Freundin (30) verloren - Umgang mit Trauerschüben

      Freundin (30) verloren - Umgang mit Trauerschüben

      Hallo an alle,

      ich habe erst heute dieses Forum entdeckt. Ich erlebe gerade einen heftigen Trauerschub und weiß einmal wieder nicht, wie ich damit aktiv umgehen kann.

      Zu mir: Ich habe im März des vergangenen Jahres meine Freundin bei einem Autounfall verloren. Sie war noch keine 30 Jahre alt, als sie auf der Landstraße aus unerklärlichen Gründen in ein anderes Auto gerast ist. Ich war Beifahrer.
      Die ersten Monate waren grausam. Ein Gefühl, dass ich noch nicht gekannt habe. Bisher habe ich in meiner Familie oder meinem Bekanntenkreis noch nie jemanden verloren. Meine Freundin und ich waren drei Jahre zusammen, wollten in absehbarer Zeit heiraten, waren glücklich und haben zusammengewohnt. Wir beide waren genau an einem Scheidepunkt des Lebens, als der Unfall geschah.
      Die ersten drei Monate für mich waren voller Schmerz, Leid, Tränen. Ich habe geweint, wurde operiert, durfte mein Bein nicht bewegen. Ich habe mit Freunden geredet, habe alle Bücher zum Thema Trauer gelesen. Ich habe Filme und Bilder von meiner Freundin angeschaut. Und: Ich habe versucht wieder zu daten. Mich der Welt wieder zu öffnen. Etwas aktiv tun.

      Ich hatte bisher wenige Trauerschübe. Nachdem ich von mehreren Psychiatern abgewiesen wurde (ich habe kein Trauma und Trauern ist nicht pathologisch) habe ich Halt in einer Trauergruppe gefunden, zumindest einmal im Monat. Nach einigen Monaten konnte ich wieder ohne Krücken laufen. Schwer, doch es ging. Und ich fand Halt in einer neuen Beziehung. Sie, auch fast 30, mit kleinem Sohn. Das war eine große Umstellung, aber auch unglaublich schön. Das Gefühl allein zu sein wurde weniger. Ich konnte noch immer über meine Freundin trauern und meine neue Beziehung hat es zugelassen. Ich habe erlebt, dass man eine alte Liebe nicht aufgeben muss um eine neue Liebe zuzulassen. Manchmal fand ich mich stärler als je zuvor, da ich wusste, dass ich meine Freundin mit mir im Herzen trage.

      Heute morgen, nach einigen Monaten Beziehung, hat meine Beziehung diese beendet. Wir sind im Guten auseinandergegangen und ich weiß, dass es vermutlich vernünftig ist. Sie hat sich in den letzten Wochen und Monaten mehr und mehr verschlossen. Wo man gewöhnlich gemeinsam Pläne macht, war ihr die Eigenständigkeit wichtig. So hat sie die Trennung auch begründet. Zusätzlich befinde ich mich seit sechs Tagen in einem großen Trauerschub, so dass ich jetzt gerade mich wieder so allein und einsam fühle, wie die ersten Wochen nach dem Krankenhausaufenthalt, als ich allein in der gemeinsamen Wohnung saß. Ich fühle diesen Druck im Magen, die Appetitlosigkeit, den Wunsch innerlich zu schreien bei gleichzeitiger totaler Lethargie. Den Schmerz im ganzen Körper. Es ist schade um die neue Beziehung, doch leitet sich der Schmerz, der durch die Trennung hervorgerunfen wird um auf den Verlust letztes Jahr.

      Ich weiß nicht was ich tun kann und ich hoffe, dass ihr vielleicht Taktiken oder Methoden zur Selbsthilfe entwickelt habt, die euch helfen und die ihr mit mir teilen könntet. Derzeit bin ich noch überfordert damit überhaupt zu erkennen ab wann sich ein Trauerschub anbahnt. Zusätzlich muss ich mich beruflich gerade mit dem Thema Tod auseinandersetzen, was das stechende Gefühl im Magen nur noch schlimmer macht.

      Es muss doch mehr geben können als abzuwarten, als einen Tag nach dem anderen zu durchleben in der Hoffnung, bald ins Bett gehen zu dürfen. Ich will meine Lebenslust nicht verlieren, doch ich halte diesen Schmerz nicht mehr aus. Was kommt da noch auf mich zu? Warum spüre ich die Anwesenheit meiner Freundin nicht mehr, wie ich es noch ein paar Monate nach dem Tod getan hatte? Wann hört die existentielle Einsamkeit auf? Und: Was tut ihr in solchen Momenten, in denen ihr voller Schmerz auf dem Sofa festgenagelt zu sein scheint?

      Vielen Dank schonmal für eure Antworten!
      Gar nicht so einfach, eine Antwort zu geben.
      Ich weiß auch nicht, ob ich eine habe, ich weiß nur, es bruacht einfach Zeit, seine Zeit, deine Zeit, zulassen, annehmen.
      In der Trauer in eine neue Beziehung, LIebe, nicht ungewöhnlich aber es kann eine Trauerunterbrechung hervorrufen denke ich mir.

      Eine neue LIebe, neue Gefühle, eine Frau mit Kind, auch etwas neues, eine Herrausforderung, all das lenkt ab, kann Lücken füllen wie ich vorstelle.
      Und doch die Trauer ist nicht weg, sie ist nicht verarbeitet, sie ruht vielelicht einerseits, und arbeitet im HIntergrund munter weiter.

      Nicht einfach für einen selsbt, um so schwieriger auch für einen neuen Partner, der auch nebenher Verantwortung für ein KInd hat.
      Das sollte aber die Frau selsbt am besten beantworten können, ich denke es ist schwierig, egal wie groß die LIebe sein mag, es sit nicht leicht frei zu lieben wenn der Partner noch in Trauer steckt.
      Es ist nicht einfach für die Frau denke ich, egal wie sehr sie versteht, und helfen will, vielfach kann sie gar nicht, ist nicht bewandert darin ein trauernden zu lieben, es ist keine freie Liebe mag ich sagen, sie ist schon belastet und keiern wird genau wissen wie sehr.

      Wieder eine Lücke, wieder ein Loch - gleichzeitig zurück zur Trauer wo man sie hat stehen lassen, sie nebenher laufen lassen hat soweit es ging.
      Liest sich merkwürdig denke ich mir, aber ich dneke es ist kaum auseinander zu halten, was wo zu gehört.

      Am ENde ist das auch nicht wichtig, man muss ja da durch, wenn keine weitere Hilfe da ist eben allein.
      Und ja das bedeutet auch wieder Schritt für Schritt, von einem Tag zum nächsten.

      Viele schlaue Bücher gelesen, wie sollte ich da eine bessere Antwort haben - habe ich bestimmt auch nicht, ich habe nur wie immer den Gedanken - Annehmen.
      Annehmen, und leben, rein ins Leben, ohne schlechtes Gewissen wem auch immer gegenüber.
      Du lebst, die Seele arbeitet noch aber auch sie will leben, frei leben, wieder lieben wenn/wann es sich neu ergibt.

      Du musst schauen, ins LEben zurück und der Trauer Raum bieten - Rituale finden.
      Manchmal muss man einem Trauerndem sagen - du darfst, sie verbeiten sich gern selbst, was dem verstorbenem auch nicht mehr gegönnt ist, wie kann man lachen, wenn doch der Partner.

      Du hast ja erlebt, es geht, wenn es auch nicht Prolemfrei ist.
      Vielelicht war etwas in dir noch nicht frei genug, vielelicht war die Partnerin nicht stark genug, ich kann, darf mich da nicht festlegen.

      Boah, schwer das alles so in Worte zu bringen, wie es mir in Gedanken kommt.

      Mancher braucht Ruhe um zu sich zu kommen, der andere alles an Abwechselung und Ablenkung die es gibt.
      Alles andere wäre dann schwer spekuliert, ich bin wie so oft zu weit weg, nie nah genug dran, und vor allem, ich bin kein Profi.


      Ich wünsche dir alles was es gerade für dich am dringensten braucht.
      Ich bin anders als vermutet, selten wie erwartet und erst recht nicht wie es andere gerne hätten.


      Licht und Liebe, sind stärker als Tod und Schatten



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