Papa liegt im sterben

      Papa liegt im sterben

      Hallo zusammen, ich bin neu hier.

      Mein Papa hat seit 3 Jahren etwa Lungenkrebs, alle Therapiemöglichkeiten wurden restlos ausgeschöpft. Mit langem Erfolg, denn er ist ein Kämpfer und eine sehr starke Persönlichkeit der niemals aufgegeben hätte, sich niemals aufgegeben hätte. Ganz im Gegenteil, er hat alles dafür getan damit er alles besser machen kann um länger zu leben. Außer das Rauchen selber, das hat er nie gelassen.

      Seit 2 Wochen ist er wieder im Krankenhaus nachdem er kurz vorher dort war wegen einer Lungenentzündung die er wohl nicht mehr gut verkraftet hat, sodass er jetzt die Nachricht erhalten hat, vor der wir alle Angst hatten. Er wird nicht mehr nach Hause kommen. Er wartet auf einen Hospitzplatz.
      Er bekommt jetzt Morphium und wir wissen nicht wieviel Zeit ihm noch bleiben wird.

      Meine Eltern sind geschieden und er lebt seit vielen Jahren alleine auch nicht in der Nähe sondern 1,5 Stunden entfernt. Ich bin 33 Jahre alt und mein Papa ist 64.

      Der Kontakt war nach der Trennung nie besonders gut und auch meine Kindheit und die Erziehung nicht sonderlich vorbildlich. Das Verhältnis nicht sehr gut und ich hatte bis zur eigentlichen Krebsdiagnose fast 8 Jahre keinen Kontakt zu ihm.

      Jetzt muss jedoch sagen, daß mich das ganze fix und fertig macht, ich bin nervlich total am Ende kämpfen regelmäßig mit den Tränen, denke viel nach, wir also mein Bruder und ich besuchen ihn regelmäßig. Aber ich komme mit der ganzen Situation absolut nicht klar. Bin völlig überfordert Und traurig. Der Gedanke das er bald nicht mehr sein wird zerfrisst mich völlig.

      Er geht sehr stark und Realistisch damit um aber trotzdem, glaube ich das er Angst hat. Ich kann mir das alles einfach nicht vorstellen das er bald nicht mehr da sein wird, das tut so wahnsinnig weh.

      Ich möchte einfach meine Trauer mit anderen teilen können und mich austauschen, weil ich nicht gut darüber reden kann.

      Auch der Gedanke das wir die Wohnung kündigen müssen und Formalitäten abklären müssen, über Beerdigung etc. Zu sprechen macht mir so unendlich Angst.

      Ich gehe arbeiten diese lenkt mich such ab, aber eigentlich würde ich am liebsten zuhause bleiben und trauern und ihn so oft es geht besuchen.

      Ich weiß nicht ob ich es schaffe ihm alles zu sagen was ich fühle oder ob ich es ihm zumindest schreiben soll. Ich möchte vor ihm nicht weinen, doch wenn ich über meine Gefühle spreche muss ich das. Er ist Emotionen und Gefühle nicht gewohnt und kann nicht gut mit so etwas umgehen. Ich weiß nicht ob so eine Situation einen Menschen dahingehend verändert.....
      Hallo jennylein
      ich kann dir nur sagen, Besuch ihn so oft es geht und sag ihm was du ihm sagen willst. Du wirst es dein ganzes Leben lang mit dir rum tragen.
      Mein Mann ist vor 10 Wochen plötzlich verstorben und ich würde alles dafür geben, dass wir noch hätten miteinander reden können.
      Das ist aber auch nur eine Meinung, ein Rat. Im Endeffekt musst du deinem Herzen folgen.
      LG Lena
      Hallo Jennylein,
      ein herzliches Willkommen hier im Forum.
      Hier kannst Du alles rauslassen was Dich belastet. Jeder hier kann nachvollziehen wie es Dir geht und wird Dich so gut es eben geht unterstützen.
      Ich an Deiner Stelle würde versuchen mit meinem Papa zu reden auch wenn ich dabei weinen müßte. Er wird Dich verstehen, er wird auch Deine Ängste verstehen. Möglicherweise erleichtert es ihn sogar wenn er sieht dass er mit seiner Angst nicht alleine ist und darüber reden kann, seine Angst zuzulassen und auszusprechen.
      Vielleicht hast Du ja die Möglichkeit frei zu nehmen und bei Deinem Papa zu sein. Oftmals reagieren auch Vorgesetzte erstaunlich gut wenn man sie direkt darauf anspricht und um eine Auszeit bittet.
      Kannst Du mit Deinem Bruder oder jemand anderem über Deine Ängste sprechen? Familie? Freunde?
      Liebe Grüße
      Franzi
      .......................................

      - Aufgeben ist keine Option -
      Liebe Lena81,

      das mit deinem Mann tut mir sehr leid, ein jeder der nie einer solchen Situation gewesen ist, kann nicht annähernd nach empfinden wie es ist, jemanden zu verlieren oder zu wissen, das es den Menschen bald nicht mehr geben wird.

      Heute habe ich mit Papa telefoniert, er sagte mir das er morgen ins Hospiz kommt. Das war abzusehen, aber das er so schnell einen Platz bekommt nicht.
      Wir werden morgen hin fahren, mein Bruder und ich, und ich will versuchen Emotionen zu wecken, versuchen etwas meiner Gefühle preis zu geben, denn gerade in dieser schweren Zeit ist es umso wichtiger.
      Ich hoffe dennoch das wir einen schönen Tag erleben werden.
      Angst habe ich aber wahnsinnige davor.

      Liebe Franzi,

      meine Chefin reagiert sehr verständnisvoll, denn ich habe ihr letzte Woche mitgeteilt, was los ist. Vorher wusste sie nichts davon.
      Auf der Arbeit bin ich sehr gefasst und kann mich weitestgehend ablenken.
      Frei nehmen kann ich allerdings nicht, denn das ginge nur durch Urlaub.
      Ich habe mir aber fest vor genommen, wenn die Zeit schwieriger wird, das abzuklären und eventuell ein paar Tage dort in der Nähe zu bleiben um ihn vielleicht mal ein paar Tage am Stück zu sehen, denn wenn wir einen ganzen Tag dort sind, ist das auch sehr anstrengend für ihn.
      Ich denke aber das dies möglich wäre.
      Immerhin haben wir mit dem Auto jedesmal eine fahrt von 1,5 Stunden ein Weg.
      Ich habe natürlich Menschen zum reden, meinen Bruder, meine beste Freundin, meine Mutter, am meisten hab ich natürlich meinen freund, mit dem ich zusammen lebe.
      Er unterstützt mich so gut es geht und ist jederzeit für mich da.
      Aber manchmal will ich auch einfach nur alleine sein, so wie jetzt.

      Gerade eben habe ich einfach mal meine Gefühle zu Papier gebracht und 5 Seite drauf los geschrieben, das hat ganz gut getan.
      Aber diese Leere geht einfach nicht weg.
      Morgens wenn ich aufstehe geht es mir größten Teils nicht gut ich fühle mich ausgelaugt. tagsüber geht es und wenn ich abends daheim bin, kommt wieder alles hoch, alle Gefühle und Gedanken.

      Jetzt gerade frage ich mich wie es ihm innerlich geht, ob er in Ruhe schlafen kann, oder ob er an den morgigen Tag denkt, denn das wird nicht leicht.
      Da ist es denke ich doch ganz gut, das wir dabei sein können.

      Ich möchte garnicht daran denken, was danach ist, was ist nach dem wenn alles vorbei ist, wie gut werde ich das meistern? Ich habe wirklich wahnsinnige Angst.
      Liebe Jenny, ich habe meinen Vater vor 4 Wochen an Lungenkrebs verloren. Auch er hat 3 Jahre gekämpft. Er hat über 8 Jahre bei mir und meinem Mann gewohnt. Versuche so viel wie es geht bei ihm zu sein. Wir hatten hier zu Hause ganz tolle Unterstützung vom Palliativverein. Kann ich jedem nur empfehlen. Sie stehen mit Rat und Tat an deiner Seite. Ich hoffe auch, das du im Freundeskreis jemanden zum reden hast?! Reden davor und vorallem danach ist sehr wichtig. Ich selber weine noch jeden Tag und vermisse meinen Vater unheimlich.

      Papa liegt im sterben

      Rebecca81 schrieb:

      Liebe Jenny, ich habe meinen Vater vor 4 Wochen an Lungenkrebs verloren. Auch er hat 3 Jahre gekämpft. Er hat über 8 Jahre bei mir und meinem Mann gewohnt. Versuche so viel wie es geht bei ihm zu sein. Wir hatten hier zu Hause ganz tolle Unterstützung vom Palliativverein. Kann ich jedem nur empfehlen. Sie stehen mit Rat und Tat an deiner Seite. Ich hoffe auch, das du im Freundeskreis jemanden zum reden hast?! Reden davor und vorallem danach ist sehr wichtig. Ich selber weine noch jeden Tag und vermisse meinen Vater unheimlich.
      Hallo liebe Rebecca
      Wir besuchen meinen Vater jede Woche. Anders geht es leider auch nicht. Doch wir versuchen ihn in ein Hospitz hier in der Nähe verlegen zu lassen. Er kennt die Leiterin von früher, das war Zufall. Aber das Hospitz wo er aktuell ist, ist schwer zu toppen das ist schon echter Luxus. Wir können ihn leider nicht zuhause pflegen weil weder mein Bruder noch ich zuhause bleiben können. Und zuhause nur mit gelegentlicher Pflege täglich ist zu wenig und möchte er auch nicht. Wo ginge es ihm besser als dort? Er bekommt viel Besuch, alleine letzte Woche hatte er 5 mal Besuch von Familie und Freunden. Das tut ihm glaub ich auch gut. So wie ich es beurteilen kann befindet er sich in Stadium 1 der Schmerzmittel Kette der harten Medikamente. Er kann noch klar denken sich bewegen wird jedoch schnell müde und hat starke Schmerzen das er nach Bedarf schon Morphium bekommt. Zur Zeit geht es mir ganz gut, da ich einfach die Zeit genieße die er sich noch in diesem Stadium befindet. Weiter möchte ich da auch noch nicht denken. Außer der ganze Papierkram den man dennoch zu erledigen hat. Und ich habe immer jemanden zum Reden und der mir zuhört zum Glück.

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      Jennylein85 schrieb:

      Ich möchte garnicht daran denken, was danach ist, was ist nach dem wenn alles vorbei ist, wie gut werde ich das meistern? Ich habe wirklich wahnsinnige Angst.


      Liebe Jenny,

      deine Angst verstehe ich gut, weil es eigentlich unvorstellbar ist, aber meiner Erfahrung nach ist es eher eine Erleichterung, wenn es dann endgültig vorbei ist, wenn du weißt, dass der geliebte Mensch nun seinen Frieden gefunden hat und nicht mehr leiden muss. Deshalb sollte dich das DANACH nicht allzu sehr schrecken.

      Mein Vater starb, als ich 28 war - ist nun auch schon eine Ewigkeit her. Ich hatte allerdings das "Glück", dass er mitten aus dem Leben heraus ganz plötzlich an einem Herzinfarkt starb (er war allerdings vorher schon seit Jahren herzkrank - so ganz unerwartet war es dann auch nicht ... allerdings war er bis zuletzt ziemlich fit gewesen). Insofern musste ich zumindest keine lange Leidenszeit mit ihm durchmachen, wofür ich heute noch dankbar bin.

      Auch mit meiner Mutter hatte ich eigentlich Glück, weil sie letztendlich offenbar an Altersschwäche starb. So blieb es mir zumindest erspart, jemanden an den Krebs zu verlieren.

      Ich wünsche dir, dass alles ein gutes Ende findet und dein Papa palliativ gut versorgt wird, sodass er möglichst wenig leiden muss. Betrachte es als ein Glück, dass er einen Hospizplatz bekommen hat! Der Kampf um diese heiß begehrten Plätze ist oft groß - ich weiß noch, wie ich wegen meiner Mutter immer wieder mit dem Leiter des hiesigen Hospizes telefoniert hatte, da ich es zum Schluss, als ihr Zustand sich drastisch verschlechterte und sie offenbar auch unter Schmerzen und/oder Ängsten litt, auch nicht mehr geschafft hatte, sie allein zu Hause zu betreuen ... Den Platz bekam ich nicht und beinahe hätte man meine Mutter aus dem Krankenhaus zum Sterben noch in ein Pflegeheim verlegt ... Letztendlich wurde sie dann mitten im Sterben noch in eine Zweigstelle des Krankenhauses an einen anderen Ort verlegt, wo es eine Palliativstation gab, und 2 Tage vor ihrem Tod mit dem Krankentransport dorthin gekarrt, weil man ihr in dem ersten Krankenhaus, wo sie bereits palliativ versorgt wurde, das Einzelzimmer nicht mehr frei halten wollte ... Wenn dein Vater einen Hospizplatz ergattert hat, werden ihm zumindest solche menschenunwürdigen "Abschiebepraktiken" in den letzten Tagen und Stunden seines Lebens erspart bleiben.

      Viel Kraft für alles, was noch kommen mag! Und glaub mir, du überstehst es, weil wir alle diese innere Kraft in uns haben, die stärker als der Tod ist und uns am Leben erhält!
      Hallo Jenny,
      ich kann so gut nachempfinden, wie es dir zur Zeit geht. Mein Papa kam Anfang des Jahres ins Krankenhaus. Von der Diagnose bis zum Tod waren es "nur" acht Wochen. Acht Wochen in denen sich alles von jetz auf gleich und von Tag zu Tag geändert hat.
      Ich würde dir auch raten, mit deinem Papa über alles zu reden, was du noch mit ihm besprechen willst. Irgendwann wird die Medikamentendosierung einfach so hoch sein, dass er dir vielleicht nicht mehr auf alles eine "klare" Antwort geben kann und ich bin mir auch sicher, dass er gerne mit dir sprechen möchte, denn ihn werden sicherlich ähnliche Themen beschäftigen. Konntest du denn mittlerweile mit ihm reden und ihm etwas von deinen Gefühlen erzählen?
      Was das freinehmen / den Urlaub angeht:
      Als sich der Zustand meines Vaters drastisch verschlechtert hatte, war ich für insgesamt drei Wochen (eine Woche vor und zwei Wochen nach seinem Tod) krankgeschrieben. Denn mit Urlaub hat das ja nichts zu tun, was wir da leider durchmachen müssen... Vielleicht wäre das nochmal eine Alternative, damit du deinen Vater besser / häufiger begleiten kannst?
      Es ist schön, dass du jemanden zum reden hast.
      Alles Liebe für dich,
      Meri
      "Liebe macht Trauer erst möglich." - E. Klepgen
      hallo Jenny,
      versuch noch ganz viel mit Deinem Papa zu reden. Ich konnte es nicht mehr, meiner war im Endstadium Demenz.
      Was Marion oben schreibt stimmt für mich zum Teil. Nach langer Krankheit und Siechtum ist man im ersten Moment
      wirklich erleichtert weil derjenige sich nicht mehr quälen muss. Das hat bei mir aber nur einen Tag angehalten und
      dann kam die Trauer mit Wucht auf mich zu.

      deshalb Jenny, nutz die Zeit aus solange er sich noch mit Dir unterhalten kann und noch nicht so unter Medis
      steht die seinen Geist "umnebeln". Das ist für danach so wichtig, die Selbstvorwürfe kommen dann von selber.

      LG
      Sabine
      Ja - stimme meiner Vorschreiber da zu. Rede mit Deinem Vater, so lange dies noch möglich ist. Habe diese Erfahrung im Endstadium bei meiner Mutter gemacht, die auch Morphium bekam wegen der unerträglichen Schmerzen; das Pflegepersonal bezeichnete den Zustand als entspannt - für mich war sie aber sehr müde und kaum noch ansprechbar. Da kann man nur noch über die mentale Schiene mit dem Kranken kommunizieren, was nicht jeder kann.

      Also nutze die Zeit, so lange Dein Vater noch klar ansprechbar ist und mit Dir reden und Gefühle einschätzen und zeigen kann.

      Auch ich war nach dem Tod meiner Mutter zunächst erleichtert, weil sie es "geschafft" hatte und keine Schmerzen mehr ertragen mußte, aber die Erleichterung hält wirklich nicht sehr lange an, bis einen die Trauer überrennt und man wahrnimmt, dass sich wirklich alles verändert hat.

      Ich wünsche Dir ganz viel Kraft ....
      Theri
      Hallo zusammen und danke für die lieben Antworten,
      ich habe lange nicht geschrieben, weil ich einfach immer zu erschöpft war abends und keinen Nerv hatte, gelesen habe ich dennoch.

      Zur Zeit ist es so das die Wohnung gekündigt wurde und es dabei auch ein Disaster gab, denn meine tante hat alles organisiert das wir sie ausräumen, mein Vater war dabei und innerhalb von 2 Stunden seine gesamte Existenz im Müll, keiner hat wahrgenommen das ihn das dass sehr verletzt, alles wurde wahllos weg geschmissen, er sagte sogar, das ihm sein Leben unterm A...h weg gezogen wird und noch ist er nicht tod. Als ich daheim war wurde mir erst bewusst was da eigentlich geschehen ist und meinem Bruder auch, wir waren so sauer und haben Papa am nächsten Tag angerufen um uns zu entschuldigen, und wir hatten recht mit unserer >Vermutung, das hat ihn richtig weh getan, er hat es auf seine Weise geäußert und das war völlig respektlos.

      Es gibt familiär inzwischen Meinungsverschiedenheiten und ich versuche allen klar zu machen das es hierbei nicht um uns andere sondern nur um meinen Vater geht und was er will.
      Das sollen alle mal begreifen.
      Er möchte nicht mehr in ein >Hospitz hier in der Nähe, er fühlt sich wohl dort.
      Und wenn er das so möchte, hat man das zu akzeptieren.

      Ansonsten ist mein Papa noch komplett klar bei Verstand, wir können uns immer noch vernünftig unterhalten, obwohl er die Medikamente inzwischen intravenös bekommt.
      Er kann halt nicht mehr viel spazieren gehen, aber er liest viel spielt Karten mit den Schwestern und unterhält sich viel.

      Über Gefühle haben wir nicht gesprochen nein, aber das ist auch einfach nicht so einfach zumal auch immer jemand dabei ist, ich bin ja auch nie mit ihm alleine, die Möglichkeit gibt es nicht so einfach.
      Und ich kann das auch einfach nicht. Mein Papa ist nie der Mensch für sowas gewesen und ich auch nicht. Aber ich drücke mich schon in gewissen Dingen anders aus als früher und bin wesentlich behutsamer und stütze ihn immer wenn wieder jemand versucht für ihn zu bestimmen. Ich mach das mit Kleinigkeiten wett, ihm zu zeigen das ich ihn liebe, ich denke er spürt das.
      Ich habe aus versehen seine >Lesebrille in meine Tasche gelassen und ihm heute per express geschickt obwohl die Brille nur 3€ gekostet hat, aber das ist seine Lieblingsbrille, also hat er sie morgen wieder.
      Ich nehme ihn fester in den Arm wenn ich mich verabschiede als sonst, das merkt er denke ich schon.

      ich will einfach noch nicht an böse Zeiten denken.
      Liebe Jenny,
      das mit der Wohnung ist wirklich hart....wenn man mit ansehen muss wie andere entscheiden was mit deinen Sachen passiert....und man auch sonst weil man krank ist mehr und mehr bevormundet wird, weil andere denken Sie wissen was gut für einen ist....
      Es ist gut, dass du versuchst die Wünsche deines Vaters umzusetzen und ihn unterstützt, Zeit mit ihm verbringst und ihm zeigst, dass er einen Platz in deinem Leben hat, egal was vorher war oder sogar trotzdem...
      Aber dennoch wünsche ich dir, dass du Gelegenheit hast mit ihm allein zu sein und den Mut über die Dinge zu sprechen die dir auf dem Herzen liegen. Irgendwann geht es nicht mehr und das verursacht einen zusätzlichen Schmerz, der vielleicht nicht wäre wenn man sich über alles ausgesprochen hätte...
      Ich wünsche dir ganz viel Stärke in dieser schweren Zeit und, dass du es als Geschenk ansehen kannst, deinen Vater auf seiner letzten Reise zu begleiten
      alles liebe für dich
      Judith
      Hallo Jenny,

      das mit der Wohnung stelle ich mir auch schlimm vor. Ich finde es toll, dass du dich bei ihm entschuldigst hast und ihm ja so auch gezeigt hast, wie wichtig er dir ist und dass du an ihn denkst, ebenso, wie du dich auch sonst für ihn einsetzt.
      Ich kann deine Situation gut nachempfinden, mein Papa war auch nie so der Gefühlsmensch. Egal um was es letztlich ging. Freude, Liebe, Leid. Ich denke, das es viel Ungesagtes zwischen uns gibt, aber nichts ungefühltes.
      An seinem letzten Tag zu Hause (als wir noch nicht wussten, dass er überhaupt Krebs hat und das es so schlimm werden wird im Krankenhaus) hat er noch Holz gehackt und als ich ihm sagte, er solle mal Pause machen, meinte er: "Ich mache das doch für dich. Für dich ist mir nichts zu anstrengend." Er sagte das so nebenbei, im Tun, aber eine schönere Liebeserklärung kann es für mich nicht geben.
      Was ich damit sagen will: Er hat sicherilch seine Art es zu sagen /zeigen und du deine. Wenn du sagst, es ist absolut nicht euer Ding offen darüber zu reden, dann denke ich, ist es okay, wenn es sich FÜR DICH auch so anfühlt.
      Wenn du allerdings das Gefühl hast, es liegt dir auf der Seele einige Dinge noch anzusprechen und nur die Umstände es so schwierig machen, dann würde ich versuchen einen Weg zu finden, es irgendwie zu sagen.
      Ich wünsche dir weiterhin alles alles Gute!
      Meri
      "Liebe macht Trauer erst möglich." - E. Klepgen
      Hallo Jennylein.
      Sterbebegleitung ist eine sehr schwere Sache. Ich habe meine Frau vom 20.12.17 bis 04.03.18 24 Stunden lang begleitet. Ich durfte im Krkhs bei ihr sein. Sicherlich gibt es einige Mitglieder hier, die auch ihren Angehörigen begleitet haben, darum möchte ich nicht näher darauf eingehen. Solltest Du bestimmte Fragen dazu haben, so kannst Du dich gerne per Mail bei mir oder einem anderen Mitglied hier melden.
      Ich kann nur soviel sagen: Versuche bei Deinen Besuchen so "normal" wie möglich zu sein. Redet über belanglose Dinge. Nicht über die Krankheit oder seinen Weg. Ablenkung ist auch für ihn wichtig. (So war es zumindest bei meiner Frau). Manchmal nur da sitzen und seine Hand halten, das hilft sehr. Die Anwesenheit eines geliebten Menschen ist ganz wichtig und gibt ihm Kraft nicht alleine zu sein. Und auch mit ihm im Reinen zu kommen. Redet über alles, offen und ehrlich. Sprecht euch aus, solange er noch "klar im Kopf" ist, damit Du dir später niemals Vorwürfe machen musst, das Fragen offen geblieben sind. Geniesst die Zeit, die euch bleibt. Es schweisst auch ein wenig zusammen. Jeder Tag und jede Stunde zusammen ist unbeschreiblich wichtig und sollte sehr bedacht sein. Auch als Vorbereitung für Dich, später in der Trauer Klarheit zu haben.
      Es mag zwar hart klingen, aber "wir" haben (hatten) wenigstens bei der Sterbebegleitung die Möglichkeit, mit unserem Angehörigen ins Reinen zu kommen. Anderen wurde diese Möglichkeit verwehrt. Sieh es somit also auch als eine Chance an.
      Ich wünsche Dir sehr viel Kraft. Teile sie dir ein, Du wirst sie noch brauchen.
      Lg Franky

      Papa liegt im sterben

      Hallo zusammen, ist wieder einige Tage her aber ich lese alles Antworte nur nicht immer direkt.

      Es ist bei uns tatsächlich so das wir über das fühlen und über Mimiken Handeln.
      Es geht nicht anders wir sind so ich genau wie mein Papa.

      Gestern war ein sehr sehr schöner Tag im Hospiz. Mein Papa hat sich gewünscht das alle seine Geschwister kommen, welche seit Jahren keinen wirklichen Kontakt miteinander haben. Es hat prima funktioniert wir haben gegrillt die Schwestern vom hospiz waren vollkommen integriert und auch Bewohner die wollten durften mit essen. Wir haben nicht über die Krankheit gesprochen. Mein Papa hat mit seinen Bruder Dame gespielt so wie in alten Zeiten zuletzt vor 28 Jahren. Wir haben gelacht und über alles mögliche geredet.

      Als alle weg waren und nur noch mein Bruder und ich dort haben wir die Schwestern gefragt wie es ihm wirklich inzwischen geht. Sie sagten das es ihm am Samstag ganz schrecklich ging und er sich so sehr auf den gestrigen Tag gefreut hat. Er schläft eigentlich sehr viel und gestern war eher ein Höhepunkt. Dieser wie ich vermute letzte den viele sterbende Menschen oder Tiere noch einmal haben. Uns wurde ganz klar gesagt, daß kann jetzt ganz schnell gehen.

      Die Dosis Morphium wurde vor einer Woche um 20% erhöht und er bekommt es inzwischen intravenös.

      Ich habe so eine Angst, aber meistens bin ich ganz ruhig, zu ruhig wie ich finde. Ich will los schreien und wie wild weinen tue es aber nicht. Ich kann einfach nicht.

      Aber dieses Forum tut mir wirklich sehr gut. Auch hier einfach zu lesen und zu wissen man versteht wie es mir geht.

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      Hallo. Ja. Diese Phasen kenne ich. Mir ging es genau so. Unvorstellbar was in Einem vorgeht, wenn man zuschaut, wie der Angehörige geht. Es reicht vollkommen, wenn Du nur seine Hand hälst. Ihn auch einmal in den Arm nimmst. Zärtlichkeiten, zuneigung und Liebe stärkt ihn. Und immer auch mal für ein paar minuten das Zimmer verlassen. Luft schnappen, ein paar Schritte Kraft schöpfen. Es hilft.
      Ja man schwebt zwischen Angst und Verzweifelung, ist aber ausserordentlich gefasst. Das ist das Adrenalin, dass der Körper ausstösst. Es betäubt und stärkt. Nur so kann man das überhaupt überstehen. Ein Schutz- und Hilfeverhalten des Körpers. Ganz normal.
      Ich wünsche Dir Kraft. Halte engen Kontakt zum Hospiz. Versuche da zu sein, wenn es ernst wird .... Du wirst es spüren. Aber dann hast Du Kraft .... mehr als Du dir vorstellen kannst.
      Ich stehe Dir gedanklich bei. Helfe Dir ein bischen und gebe Dir Kraft. Du schaffst das...bestimmt.
      Lg Franky

      Papa liegt im sterben

      Hallo Franky,

      Heute ist ein ganz schlimmer Tag für mich.
      Mein Freund hat Geburtstag und ich wollte mich heute gut fühlen, ging aber leider immer nur kurz ich fühle mich wie gegen die Wand gelaufen, einfach nur gerädert und völlig leer. Mir tut alles weh, habe sowieso mit starken Nacken und Schulterschmerzen zu kämpfen, aber seit gestern wird es wieder so schlimm das ich mich nicht gut bewegen kann. Ich will mich aber nicht wieder krank schreiben lassen. War ich dieses Jahr schon zweimal. Ab Sonntag habe ich eine Woche Urlaub und fliege 5 Tage nach Rom, zumindest ist das der eigentliche Plan, alles vor Monaten gebucht und bezahlt. Mein Freund sagt, ich soll mir diese Woche auch Urlaub nehmen denn er merkt, daß ich nicht mehr kann. Ich weiß auch nicht ob ich das machen soll wenn überhaupt möglich. Mein Bruder und ich wollten eigentlich Donnerstag früh zu Papa fahren und ich fragen ob ich einen halben Tag Urlaub bekomme um mit zu können.

      Morgen früh rufe ich Papa an um zu hören wie es ihm geht und entscheide je nach Stimmung ob ich arbeiten kann.
      Eigentlich lenkt mich die Arbeit gut ab, obwohl nicht viel zu tun ist, aber körperlich geht es mir auch nicht besonderes. Es fühlt sich an als würde ich meine Muskeln krampfhaft Fest drücken.

      Ich bin froh hier alles raus lassen zu können.


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      Jennylein85
      tut mir leid,das dein Papa so krank ist.
      Es ist jetzt eine schlimme Zeit für dich,aber versuche deinen Papa so viel wie möglich zu besuchen.
      Du musst dir aber auch mal eine Auszeit gönnen,das ist wichtig,um wieder Kraft zu bekommen.
      Deshalb solltest du dir die Woche Urlaub gönnen.

      Meine Mutter hatte zwar keinen Krebs,aber sie war schwer an Demenz erkrankt.Ich habe sie 5 Jahre gepflegt,und sie
      ist dann auch in meinen Armen gestorben.
      Ich habe meinen Papa am 11.3,2018 sterbend in seiner Wohnung gefunden,ich werde den Anblick wohl
      nicht mehr vergessen können
      Alles Gute für dich und liebe Grüße von
      Hanna
    Liebeskummer Sorgen Forum