meinen Bruder

      meinen Bruder

      Es war Freitag der 25.10.2019 als ich ihn in seinem Bett fand.

      Er wurde gerade einmal 37 Jahre und musste allein an einem Herzinfarkt sterben. viel zu früh.

      An diesem Freitag wollten mein Mann meine Schwester meine kinder und ich ins Schwimmbad...es war Halloween schwimmen.
      Um 18 Uhr wollten wir uns bei mir treffen und als sie gerade die Tür rein kam bekam sie einen Anruf das unser Bruder nicht zur arbeit erschienen ist was total untypisch für ihn war.

      Wir gingen zu ihm rüber(er wohnte nur 5 Häuser neben mir) wir schellten und klopften und riefen ihn auf seinem Handy an...immer und immer wieder.Nichts...einfach nur stille.

      Meine Schwester rief unsere Eltern an für den zweit schlüssel und ich rief seine Ex an ob sie an dem tag was von ihm gehört habe...hatte sie nicht...aber es ging ihm am Abend zuvor nicht gut sagte sie....

      Eine gefühlte Ewigkeit Später kam endlich mein Vater Ich machte noch Witze "der pennt bestimmt nur tief und fest" bla bla bla....

      Im Wohnzimmer war er nicht...in der Küche war er nicht...dann kam das Schlafzimmer...und er lag im Bett...und er sah so kalt aus...auch wenn ich nur seinen arm und einen teil seines gesichts gesehn habe.

      ich wählte noch den notruf...wusste aber innerlich das es zu spät ist.


      und ehrlich gesagt....ich habe keine ahnung wie ich damit umgehen soll....meine schwester und ich mussten uns die letzten wochen um so vieles kümmern...trauerfeier beerdigung Grabgestalltung und jetzt gerade die wohnungs auflösung....und in mir fühlt sich alles so "egal" an und ich finde das falsch... ;(
      Liebe Marela, ein leises aber wie immer liebes Willkommen hier in unserer Runde.
      Zu früh, ja viel zu früh, so traurig, wenn ein so junger Mensch mitten aus dem Leben gerissen wird.
      Wie soll man das verstehen, damit umgehen, die Patentantwort darauf gibt es gar nicht mal.

      So kann es auch normal sein, das sich in einem alles egal anfühlt, dass man nicht mehr weiß wofür.
      Es kann ja jederzeit für jeden vorbei sein, man geht gar nicht davon aus, das ein jugner Mensch sterben muss, nicht durch einen Herzinfakt - und wenn dann trifft es andere, wobei man sich dann dann nicht erklähren muss.
      Bei anderen ist alles so weit weg, da ist man mit ganz anderen Gefühlen dabei.

      Nun ist das alles relativ frisch, muss da wohl noch eine ganze Menge bei dir ankommen, dass es begreifbarer werden kann.
      Ich wünsche dir die Zeit die du brauchst, annehmen , begreifen dürfen, Menschen an deiner Seite die einfach da sind.

      Mit einer lieben Umärmelung,
      Funny.
      Ich bin anders als vermutet, selten wie erwartet und erst recht nicht wie es andere gerne hätten.


      Licht und Liebe, sind stärker als Tod und Schatten



      Liebe Marela,

      ich hab zwar bisher nur im Forum mitgelesen, aber ich hab in deinem Beitrag so viele Parallelen gefunden, dass ich dir gern schreiben möchte.
      Nur wenige Tage vorher, am 21.10.2019, ist bei uns fast das gleiche passiert. Wir fanden meinen Bruder mit nur 43 Jahren tot in seinem Bett - plötzlicher Herzstillstand im Schlaf. Nichts hat darauf hingedeutet, dass so etwas passieren könnte, er war am Vorabend noch bei Freunden und war lustig und gesund wie immer.

      Auch wir wählten den Notruf, aber ich empfand es gleich wie du - es war klar, dass es schon zu spät ist, er war ebenfalls schon kalt und die Augen waren leicht geöffnet mit einem starren Blick (das einzige was mich etwas beruhigt ist, dass die Körperhaltung sehr entspannt aussah, also dürfte er wirklich im Schlaf gestorben sein und nichts mitbekommen haben).

      Ich bin seit diesem Tag wie gelähmt. Ich wusst bis dahin nicht, was Trauer mit einem anrichten kann - körperlich wie auch seelisch. Ich war vorher ein lebenslustiger Mensch, habe einige sehr gute Freunde, quassel gerne und viel... und jetzt? Jetzt hab ich mich vor allen Freunden zurückgezogen, hab das Gefühl, dass mich keiner in meinem Schmerz versteht...mein Bruder war zugleich auch einer meiner besten Freunde, und auch immer ein wenig mein "Lebensberater", mein Anker und mein Felsen. Er fehlt mir jede einzelne Sekunde und nach wie vor kann ich das alles nicht recht realisieren... ich denke jeden Tag beim Aufwachen, dass das alles nicht wahr sein darf.

      Wie geht es dir jetzt damit? Wie war euer Verhältnis? Kommst du mit den Bildern klar, als du ihn gefunden hast?

      liebe Grüße
      Hallo 1000pieces.

      Wie es mir geht? Jetzt gerade nicht besonders gut... Ich hatte grad einen kleinen Streit mit meinem Mann über belangloses Zeug.... Und eigentlich wäre ich nun rüber zu meinem Bruder geganngen.. Quatschen zocken ablenken.... Ich war spazieren und stand am Schluss doch vor seinem Haus... Aber ich wusste es würde mir niemand öffnen. Wie gerne hätte ich seinen Schlüssel da gehabt und in meine Höhle der Ruhe und Geborgenheit entflohen.

      Unser Verhältnis war immer super. Er war immer der grosse Beschützer der Mensch auf den man sich immer verlassen konnte wenn die ganze welt gegen einen steht
      Natürlich hätten wir auch schlechte Tage.... Geschwister halt aber auch Dann hätte ich nur anrufen müssen und er wäre da gewesen.
      Ich hatte immer schon das bessere Verhältnis zu ihm wie er und meine Schwester.

      Die Bilder wie ich ihn gefunden hab sind okay... Er hat geschlafen.... Womit ich nicht klar komm sind die Bilder bei der Trauerfeier... Wir hatten einen offenen Sarg und seine Hände.... Seine Finger waren so unnatürlich... Am liebsten wäre ich einfach nur davon gelaufen.... Weit weg aber was hätte es mir gebracht ausser später evtl Vorwürfe wieso ich nicht da war.


      Zu alle dem kommt dann auch noch die Sorge um meine Schwester auch sie hatte vor 2 Jahre im Alter von 32 gleich 3 Herzinfarkte.... Und gut geht es ihr auch nicht.



      Es tut mir so leid das du ebenfalls so einen schrecklichen Verlust erlitten hast.
      Liebe Marela,

      Genau so ergeht es mir auch. Wie du, hab ich auch nur ein paar Häuser von meinem Bruder entfernt gewohnt und hab immer gewusst, mich erwartet dort ein offenes Ohr und ein guter Rat. Mein Bruder hatte eine kleine Wohnung im Haus meines Vaters, somit bin ich jetzt beinahe Täglich mit den leeren Zimmern im Haus konfrontiert... vielleicht ist es sogar besser, dass du nicht jederzeit in sein Haus kannst - es tut unheimlich weh. Vor allem schmerzt es so, da er ja alles in seiner Wohnung so hinterlassen hat, als wenn er in wenigen Augenblilcken wieder kommt. Auch wenn man erwachsen ist, man bleibt glaub ich irgendwie trotzdem immer die "kleine Schwester", und das war ein unheimlich schönes Gefühl.

      Bei mir kommt ebenfalls die Sorge um meinen älteren Bruder (47 Jahre) dazu, der schon seit seiner Jugend an depressiven Phasen leidet und der ebenfalls immer bei meinem verstorbenen Bruder Hilfe und Rat gefunden hat. Jetzt weiß ich natürlich nicht, wie er mit dem Verlust umgehen wird, das macht mir zusätzliches Kopfzerbrechen - obwohl ich ja kaum mit meinen eigenen Gefühlen klar komm.

      Nachdem ich merke, dass ich seit 21.10. aus meinem dunklen Loch nicht heraus finde, hab ich gestern einen Termin bei einem Psychologen vereinbart. Mal sehen, ob es mit etwas hilft?

      Ich hoffe sehr für dich, dass deine Schwester gesundheitlich wieder auf die Beine kommt - aber sie ist ja nach den Herzinfarkten bestimmt laufend unter Beobachtung, oder?

      Darf ich dich fragen, ob bei euch auch die Polizei, Kriminalpolizei und Spurensicherung gekommen sind? Das ist ja bei einem überraschenden Tod in diesem Alter scheinbar ein gängiges Vorgehen (da ja Mord, Selbstmord, Drogenmissbrauch ausgeschlossen werden mussten). Ich war so entsetzt von der Vorgehensweise von diesem "Team", dass ich es gar nicht beschreiben kann. Ich erwarte mir ja kein Mitleid von den Beamten, die sollen natürlich einfach ihren Job machen. Wir durften aber 4 Stunden lang das Zimmer nicht betreten, in dem mein toter Bruder lag und niemand gab uns irgend eine Auskunft, was da gerade passiert/gemacht/gesucht wird. Ich hätte mir nur zwischendurch ein paar Infos von den Herren erwartet, es war so ein schlimmes Gefühl während dessen.

      Grüße von einsamer Schwester zu einsamer Schwester...
      Hey

      Also bei uns war auch die kriminal Polizei und die Beamten aus unserer stadt.
      Aber ich muss sagen das sie bei uns doch sehr nett und zuvorkommend waren.
      Naja gut ich musste mir seine letzte sprach Nachricht anhören da sie wissen wollten wer als letztes kontakt zu ihm hatte und das war seine ex die ich auch verständigt hatte da sie immer in sehr gutem kontakt mit ihm war.

      Bei uns hat das ganze zwei Stunden gedauert... Bis der Bestatter kam wir durften in die Wohnung und so aber ins Schlafzimmer weiss ich nicht ich war die ganze Zeit draussen bei meiner Schwester und nicht oben das hätte ich nicht ausgehalten.
      Als sie weg waren durften wir aber wieder rein gehen.

      Mir wurde auch auf Nachfrage gesagt das sie von herzstillstand ausgehen aber das sie das nicht genau sagen können.


      Naja für mich kam das schlimmste erst am nächsten Morgen.... Meine Kinder haben mich gefragt warum wir nicht schwimmen waren wie geplant.... Wieso ich so spät erst zu hause war.... Der älteste mit gerade mal 9 Jahren sagte zu mir "wieso er und nicht uroma.... Die ist doch viel älter" und die beiden hatten ein so tolles Verhältnis... Er war immer so oft drüben.

      Und mit der ganzen scheisse nicht genug kam für mich der zweite "horror" am Abend danach....



      Im Moment hab ich auch wieder eine Phase in der ich nachts nicht schlafen kann.... Was ich aber sehr wohl die ersten Wochen danach konnte und alle anderen nicht und ich kam mir so schlecht vor... Jeder sagte mir "ich kann nix essen nich schlafen bin nur am weinen" und ich....mir gings "gut" ich konnte schlafen konnte essen hab nicht viel geweint und dann hab ich mich einfach nur gefragt "was zur Hölle stimmt mit dir nicht"
      Ich weiss nicht ob das die Kinder sind - vor allem der zwerg- die mir Kraft geben oder die Tatsache das ich ihn gefunden hab und es gesehn hab das er nicht mehr da ist.
      Hi!

      Ich hab in den letzten Wochen auch gemerkt, dass jeder einzelne in der Familie vollkommen verschieden trauert. Nur weil du Appetit hattest und schlafen konntest, heißt das ja noch lange nicht, dass "etwas verkehrt" läuft. Sei froh - denn ich habe 1 Monat lang kaum gegessen und geschlafen, das zehrt schon ziemlich - auch körperlich. Ganz bestimmt geben dir die Kinder erstens die Kraft zu funktionieren und zweitens MUSST du ja auch für sie da sein. Und nachdem du ja tagsüber mit den Kindern/für die Kinder funktionierst, ist es nicht verwunderlich, dass du jetzt öfter mal eine schlaflose Nacht hast... da wird dann einiges verarbeitet, und das ist sicher OK so.

      Ich kämpfe schon mit den Bildern, als wir ihn gefunden haben. Nicht mit den Bildern, wie er ausgesehen hat, das war nicht schlimm...eher dieser Schockmoment, der mir den Boden unter den Füßen weggezogen hat... diese Sekundenbruchteile, die mein Leben veränderten. Das kreist schon sehr oft in meinem Kopf...
      Heute hab ich meinen ersten Termin bei einem Therapeuten... mal sehen, ob das etwas für mich ist?

      Welcher Horror kam dann für dich noch am Abend danach dazu?

      glg
      Ich hoffe sehr für dich das es dir hilft=)

      Naja es war so das ich nicht ohne Licht schlafen wollte und zum Teil immer noch nicht kann.
      Mein Mann und ich sind an dem Abends danach gegen 23 Uhr ins Bett geganngen nach dem er mich überredet hatte.
      Da ich nicht schlafen wollte und konnte hab ich zum fester geschaut und hab gesehn das uns jemand durch das fester beobachtet(unser Schlafzimmer ist unten bei der Einfahrt).
      Mein erster Gedanke war "Haha sehr witzig Roman Halloween und du kommst wieder und jagst mir ne scheiss angst ein"
      Ich habe tatsächlich gedacht mein Bruder würde da stehen es war aber irgendein perverses arsch.
      Mein Mann hat ihn Gott sei Dank auch gesehn sonst hätte ich mich selbst für total bekloppt gehalten.
      Er war noch draussen gucken und zum Auto und ich stand drin in der Garage mit Pfeffer spray total angespannt.
      Nachdem mein Mann alles nachgeschaut und abgeschlossen hatte sahs ich mit nem Nervenzusammenbruch aufm Sofa.
      Einfach weil Halloween war... Das war die lieblings Zeit im Jahr von meinem Bruder und er hat es immer gemacht mich so zu erschrecken sei es das er abends mitm Rad im sommer unterwegs war und eben am Rollo geklopft oder gekratzt hat oder sich mittags einfach vors Fenster stellen und drauf warten das ich ihn seh.

      Seit dem sind bei uns sämtliche Türen die wir im Winter nicht brauchen doppelt und dreifach zu geschraubt und die Einfahrt nun komplett ausgeleuchtet.

      Aber immer noch hab ich an nem Montag Abend einfach scheiss Panik das sowas noch mal vorkommt da ich da immer allein zu Hause bin.
      Mein Mann ist zwar keine 5 min von zu Hause weg aber es ist doch etwas anderes.
      Liebe Marela!

      Oh Gott, das kann ich mir wirklich vorstellen, dass es dir bei dem Erlebnis einen Schock bis auf die Knochen eingejagt hat!! Gut, dass dein Mann dabei war - so habt ihr es erstens beide gesehen (am Verstand zweifeln und so... das kenn ich momentan nur allzu gut) und auch dass er gleich rausgegangen ist zum Nachsehen - alles wieder in Sicherheit!

      Magst du mir erzählen, wie sich die Trauer bzw. deine Empfindungen mit der Zeit verändert haben? Ich frag das, weil wir ja vom Zeitraum her fast ganz gleich liegen... Bei mir ist es - trotz der bereits vergangenen 3 Monate - noch immer wahnsinnig präsent. Immer wieder überkommen mich die Tränen, wenn mir diese grausame Endgültigkeit bewusst wird. Nie mehr!!?? Das kann und darf nicht sein... Die Trauer verändert sich zwar, aber ich finde nicht dass es leichter wird... nur "anders".

      lieben Gruß und eine hoffentlich gute Nacht!
      Hmm verändert hat sich für mich immer noch nicht wirklich was.
      ich hoffe noch immer das er Morgen von nem Festival oder so wieder kommt.
      die letzten Jahre war er immer mal wieder weg und lebte sein leben,weil er es jetzt endlich konnte.
      er hatte endlich einen guten Job sein erstes selbst gekauftes auto bzw was bald ab bezahlt gewesen wäre.
      für mich ist es schwer zu verstehen das er nie wieder Freude an diesen dingen haben wird.

      natürlich überkommt es mich immer wieder mal....gerade wenn Musik läuft. wir hatten den selben Musik Geschmack, er hat mich sehr geprägt und wir waren uns in allem so ähnlich.

      es kommt immer mal wieder vor das ich einfach ohne Worte den raum verlasse und mich zurück ziehe.

      besonders schlimm wird es wenn wir am Wochenende mal mit Leuten zusammen sitzen und auch mal was getrunken wird,irgendwann kommt dann der punkt wo ich einfach nur noch weine.



      aber immerhin habe ich nun in den letzten Monaten gemerkt auf wen man wirklich zählen kann und wer für einen bedingungslos da ist wenn man ihn brauch.

      so konnte ich mich von menschen lösen die es einfach nicht wert waren, auch wenn man 11 Jahre befreundet war.


      die letzte Woche war auch wieder sehr schwer wir hätten ihn so sehr gebraucht in den letzten tagen.
      Genau so fühlt es sich an. Als wenn es ein "vorübergehender" Zustand wäre, als wenn er auf einer langen Reise wäre, aber natürlich wieder zurück kommt. Das passt in meinen Kopf einfach nicht rein, dieses endgültige. Dass es wirklich NIE WIEDER sein wird, dass ich mit ihm lache, erzähle, diskutiere und philosophiere.
      Das mit der Musik kann ich gut nachvollziehen, auch mein Bruder hat mich geprägt - sei es beim Musikgeschmack oder bei anderen Dingen des Lebens. Musik macht mich sehr melancholisch und traurig, auch Bilder von ihm kann ich nur unter Tränen anschauen. Irgendwie hab ich es heute sogar geschafft, eine Collage mit besonders tollen Fotos von ihm zu erstellen, ich lass mir das auf eine Aluplatte drucken zum Aufhängen.

      Mein Psychotherapeut hat mir den Tipp gegeben, alles was mich belastet, den Schockmoment, die Bilder (du hast gemeint, dich belasten zB. mehr die Bilder von der Trauerfeier, bei mir kreisen eher die Bilder vom Auffinden ständig in meinem Kopf), die Angst, meine Gefühle usw. in einer Geschichte für mich selbst aufzuschreiben. In Buchform, so als wenn man es veröffentlichen wollte. Zuerst war ich skeptisch und kam mir ein wenig komisch dabei vor - aber jetzt muss ich sagen, es hat mir sehr gut getan. Ich hab mich bald schon richtig aufs Weiterschreiben gefreut und hab während dessen gemerkt, wie gut es tut, sich etwas "von der Seele zu schreiben". Das ist wahrscheinlich nicht für jeden das richtige, aber vielleicht hilft es ja auch dir ein wenig, wenn du wieder einmal eine schlaflose Nacht haben solltest?

      Irgendwie muss es ja doch weitergehen, ohne unsere Brüder. :( Ich hab zwar noch keine Ahnung wie, aber was bleibt uns schon übrig?
      Im Moment kann ich mir nicht vorstellen, dass ich wieder einmal unbeschwerte und glückliche Tage erleben werde. Es ist immer dieser traurige Schatten über mir, ich weiß nicht, ob ich diese schlimmen Ereignisse jemals vergessen kann. Und andererseits hoffe ich auch, dass ich niemals meinen Bruder vergesse. Seine Stimme, seine Bewegungen, seine Ausstrahlung... Vielleicht stimmt es ja, wenn man sagt, irgendwann geht die Traurigkeit in Dankbarkeit über. Dankbar, dass ich so einen tollen Bruder haben durfte und dass er mir so viel auf meinen Weg mitgegeben hat.

      Schöne Grüße!
      Das freut mich das es dir hilft wenn du alles aufschreibst.

      Ja das mit den Fotos kenn ich.
      Ich hab sie alle aufm Laptop gesammelt.
      Mir von seinen Handys runtergezogen und alles gespeichert was es von ihm gab.

      Ich selber hatte nicht wirklich Fotos von ihm aufm Handy. Wer rechnet denn auch schon damit das man nie wieder welche machen wird.

      Meine Schwester und ich hatten uns aber schon vor Weinachten zusammen gesetzt und alte fotoalben ausgekramt und neue Fotos zusammen gesucht.
      Wir haben für unsere Eltern ein kleines Foto buch zusammen gestellt von seinen glücklichen Tagen und von seiner Kindheit.


      Ich muss sagen heute ist ein sehr schwerer Tag.
      Heute hat er Geburtstag und eigentlich hätte ich mir irgendeine Gemeinheit einfallen lassen ihm zu schenken.
      Er hat es gehasst älter zu werden. Wie er sagte er ist immer noch 25.

      Ich weiss nich wie der Tag heute werden wird.
      Wir werden wahrscheinlich essen gehen und dann wenn wir nicht wegfliegen zum Friedhof.
      Solche Tage sind immer traurige Tage, manche haben regelrecht Angst, andere machen nichts, nur nicht daran denken.

      Ich freue mich wenn ihr Essen geht, zusammen sein finde ich immer schöner als jeder für sich selbst nur weil man sich vielleicht auch nicht zumuten möchte, der Trauer anderer aus dem Weg zu gehen.
      Die Traurigkeit in einem , die fühlt man nur selbst und nein man sollte sie nicht verstecken müssen.

      VIeleicht ergibt sich ein Lächeln miteinander, es gibt immer so viele schöne Erinnerungen die gerade in solchen Momenten ihren Weg hoch finden, mit einem Tränchen lächeln lassen.
      Ich wünsche dir und den Deinen einen schönen Tag, egal mit wie viel Traurigkeit drum herum - zusammen aber.

      <mit einer lieben Umärmelung,
      Funny.
      Ich bin anders als vermutet, selten wie erwartet und erst recht nicht wie es andere gerne hätten.


      Licht und Liebe, sind stärker als Tod und Schatten



      Neu

      Liebe Funny

      Ich muss sagen das es echt schön war gemeinsam mit meinen Eltern meiner Schwester und meinen kindern zusammen zusein.

      Es wurde viel gelacht und sich viel an ihn erinnert.

      Schon allein das er niemals in ein solches Restaurant geganngen wäre.
      Er hätte pizza bestellen vorgezogen.

      Später waren wir gemeinsam noch zum Friedhof Außer die Kinder die wollten nicht und das ist okay.

      Dennoch war es schwer nicht zu ihm zu gehen und mit ihm zu reden und zu lachen oder sich über ihn aufzuregen.

      Gerne erinnere ich mich an seinem Geburtstag vor 7 Jahren zurück.
      Damals haben wir uns den zweit Schlüssel geschnappt und seine ganze wohnug mit Konfetti dekoriert... Das haben wir nun sogar noch unterm Schrank wieder gefunden.

      Neu

      Das freut mich gnaz besonders zu lesen liebe Marela.
      Schön mal wieder bestätigt zu bekommen, dass schwer und traurig nicht gleichzeitig alles Schöne und Lächeln ausschließt.
      So schwer das alles ist, so unpassend es manches mal scheint - es gehört dennoch zusammen
      Ich bin anders als vermutet, selten wie erwartet und erst recht nicht wie es andere gerne hätten.


      Licht und Liebe, sind stärker als Tod und Schatten



      Neu

      Ganz ehrlich.... Ich will auch nicht als Trauer Klos in der ecke sitzen..... Das will und kann ich einfach nicht....schon allein der Kinder wegen
      Denen geht es schon schlecht genug da muss es der mama nicht auch noch schlecht gehn.
      Davon mal abgesehen mein Bruder hätte nie gewollt das einer von uns traurig ist. So war er nicht.

      Er war die Art von Mensch die wirklich nie erwachsen wurde. Aber gerade das vermisse ich doch so sehr

      Neu

      So ähnlich war mein Sohn auch, so schwer das alles auch war aber er war selten traurig er war ein sein Leben genießen wo immer es ging.
      Es musste nie was aufregendes sein und wenn dann hat er es doppelt genosse.
      So habe ich das an alle weiter gegeben die nie verstanden haben, dass ich einfach immer weiter gemacht habe, nicht liegen gegangen und geblieben bin.
      Das hätte mein Sohn nicht verstanden und vor allem nicht gewollt - ich habe meiner Tochter später gesagt als älter war und verstehen konnte - welche Schuld ich ihm damit zugeschoben hätte wenn ich wegen ihm kein eigenes Leben mehr hätte haben können.
      Das er erwartet hätte traurig zu sein und dann tapfer weiter laufen, dass Leben ist schön, wenn auch etwas trauriger und erst mal wahnsinnig anstrengend.

      Auch ich bin ein Mensch der nie wirklich erwachsen wird, manchmal fühle ich mich alt aber so wirklich erwachsen - nein das bekomme ich nicht wirklich hin, mein Sohn war immer stolz auf mich, ich bin stolz solch einen Sohn gehabt zu haben, wenn auch viel zu kurz.

      Weiter so liebe Marela, solange es möglich ist, immer dem Gefühl nach, ich finde es toll wenn du das weiterhin hinbekommst.
      UNd das heißt bestimmt nicht, das du nicht traurig sein darfst, manchmal sehr traurig und nichts mehr geht, zu völlig verzweifelsn solltest zwischendrin,
      Dann wieder an deine Worte hier erinnern - Tränen weg wischen und weiter.

      Mit einer lieben Umärmelung,
      Funny.
      Ich bin anders als vermutet, selten wie erwartet und erst recht nicht wie es andere gerne hätten.


      Licht und Liebe, sind stärker als Tod und Schatten



      Neu

      Der Verlust deines Sohnes tut mir von Herzen leid.
      Sowas sollte keine Mama erleben. Fühl dich gedrückt von mir.




      Ich muss sagen gerade ist wieder so ein Moment wo ich am liebsten alles hinschmeissen würde.

      Wir haben gerade die letzten Sachen von mir aus seiner Wohnung geholt.

      Unter anderem auch ein schminktisch den ich vor etwa 5 Jahren gekauft hatte aber in der alten Wohnung klein Platz dafür war.

      Ich hab immer zu Ihm gesagt ja ich hol den die Tage raus und er sagte immer beim Nächsten sperrmüll sei der weg.
      In echt hat er sein klein Kram da rein gestopft.


      Naja und gerade stand ich da in der komplett leeren Wohnung wo wir so viele Stunden und abende und manchmal auch Nächte mit Freunden und guter Laune verbracht haben und nun ist das nichts mehr.... Nur noch eine kalte leere Wohnung in die ich jetzt nie wieder gehen kann.
      Nie wieder werde ich dieses Treppenhaus hoch gehen über das ich immer geflucht habe.
      Nie wieder werde ich seine schnelle so oft drücken das sie fast anfängt zu qualmen.

      Es wurde einfach gerade viel zu viel.
      Mein Mann war bei mir er bemüht sich sehr mich zu trösten dabei hat er keine halbe Stunde zuvor einen Anruf bekommen das es seinem Onkel wieder schlechter geht(letztes Jahr wurde Krebs festgestellt der nicht mehr zu behandeln ist) die beiden standen sich Auch immer sehr nahe.

      Nun werd ich wohl alle Kräfte für ihn zusammen kratzen müssen um für ihn dazu sein.
      Mein Mann und mein Bruder standen sich sehr nahe... Sie waren auch fast wie Brüder und nun die Nachricht von seinem Onkel.


      Ich weiss grad einfach nicht wohin mit mir und den ganzen Gefühlen.

      Trauer. Leid.Liebe. Glück. Ab und an sogar Fröhlichkeit.
    Liebeskummer Sorgen Forum