Trauer um den geliebten Mann

      Liebe Franzi,
      du hast den ersten Todestag geschafft.
      Mir steht das im März noch bevor.
      Aber wie ich so lese, geht es dir auch ganz gut.
      Das freut mich.
      Die ganzen Feiertage , Silvester und auch Neujahr mußte ich immer
      an die Worte denken, das der Tag nur 24 Stunden hat.
      Was soll ich sagen, das hat mir ein wenig geholfen.
      Danke dafür.
      Alles was du schreibst, kann ich auch unterschreiben.
      Den Wunsch miteinander Alt zu werden hatten wir sicher alle.
      Auch wir haben uns so auf Freizeit und die Rentenjahre gefreut.
      Unabhängig zu sein. Spontan zu sein. Machen wozu man Lust hat.
      Aber auch das war uns nicht vergönnt.
      Mal jedes Jahr einen Urlaub, die auch wunderbar waren.
      Aber sonst bestand das Leben aus Arbeit.
      Ich sage allen die es hören wollen. Nichts auf die Rente zu verschieben.
      Jeden Tag zusammen geniessen. Es ist so schnell vorbei.
      Und alleine macht einfach nichts mehr spass.
      Hallo,
      ich habe mich gerade durch ein paar Beiträge hier gelesen und dabei fiel mir etwas ein was ich heute von einem mir unbekannten Mann der aber über FB mit mir befreundet ist weil er ein Freund meiner Tochter ist. Der Mann ist Afrikaner (meine Tochter hat einen einjährigen Freiwilligendienst dort absolviert und fliegt bis heute regelmäßig für mehrere Wochen dorthin) und er ist sehr gläubig. Er schreibt immer sehr schöne Sachen.
      Heute schrieb er:
      (ist eine automatische Übersetzung und deswegen nicht ganz perfekt)

      Ich habe 3 Fragen für dich und mich?
      1. Wer bin ich?
      2. Warum bin ich erschaffen?
      3. Wo gehe ich hin?
      Das Leben ist eine vorübergehende Aufgabe!!!!!!. Wir müssen anderen dienen, solange wir leben haben. Jedes mal, wenn wir atmen, ist ein Wunder!!!!!. Bonne fin de Wochenende todjaliiiii

      Vielleicht ist das ja mal eine gute Richtung in die wir denken können.

      LG
      allesanders

      Es gibt Menschen, die wir in der Erde begraben; aber andere, die wir besonders zärtlich lieben, sind in unser Herz gebettet. Die Erinnerung an sie mischt sich täglich in unser Tun und Trachten, wir denken an sie, wie wir atmen, sie haben in unserer Seele eine neue Gestalt angenommen, nachdem zarten Gesetz der Seelenwanderung das im Reich der Liebe herrscht.

      Honoré de Balzac


      Liebe Franzi,

      deine Zeilen hab ich paar Mal gelesen, Ihr seid super tapfer. Das kann und wird mir Mut machen.
      Ihr hattet 20 gemeinsame Jahre, wir haben 40 geschafft. Auch wenn das mir trotzdem zu wenig ist, wir hatten ja auch so unsere Pläne und Träume für die Zeit nach dem Arbeitsleben. In unseren Söhnen und drei Enkeln lebt er ja fort. Ich versuche ein Leben zu leben, welches ich vor zehn Monaten mir nicht im Traum hätte vorstellen können. Es kommt auch vor, dass ich weine und sage "ich will dieses neue Leben nicht, ich will mein altes zurück". Weinen und Tränen sind eine gute Einrichtung, danach tritt bei mir immer eine Erleichterung ein, so als wenn ich eine Pille einwerfe. Gut, wenn es hilft, dann weine ich eben. Nicht immer jeden Tag, wenn ich es halt brauche, das kommt einfach so.
      Wunderbar finde ich, dass ihr euren Mann und Vati als Diamant bei euch habt. An sowas habe ich nicht gedacht.
      Kraft für die Zukunft wünsche ich uns allen. :) Steffi
      Trauer um den geliebten Mann, jeden Tag und ganz besonders heute. Es ist unser 36. Hochzeitstag und der zweite ohne ihn. Ich habe es immer noch nicht begriffen, warte auf ihn. Wir hatten uns versprochen, diesen Tag immer zusammen zu begehen.So hätten wir heute in Prag sein sollen oder auch einfach zu Hause gemeinsam am Küchentisch.In mir lehnt sich alles auf ! Dabei habe ich schon soviel Leid miterlebt, viele Menschen beim Sterben begleitet. Aber es ist etwas ganz anderes, wenn man selbst derartig betroffen ist, da gibt es für mich einfach keinen Tost. Die Zeit ist so schnell vergangen und mir ist, als wäre alles erst gestern gewesen. Wir hatten heimlich geheiratet, unser zweites Kind war unterwegs und bei einem Trip durch Berlin hing ein Kleid im Schaufenster, zu hübsch für alle Tage, aber der Schnitt super geeignet für einen schönen runden Babybauch. Wir waren uns beide sowas von einig, das war ein Zeichen. Also Kleid gekauft und Termin beim Standesamt gemacht. Beim Aussuchen des Brautstraußes machte mich die Verkäuferin noch darauf aufmerksam, daß der Strauß aber den Bauch betont. Soll er doch, war meine Antwort. Wir wollten uns das Ja-Wort geben, nur wir Zwei, keine große Organisation, keine Ratschläge von anderen, nur wir Zwei, mehr brauchte es nicht. Am Abend hatten wir unsere Eltern und Geschwister eingeladen, einfach mal so. Dann sah meine Schwiegermutter den Ring bei meinem Mann, nahm ihn beiseite und meinte, du trägst ihn aber an der falschen Hand. Er sagte nur lachend, ne Mutti, ist schon richtig so. Und es war richtig ! Das Beste was mir im Leben passiert ist , ich vermisse ihn so sehr !!!
      Emmi
      So voller LIebe deine Worte.
      Liebe Emmi, da muss ich beim lesen schon sehr schlucken.
      BIn ich in Gedanken erst mal ganz nah bei dir.

      *drüüüück*
      Ich bin anders als vermutet, selten wie erwartet und erst recht nicht wie es andere gerne hätten.


      Licht und Liebe, sind stärker als Tod und Schatten



      Nun ist es bald 2 Jahre her, dass sich das Ende abzeichnete... Und ich bin immer noch fassungslos.
      Ja, das Leben geht weiter, aber leider ohne meinen geliebten Mann .... Ohne seine Kraft und Stärke, ohne sein schelmisches Lachen, ohne seinen Rat, ohne die Pläne, die wir hatten, ohne seine Liebe und Zärtlichkeit...
      Die Arbeit lenkt ab, doch gerade jetzt im November, in dieser dunklen Zeit, wo der Tod überall gegenwärtig ist, werde ich sehr trübsinnig. Der Tod meiner Schwester, die letztes Jahr im November - auch im Alter von 55 -verstarb, zieht mich zusätzlich runter.
      Deine Geschichte berührt mich sehr, liebe Emmi. In Gedanken bin ich bei dir. Das Vermissen wird wohl nie aufhören.
      Besondere Menschen verdienen es auch, vermisst zu werden.
      Den eignen Tod, den stirbt man nur, doch mit dem Tod der Anderen muss man leben.(Mascha Kaleko)
      Hallo, liebe Emmi, hallo Novemberregen,
      ich wünsche euch viel Kraft in dieser schweren Zeit.
      Auch bei mir sind es jetzt zwei Jahre, im November 2017 wurde es für meinen Freund nach zweijährigem Kampf gegen den Krebs ganz schlimm, dabei hatten wir laut Kernspin gute Nachrichten bekommen.
      Der Kampf dauerte dann nur noch wenige Monate.
      Nein, es gibt keinen Trost, man lernt, mit dem Verlust zu leben, aber es bleibt trüb und grau.
      Eure Beiträge haben mir oft geholfen in der ersten, besonders schwer zu ertragenden Zeit, und ich danke euch dafür. Wir können alle nur hoffen, dass es mit der Zeit noch ein wenig erträglicher wird.
      Lasst euch nicht unterkriegen.
      aelice
      Ihr Lieben,
      das Vermissen, es wird nie aufhören und es gibt auch keinen wirklichen Trost. Ich muß noch viel weinen, habe große Schwierigkeiten zu akzeptieren, was passiert ist und daß ich mein Leben ohne meine große Liebe zu Ende leben muß. Aber wir haben es bis hierher geschafft, auch dank dieses Forums.
      Ganz liebe Grüße an euch alle !
      Emmi :knuddeln:
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