Ich trauere um meine Mama, geb 1966

      Ich trauere um meine Mama, geb 1966

      Im Oktober 2019 habe ich erfahren daß meine Mama Kreuzschmerzen hatte und regelmäßig Spritzen dagegen bekam. Am 8. Jänner 2019 sagte sie mir dass sie Bauchspeicheldrüse Krebs habe. Ende Jänner bekam sie Morfium. Anfang Februar holte ich sie in meine Wohnung. Ich habe die Welt auf dem Kopf gestellt um sie nach allerhöchsten Ansprüchen zu pflegen. Ich habe um Spenden in der Öffentlichkeit gebeten und sie auch bekommen. Ich habe ihr die bestmögliche Palliativpflege zusammen mit einem von mir zusammengestellten interdisziplinären Team geboten. Darauf bin ich stolz und dankbar dafür. Während der Krankheit 7 Monate habe ich nichts gefühlt. Ich habe wunderbar geschlafen und nie geträumt. Ich war fit und gut gelaunt. Ich fühlte mich wunderbar geborgen und getragen. Es war wie wenn mich Gott auf Händen hielt und mir immer genau das schickte was ich brauchte. Ich war zuvor regelrecht antigläubig. Aber in dieser Zeit fühlte ich es einfach. Ich musste gar nicht glauben, es war für mich einfach so. Als meine Mama starb war ich dabei. Zusammen mit ihrem Freund. Das Sterben selber war für mich traumatisierend. Sie starb auf einer schlimmen Art und Weise. Ich darf auch jetzt nicht daran denken. Nach ihrem Tod drehte ich durch. Ich hatte Angst und war extrem aufgepusht. Ich konnte nichts mehr. Ich lag nur noch wie tot auf dem Sofa im Wohnzimmer und durfte mich nicht bewegen. Jede Bewegung erschütterte mich extrem und ich meinte vor Angst zu sterben. Durch ihren Tod wurde ich von einem Tag auf dem anderen komplett allein gelassen. Ich habe keinen Partner und die Freunde waren alle weg. Dazu musste ich mich um meinen Sohn kümmern. Ich war komplett überfordert. Ich machte dann einige Dummheiten und hatte Sex mit mehreren Typen die ich auf Tinder traf. Es waren ausnahmslos Männer die mir noch mehr wehtaten. Aber ich konnte nicht anders weil ich nicht alleine sein konnte. Mein Psychotherapeut nahm mich nicht ernst und schimpfte sogar mit mir als ich ihm einmal erzählte dass ich Selbstmordgedanken hätte. Ich war ständig submanisch. Ich fing erst Ende September an zu arbeiten, davor konnte ich es nicht. Vor 1 Monat habe ich mit dem letzten Mann mit dem ich seit August eine sehr toxische Beziehung führte Schluss gemacht und seit 5 Wochen bin ich in Quarantäne (Italien) Ich arbeite an meiner Selbstliebe und mache eine körperorientierte Traumatherapie. Das hilft mir sehr. Ich habe angefangen zu laufen, laufe jetzt jeden Tag 5 km. Ich habe aber immer noch mehrmals täglich Angstzustände die wie in Wellen kommen und gehen. Ist das normale Trauer?

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      Liebe trauer ...
      ob das normal ist im Sinne von Wissenschaftlich weiß ich nicht, es liest sich aber für mich als wenn das der Weg deiner Tauer ist.
      Für mich passt das alles irgendwie zusammen - sicher ist es heftig und einige werden das so nicht ganz nachvollziehen können.

      Ich habe schon so viele Schiksale gelesen, manches mal bestimmt auch etwas überzogen und doch, am Ende gibt es wenig, dass nicht normal ist, es ist individuell wie wir, wie die Trauer des Einzelnen.
      Die Zeit des Abschiedes hast du funktioniert, nicht viel gefühlt und dich em Glauben zugewand dich tragen lasen - welch ein Geschnek wenn es denn funktoniert,- ich habe mich her abgewand, nicht verstanden und wollte nicht akzeptieren.

      Dann das große Loch, alle Sicherheitsnetze die wegefallen scheinen und du nennst es Dummheiten aber auch das lese ich nicht zum ersten Mal, die Suche nach dem was verlooren - Nähe, Liebe, Wärme, das absolute sich verlassen vertrauen dürfen, wieder getragen fühlen.
      EInige finden in der Trauer zum Glauben - die beneide ich manchmal, sich getragen fühlen und geliebt in der Zeit des Verlustes.

      Gut sich dann HIlfe zu hollen, nicht gut wenn es nicht passt, es einem manchmal mehr schadet als nutzt.
      Selbstmordgedanken - wem anvertrauen als einem Therapeuten, seine Reaktion kann ich nicht nachvollziehen, aber hätte erwartet verstanden zu werden.
      Kenne ich doch auch, lese ich so oft, als gehöre es dazu solange es nur Gedanken sind - alles andere wäre hier auf der Seite auch nicht tragbar, sind wir ja keine Experten und können nicht helfen.
      Aber Wissen, wie schnell man sich mal verliert, sich so allein fühlt, die Trauer so heftig ist, dass man seinen LIeben folgen mag, raus aus allem was so weh tut.
      Der Moment aber wo man sich selsbt fangen muss, an das Leben und sich glauben oder ben zur HIlfe greifend um darin nicht zu sehr zu verschwinden und zur Dummheit greifen.

      Es liest sich aber gut, du hast nicht aufgegeben und weiter nach HIlfe für dich gesucht und wohl gefunden.
      Ich kenne mich nicht aus mit körperorientierte Traumatherapie aber an der Selbstliebe arbeite ich auch schon seit Jahren, nicht professioniell aber immerhin.

      Und laufen ist wohl genua das ,was manchen hilft sich frei zu fühlen - frei laufen, den Kopf leer bekommen - ich las nicht selten, wer damit anfängt hört so schnell nicht mehr damit auf und braucht es regelrecht - dieses Gefühl von frei sein - ich kenne das so nicht, ich gehe gerne spazieren nur leider nicht regelmäßig, auch wenn ich es mir immer wieder vornehme.

      NUn sollte ich ja meinen, du als Krankenschwester mit Erfahrung in Palliativpflege, aber auch weiß ich wohl mitlerweile besser, um wie viel schwerer es ist, die eigene Mutter zu begleiten, was es auslöst, wenn all die lieben Worte die man sonst für andere hat, bei einem selsbt nicht anzukommen scheinen.
      Wie schön aber für dich, die Zeit der Pflege so getragen gewesen zu sein als anders herum.

      So kommt und geht die Trauer, in Wellen trifft es ganz gut - mehrmals täglich Angszustände zu haben, da kenne ich mich nicht zuwenig aus , würde dir zur HIlfe raten, die Du ja schon hast und dann davon ausgehen, es braucht eben seine Zeit, seine Zeit und dein Können.
      Je länger man in seinser Trauer ist, um so länger kann der Weg dort hinaus dauern - manche schaffen es nie, ich aber werde mein Leben lang brauchen, weil ich nicht annehmen kann, nicht akzeptieren.

      Das alles wüsnche ich dir, annehmen können, Ruhe finden da tief in dir, deinen Frieden schließen, die frei laufen.

      Mit einer lieben Umärmelung,
      Funny.
      Ich bin anders als vermutet, selten wie erwartet und erst recht nicht wie es andere gerne hätten.


      Licht und Liebe, sind stärker als Tod und Schatten



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