Mein Seelenmensch ist gegangen und hat meine Seele mit sich genommen...

      Mein Seelenmensch ist gegangen und hat meine Seele mit sich genommen...

      Am 5. Januar 2019 um 11 ist mein Mann gestorben... unerwartet schnell ging es... er hatte Krebs seit fast 5 Jahren und davon war keine Zeit leicht, aber fast jeder Moment gut. Wir hatten alles vorbereitet, er wollte im Hospiz sterben, wenn es soweit wäre, mit meiner Hand in seiner... erst kurz nach Weihnachten sah es so aus, als wäre es Zeit, da hin zu gehen, wir wollten dort noch ein paar ruhige Wochen zusammen sein, aus dem Fenster schauen, reden, die Schwestern necken oder auch einfach nur still beieinander sein... am 2. Januar bekamen wir den Platz, fuhren hin mit einem Lächeln und Winken, es war ein guter, wacher Moment - wir waren beide im Frieden, auch wenn die Tage vorher durch die Medikamente größtenteils aus Nebel bestanden hatten, so war mein Mann ohne Schmerzen und ohne Angst... wir kamen an und richteten uns ein, ich fuhr immer wieder mal heim, noch ein paar Sachen für die kommenden Wochen zu holen, saß im Sessel und sah meinem Mann beim Schlafen zu, nachts lag ich neben ihm und hielt beim Einschlafen seine Hand, war bei ihm, wenn er abends oder mitten in der Nacht wach und unruhig wurde, habe ihn mit all meiner Liebe umarmt, wie unser ganzes gemeinsames Leben lang, und besonders in den letzten schweren Monaten. Am Morgen des 5. Januar hielt mich die Schwester ab, heimzufahren und ihm seine samstäglichen Rosen zu besorgen, und ich habe trotzdem nicht verstanden, dass uns nicht noch Wochen oder Tage, sondern nur noch Stunden blieben. Bin mit dem Hund raus (der dabei sein durfte), habe draußen auf dem Gang mit seinem Sohn telefoniert, zwischendrin immer wieder kurz bei ihm gewesen, aber so mit organisieren beschäftigt, dass ich mich nicht gesetzt habe - alles schien normal, habe mir noch eine Tasse Tee besorgt, und als ich zurückkam bemerkte ich, dass sein Atem anders geworden war, ruhig und leise, nicht wie die Tage vorher heftig und kurz... ich hatte gerade noch Zeit, mich zu ihm zu setzen, seine Hand zu nehmen... ein paar Züge noch, und mit dem Einsetzen der Glockenschläge hörte sein Leben auf... ich war geschockt, verwirrt, und am meisten hatte ich Schuldgefühle, dass ich mir in diesen Minuten nicht einfach die Zeit genommen hatte, ihn ganz sicher spüren zu lassen, dass ich da bin... ich weiß nicht, ob er in diesen letzten kurzen Momenten noch bei mir war, noch bei sich... und bis jetzt trage ich vor allem dieses Gefühl mit mir, es lässt mich nicht zur Ruhe kommen... rational weiß ich, dass ich die ganze Zeit, die Wochen, Monate und Jahre, immer für ihn da war, aber das Gefühl, dass es nicht genug war, ist so übermächtig. Er fehlt mir unglaublich, und ich bekomme ihn kaum zu fassen, spüre ihn kaum... ich bin unfassbar froh, wenn ich ab und zu mal von ihm träume, dann ist er wenigstens etwas da... ich laufe weiter, funktioniere irgendwie, aber es ist nur der Körper... mein Herz und meine Seele sind auf der Suche nach meinem Mann... und immer wenn mir beim Räumen Dinge in die Hand fallen, deren Geschichten er mir nicht mehr erzählen kann, breche ich innerlich zusammen... ich weiß, dass ich irgendwie wieder auf die Füße kommen muss, unser und mein Leben weiterführen soll, das Versprechen musste ich ihm geben... aber es fühlt sich alles an wie Blei... Atmen, Denken, Gehen... nichts ist mehr leicht... ohne ihn und ohne das Wissen dass es ihm gut geht und er einverstanden ist mit allem was ich mit seinen Dingen anfange... es macht einfach keinen Sinn... ich bin einfach nur traurig... nach außen okay, aber in mir weint alles...
      Liebe Trounamita, ein wie immer sehr liebes leises Willkommen hier bei uns.

      So frisch, so traurig, so unbegreiflich und ich weiß genau, dass es die richtigen Worte um dich zu trösten nicht gibt.
      Wie du dich fühlst kann ich mir vorstellen, alles Schritt für Schritt du musst nichts, was du nicht kannst.
      All deine Fragen und Ängst, kennen hier viele, einfach traurig sein kostet schon Kraft genung, lass es auf dich zukommen, es muss nicht alles auf einmal sein.
      Alles in deiner Zeit, in deinem Können, die Sinnfreiheit anzunehmen, die eigentlich keinen ergibt.

      Nun ist er aus eurem Leben gerissen und hat dich in deinem Leben zurück lassen müssen.
      So wie er nun seinen Frieden hat, musst du den deinen finden, ich weiß es ist alles außer leicht.
      Vielleicht kann das hier lesen dir dabei etwas helfen, wir oder einige von uns Antworten haben auf all die Fragen die da noch kommen werden, immer und immer wieder, dass wünsche ich dir jedenfalls.

      Alles was es gerade braucht in deinem Schmerz, deiner Situation, was dir hilft liebevolle Erinnerungen zu haben die einigem einen Sinn zurück geben.

      Mit einer lieben Umärmelung,
      Funny.
      Ich bin anders als vermutet, selten wie erwartet und erst recht nicht wie es andere gerne hätten.


      Licht und Liebe, sind stärker als Tod und Schatten



      Liebe Troubanita,
      eure Geschichte hat mich sehr berührt und ich sende dir mein ganzes Mitgefühl. Ich weiß ganz genau, was du gerade durchmachst...
      Nichts und niemand kann helfen, man steht allein da, kann es nicht begreifen und die Zeit steht einfach still! Auch wenn man wusste, er wird gehen, hat man sich geweigert, es wirklich zu akzeptieren.
      Es ist schön, dass du in seinen letzten Momenten bei ihm warst - du wirst irgendwann einmal froh darüber sein, so geht es mir jedenfalls. Und du musst dir wirklich gar keine Vorwürfe für irgendetwas machen - du warst da, und das und deine Liebe hat er bestimmt gespürt!
      Es ist so schlimm ohne den geliebten Menschen weiterzuleben, ich kann dir nur raten: bleib hier im Forum, lies hier mit, teile dich mit, wenn du das Bedürfnis hast - mir hat es sehr geholfen und hilft immer noch!
      Ich wünsche dir ganz viel Kraft für die kommende Zeit.
      Fühl dich fest gedrückt.
      geri
      Du weißt nie, wie stark du bist, bis stark sein die einzige Wahl ist, die du hast.
      Bob Marley
      Liebe Troubanita, so wie Du Deine Gefühle der Trauer und Schuldgefühle beschreibst fühle ich auch! Ich habe leider noch keinen Trost für Dich und auch nicht für mich.
      Die Psychotherapeutin des Krankenhauses in dem mein Mann starb sagte mir, dass das eine normale Phase der Trauer ist, doch es tut so weh, wie Du schreibst dass Deine Seele auf der.Suche nach Deinem Mann ist,.ja genau so ist es bei mir!
      Mein Mann starb am 30. Jänner in diesem Jahr, auch an Krebs allerdings nach nur 1 Monat nach der Diagnose im Krankenhaus..Ich habe an anderer Stelle darüber geschrieben.

      “ Unser Herz will Dich halten.
      Unsere Liebe Dich umfangen.
      Unser Verstand muss Dich gehen lassen. “

      Ich weiß nicht woher dieser Spruch stammt, aber so ist es, wir können nur noch nicht unserem Verstand folgen! Es tut so weh!!!!
      LG Karo
    Liebeskummer Sorgen Forum