Die liebe meines Lebens, mein Lebensmensch

      Liebe Renate 1967,
      da muß ich doch mal zurückschreiben: nein du bist nicht meschugge und auch nicht irre.
      Du hast das Liebste verloren, mit ihm deine Pläne, deine Wünsche, deine Zukunft!
      Ein Gefühl der Ohnmacht das dich lähmt - dabei mußt du jetzt funktionieren!

      Lass alles zu- die Tränen, die Traurigkeit -du stellst dich auch nicht an : das ist TRAUER!!!

      Wie weh Trauer um einen geliebten Menschen tut kann nur nachempfinden, wer sie selbst erlebt hat.
      Aber mal ganz ehrlich: Auch wir selbst konnten, solange unsere Welt noch heil war, die Wucht des
      Einschlags in das Leben der Angehörigen nicht wirklich verstehen.
      Wir Trauernden empfinden unsere Mitmenschen nun extrem fordernd, wenn alles schnell wieder ok. und in normalen Bahnen laufen soll wo für uns nichts mehr normal ist. Wir dürfen und sollten aber unbeirrt unseren Weg der persönlichen Trauer gehen. Mein Mann ist es mir wert in bestimmten Situationen um ihn zu weinen,ihn auch noch immer zu vermissen, er ist immer in meinen Gedanken, wird immer zu mir gehören. Dabei kann ich inzwischen aber auch wieder mein Leben führen, verreisen und froh sein- ganz anders als früher, auch mit anderen Schwerpunkten.

      Liebe Renate - lass dir Zeit und geh so gut du kannst deinen Weg. Wenn dich ein Tag zurückwirft - wird der nächste vielleicht wieder weiterführen. Erst mal einfach Tag für Tag denken- einfach nur weiter... Trauerwellen kommen und gehen- man kann sie nicht zwingen,sie springen dich an - nur aushalten lernt man sie!
      Ich finde, du sollst dich nicht überfordern, bist doch schon auf einem sehr guten Weg und deine Arbeit ist trotz ihrer Schwere positiv für dein Gemüt- du fühlst dich in ihr deinem Mann verbunden, führst fort was ihm/euch wichtig war. Du bist eine starke Frau - ich denke er würde stolz auf dich sein!
      Alles Gute für deinen Weg wünscht dir
      Herbstsonne
      Danke Emmi, nein ich hab schon Menschen die glauben mir zur Seite zu stehen, aber ich bin so empfindlich geworden, so Mimosen haft. Jede Aussage wird zuerst durchgekaut, ob da nicht irgendwo eine Kritik versteckt ist, und dann erst angenommen. Es ist sicher nicht einfach, da zu sein für mich, aber einige wenige, sind geblieben. Mein Mann ist an alkoholischer leberzirose gestorben, oder nein an dem ist er krank geworden. Es giebt so viele die ihn jetzt als Alkoholiker abtun, das er definitiv nicht war. Er hat täglich getrunken, aber das bringt das Wirte dasein so mit sich. Seine Leber war eben zu schwach dafür, aber ständig bekomm ich diese Blicke, so ... na ist ja selber Schuld.... und ständig versuche ich ihm zu verteidigen, recht zu fertigen, er war kein säufer, er war ein liebevoller, guter Mann. Er hat so geweint, als wir im September die Diagnose gestellt bekommen haben, so bereut, sich immer wieder entschuldigt und gesagt er habe doch niemals damit gerechnet, das seinen Körper das so sehr schädigen könnte, und wenn er vom lieben Gott ein Chance bekommt, macht er alles wieder gut. Nicht eine einzige Chance hat er bekommen , er hat so sehr bereut, so sehr gehofft. Gestöbert ist er weil wegen Corona, keine Organe mehr zur Verfügung gestanden sind, Die Welt ist fast drei Monate still gestanden, keine Unfälle, keine Menschen auf den Straßen, und meine große Liebe, ist langsam und traurig, so traurig war er, gestorben. Oft denke ich ein Jahr zuvor und er hätte es geschafft, oder eins danach. Nie hatten wir so etwas, gerade dann wenn ER krank wird. Jede Rettung die ich hören fahre, sagt mir leise ins Ohr ..... zu spät.....
      Liebe Renate, nun ist er weg der Text den ich hier so liebevoll hinterlassen wollte.
      Meine Finger wieder mal schneler auf der falschen Taste und Fenster geschlossen, warum nur frage ich mich gerade und stelle fest, es ist einfach so und nichts, bringt sie zurück meine Worte.

      Das wichtigste versuche ich noch einmal in Worte zu bringen.

      Liebe Renate es ist der Weg deines Mannes gewesen, er sit es noch, isch weiß nicht wie es für ihn jetut weiter geht aber es kann in meinem Glauben nicht einfach vorbei sien, ein Punkt gesetzt und Ende.
      Er ist hinter dem Regenbogen und du davor, allein vor seinem Weg stehst du und du solltest ihn dir nicht erschweren durch deine Gedanken, die du- ich weiß ja, ja sicher nicht wirklich steuern kannt.

      Aus euer Leben, eure Liebe sollte am Ende die Liebe bleiben, nicht ein eventueller Konsum der gut oder schlecht, egal was andere denken mögen, du wirst es besser wissen.
      Auch wenn er ein schlechtes Gewissen hatte dann, er wird ja nicht boßhaft in sich hinein geschüttet haben, es war in seinem, eurem Leben integriert.
      Wo der eine in Massen verträgt und mit einem Lächeln in ein hohes Alter geht, ist es dem anderen einfach nicht vergönnt.
      War seine Uhr abgelaufen, ich weiß das nicht, sein Weg aber war an dem Punkt zu ende.

      So solltest du dich nicht grämen mit den Gedanken anderer, du hast ihn geliebt und nun trauerst du, mache es dir wenn es eben geht nicht unnötig schwer.
      War etwas vorher keine Belastung, sollte es heute auch keine werden.

      Die Menschen werden sich beruhigen und du wirst in deinen Frieden rutschen, langsam aber sicher aus der Trauer hinaus in dein Leben, deinen Weg, wie immer der aussehen könnte, du entscheidest mit, du bist der Maler deines Bildes, egal ob immer alle Farben zur Verfügung stehen, das richtige Papier oder Leinwand fehlt, male wie du kannst und ich wünsche dir viele bunte Farben, die auch dein Mann gemocht hätte, die ihm dann vom Regenbogen aus gefallen.

      Und nein nichts ist wirklich fair, alles ist böse gemein - wie auch anders, aber es wird, weil es muss und unter normalen UMständen ist das auch alles erlaubt - du bidt nicht irre, nein wie eben schon gelesen, das ist Trauer!
      Das und mehr, lasse es kommen und nimm es in deinem Können und deiner Zeit, wie es deine Liebe war und nicht die der anderen.

      Ich kenne das Kneipenleben und ehrlich, zur Beerdigung meines Onkels habe ich am Sarg gestanden und ein paar nette Worte gefunden. Verabschiedet habe ich mich von ihm mit den Worten - er hast so gerne ein Bierchen getrunken das werde ich heute am Abend in deinem Namen tun.
      Ja und alle sind mitgegangen und ich habe das Glas erhoben und dem Himmel zugeprostet.

      Ob er je Alkoholiker war, ich weiß nicht, ein Arzt würde bestimmt ja sagen, für mich aber habe ich da Zweifel, für mich benenne ich einen Alkoholiker eben anders, sehr negativ vor allem - obwohl ich weiß das jeden Tag ein Bier oder Wein oder Schnaps einen Menschen schon dazu macht.

      Vor allem aber bin ich sicher, wenn es denn nicht der Alkohol gewesen wäre, hätter er anders auch aus dem Leben gehen müssen, die Vorsehung eben, die Uhr, was auch immer, aber wenn der Tag ist an dem dein Leben endet, ist es in meinen Gedanken eben egal warum, da kann es auch ein Unfall sein, der einfach sein musste und niemad versteht warum .
      Meine Ansicht, einfach, alles ist mit einem Sinn und einer Absicht versehen, ich muss nicht verstehen warum - warum auch, ich verstehe so vieles andere wichtige auch nicht - ich fühle.
      Gerade fühle ich mit dir, bin in Gedanken nah bei dir und drücke dich einfach mal feste.


      Mit einer lieben Umärmelung,
      Funny.
      Ich bin anders als vermutet, selten wie erwartet und erst recht nicht wie es andere gerne hätten.


      Licht und Liebe, sind stärker als Tod und Schatten



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      Liebe Funny, es ist schwer nicht auf das zu hören, was da behauptet wird. Wir waren so verbunden, so eins, zwei Herzen ein Gedanke, so geliebt haben wir uns, und tun es immer noch. Ja ich hoffe das er da irgendwo ist, das er wartet auf mich, das er achtgiebt auf mich, wie er das immer getan hat. Seine Mutter ist auch an der selben Krankheit gestorben, ohne viel zu trinken, der Arzt sagte, warscheinlich genetisch bedingt.... schon wieder rechtfertige ich mich und ihm... aber du hast recht... es ist einfach egal, er ist gestorben, einfach so , für immer weg. Das wegen was ist eigentlich vollkommen gleichgültig. Du hast recht ich sollte es mir nicht schwerer machen, als es ohnehin ist. So viele Gedanken, soviel Sehnsucht, so viel Schmerz. Einsam bin ich, furchtbar einsam. Wie gesagt, ich beginne von vorne, alles wieder auf Anfang. Nur das jetzt erwartet wird, das ich schon darüber hinweg bin. Wie lächerlich, darüber hinweg werd ich nie sein, damit Leben, das muss ich, aber ohne ihm wird mein Leben ein anderes, ein trauriges.

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      Ja liebe Renate es wird trauriger weil er nicht mehr da ist, dass wird immer traurig sein - um so dankbarer aber doch, dass er sein durfte.
      Ja ich weiß das ist schwer, es ist aber einfach, du musst auch nicht so stark ein, wie alle es von dir erwarten.
      Du darst trauern, du musst trauern, damit du deinen Weg dann gehen kannst.
      Es wird nicht nur trauriges kommen, manchmal will mandas aber genau so haben, man wil ja gar nicht mehr lachen, gar keinen Weg sehen der vieleicht anders schön ist.
      Dein weg wird immer zwei Seiten haben, genau so finde ich darf, sollte es auch sein, das alte gliech neben dem neuen, das traurige genau neben dem das dich wieder lachen lassen wird.

      Genau so ist das Leben, wir können dem nicht entfliehen, es wir usn einholen, je schneller wir versuchen würden davon zu rennen.
      Ja es ist schwer nicht darauf zu hören, darüber zu stehen aber du wirst es schaffen - du hast deine Wahrheit und sie haben die ihre.
      vielleicht ist ihre Sicht aus ihrem Winkel ja genau so richtig wie die deine, vielleicht können sie es nicht ebenso sehen wie du.
      Am Ende aber ändert sich nichts außer das du trauriger bist als nötig.
      Lass sie recht haben, du weißt es dennoch besser.

      Mit einer lieben Umärmelung,
      Funny.
      Ich bin anders als vermutet, selten wie erwartet und erst recht nicht wie es andere gerne hätten.


      Licht und Liebe, sind stärker als Tod und Schatten



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      Danke Funny , ich werd s versuchen, sind nur wenige die so denken, aber tut halt weh. Er war ein guter , fleißiger Mann, mit viel Liebe, und die meiste für mich. Das macht mich stolz, und ein wenig beruhigt es mich. Ich durfte wahre Liebe spüren, nur neun Jahre lang, aber wenigstens.

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      Liebe herbstsonne , deine Worte bauen mich auf, ja es ist vielleicht wirklich so, das alles noch zu früh ist, jeder Tag erst zu lernen ist, weil er ja jetzt so ganz anders. Ich weine viel, und er fehlt mir.... schrecklich. Ich hoffe ihr habt alle recht, und auch ich lerne, ohne meiner Liebe zu leben. Ich suche eine weg, wirklich, aber momentan seh ich noch keinen. Danke für deine aufbauenden Worte, giebt mir Kraft, und Hoffnung.
      Ganz lieben Dank
      Renate 1967
    Liebeskummer Sorgen Forum