meinem Körper. Danach habe ich Entspannungstechniken gelernt u.a. auch Joga und Schwimmen. Auf einmal fühlte ich mich wieder.....Ich habe nur noch sehr, sehr selten Migräne und dann weiß ich, dass ich mir nicht gut getan habe.

      LG Anne
      Na ja nicht alle Ärzte sind schlecht man muss eben suchen und vor allem kritisch nachfragen.....ist mir mit meinem ersten Rheumatologen so gegangen.....er hat Blut abgenommen, MRT der Hände und Füsse gemacht und dann sofort MTX verschrieben......MTX ist so ziemlich schon die Endstufe an Medikamenten für Rheuma und ich hab Ihm dann gesagt das ich das nicht schlucke da es viel zu viele Nebenwirkungen hat und mein Rheuma bei weitem noch nicht in dem Stadium ist welches MTX rechtfertigen würde.....seine Antwort : na dann müssen sich unsere Wege trennen wenn Sie nicht auf mich hören....tja bin dann gegangen und hab nun nen anderen Rheumatologen der mir durch die Blume zu verstehen gab das der Kollege dafür bekannt ist sofort MTX zu verschreiben........und warum ? Na weil er warscheinlich von der Firma am Jahresende ne fette Prämie bekommt.....

      Glück hatte ich nun wieder bei meinem Therapeuten......in Berlin sind Psychotherapeuten dafür bekannt die Therapie nach den ersten von der Krankenkasse genehmigten 25 Stunden zu beenden da sie bezüglich der Verlängerung ein Gutachten schreiben müssen, welches Sie nicht von der Krankenkasse bezahlt bekommen....da gilt das Motto : warum soll ich ein aufwändiges Gutachten ohne Bezahlung schreiben wenn ich doch sofort den nächsten Patienten annehmen kann und ohne Aufwand wieder 25 Stunden bezahlt kriege denn die Patienten stehen ja Schlange......
      Anders bei meinem Therapeuten er hat gleich von Anfang an klar gemacht das ich mich um nichts kümmern muss und das er mich erst gehen läßt wenn er der Meinung ist das ich wieder alleine gehen kann......er hat es bis jetzt tatsächlich geschafft jede Verlängerung bei der Krankenkasse durch zu bekommen d.h. er hat schon etliche Gutachten schreiben müssen....ich wurde nicht mal gefragt ob ich möchte sondern er hat das entschieden und so sind es auf den Tag genau 5 Jahre.....und ja ich brauche die Therapie immer noch und bin dankbar das er das so ernst nimmt......

      Und klar kann ich Ärzte auch verstehen wenn Patienten schon mit einer selbst gegoogelten Diagnose da reinschneien und auf bestimmte Krankheiten behandelt werden wollen die Sie vorher gegoogelt haben....das die dann nicht immer erfreut sind ist auch klar........zu Googel kann ich auch nur sagen VORSICHT da steht soviel Müll und Unwahrheit drin das es kaum zu glauben ist......natürlich gibt es auch seriöse Seiten aber die sind schwer zu finden.......

      Ich bin inzwischen dazu übergegangen Fachärzte aufzusuchen denn ich bin der Meinung das normale Hausärzte völlig überlastet sind und unmöglich ein so großes Fachwissen haben können um alles zu behandeln.......habe ich Schmerzen in der Wirbelsäule oder den Knochen dann gehe ich zum Orthopäden....tut mir die Galle oder sonstige Innereien weh ist wohl der Internist die erste Wahl usw......und wenn ich kein Vertrauen habe dann sage ich das inzwischen auch ganz offen denn so what es gibt genügend andere Ärzte.....und ja, inzwischen nehme ich auch längere Wartezeiten bei Fachärzten in Kauf und wenn es ein guter Arzt ist, wird er mich ggf. zu einem weiteren Kollegen überweisen.......

      LG
      Mäusi
      Hallo Zusammen,
      heute vor 18 Jahren haben wir uns kennengelernt. Meine Trauerbegleiterin hat mir geraten den Tag zu planen und nicht einfach auf mich zukommen zu lassen. Es sollten jedoch Dinge sein, die ich auch einfach absagen bzw. nicht machen kann, falls mir nicht danach ist. Also war ich heute im Leipziger Zoo, doch ich kann im Moment nicht sagen, ob er mir wirklich gut getan hat. Es kamen viele Tränen, denn wir waren immer gerne im Zoo, natürlich zusammen. Da fehlte heute etwas. Danach war ich auf dem Friedhof, da war heute auch Ruhe. Viele unserer Mitbürger nehmen selbst auf dem Friedhof keine Rücksicht auf andere Leute (am Sonntag war ein Frau mit 2 schon etwas größeren Kindern auf den Friedhof, da war es mit der Ruhe vorbei). Ich habe mir heute auch noch unsere Fotoalben angeschaut, ich bin so froh darüber das ich welche gemacht habe. Doch auch hier kamen viele Tränen. Ich vermisse ihn, jeden Tag. Ich kann ihn noch nicht loslassen. Ich habe vor 3 Monaten nicht gedacht, dass es mir nach dieser Zeit noch so schlecht geht. Ich suche auch noch oft nach einem Schuldigen, doch ich finde einfach keinen.
      Hier hatten einige geschrieben, dass man gesund leben soll. Mein Mann hat nicht wirklich gesund gelebt, er hat geraucht und er hat auch ab und zu Alkohol getrunken und natürlich auch keinen Sport gemacht. Doch gestroben ist er an einem Fehler der Natur, man hätte nichts dagegen tun können, selbst wenn man es vorher gewußt hätte. Niemand hatte schuld, doch dies zu akzeptieren, fällt mir gerade heute sehr schwer.
      An unserem Kenenlerntag haben wir immer Pizza bestellt und ein DVD angesehen. Die Pizza habe ich gestern schon für heute bestellt (hätte es heute bestimmt nicht getan) und ich hoffe ich bekomme das mit dem Film auch noch hin.
      Liebe Grüße Schlumpfine
      Im Moment hat mich die Trauer voll im Griff. Ich kann mich kaum auf irgendetwas konzentrieren. Mein Mann war mein Leben. Er hat mich vor 18 Jahren aufgefangen. Ich war damals sehr allein. Er hat mir gewzeigt, dass das Leben zu zweit schön und erfüllt ist. Das man sich genug sein kann. Es ist in der heutigen Zeit schwer Freundschaften zu knüpfen und auch zu halten. Ich musste oft den Arbeitsplatz wechseln und so gingen auch Freundschaften zu Bruch. Jetzt breue ich es, dass ich nicht mehr daran gearbeitet habe, die Freundschaften zu halten. Doch ich kann es nicht ändern. Mein Mann und ich haben viele schwierige Zeiten duchlebt, dass hat uns zusammengeschweißt. Doch jetzt ist er fort. Die Einsamkeit erschlägt mich. Meine Schwiegermutter hat mir geraten, seine Bilder wegzuräumen. Doch nützt es was? Es ist auch der Küchenstuhl auf dem er immer saß, die Erinnerungsstücke an gemeinsame Urlaube, sein Handtuchhaken im Bad, das unbenutze Bett,... Selbst wenn ich die ganze Wohnung ausräume, wird es immer wieder Dinge geben, die mich an ihn erinnern, also lasse ich alles stehen.
      Besonders schlimm empfinde ich momentan meine Mitmenschen, die meinen Verlust mit einer Trennung/ Scheidung vergleichen. So ein Vergleich tut unheimlich weh, denn der Tod eines geliebten Menschen, ist mit einer Trennung nicht zu vergleichen. Denn die Liebe bleibt, auch über den Tod hinaus.
      Ja, Schlumpfine, das Umfeld reagiert manchmal ganz "reizend", das liest man hier leider oft ...

      Und Freundschaften, nun ja, - grundsätzlich schon besser, wenn man welche hat und nicht nur auf den Lebenspartner fixiert ist. Aber oft ist es ja leider so, dass man in einer solchen Situation von den Freunden dann auch noch hängen gelassen wird bzw. gerade von diesen blöde Kommentare kommen, sodass man durch die hochgradig schwierigen Situationen im Leben leider oft weitgehend alleine durch muss.

      Ich habe meiner Freundin, zu der ich nun aus allerlei Gründen den Kontakt abgebrochen habe, mal geschrieben: Weißt du, wenn ich einen Lebenspartner hätte oder wenn noch ein Kind bei mir im Haus wohnen würde, wäre der Tod der Mutter für mich auch leichter zu verkraften und ich könnte das sicher besser und schneller wegstecken als in meiner Situation, da ich nun mal ganz alleine bin.

      Und das ist ja wohl auch eine ganz schlichte und leicht zu begreifende Tatsache, an der es nicht viel zu rütteln gibt. Denn für meine Mutter war der Tod ihrer Mutter sicher nicht mit einer solchen "Endzeitstimmung" verbunden wie bei mir, das sie eben noch Familie (einen Mann und zwei Töchter) hatte.

      Und anstatt diese Aussage einfach zu akzeptieren und so stehen zu lassen, hat diese "Freundin" mich dann richtig heruntergeputzt. Andere Personen könnten den Verstorbenen nicht ersetzen, bla, bla, bla. In so einem richtig barschen Ton wurde ich angefaucht, als ob ich etwas geschrieben hätte, was völlig daneben oder fast schon beleidigend für sie wäre. ????

      Ich weiß auch genau, warum sie auf diese im Prinzip ganz normale Aussage von mir so komisch und eigentlich schon aggressiv reagiert hat: Weil sie es auf sich selbst bezogen hat! Sie hat nämlich ganz offenbar Komplexe, weil sie nun seit dem Tod ihres Mannes, den sie immer noch betrauert, schon wieder die zweite Beziehung hat. Dabei habe ich das nie kritisiert (wie käme ich dazu?) und das ist ja ganz allein ihre private Angelegenheit.

      Mir ist an dieser Stelle und auch bei anderen Gelegenheiten sehr deutlich geworden, dass sie sich in meine persönliche Situation überhaupt nicht hineinversetzen wollte, sondern bloß IHRE Perspektive für sie maßgeblich war.

      Interessanterweise hat sie mir dann im weiteren Verlauf irgendwann vorgeworfen, selbstbezogen zu sein.

      Nun ja, lassen wir das - sonst habe ich bald sämtliche Threads mit diesem leidigen Freundinnenproblem zugespammt.

      Ich will damit bloß sagen, liebe Schlumpfine, Freundinnen sind auch nicht immer unbedingt die Rettung in der Not. Deshalb mach dir keinen Kopf wegen des vermeintlichen Versäumnisses, Freundschaften nicht genug gepflegt zu haben.

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      Das Schlimme ist eben, wenn man es dann auch noch mit selbsternannten "Profis" zu tun hat und jemand sich für die "Trauer-Expertin" vom Dienst hält, bloß weil man seit sechs Jahren regelmäßig in eine Trauergruppe geht, sich schicke und teure Trauerreisen leisten kann und zu Hause ein ganzes Bücherregal voller Trauerratgeber hat ... ;)

      Und dann kommt so jemand wie ich und findet unverschämterweise auch noch die gut gemeinten, angelesenen und per Mail übermittelten Ratschläge nicht so toll, sondern würde lieber mal zur Ablenkung eine Stunde oder vielleicht auch zwei gemeinsam über den Weihnachtsmarkt schlendern - unerhört! ;)

      (Sorry, ich weiß, ich bin eigentlich im falschen Thread ...)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Marion68“ ()

      Hallo,
      ich war sehr lange nicht hier, es tut aber not. Heute nacht werden es 27 Wochen, ein halbes Jahr in Trauer. Und ich komme aus dem tiefen schwarzen Loch nicht heraus. Es ist nicht ein Stückchen besser oder leichter geworden. Mein Mann ist immer noch tot. Ich funktioniere für alles was ich halt erledigen muß. Bei einem kürzlichen Banktermin habe ich zum ersten Mal diesen verfluchten Begriff "verwitwet" schreiben müssen. Das ist doch furchtbar. Nächste Wochen haben wir unseren 38. Hochzeitstag. Ich weiß noch nicht, was ich an dem Tag mache. Im August habe ich den Geburtstag meines Mannes gefeiert. Meine Kinder und Enkel und seine Geschwister waren zum Kaffeetrinken da, ganz unkompliziert im Garten. Seine Schwester hatte einen roten Herz-Ballon mitgebracht, den haben wir alle geküsst und ihn dann in den Himmel steigen lassen, das war schön. Und da habe ich auch nicht viele Tränen gebraucht. Die kommen sowieso alleine. Bei der Einschulungsfeier unseres ersten Enkelkindes zum Beispiel musste ich mich so beherrschen. Ich trage nach wie vor schwarze Kleidung, das ist mein Schutzpanzer. Ich weiß nicht wie lange. Zur Zeit bin ich auch noch krankgeschrieben, das erste Mal seit dem Verlust, mein Körper versucht zu rebellieren, aber da ist er bei mir an der falschen Adresse, ich habe keine Angst vor Tod und Krankheit, denn schlimmer als mein gebrochenes Herz kann es eh nicht werden. Angst habe ich nur vor den wüsten Gedanken an Warum und Schuld. Diese Monologe mit mir fallen schon mal heftig aus. Den Jahresurlaub musste ich auch überstehen, hatte keine Lust, wäre lieber arbeiten gewesen. Eine Reise hatten wir nicht buchen können, weil wir voriges Jahr keine Ahnung über seinen Genesungsprozeß hatten, der ja dann ein Sterbeprozeß war. Ich war bei IKEA frühstücken mit Tränen, ich war in einem Freizeitbad, dort hätte ich alle Paare ermorden können und ich habe mir eine Behandlung in einem Hamam gegönnt, das war angenehm, weil ich während der schönen Schaum- und Ölmassage die Augen geschlossen hatte und habe mir vorgestellt, ich liege mit meinem Seppel am Strand. Wenn ich mir sprichwörtlich die Peitsche gebe, lese ich seinem Obduktionsbericht. Und jeden früh nach dem Aufwachen sein letztes Foto. Es wird nicht leichter. Bin froh, dass ich hier alles loswerden kann. Mein Umfeld scheint mir manchmal genervt davon.
      Liebe Steffi,
      ich kann dich so gut verstehen, fühle das selbe. Nichts, aber auch gar nichts ist besser geworden. Wie denn auch, mein Mann bleibt tot und ich muß ohne ihn leben, will und kann das aber nicht.Wir haben zusammen gehört, waren für einander bestimmt, ich begreife das nicht. Fühle dich umarmt,
      liebe Grüße Emmi
      Ihr Lieben,
      wie gut ich Euch verstehe und auch wenn ich schon 3 Jahre in diesem Leben danach geschafft habe scheint es mir zwischendurch immer noch unmöglich dieses Leben ohne ihn. Aber es ist da und es will gelebt werden. Es wird Tag und es wird Nacht, die Wochen und die Monate vergehen und auch ihr werdet voran kommen auf dem Weg der Trauer. Die Liebe wird bleiben und die traurigkeit leider auch aber man akzeptiert sie irgendwann als Teil dieses neuen Lebens und man kommt damit klar. Gebt die Hoffnung nicht auf und lasst auch die Tränen zu....
      Alles Liebe
      Jenny
      Hallo Steffi,
      auch mir geht es so.
      Alles so wie du es geschrieben hast. Am 5. Aug. 40. Hochzeitstag
      am 30. 9. der Geburtstag von meinem Mann.
      Und nichts wird besser.
      Im Alltag funktioniert man, aber mehr auch nicht.
      Kein neues Leben , kein in die Zukunft schauen, nur Schock und
      Trauer. Schuldgefühle sowieso und viele Tranen.
      Und die Gesellschaft ist von uns genervt. Ist doch schon so lange...
      sagen die meisten.
      So vergräbt man sich und hält eigentlich nur Kontakt mit Menschen denen
      es genauso geht .
      Oder man spricht mit den Anderen nicht mehr über seine Probleme.
      Der einzige greifbare Mensch um mich ist mein Sohn, der mich
      voll und ganz versteht und alles so aktzeptiert und mir keine Vor-
      Schriften machen will.
      So ist das immer alles noch unfassbar und eigentlich nicht wirklich,
      weil ich es nicht wahr haben will.
      Ich kanns nicht aktzeptieren, geht einfach nicht....
      Liebe Emmi, ich danke dir für die Umarmung, davon können wir jetzt gar nicht genug bekommen. Natürlich würde ich lieber von meinem lieben Schatzi umarmt werden, und zu wissen das wird nie wieder, das ist so schmerzlich, da schnürt es mir regelrecht das Herz zusammen.
      Das ist wahr, es gibt das "gebrochene Herz Syndrom". Und vielleicht kann man daran auch sterben, also ich würde mir das wünschen. Ich weis nur nicht, ob meine liebe Seele oben in den Wolken damit einverstanden ist, ich denke manchmal, ich kann mir wünschen wie ich will, tot zu sein, mein Gert will das verhindern, warum?? Will er dass ich lebe? Will er dass ich für uns beide lebe und er durch mich sozusagen noch Anteil nehmen kann? Ja, der Gedanke kann sogar tröstlich sein, allerdings müssen wir uns da was einfallen lassen wegen der "Umarmungen".
      Mein Hausarzt (bin grad wegen einer unklaren Entzündung im Körper krankgeschrieben, Penicillin),
      hat mir auf meine Bitte hin einer Überweisung zu einer Psychologin ausgestellt, vielleicht hilft mir das auch. Ich verstricke mich noch so sehr in Schuldfragen, Warum und immer wieder Warum?
      Liebe Grüße von Steffi
      Hallo ihr Lieben,
      das sind auch immer wieder meine Gefühle. Ich kann nicht ohne ihn leben und ich will es auch nicht.Aber ich muß. Wie soll das gehen. Ja, man wächst mit seinen Aufgaben, mache Sachen, die ich mich früher nicht getraut habe, oder auch wegen Arbeitsteilung zwischen uns nicht machen mußte. Auf manches könnte ich stolz sein, aber ich brauche diesen Stolz nicht, ich brauche die Wärme meines Mannes. Die Traurigkeit darüber, dass er nicht mehr leben, nicht mehr teilhaben darf, bricht mir das Herz.Ich kann es immer noch nicht begreifen, finde in nichts Trost. Die lieben Worte anderer helfen ein bißchen und das Wissen darum, dass ich mit meinen Gefühlen nicht alleine bin.
      L.G.Emmi

      Emmi schrieb:

      Auf manches könnte ich stolz sein, aber ich brauche diesen Stolz nicht, ich brauche die Wärme meines Mannes.


      Emmi, da sprichst du mir aus der Seele. Nachdem ich hier das erste Weihnachten und Silvester allein rumgebracht hatte, meinte meine (nun ehemalige) Freundin, ich könne nun stolz auf mich sein, dass ich das geschafft hätte.

      Das war auch so ein Spruch, auf den ich hätte verzichten können. Da dachte ich auch, ja toll. Worauf soll ich da eigentlich groß stolz sein? Dass ich mich über die Feiertage nicht direkt in die Klapsmühle habe einweisen lassen? Und was bringt es mir schon, stolz zu sein, wenn sich die ganze Sache einfach bescheiden anfühlt?

      Ansonsten bin ich tatsächlich ein bisschen stolz darauf, was ich in den letzten Monaten alles bewerkstelligt habe, das ganze Theater mit Wohnungskauf und Hausverkauf, das Theater mit Handwerkern in Bezug auf die Renovierung der neuen Wohnung, x Telefonate führen und Angebote einholen, Termine koordinieren, jeden Tag auf die "Baustelle" rennen und nach dem Rechten schauen usw., nun den Umzug vorbereiten ... Ich glaube auch, meine Mutter wäre schon ein bisschen stolz auf mich, dass ich das alles doch ganz gut angepackt habe, anstatt bloß weinend im Bett zu liegen und aus Bequemlichkeit oder Angst vor der Veränderung alles so lange weiterlaufen zu lassen, bis ich wegen der hohen laufenden Kosten und der Instandhaltungskosten entweder pleite bin oder eines Tages wie sie aus dem Haus getragen werden muss, weil ich die Treppen nicht mehr laufen kann.

      Ist ja ganz schön, wenn man sein Leben einigermaßen selbstständig auf die Reihe kriegt, und natürlich kann man darauf auch ein bisschen stolz sein. Aber glücklich sein ist eben definitiv etwas anderes ... Und ich kann in diesem absoluten Auf-sich-selbst-zurückgeworfen-Sein eben auch keine wirkliche Bereicherung erkennen, im Gegenteil, ich finde es schrecklich und beängstigend.

      Aber ich denke, wenn man in eine große gegenseitige Liebe eingebunden war, muss es letztendlich eben auch so sein: dass man sich dann einsam, verlassen und verloren in der Welt fühlt, wenn einer von beiden auf dem Friedhof liegt oder die Seite gewechselt hat oder wie auch immer. Das ist jetzt der Preis, den wir für die gute Zeit zahlen, die wir hatten. Und je besser die Zeit war, umso höher ist der Preis.

      Wenn wir schon stolz sein sollen: Vielleicht müssen wir lernen, auf den Schmerz stolz zu sein, den wir empfinden, weil er Zeugnis ablegt von unserer Liebe? Dass wir nicht zu denen gehört haben, die durchs Leben gegangen sind, ohne einem anderen Menschen jemals wirklich nahezustehen.

      Das heißt nicht, dass wir verzweifelt oder verbittert sein müssen, sondern dass wir akzeptieren, dass dieser Schmerz nun zu uns gehört - so wie vorher der geliebte Mensch zu uns gehört hat - und dass wir ihm durch diesen Schmerz auch immer noch nahe sind, dass er nun eigentlich die einzige Möglichkeit der Nähe darstellt. Denn ich möchte auch nicht diese Erinnerungen loslassen ... Niemals!
      Hallo Ihr Lieben,

      Ihr alle schreibt mir und auch den anderen aus der Seele. Habe das ja alles auch schon beschrieben, es ist leider ein Auf und Ab. Bei mir sind es ja (habe alles schon erwähnt) 8 Jahre und es ist nur "ein klein bißchen besser", aber nicht gut., Das wird es auch nie sein. Bei Euch fast allen ist das ja gar keine Zeit um über das alles "hinauszusein", wenn und ob es das wirklich so gibt.

      Marion beschreibt es richtig "je schöner und voller die Erinnerung, desto größer der Schmerz". Aber wir müssen damit leben, es ist leider so. Und es kann auch keiner helfen, nicht mal Psychologen, denn die sagen auch nichts anderes, als wir schon alle wissen. Man muß, auch wenn man eigene Kinder hat, ganz alleine durch. Denn Kinder gehen auch abends nach Hause und haben Familie. Bei mir ist das ganz genauso, obwohl ich "nur meine "Art Pflegekinder" habe, die schauen nach mir. SEit Freitag bin ich malat, weiß nicht was ich habe, ich habe Drehschwindel und habe den ganzen Tag, aber wirklich alle Stunde, gekübelt. Als sie abends kamen, waren sie erschrocken und meiten "wie siehst du denn aus". Ja man kann nichtg gut aussehen, wenn man kübelt. Das weiß ja jeder. Gestern mittag kamen sie mit den Motorrädern und haben mich besucht. Das ist ja alles gut und schön, aber ich wollte damit sagen, im Endeffekt ist man allein.

      Ich glaube auch, daß wir für die gute Zeit jetzt die Kehrseite ijn Kauf nehmen müssen. Das ist Lauf der Dinge.

      Ich hoffe und wünsche für Euch alle und auch für mich, daß das alles mal besser wird......Heute kann ich meine Großmutter gut verstehen, die hat 9 Jahre lang schwarz getragen, konnte ich nie nachvollziehen....ja jeder muß das alleine entscheiden. Mir erging es so ähnlich, manche haben nach 6 Wochen hell getragen und ich bin über 1 Jahr schwarz gegangen. Ich konnte keine helle Kleidung sehen an mich. Es war unmöglich. Obwohl ich genau von meinem Mann wußte, daß er das nie wollte....

      Ich wünsche Euch weiterhin viel viel Kraft und alles Liebe lg Heidi
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