Hört sich sch... an aber es ist so: um meinem Geliebten

      Hört sich sch... an aber es ist so: um meinem Geliebten

      Hi danke für das Aufnehmen in eurer Gruppe. Ich bin eigentlich ein Mensch der alles mit seinem Kopf ausmacht. Mir liegt es nicht über alles zu reden. Doch jetzt ist mein Leben so aus den Fugen gegangen.Vor gut 5 Wochen ist mein Geliebter in meinen Armen gestorben. Mein Herz leidet. Auf einmal habe ich das Bedürfnis mich mitzuteilen. Warum auch immer. Ich habe niemanden mit dem ich darüber reden kann. Logisch es war ja eine heimliche Liebe. Meine Familie hätte kein Verständnis dafür das ich so leide für jemandem den ich aus Hobbygründen nur 3x für 2 Wochen gesehen habe. Der restliche Kontakt bestand offiziell aus schreiben auf Facebook. Wir hatten aber einen täglichen intensiven Kontakt. Obwohl er im Ausland lebte, zwanzig Jahre älter war als ich und wir uns erst seit 3 Jahren kannten war unsere Beziehung etwas wirklich ganz Besonderes. Ich weiß auch das sagt fast jeder. Wir haben es beide gespürt das da mehr ist als das übliche und auch darüber gesprochen. Wir waren so dankbar das wir das erleben durften. Er war so ein wundervoller positiv eingestellter Mann. Wir haben uns gegenseitig inspiriert. Wir hatten noch so viel zusammen vor. Wir dachten wir haben noch so viel Zeit. Doch leider war es uns nicht bestimmt. Wir beide waren leidenschaftliche Fotografen. Bei einem unser Ausflüge hat er dann ganz plötzlich einen schweren Herzinfarkt erlitten und ist sofort gestorben. Es war alles so schrecklich. Ich warte immer noch darauf das er sich meldet. Ich schaue stündlich auf Handy, obwohl ich weiß das er nicht mehr da ist. Ich war ja dabei. Ich weiß mir nicht zu helfen.
      Liebe Sia,
      schön, dass du den Weg in das Forum gefunden hast. Auch ich war ein Mensch, der viel mit sich alleine ausgemacht hat, brauchte bisher niemand anderen, hatte ja meinen Mann, der für mich alles war, Geliebter, Ehemann,
      bester Freund und Seelenverwandter. Meine große Liebe starb ganz plötzlich und völlig unerwartet an einem Herzversagen. Wir konnten uns nicht einmal verabschieden.Für mich ist die Welt stehengeblieben und ohne die Hilfe anderer hätte ich das alles nicht ertragen können. Hier im Forum konnte ich mir meinen Schmerz von der Seele schreiben, wurde verstanden, weil viele genau wie ich fühlen und ähnliche Sorgen haben. Der Verlustschmerz bleibt aber man kann sich austauschen und schöpft Hoffnung und Kraft aus den Erfahrungen der anderen.Hier im Forum habe ich Menschen kennengelernt, die mich in meiner Trauer begleiten und dafür bin ich sehr dankbar.
      Liebe Grüße und viel Kraft auf deinem schweren Weg, du bist nicht allein.
      Emmi
      Danke für deine liebe Antwort. Ja es fällt mir unheimlich schwer damit klar zu kommen. Das ist das Schicksal wenn alles heimlich abläuft. Früher hätte ich mir auch nicht träumen lassen, dass ich einmal in so einer Situation kommen würde . Aber es ist nunmal passiert. Tagsüber versuche ich mich abzulenken und so zu tun als wäre nichts passiert. Aber nachts komme ich nicht zur Ruhe. Nimmt ist da der einen versteht. Oh mein Kopf sagt oh ja mit 70 möchte ich auch so sterben. Vorher noch lachen Spaß haben und dann ohne zu leiden ganz schnell alles hinter sich lassen. Er hat immer gesagt er hätte ein tolles Leben gehabt. Und ich wäre die Krone oben drauf. Wenn ich nicht zufällig dabei gewesen wäre hätte ich niemals erfahren oder erst sehr spät was passiert ist. Und Abschied nehmen konnte ich trotzdem nicht. Ich war alleine mit ihm auf einen Hügel. Man hat mal gehört was man tun sollte wenn ein Notfall Eintritt. Es ist dann aber alles wie weggeblasen. Selbst den Notdienst anzurufen wird zum Abenteuer wenn man die Landessprache nicht spricht und englisch aus dem Kopf purzelt. Und danach ist man für nichts mehr zuständig. Man ist ja nur irgendjemand aus dem Bekanntenkreis. Es ist so schwer dass alles zu begreifen. Er war nie ernstlich krank. Darauf war er immer sehr stolz. Wir haben uns täglichen erzählt was wir gemacht haben, was uns bedrückt und was wir noch Vorhaben. Träume halt. Und jetzt ist da die gähnende Leere. Mit der man alleine klar kommen muss. Ich heule mir die Seele aus dem Leib wenn keiner schaut. Das habe ich mir selber eingebrockt. Es ist nicht leicht Verständnis zu bekommen. Man hat einfach keine Geliebte zu sein. Ich wollte auch niemals eine werden. Aber das Leben macht manchmal sowas mit einem. Ich bereue es nicht. Wir haben unseren Partnern nicht weh getan.
      Liebe Sia,
      du hast dir gar nichts eingebrockt, du hast geliebt und du wurdest geliebt. Das ist etwas sehr Schönes und in dieser Intensität nicht jedem Menschen vergönnt. Ob als Geliebte oder Ehefrau, der Schmerz ist unerträglich und die Leere die der geliebte Mensch hinterläßt ist riesig. Ich bin seit 5 Monaten allein, war fast 35 Jahre mit meiner Jugendliebe verheiratet und der Schmerz läßt nicht nach. Jeden Tag weine ich und es ist gut und wichtig, die Trauer rauszulassen. Reden hilft und schreiben hilft. Dazu ist dieses Forum da.Schön wäre es, wenn du eine gute Freundin hättest, die dich in deiner Trauer begleitet.
      L.G.Emmi
      5 Monate das ist auch noch nicht lange her. Ich fühle den Schmerz mit. Wenn man selber betroffen ist weiß man genau wie sich andere fühlen. Ich verstehe gut das es fürchterlich sein muß, wenn der Partner geht. Der Alltag bricht zusammen. Der Lebensmittelpunkt, äh sagt man das so? Fällt weg. Alle Entscheidungen muss man auf einmal alleine treffen. Das brauche ich alles nicht. Es läuft wie gewohnt weiter. Nur man wird bescheidener. Vieles verliert an Bedeutung. Ich beobachte mich dabei wie ich versuche das Leben neu definieren. Es stimmt eine Freundin zu haben der man alles erzählen kann, wäre sehr schön. Dieses Vertrauen habe ich aber leider zu niemanden. Es würde auch nienandwirklich verstehen.
      Liebe Sia,
      kein Problem, wir dürfen vergesslich sein und für uns alle ist vieles anders geworden, hat jetzt eine andere Wertigkeit.Ich habe das Gefühl, dass mit meinem Mann ein großer Teil von mir mitgestorben ist. Nur wer das selbst erlebt hat,weiß wirklich wie es ist, einen geliebten Menschen zu verlieren.Zwar habe ich eine Freundin, in diesem Fall kann sie mich aber nicht verstehen.Hier im Forum habe ich aber liebe Menschen kennengelernt, mit denen ich in regem Austausch stehe und die genau so fühlen wie ich auch. Dadurch, dass sie das alles schon selbst durchgemacht haben, können sie mir glaubhaft die Hoffnung geben, dass es irgendwann erträglicher wird. Das kann auch dir helfen.
      L.G.Emmi
      So ist es liebe Sia, es geht um Verstehen, verstehen können, was da in einem Menschen vorgeht, was in der Trauer so ausgelöst wird.
      Neue Erfahrungen die man in der Trauer macht, zeigen auch, das es schwer verständlich ist, für Menschen, die nie getrauert haben, es noch nicht mussten.
      Hätte man mir so etwas alles mal erzählt, was ich hier so gelesen habe, ich hätte es nicht glauben können, erst nachdem der Schmerz mich selbst erwischt hat, weiß ich wovon ich rede oder eben schreibe.

      Es ist nichts gleich und doch gleicht sich vieles, ob man es lernt weiß ich nicht aber da ist ein anderes verstehen vorhanden, sich hineinversetzen in den anderen.
      Du hast geliebt, lieben dürfen, das war ein großes Geschenk, die Umstände sind eben wie sie sind, gewesen sind, es sollte so sein, musste so sein, ganz egal wie ich finde es bleibt ein Geschenk.
      Wer bestimmt die Regeln, die LIebe findet sich, daran kann nicht wirklich falsches sein, wie ich finde, wer muss es verstehen, außer ihr zwei *drück*

      Ich denke eher, ihr zwei habt es euch erlaubt, und wunderbares erlebt und dieses eben einfach nicht mit anderen geteilt, eure Entscheidung.
      Mut in dem Moment der Entscheidung, des geschehen lassens, etwas das euer beider Leben unwahrscheinlich bereichert hat.
      Sei lieb Willkommen hier in unserer Runde.

      Ich wünsche auch dir alles, was es gerade für euch braucht.
      Mit einer lieben Umärmelung,
      Funny.
      Ich bin anders als vermutet, selten wie erwartet und erst recht nicht wie es andere gerne hätten.


      Licht und Liebe, sind stärker als Tod und Schatten



      Hallo Sia,

      Emmi hat es genau beschrieben, wer liebt und geliebt wird, da gibt es keine Schuld oder sonstiges. Das ist alles richtig. Bei mir war das genauso wie bei Emmi, mein Mann war mein Ehemann, Geliebter, Freund, Kumpel und manchmal auch Kind (lach). Es war eine wunderbare Zeit und ich bin ganz stolz, daß wir beide das geschafft haben 43 Jahre verheiratet gewesen zu sein. Liebe Sia es war alles richtig, Du brauchst Dir überhaupt keine Vorwürfe oder Gedanken zu machen. Es ist alles gut für Dich.

      Ich wünsche Dir für die kommende Zeit viel viel Kraft und Stärke sowie wir alle hier

      lg Heidi
    Liebeskummer Sorgen Forum