....meine Ehefrau

      ....meine Ehefrau

      Hallo ihr lieben. Ich bin neu hier. Habe am 04.03. Meine Frau (56) nach 30 Ehejahren an den verd... Krebs verloren. Wir haben 2 Jahre gekämpft. Am 20. Dez.17 dann eine schwere Blutvergiftung von der sie sich nicht mehr erholt hat. Um 11:15 am 04.03. ist sie dann friedlich in meinen Armen eingeschlafen. Gut war: Wir hatten zum Schluss ausreichend Zeit für uns und uns auf das Unvermeidliche vor zu bereiten. Wir haben viel miteinander gesprochen, denn ich konnte 24 Std. bei ihr sein bis zum Schluss. Wir können uns keine Vorwürfe machen und auch die Ärzte haben alles menschenmögliche getan. Wirklich und ehrlich.
      Habe mal ein paar Beiträge der Trauernden durchgelesen. Es geht mir Wort für Wort genau so. Es ist jetzt 8 Wochen her. Jeder einzelne Tag der Sterbebegleitung schisst mir immer wieder durch den Kopf. Diese Flashbacks machen einen verrückt. Ich bin Lkw-Fahrer und die ganze Woche unterwegs. Ich arbeite jetzt die 6. Woche wieder. Es hilft mir die Trauer für ein paar Stunden zu zu decken. Doch sie kommt immer wieder durch. Es gibt Tage, da geht es mir besser. Dann bin ich verunsichert. An einzelnen Tagen gibt es Momente, da weine ich wieder um sie.
      Meine Leidenschaft ist (war) die Fotografie. Doch ich habe meine Begeisterung verloren. Ich habe schon 2 Termine abgesagt. Ich traue mich einfach nicht. Ich kann momentan überhaupt keine Emotionen oder Begeisterung empfinden. Gleichgültig Allem und Jedem gegenüber. Ich funktioniere nur. Und dann die verdammte Einsamkeit. Wir waren voll auf uns fixiert. Hatten immer alles gemeinsam besprochen. Hatten in den ganzen 32 Jahren nie Streit gehabt. Nie Geheimnisse. Es gab keinen Tag an dem wir nicht miteinander sprachen. Wir haben uns blind verstanden. Alles das ist mit ihr gegangen. Ich fühle mich wie ein halber Mensch und fürchterlich einsam und alleine.
      Aber was ich hier so gelesen habe, geht es fast allen so. Wenn es mir gut geht fühle ich mich schlecht ihr gegenüber. Geht es mir schlecht ist das auch nix. Wie ich mich fühle ist es schlecht.
      Aber da muss ich wohl auch irgendwie durch. Ich frage mich nur immer: Wie haben das Andere überstanden. Man sagt, es wird besser. Aber was ist besser? Nicht mehr so schwermütig im Herzen? Wieder zu lachen oder gar eine Partnerschaft eingehen? Für mich zur Zeit unvorstellbar. Wie geht es einem nach 1 oder 2 Jahren? Wie soll man einen Menschen im Herzen tragen? Dann wird man ständig erinnert und das tut weh. Ich weiss noch nicht wie ich das schaffen soll. Ich nehme einfach jeden Tag wie er kommt und warte was passiert?
      Hallo Franky,
      Erstmal mein herzliches Beileid und willkommen hier im Forum. Es tut gut sich hier auszutauschen und verstanden zu werden.
      Ja das ist eine gute Frage wie andere das schaffen die Zeit der Trauer zu überstehen, aber ich glaube das ist so individuell wie auch die Menschen unterschiedlich sind. Ich kann dich so gut verstehen da ich meine Frau im Januar verloren habe, auch an den Krebs. Ich konnte sie ebenfalls bis zum Schluss pflegen und sie konnte zu Hause in meinen Armen sterben. Aber diese letzten Stunden bleiben im Kopf und kommen immer wieder hoch. Aber du bist ja schon auf einem guten Weg wenn du zur Arbeit gehst und versuchst jeden Tag zu überleben.
      Ja ich kann auch gut verstehen dass du den vorherigen Hobbys noch nicht nachgehen kannst mir geht es genauso, aber man darf sich wohl nicht unter Druck setzen. Unser Leben ist nicht mehr wie es war deshalb können wir wohl auch nicht einfach so weiter machen wie vorher. Wünsche dir und uns allen hier viel Kraft.
      LG Roland
      @Roland. Auch von mir ein herzliches Beileid an Dich. Ja...die Trauerbewältigung ist individuell. Das hörte ich schon öfter Aber die Einsamkeit, die macht mich fertig. Man kommt immer wieder auf das Thema ... das geht aber irgendwann den Bekannten auch auf den Zeiger. Darum habe ich mich immer mehr zurück gezogen ... aber das ist ja nu auch nix. Wie man es macht ist es falsch. Vielleich sollten wir einfach unter uns bleiben.
      Auch ich möchte dir mein Beileid ausdrücken, lieber Franky. Schön, dass du dieses Forum gefunden hast. Mir hat der Austausch mit Gleichgesinnten schon viel gegeben. Es ist wirklich so, dass man mit der Zeit den Freunden und Bekannten mit der ewig gleichen Leier auf die Nerven fällt. Aber ich möchte eben immer wieder von meinem Mann reden, von den schönen Dingen und auch von den Dingen, die mich belasten. Deren Leben hat sich ja nicht verändert, für uns ist alles stehengeblieben. Wir fühlen uns wie im falschen Film, während für alle Anderen das Leben weitergeht. LG von Regina
      Den eignen Tod, den stirbt man nur, doch mit dem Tod der Anderen muss man leben.(Mascha Kaleko)
      Hallo Franky. Fühl dich willkommen hier bei uns im Forum. Hier ist immer jemand für dich da. Wir können uns hier unsere Gedanken schreiben und ein jeder kann nachempfinden wie es dir gerade geht. Ich habe meinen Mann (52) am 25. März diesen Jahres an den Krebs verloren. Seit dem ist nichts mehr wie es war. Habe jetzt nach 5 Wochen das Gefühl dass sich der Schock langsam auflöst und die Realität immer deutlicher wird. Auch ich habe an nichts mehr Freude, sei es unser Garten oder der Frühling den wir immer gefeiert haben. Die Einsamkeit ist das Schlimmste und die Gewissheit das dem geliebten Menschen so viel Zukunft genommen wurde. Auch ich leide wie alle anderen hier sehr darunter keine Gespräche mehr führen zu können und keine Nähe mehr zu meinem Mann haben zu können. Es ist einfach unwirklich dass er fort ist und das Leben ohne ihn ist undenkbar. Du hast Recht, man muss jeden Tag so nehmen wie er kommt und kleine Schritte machen und sich nicht unter Druck setzen. Viel darüber reden mit anderen und weinen und alle Gefühle zulassen ist das Beste was man machen kann. Ich bin sehr froh viele Menschen zu haben die mir zuhören und vor allem meine Kinder sind sehr für mich da in dieser extrem schweren Zeit. Hier im Forum haben wir alle ein starkes Verbundenheitsgefühl weil wir das gleiche Schicksal teilen. Irgendwann ganz langsam und leise soll es wohl erträglicher werden und sich dann wandeln... Ich denke immer daran dass mein Mann sich wünschen würde dass ich nicht verzweifel oder untergehe. Ich wünsche dir ganz viel Kraft. Lieben Gruß von Claudia1965
      @Claudia. Ach Gott, dass sind ja gerade mal 14 Tage Zeitunterschied zwischen uns. Ja, die Panik und Verzweifelung lässt zwar nicht nach, aber die Zeitabstände werden länger. Und die Ausschläge sind nicht mehr so stark. Und die Flashbacks an unsere letzte gemeinsame Zeit werden weniger. Und dann macht man sich Schuldgefühle, dass es besser geht. Nur die Einsamkeit; da merke ich den Verlusst. Nach 32 Jahren Gemeinsamkeit; plötzlich alleine.
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