ich habe meine Tochter beerdigt

      ich habe meine Tochter beerdigt

      Guten Abend an die Trauernden hier im Forum und vielen Dank für die Aufnahme!
      Ich bin Petra 67 und habe meine 42-jährige Tochter durch Krebs verloren.
      Es ist jetzt 1 Jahr her und dennoch kann ich meine Wut nicht überwinden. Ich bin sehr wütend auf Ärzte, die in der Krebsvorsorge den Tumor im Gebärmutterhals monatelang nicht erkannt haben. Meine Tochter hat 2 Kinder hinterlassen und für die beiden, 9 und 11 Jahre alt, will ich natürlich stark sein.
      Leider leben sie mit ihrem Vater weit weg von mir. Nun kam auch noch diese Pandemie dazwischen, so dass ich sie monatelang nicht sehen konnte. Dadurch unterdrücke ich vieles und ich merke, dass dies aber nicht gut ist. Ich habe hier schon einiges gelesen über die anderen Hinterbliebenen und deren Schicksale. Es ist gut unter Gleichgesinnten einen Austausch zu finden, wobei das ONLINE nicht so mein Ding ist. Durch Corona fehlen mir gerade sehr die Trauer-Gruppen, die es in Nürnberg ja gab. Nun wünsche ich euch allen einen Abend mit viel Ablenkung durch TV. Mir hat es schon oft geholfen. Und Sport natürlich!
      Viel Kraft und bleibt gesund!

      Ciao! Petra
      Liebe Petra, ein herzliches Willkommen hier bei uns in der Runde.

      Die Trauer und dann Corona machen allen noch ein wenig komplizierter.
      Schade das die Tarauergruppe gerade noch nicht geht aber es wird ja langsam alles wieder hoch gefahren.
      So schlimm die Tochter zu verlieren, so gnaz gegen das GEsetz das da in uns wohnt, die Reihenfolge die einfach nicht stimmt.
      Das kenne ich nur zu gut, da geht die Welt noch unter, währen dalle anderen anfangen zu verdauen, einzele vergessen.

      Ich fühle gerade sehr mit dir, die Enkel so weit weg und dann die Kraft das alles zu stemmen.

      Ich wünsche dir gerade alles, was es für dich baucht.

      Mit einer lieben Umärmelung,
      Funny.
      Ich bin anders als vermutet, selten wie erwartet und erst recht nicht wie es andere gerne hätten.


      Licht und Liebe, sind stärker als Tod und Schatten



      Hallo Petra :knuddeln: meine aufrichtige Anteilnahme zum Tode Deiner Tochter.
      Ich fühle mit jedem der einen Menschen, welcher zu ihm gehört, an den Tod verliert.
      Jedoch wenn Eltern , oder ein Elternteil ein Kind verliert auf diese Art, egal in welchem Alter,
      dann empfinde ich große Hochachtung wie die Hinterbliebenen Elternteile ihren Weg weiter laufen müssen.
      In unserem Bekannten / Freundeskreis , haben ( hatten denn mein Harald ist nicht mehr auf dieser Welt ) wir Freunde,
      diese haben ihr Kind im Alter von 10 Jahren an den Tod verloren.
      Genau diese Menschen , Ute und Erik, haben uns in der schweren Krankenzeit des Krebes beigestanden
      und Erik , also der Papa des 10 jährigen Jungen, hat mit mir an Haralds Sterbebett gesessen, bis zur Sekunde NULL.

      Sie, die solchen Leid erlebten waren an meiner Seite wo so viele einfach zurück getreten sind.

      Leider muss ich mit Dir die Wut, Zorn und Ärger zu den Ärzten teilen, denn auch mein Harald ging Jahrelang
      zu HNO Ärzten wegen sonderbaren Halsschmerzen - rauchen sie - nein - trinken sie Alkohol - nein,
      somit bekam er immer und immer wieder ein Antibiotikum was natürlich nicht half.
      Bis Harald mit der Faust auf den Tisch schlug, dann ging alles nach einem MRT sehr schnell.
      Doch auch die Onkologen der UNI haben in die Kerbe der Versager bei den vier wöchentlichen Nachuntersuchungen geschlagen. Mein Mann klagte wieder über Halsschmerzen, zehn Monate nach der großen OP-Bestrahlungen-Chemo.
      Das sind Heilungsschmerzen ------- ?? Zehn Monate danach sollten die plötzlich beginnen ???
      Harald schlug wieder Alarm, fiel in Ungnade , doch es wurde detaillierter untersucht --
      Ergebnis , ausgesprochen von einem jungen, nicht bekannten Arzt " der Tumor ist wieder da,
      sie werden an ihm sterben. Diesmal sprachen sie die Wahrheit, neun Monate später kam die Wahrheit des Sterbens.

      Dies mindert nicht Deine Trauer liebe Petra, doch Du bist nicht alleine, weder mit Trauer, noch mit Wut und Enttäuschung zu den "" Fachleuten ""
      Ich wünsche Dir das Du in Deinen Enkelkindern Teile Deiner Tochter entdeckst , für sie da sein kannst aus der Entfernung, Du damit einen weiteren Weg in Deinem Leben findest.

      Herzlichst Elke
      <3
      Liebe Funny und liebe Elke!
      Vielen Dank für Eure verstehenden Zeilen!
      Es tut wirklich gut, wenn es Mitmenschen gibt, die eine Ahnung davon haben, was in einem vorgeht nach so einem Schicksalsschlag.
      Ich wünsche auch Euch allen viel Kraft und ein Weiterleben in Gesundheit!
      Unsere Lieben würden es sich auch wünschen, dass wir nicht daran zerbrechen. Das Leben ist sehr
      eigenartig und unergründlich. Damit müssen wir wohl oder übel klar kommen. Unsere Gesellschaft ist mit so etwas überfordert. Empathie ist noch kein Unterrichtsfach in der Schule, wie schade.
      Liebe Grüße aus Nürnberg sendet Euch Petra
      Wie Recht du doch hast liebe Petra, das Leben hat sich geändert, vieles das Früher Wert hatte ist verloren gegangen.
      Leider aber gab es auch damals eher weniger für Trauernde - sicher die schwarze Schutzkleidung, aber auch die Trauerzeit waren begrenzt - es wurde auch weiger darüber geredet, da itt man dann eher mit sich allein.
      Man hatte wenig Zugriff auf Menschen außerhalb, schon gar kein Internet.

      Heute haben wir mehr aber dennoch weniger an Familie vielfach die einem den Rücken stärken, ein offenes Ohr haben könnte.

      Alles nicht einfach aber ich denke schon die meißten schaffen es, auch wenn sie selbst kaum daran glauben, ein jeder braucht halt seine Zeit, sein Thempo und ja einigen hilft ein Platz wie dieser.

      Mit einer lieben Umärmelung,
      Funny.
      Ich bin anders als vermutet, selten wie erwartet und erst recht nicht wie es andere gerne hätten.


      Licht und Liebe, sind stärker als Tod und Schatten



      Oh ja , liebe Funny, das merke ich gerade.....vor drei, vier Wochen ging es mir schon deutlich besser,,,jetzt bin ich seit ein paar Tagen wieder in so einem tiefen Loch....alles lässt mich in Tränen ausbrechen..der Gang zum Friedhof fällt mir so schwer.....es ist kaum zu ertragen....ich möchte mich verkriechen..am Samstag habe ich einen wunderschönen Ausflug mit meinen Kindern und Enkelkindern gemacht.....am Abend bin ich fast verrückt geworden vor Wehmut....weil mein Schatz nicht dabei war....
      Ja liebe Petra, Du hast es genau richtig ausgedrückt, unsere Gesellschaft ist überfordert mit jemanden der trauert und, was ich leider auch während den zwei Jahren der Krebserkrankung erfahren musste, ist überfordert mit schweren Krankheiten eines anderen.

      Eigentlich habe ich während der elenden Krankenphase meine Mitmenschen, Bekannte - Freunde und Verwandte mehr vermisst wie in der Zeit nach dem Tode. Denn während der Krankenphase wollte ich meinen Mann schützen und ihn nicht anmerken lassen das unser Umfeld so feige ist.

      Es wird ihnen aber nicht gut tun, diese feige sein, man kann nicht immer und überall davon laufen, eines Tages wird auch über sie etwas einbrechen und dann sind sie gefangen.

      Ich nutze auch, wie Du, das Fernsehen zur Ablenkung und vor allem, aus diesem Grunde ist es morgens der erste Knopf welchen ich drücke,
      es sind Stimmen und Menschen um mich rum und das tut gut.

      Ich wünsche Dir liebe Petra alles Gute
      nette Grüße von Elke
      Hallo Petra, ich möchte mir nicht anmaßen, dich zu trösten. Nach meiner Erfahrung kann eigentlich niemand eine Mutter, die ihr Kind, egal welchen Alters, verloren hat, so recht trösten. M. E. kann das auch die Zeit nicht so richtig. Die Zeit kann nur eine Linderung herbeiführen, eine Linderung, die die/der Betroffene je nach Aussehen der Gefühlswelt erst nach mehr oder weniger langer Zeit verspürt.- Die Ärzte sind so ein Thema für sich. Vielleicht war deine Tochter auch nicht in einer so besonders kompetenten Klinik, als Außenstehender kann ich das natürlich nicht beurteilen. Aber ich weis, dass die meisten Kliniken sich um eine OP reißen. In der Hektik wird so manches übersehen. Insbesondere im onkologischen Bereich ist der/die Erkrankte darauf angewiesen, die richtige Fachklinik aufgesucht zu haben. Aber so manche Kliniken sagen sich eben "Wir machen das schon", obwohl es in vielen Fällen geboten wäre, die/den Erkrankte/n in die richtige Fachklinik zu überweisen, weil nur dort über eine ausreichende diagnostische bzw. OP-Erfahrung verfügt wird. - Tut mir Leid, dass ich dir hier und heute nichts anderes sagen kann. Komme gut durch die Zeit, bleibe gesund und halte dich tapfer!
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