Papa liegt im sterben

      Papa liegt im sterben

      Hallo zusammen,

      Heute hatte ich zwischenzeitlich ein richtiges Tief, ein Bisschen geweint hab ich, dann ging es wieder.

      Mein Bruder hätte spätestens Mittwoch die Papiere an den Bestatter senden müssen, damit wir auch zeitig die Urne bekommen. Ich habe ihn zweimal danach gefragt und keine Antwort erhalten. Auch auf die Frage mit den gravierten Stein für Papa hab ich keine Antwort bekommen. Ich weiß nicht was los ist und traue mich nicht zu fragen. Aber Montag werde ich das klar machen müssen. Man kann so etwas ja nicht in die Ferne ziehen.
      Ist doch alles Mist, ich sehe das ich mich damit auch noch auseinandersetzen muss, weil mein Bruder ich weiß nicht was, selber überfordert ist, es verdrängt, Arbeit und Verdrängung? In so einer Situation ist das leider sehr unpassend und nimmt mich zusätzlich mit.

      Ich dachte eigentlich wir würden das mit der Verabschiedung nächstes Wochenende hin bekommen. Aber so wie es aussieht, wird das nicht klappen. Alleine den Stein zu bestellen, das dauert 5-6 Tage.

      Mir ist das eigentlich alles zuviel, aber was soll ich bitte machen, wenn sich sonst keiner kümmert?

      Gestern habe ich 50% des Tages im Bett verbracht, mein Freund auf der Couch.
      Heute habe ich lauter Dinge getan.
      Jetzt sitze ich seit zwei Stunden draußen einfach nur da.
      Eine Woche ist es jetzt her und grade fühle ich mich wieder total leer.

      Mir wäre es egal weinen zu müssen, mir wäre lieber es zu können.

      Ich hab gestern Abend nochmal mehr Kräuter gepflanzt. Kräuter waren das Leben für meinen Papa, ich hoffe ich bekomme das bald auch so gut hin.....

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      Hallo, Jennylein,
      ja - sei beruhigt; das ist alles ganz normal. Bei mir war es genauso. Es ist - wie Du ja auch schon selbst geschrieben hast - ein Schutzmechanismus des Körpers, dass man zunächst einmal nur "funktioniert" und die vielen Dinge, die sich nicht aufschieben lassen, erledigen kann.
      Das absolute Tief kommt aber noch - keine Sorgen.

      Ja - es ist traurig, dass man alles alleine machen muss und die anderen sich einfach rausziehen. Ich finde das richtig unfair, war aber bei uns auch so. Mein Bruder hat sich nach dem Tod und auch vorher nicht ein einziges Mal gemeldet und ist auch - wie schon öfter geschrieben - nicht einmal zur Beerdigung erschienen. Er meinte wohl, wenn er den größten Kranz schickt, der auf dem Friedhof zu finden war, hat er genug getan - der Ar....! Alles habe ich erledigen müssen. Da muss man auch einfach unfunktionieren - bleibt nichts anderes übrig.
      Aber keine Sorge, Jenny. Wenn Du erst einmal ein wenig zur Ruhe kommst, geht die Trauer richtig los. Ich habe dafür auch länger gebraucht und hatte nach 3 Monaten schon gedacht, dass ich mich doch wieder gut gefangen hätte - war aber ein Trugschluss. Danach kamen noch jede Menge tiefe Löcher und kommen bestimmt auch immer wieder.
      Ich umarme Dich
      Therese
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