4 Monate... ich fühl mich schlecht und schuldig.. es wird immer schlimmer

      4 Monate... ich fühl mich schlecht und schuldig.. es wird immer schlimmer

      Hey,

      ich habe vor 4 Monaten meine geliebte Mutter verloren und ich vermisse sie jede Sekunde.
      Schon seit meiner Geburt an hatte meine Mutter eine unheilbare Krankheit wodurch der Alltag unserer dreikopfigen Familie sehr beeinträchtigt wurde, ständige Arzt besuche und schmerzen an denen meine Mutter litt.

      Ich erlebte vor 4 Monaten den schlimmsten Tag meines lebens, zu dem Zeitpunkt hatten meine Mutter und ich eine nervige Grippe die uns fertig gemacht hat.
      An diesem Abend um ca. 20 Uhr sagte meine Mutter zu mir sie gehe jetzt ins Bett und schlafen, auf dem weg dahin fiel sie auf den Boden und rief nach hilfe, ich machte mich sofort auf den weg während die Kopfschmerzen und Schwindelgefühle mich komplett wirr machten. Ich half ihr hoch aufs Bett während sie total unerreichbar wirkte und fragte sie was passiert sei und ob alles ok währe, diese fragen wiederholte ich mehrere male während sie sich auf den Rücken legte und die Augen schloss, danach bewegte sie nur mehrmals ihren Kopf nach Rechts und atmete seltsam aus und ein. Ich wurde lauter und rief nur noch "Mama... antworte mir!". Nachdem ich merkte das etwas nicht stimmt machte ich mich sofort auf den weg den Notdienst zu erreichen. 15 Minuten später trafen die Rettungskräfte an und eilten zu meiner Mutter.
      Während die Rettungskräfte versuchten meiner Mutter zu helfen ging es mir ganz komisch.. alles kam wie ein böser Traum vor.. ich hatte Kopfschmerzen, schwindelgefühle und ein mulmiges gefühl im Bauch, ich hörte nur ständig die Worte von den Sanitätern und ein Gerät was rumpiepste und sagte "Wiederbelebung stoppen". Ab dem Punkt wusste ich.. Meine Mutter ist tot. Es war das schlimmste Gefühl in meinem ganzen leben, ich wollte es alles nicht wahr haben schaute ab und zu in das Schlafzimmer meiner Eltern rein und sah nur wie der Sanitäter mit dem Defibrillator versucht hatte meine Mutter zu beleben.
      Die Sanitäter nahmen mich mit zum Krankenhaus weil ich noch minderjährig bin und mein Vater zu dem Zeitpunkt auf der Arbeit war. Dann warteten mein Vater und ich bis zwei Ärzte uns abholten und zu seperaten Warteraum gebracht haben, direkt um die Ecke war der Raum in dem meine Mutter behandelt wurde. Wir hörten das Atmen meiner Mutter durch ein Beatmungsgerät und gerieten sofort in Tränen.
      Sie schickten uns nachhause und sie würden sich melden wenn sie es schaffen sie zu beleben oder .... nicht. 2 Stunden später klingelte das Telefon und die Ärztin sagte zu meinem Vater "Herr **** wir müssen ihnen leider mitteilen das ihre Frau soeben verstorben ist". Ab dem Punkt wusste ich nicht mehr was ich tun sollte.

      Jetzt 4 Monate später fühle ich mich genau so schlecht wie an jenem Abend, mittlerweile bekomme ich nur noch schuldgefühle.. hätte ich was anders machen sollen? hätte ich schon vorher erkennen können das was nicht stimmt? An dem Tag hatte ich wie bereits erwähnt eine Grippe und war dadurch nur auf der Couch im Wohnzimmer mit meiner Mutter, habe versucht zu schlafen und plagte vor schmerzen. Ich bin so sauer...

      Ich dachte ich würde damit klar kommen aber ich denke jede Nacht darüber nach ob ich es doch verhindert hätte..
      Da ich keine Person habe um darüber zu sprechen habe ich dieses Forum hier aufgesucht um hilfe zu finden, ging es euch mal ähnlich? und wenn ja, wie kommt ihr damit klar?

      mfg Tim

      - ich entschuldige jegliche rechtschreibfehler aber ich möchte diese erinnerungen so schnell wie möglich aus meinen Gedanken loswerden.
      Ein liebes Willkommen hier bei uns lieber Tim, die Erinnerungen so schnell wie möglich loswerden, ich würde sagen wollen, erst mal rauslassen, hier ablegen - loswerden, so einfach ist das wohl nicht, wenn man sich das auch noch so wünscht.

      All das muss verarbeitet werden, die Trauer gelebt und irgendwann erkennen und annehmen können, dass das alles ein Teil des Lebens ist, dazu gehört und sich wohl keiner aussuchen kann, wann ihn eine Trauer trifft, wann das Schiksal zuschlägt und vor allem unter welchen Umständen.
      Im besten Fall, hat mal liebe Menschen zum reden, die immer wieder da sind und zuhören, solange man es braucht.

      So vieles, dass ich noch schreiben könnte, wie geht es deinem Vater damit, euch beiden in eurer Beziehung frage ich mich.
      Manchmal braucht es auch viel mehr als einen lieben Austausch und verstanden werden.

      Ich wünsche dir alles was es gerade für dich braucht, dich und deinen Vater.

      Mit einer lieben Umärmelung,
      Funny.
      Ich bin anders als vermutet, selten wie erwartet und erst recht nicht wie es andere gerne hätten.


      Licht und Liebe, sind stärker als Tod und Schatten



      hallo Tim,

      ich kann Dir nur sagen das sich sehr viele Menschen nach dem Tod eines geliebten Menschen irgendwelche Vorwürfe machen.
      Die Gedanken kreisen ständig um das Thema, "hätte ich was verhindern können" oder "habe ich was falsch gemacht"?
      Du wirst da keine Antwort drauf bekommen, das was Du grade erlebst gehört zur Trauerarbeit und das dauert seine Zeit.
      Schön wäre es natürlich wenn Du jemanden zum reden hättest, würdest Du zu einer Selbsthilfegruppe oder Ähnlichem
      gehen? Kannst Du mit Deinem Vater nicht darüber reden? Was sagt er denn?
      Darf ich mal fragen wie alt Deine Mama war?

      wenn Du niemanden hast dann lass Deinen Gefühlen hier einfach freien Lauf, hier werden Dich alle verstehen und jeder
      hat so sein Päckchen zu tragen.

      LG
      Sabine
    Liebeskummer Sorgen Forum