Bestattung von Kindern

      Bestattung von Kindern

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      Liebe Mitglieder,

      dies ist mein zweiter Beitrag im Forum, ich hoffe das richtige Unterforum gewählt zu haben. Falls nicht würde ich mich darüber freuen wenn ihr den Beitrag in das richtige Forum verschieben könntet.

      Auf dem Friedhof meiner Stadt ist mir aufgefallen das Kinder auf einem gesonderten Teil des Friedhofes bestattet werden. Der Grundgedanke verstorenen Kindern einen eigenen Bereich des Friedhofes zukommen zu lassen ist nicht verkehrt. Was mich allerdings total verstört hat ist die Tatsache das dieser Bereich bei uns direkt am Rand des Friedhofes liegt. Ganz versteckt und abgeschieden von den "normalen" Gräbern. Ist das bei Euch auch so? Gibt es dafür eine nachvollziehbare Erklärung?
      Bisher dachte ich immer das Kinder zu uns gehören, sie nehmen einen zentralen Platz in unserer Gesellschaft ein, sind unsere Zukunft, haben einen Platz in unseren Herzen.
      Wenn Kinder diese Welt frühzeitig verlassen müssen, sei es durch eine stille Geburt, plötzlichem Kindstod oder andere tragische Umstände, haben sie dann den Stand in unserer Mitte verwirkt?

      Auch Sternenkinder gehören zu uns, in die Mitte unserer Herzen. Nur weil sie uns nicht 80, 90 oder 100 Jahre begleitet haben heißt es nicht das ihr Dasein keinen Sinn hatte.

      Ich werde bei unserer Friedhofsverwaltung einmal nachfragen und bin schon sehr gespannt auf deren Antwort.


      Liebe Grüße
      Kevin

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      Auch auf dem Friedhof meiner Stadt gibt es ein sog. Kinderfeld, an dem ich in unregelmäßigen Abständen vorbeigegangen bin, anfangs noch mit Hund. Noch heute habe ich den Namen des ersten dort bestatteten Kindes im Gedächtnis, nämlich Yvonne T, obwohl schon 1982 verstorben. Inzwischen sind die Gräber "flach gemacht" worden, es erfolgte aber eine Neubelegung. Leider bin ich im Laufe der Jahre zu der Einschätzung gekommen, dass so manches Kindergrab im Laufe der Zeit immer weniger besucht worden ist. - Aber es sind auch Einzelgräber von Kindern, Jugendlichen und jungen Menschen vorhanden. Insbesondere deren Lage hat sich bei mir für immer in meinem Gedächtnis eingeprägt, obwohl der Friedhof über 40 Hektar groß ist. - Kevin, ich wäre dir dankbar, wenn du das Ergebnis deines Gesprächs mit der Friedhofsverwaltung hier mitteilen würdest. Danke!

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      Lieber Kevin,

      es geht noch grausamer - hier spreche ich für mich (aber es gibt bestimmt noch andere Eltern, die das kennen). Leider habe ich auch ein Sternchen und als ich mein Kind hergeben musste durfte ich es noch nicht mal beerdigen. Ein kurzer Abschied, um den ich fast noch kämpfen musste, mehr nicht. Einfach zu leicht und zu klein und noch nicht lebensfähig, aber ein kleiner Mensch und dennoch einfach ausgelöscht, als hätte es ihn nie gegeben. Natürlich bleibt mein Kind ein Teil meines Herzens, aber es macht mich immer wieder traurig und begleitet mich mein ganzes Leben.

      Aber zum Glück soll das inzwischen für Sternenkinder-Eltern anders geregelt sein.

      Traurige Grüße

      m-m-chen

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      Hallo,

      unsere Tochter wurde auch in einer "Jugend-ecke" beigesetzt. Natürlich war uns wichtig dass wir später auch mit in dieses Grab dürfen und mittlerweile ruht meine Frau auch da , Priorität war aber eben dass dort eben junge Menschen beerdigt/beigesetzt werden. Dem Friedhofschef geht es aber nicht darum eine Ausgrenzung zu schaffen sondern vielmehr lag der Sinn darin dass sich an den Gräbern ja überwiegend die "verwaisten Eltern" aufhalten, die Gräber pflegen etc. pp. und eventuell ins Gespräch kommen und weil sie ja ein gemeinsames Schicksal haben, funktioniert nicht wirklich mit den Kontakten, aber der Gedanke ist gut.

      LG Steffen

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      Auch wir haben solch ein Feld.
      Ich glaube nicht, dass Ausgrenzung die Begründung ist, sondern eher das Schonen der verwaisten Eltern der Sinn ist. Eltern trauern vielfach offener und auch länger als die anderen. Ich stelle es mir schwer vor, wenn ich als Mutter ans Grab gehe und mich die Blicke der anderen verfolgen “guck mal die, der ist das Kind gestorben, ist das nicht schlimm blabla“.

      Der Kontaktgedanke gefällt mir auch gut.
      Dort tummeln sich ja schon eher jüngere Menschen. Sicherlich sogar Geschwisterkinder. Sie von den anderen zu separieren, war sicherlich gut gemeint.
      Und sie sehen, dass sie nicht alleine sind, wenn ringsum nur Kinder liegen.

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      Ich möchte keinen falschen Eindruck geschaffen haben. Die Idee Kinder in einem eigenen Bereich zu bestatten finde ich schon gut. Wie einige von Euch geschrieben haben können junge, trauernde Eltern unter Umständen ins Gespräch kommen, sich austauschen und ihre Trauer ggf. gemeinsam verarbeiten.
      Mir geht es darum das die Bereiche meist am Rand eines Friedhofes liegen, das stört mich sehr. Ein Bereich im Herzen des Friedhofes, vielleicht auch durch etwas höhere Hecken abgetrennt um störende Blicke abzuwenden, fände ich angebrachter.

      @m-m-chen Es ist sehr traurig dass Du kämpfen musstest um Dein Sternenkind sehen zu dürfen. Ich finde niemand hat das Recht jemandem diesen Wunsch abzuschlagen. In Dir ist für eine Zeit ein Leben herangewachsen, Du hast es gefühlt, gespürt.
      Allein die Nachricht der Ärzte dass ein Kind nie lebend das Licht der Welt erblickt reißt einem schon den Boden unter den Füßen weg. Dann noch so zu tun als wäre da niemals was gewesen ist an Ignoranz und Dreistigkeit nicht zu überbieten. Wie, wenn nicht mit den eigenen Augen, soll man denn begreifen?

      Vor einigen Jahren habe ich durch einen dummen Zufall, ganz nebenbei in einem Gespräch, welches meine Mutter mit meiner Tante führte, erfahren das meine Mutter nach mir nocheinmal schwanger war.
      Als Kind habe ich davon nichts mitbekommen. Ich habe nichteinmal bemerkt das ich ein Geschwisterchen bekommen sollte, wohl habe ich gesehen das meine Mutter etwas rundlicher wurde, aber als Kind schenkt man dem nicht wirklich Beachtung ( ich war damals 5-6 Jahre alt).
      Heute gehe ich davon aus das meine Mutter mein Geschwisterchen weit nach dem 3. Monat verloren haben muss. Denn aus dem o.g. Gespräch ging hervor das der Arzt das Kind hätte halten können, mein Geschwisterchen aber mit einer geistigen Behinderung zur Welt gekommen wäre. Ich bin mir auch sicher dass das Geschlecht zu dem Zeitpunkt schon zu erkennen gewesen sein muss.
      Leider fehlt mir die Kraft und der Mut meine Mutter darauf anzusprechen. Ich möchte keine alten Wunden aufreißen. Aber allein die Gewissheit das ich nicht als Einzelkind hätte aufwachsen müssen wiegt sehr schwer.

      Ich hoffe das ich eines Tages erfahren darf ob ich einen Bruder oder eine Schwester an meiner Seite gehabt hätte.
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