Ich trauere um meinen Ehemann

      Ich trauere um meinen Ehemann

      Ich habe über Telefon erfahren, dass mein Mann gestorben ist.

      Wir waren fast 14 Jahre zusammen und 1 Jahr und 10 Monate verheiratet. Er war nicht nur mein Mann, sondern auch mein Freund, mein Fels in der Brandung. Ich bin 37 Jahre alt und seit fast fünf Monaten Witwe.

      Aber nun von vorne.

      Ich war am 09.03. - einem Samstag - mit meiner besten Freundin ca. 150 km von unserem zu Hause entfernt unterwegs. Wir haben uns morgens noch ganz normal verabschiedet. Mein Mann und ich hatten die Angewohnheit, dass wir uns, wenn wir uns nicht sehen, tagsüber Nachrichten schreiben. Als die übliche Mittagsnachricht nicht kam, habe ich mir noch nicht viel dabei gedacht. Als dann am frühen Abend noch keine Nachricht kam, habe ich mir ein bißchen Sorgen gemacht. Dann meldete sich seine Schwester bei mir, dass wir sie abholen können. Ich habe dann kurz mit ihr geschrieben und geklärt, dass ich nicht zu Hause bin, sie aber auf dem Festnetz anrufen soll, weil er bestimmt wieder vor dem Fernseher eingeschlafen ist. Er hat sich weiterhin nicht gemeldet und ich habe angefangen mir große Sorgen zu machen. Seine Schwester und sein Vater sind dann zu uns nach Hause, um zu gucken, ob alles in Ordnung ist. Nichts war in Ordnung. Er ist einfach auf dem Sofa gestorben.

      Ich habe die Nachricht erhalten, als ich gerade im Taxi gesessen habe. Zum Glück war meine beste Freundin bei mir, sonst hätte ich nicht gewusst, was ich machen soll. Ehrlich gesagt weiß ich es immer noch nicht so wirklich.

      Als ob das noch nicht schlimm genug wäre. 7 Wochen nach seinem Tod habe ich unsere gemeinsame Tochter zur Welt gebracht. Unser einziges Kind. Ein absolutes Wunschkind. Es bricht mir immer wieder das Herz, dass mein Mann, der sich so wahnsinnig auf unser Kind gefreut hat, sie nicht kennenlernen durfte, sie nicht im Arm halten konnte.

      Ich komme auch jetzt immer noch nicht zurecht. Ich habe zwar einen Trauerbegleiter, der eine große Stütze für mich ist, aber trotzdem hatte ich das Gefühl, dass ich mich mal mit Menschen, die auch einen geliebten Menschen verloren haben, umgeben sollte.
      Liebe chu,

      es ist furchtbar, was du erleben musstest. Nicht nur Witwe zu sein, sondern auch alleinerziehende Mutter.
      Dein Mann lebt in eurer Tochter weiter, das ist jetzt kein Trost, aber vielleicht kannst Du das in ferneren Tagen einmal so sehen. Ich weiß, kein Wort kann trösten, aber hier schreiben alle, es wird irgendwann mal leichter, der Schmerz wird weniger und man sieht wieder Licht am Ende des Tunnels. Hoffen wir, dass es wirklich so ist. Für dich und die Kleine alles Gute!

      Petra
      Liebe chulalongkorn,
      was dir passiert ist ist ganz, ganz schlimm und das kannst du nicht einfach so verarbeiten. Es wird irgendwann besser werden aber es wird immer wieder hochkommen und dich traurig machen. Gerade auch durch deine / eure Tochter denn du wirst immer daran denken, dass dein Mann nicht mehr an ihrem Leben teilhaben dürfte bzw. darf. Ich habe meinen Mann vor 2 Jahren und 10 Monaten verloren, unser Enkelkind war da noch kein Jahr alt. Er durfte es noch kennenlernen aber ganz oft tut es mir weh wenn ich sehe wie es sich entwickelt und mein Mann erlebt das alles nicht mehr. Vielleicht tröstet es dich ein wenig, dass du wenigstens weißt, dass dein Mann ein guter Vater gewesen wäre. Manche Kinder haben Väter die sich nicht kümmern und ich glaube das ist für ein Kind auch sehr schlimm. Du kannst deiner Tochter erzählen, dass ihr Papa sich auf sie gefreut hat und sie geliebt hätte. Das hilft dir jetzt nicht so viel aber leider wusste ich nichts besseres zu schreiben.
      Ich wünsche dir viel Kraft und, dass du ganz langsam, Schritt für Schritt, wieder ein glückliches Leben mit deiner kleinen Tochter führen kannst.
      LG
      allesanders

      Es gibt Menschen, die wir in der Erde begraben; aber andere, die wir besonders zärtlich lieben, sind in unser Herz gebettet. Die Erinnerung an sie mischt sich täglich in unser Tun und Trachten, wir denken an sie, wie wir atmen, sie haben in unserer Seele eine neue Gestalt angenommen, nachdem zarten Gesetz der Seelenwanderung das im Reich der Liebe herrscht.

      Honoré de Balzac


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