60 Tage ohne meinen Mann

      60 Tage ohne meinen Mann

      Hallo zusammen!
      Ich bin ganz neu hier und möchte mich gleich vorweg bei allen bedanken, die meine Zeilen lesen.
      60 Tage ohne meinen Mann sind es heute. Ich bin so verzweifelt, gelähmt und traurig.
      Ich habe meinen Mann im Wohnzimmer auf der Couche gefunden, als ich von der Arbeit nach Hause kam - tot.
      Hatte ihn an diesem Tag mehrmals angerufen, so wie immer, konnte ihn aber nicht erreichen und bin deshalb mit
      ungutem Gefühl früher nach Hause gefahren. Gott sei Dank, dachte ich, er liegt auf der Couch und schläft.
      Bis ich dann näher ran ging. Mein Mann war tot. Mit 47 Jahren Herzstillstand während er ein Nickerchen hielt.
      Ich hatte so einen Schock, und er hält immer noch an. Herzrasen, Schweißausbrüche, Schmerzen etc.
      Ich weiß nicht, wie ich das aushalten soll? Ich vermisse ihn so sehr, dass es weh tut, wir haben uns sehr geliebt.
      Die Gedanken, ihn nie wieder sehen, hören, riechen zu können, sein Lachen zu hören, bringen mich um den Verstand.
      Ich habe eine Tochter, Schwiegersohn und 2 Enkelkinder, die mir wirklich beistehen, aber die haben auch ihr eigenes Leben und ich
      will ihnen nicht zur Last werden.
      Unter der Woche gehe ich arbeiten, kann mich schlecht konzentrieren, aber es ist besser, als zu Hause. Bin zumindest tagsüber etwas abgelenkt.
      Aber die Wochenenden sind furchtbar, so lang und so einsam! Bin immer wieder mal auch bei Freunden, aber das wird mir dann auch zu viel!
      Was macht ihr, um das auszuhalten? Bin für jeden Tip dankbar!
      Liebe Grüße Etti
      Liebe Etti,
      mein aufrichtiges Beileid und tiefe Anteilnhame an Deinem Verlust. Wie schrecklich, so völlig unvorbereitet, ich kann Dich sehr gut verstehen, mir ist das gleiche wie Dir passiert, das ist jetzt 4 Jahre her.
      Was kann man tun? Wie schafft man es? es gibt darauf keine richtige Antwort, hilft allein doch nur die Zeit die vergeht und die den Schmerz nicht nimmt, aber irgendwie verändert so dass man ihn aushalten kann um sein Lebe weiter zu leben. So frisch ist bei Dir noch das Ereignis das Du jetzt einfach nur Tag für Tag schaffen musst. Versuch nicht zuviel an die Zukunft zu denken, und wie alles wohl wird ohne ihn, das hat mir zu Beginn geholfen. Wie gut dass Du die Kinder hast, für sie kann man weiter machen und sie 7nterstützen, denn sie leiden ja auch. Hier im Forum geht es vielen so wie Dir, mir hat der Austausch immer geholfen.
      Ich vermisse meinen Mann noch jeden Tag, auch nach dieser Zeit. Wir hatten eine wunderbare Ehe, er war meine grosse Liebe. Mir gibt die Arbeit und der Alltag halt und er fphrt mich durch die Zeit. Freunde sind wichtig auch wenn viele nie so verstehen werden welche Trauer in einem ist.
      Ich wünsche Dir alles Liebe, viel Kraft und Mut
      Jenny
      Danke Jenny,
      es tut gut zu wissen, dass es auch andere gibt, die durch dieses Tal der Tränen gehen müssen.
      Ich hoffe, dass es irgendwann leichter wird. Es tut so verdammt weh, der Schmerz sitzt auf meiner Brust, in meinem Kopf und ich habe Schmerzen im ganzen Körper. Man ist einfach nicht vorbereitet, so viele Pläne, so viele Gemeinsamkeiten und jetzt nur noch diese Leere. Ich fühle mich wie amputiert.
      Ich kämpfe jeden Tag und sage mir: du musst diesen Tag überstehen. Dann die grausame Nacht, der nächste Morgen und es beginnt wieder von vorne.
      Das alles habt ihr sicher schon viele Male gehört, aber es hilft mir, mich auszudrücken.
      Danke
      liebe Grüße Etti

      60 Tage ohne meinen Mann

      Hallo Etti,

      ich habe es genauso gemacht wie du. Ich war arbeiten und in der „freien“ Zeit - oder eher gesagt in der leeren Zeit - habe ich mir dann bei Freunden und Bekannten Ablenkung gesucht. Aber immer soviel wie ich ertragen konnte. Ich war noch nie ein Mensch, der rund um die Uhr jemanden um sich haben konnte. Außer meinen Mann. Da ging das.

      Zum Glück hatten die Menschen um mich rum sehr viel Verständnis. Sie haben mir alle Freiheiten gegeben.

      Ansonsten bleibt nur ein Tag nach dem nächsten angehen. Gucken wie man den über die Runden bekommt und sich darüber wundern, dass es geht.

      Liebe Grüße

      chulalongkorn


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      Liebe chulalongkorn,

      es ist wie du sagst - rund um die Uhr Menschen um sich haben, das ist mir auch nur mit meinem Mann gelungen. Ich denke, deswegen fehlt er mir auch so!
      Verständnis von meinen Freunden habe ich schon, aber ich merke, dass sie sich zurückziehen - ich muss sie anrufen, sie melden sich kaum!
      Der Umgang mit Tod und Trauer ist für alle sicher schwierig. Aber es trennt sich langsam die Spreu vom Weizen, und das ist gut so!
      Mein Mann war äußerst hilfsbereit, immer zur Stelle, wenn Freunde ihn gebraucht haben, egal welche Uhrzeit. Jetzt ist es so, dass diese Freunde mir mitteilen:
      wenn du Hilfe brauchst, egal was und wann, dann melde dich! Naja, um Hilfe bitten, das war noch nie meine Stärke, aber wenn ich mich überwinde und frage, dann höre ich:
      sicher, mach ich, ich helfe dir gerne! Es vergehen die Tage und auch Wochen, nichts passiert und für nochmaliges Fragen bin ich dann zu stolz (sicher mein Fehler).
      Jetzt versuche ich gerade mein Leben so zu richten, dass ich nicht auf Hilfe angewiesen bin, was nicht einfach ist. Mein Mann hat sich um alles gekümmert (Garten, Rasen, Reparaturen etc.), weil ich einen sehr anspruchsvollen Job habe und oft bis zu 12 Std. im Klinikum bin.
      Du schreibst: wundern, dass es geht! Das unterschreibe ich. Irgendwie schaffe ich es, jeden Tag rumzubringen und ich freue mich, wenn ich mal viele Tage hinter mich gebracht habe und würde mir wünschen, dass schon 2 -3 Jahre vergangen wären.
      So genug geschrieben - wünsche Allen einen erträglichen Tag und danke für die Antwort!
      Liebe Grüße Etti
      Liebe Etti!

      Mein Aufrichtiges Beileid für deinen schmerzlichen, schweren Verlust!
      Wie gut ich dich verstehen kann...auch mein Mann ist plötzlich einfach gestorben...und eigentlich mochte man selber auch nicht weiterleben.
      Was wirklich hilft ist die Zeit...am Anfang mochte ich das nicht hören...aber jetzt nach fast 4 Jahren kann ich verstehen warum immer wieder dieser Ratschlag gegegen wird:
      lass dir Zeit...versuche jetzt jeden Tag zu überstehen...und die schlimmen Nächte...es wird besser mit der Zeit!
      Die Trauer bleibt...aber sie wird etwas leichter..man lernt mit ihr zu leben...man versucht das Schicksal anzunehmen...mal gelingt es ...mal nicht.
      Mir hat dieses Forum sehr geholfen...hier konnte ich meine Gedanken ordenen...ich bin kein Mensch der über seine Trauer reden konnte...aber hier aufschreiben ging mit der Zeit immer besser.
      Vielleicht magst du ein Tagebuch anfangen.....schreib einfach was dir einfällt...mit der Zeit erleichtert es....hilft es den inneren Schmerz etwas abzudämpfen.

      Ich wünsche dir ganz viel Kraft und Hoffnung...und lieben Menschen die dir so zur Seite stehen wie du es benötigst.

      Alles Liebe
      Sorina
      Alles verändert sich, mit dem der neben einem ist oder neben einem fehlt.
      In meiner Trauer wohnt die Liebe
      Liebe Etti, auch von mir mein aufrichtiges Beileid zu deinem schweren Verlust. Bei meinem schweren Verlust war es genau wie bei dir. Wir alle gehen sehr unterschiedlich mit unserer Trauer um weil wir alle verschieden sind. Ich war nicht imstande arbeiten zu gehen, habe mich verkrochen und wollte niemanden sehen. Aber ich bin ein paar Wochen später in eine Trauergruppe, mit einigen aus dieser Gruppe habe ich immer noch guten Kontakt und es gibt verschiedene gemeinsame Aktivitäten. Hier fühle ich mich verstanden und ich muss mich nicht verstellen wenn es mir gerade ganz besonders scheiße geht, aber ich brauche immer noch ganz viel Zeit und Raum nur für mich. Ich wünsche dir alles Liebe auf deinem schweren Weg. Beate
      Hallo Etti!
      Erst einmal eine dicke Umarmung von mir.
      Ich habe deinen Beitrag erst heute gelesen.
      Ich kann ganz doll verstehen wie du dich fühlst, weil ich das gleiche Schicksal durchmache.
      Auch ich habe meinen Mann tot im Bett gefunden. Er War Rentner und ging immer noch arbeiten,weil ihm seine Arbeit Spaß machte,wie ein Hobby. Abends haben wir uns noch unterhalten. Habe nächsten früh kaffee gekocht, War Brötchen holen. Dann dachte ich, er steht gar nicht auf. Wollte ihn wecken, er rührte sich nicht.
      Er War tot.Ist einfach gegangen ohne sich zu verabschieden.
      Das ist jetzt 10 Monate her. Es tut immer noch weh, aber der Schmerz ist ein Anderer geworden.
      Am Anfang, dachte ich immer er kommt wieder, jetzt realisiere ich, dass er nicht wieder kommt.
      Ich habe einen behinderten Sohn, der mich braucht. Keine Enkel, die ich mir manchmal gewünscht hätte.
      Ich bin Rentnerin, also gehe nicht mehr arbeiten, wo ich Ablenkung gehabt hätte. Aber irgendwie ging es weiter. Heute nach 10 Monaten. Es tut immer noch weh. Ich versuche meinem Leben neuen Sinn zu geben. Mache viel Sport,gehe zur Wassergymnastik, mache Rückensport in einer Gruppe. Habe meinen Garten.
      Etti du hast deine Kinder, und sage nicht sie haben ihr eigenes Leben. Sie trauern auch und brauchen Dich genauso. Lasse das zu.
      Liebe Grüße Ele
      Liebe Etti, auch von mir herzliches Beileid! Insbesondere das mit den langen und einsamen Wochenenden kann ich nachvollziehen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die Gefühle von Verzweiflung irgendwann einmal nachlassen werden. Auch, wenn man sich Ablenkung sucht, bleibt immer noch genug Zeit Zuhause allein. Und überall stehen noch die Sachen von dem geliebten Menschen herum: so ist es jedenfalls bei mir. Wann räumt man die Sachen weg? Ich weiß es nicht! Ich finde es auch merkwürdig, dass es kaum Selbsthilfegruppen für Trauernde gibt! Bist du in einer?
      ich grüße dich, Madita
    Liebeskummer Sorgen Forum