Einige Zeit vergangen

      Einige Zeit vergangen

      Sehr lange habe ich nichts geschrieben....irgendwie ging es nicht...habe aber eure Beiträge gelesen. Heute möchte ich mal wieder von mir hören lassen. Nach wie vor kreisen die Gedanken in meinem Kopf und auch wenn ich meinen Alltag eigentlich ganz gut im Griff habe, sind da doch diese vielen Momente von endloser Traurigkeit..von Vermissen, von Alleinsein, von Zweifeln, von Fragen....Mitte Dezember hatte ich ganz furchtbar schmerzliche Momente. Es begann , als ich ins Krankenhaus eingeliefert wurde, weil mein Rücken wieder komplett verrückt gespielt hat. Ich konnte mich nicht mehr bewegen, nicht mal den Kopf anheben. Also rief ich nachts um 2 Uhr meine Tochter an und dann ging es ab in die Klinik. Da lag ich nun....vollgestopft mit Schmerzmitteln und es kreisten die Gedanken...wie verloren man doch ist, wenn einem so etwas passiert und man ganz allein im Haus ist. Man kommt nicht mal allein zur Toilette. Es riss mich in so ein tiefes Loch..nur am Weinen.. ich habe mich nach zwei Tagen selbst entlassen und bin bei meinen Freunden eingezogen. Ich konnte nicht in unser Haus. Niemals vorher hatte ich so ein Gefühl. Obwohl mir nach dem Tod von meinem Schatz viele angeboten hatten, ein paar Tage bei ihnen zu bleiben, wollte ich immer nach Hause. Jetzt ging es gar nicht. Erst nach 1 Woche bin ich nach Hause zurück. Die Zeit vor Weihnachten war eine einzige Katastrophe. Es waren genau die Tage vor einem Jahr, als mein Schatz noch einmal für 1 Woche vor seiner großen Nieren- OP nach Hause geschickt wurde. Ich hatte so einen Horror vor Weihnachten. Als das Fest dann da war, lief komischerweise alles ziemlich gut. Mit einigen Tränen, aber es war auszuhalten. Auch der Jahreswechsel ging ganz gut. Dann war ich nach meiner AU zwei Tage arbeiten und dann erwischte mich Covid 19. Ich war positiv mit vielen mittelschweren Symptomen... 14 Tage Quarantäne und das über den ersten Sterbetag! Ein Alptraum! Wie soll ich das alleine schaffen? Meine Tochter war so tief traurig, mich an diesem Tag vollkommen allein zu lassen. Aber ich habe es geschafft! Habe mir ganz leise das Lieblingslied von meinem Schatz angemacht und es " ertragen" es bis zum Ende zu hören. Es ist komisch...aber heute sage ich mir, es sollte so sein....viele Freunde haben mir Nachrichten geschickt, dass sie an meinen Hasi denken, einige haben mich angerufen...sogar meine Psychologin hat angerufen...und ich habe in Erinnerungen geschwelgt..mit vielen Tränen...aber es war in Ordnung so...Meine Kinder sind zum Friedhof gegangen und haben ihrem Papi Blumen gebracht. Und ich hatte so ein schlechtes Gewissen, dass ich nicht zu ihm konnte...Inzwischen war ich bei ihm und noch immer fällt mir jeder Gang zum Friedhof so unheimlich schwer. Meine Enkelkinder, die bei Hasi´s Tod 3 Jahre alt waren, reden JEDEN Tag von ihrem Opi. Sie fragen mich, warum er nicht endlich nach Hause kommt. Jeden Abend rennen sie zu seinem Foto und wünschen ihm eine " Gute Nacht". Und sie sagen ihm: " Opi, komm endlich nach Hause..Omi ist so allein." Es zerbricht mir das Herz ... Wir haben ihnen erzählt, dass Opi auf einer Wolke sitzt. Wir können ihnen doch nicht sagen, dass er auf dem Friedhof begraben liegt. Es gibt Abende, da weinen sie ( Zwillingsmädchen) so herzzerreißend und wollen, dass Opi wieder kommt. Es ist ein Wahnsinn, wie diese Kinder leiden...Es ist alles furchtbar....Von mir ist ganz viel "mitgegangen" und ich vermisse ihn so sehr...In ewiger Liebe mein Schatz! Das Leben ohne dich ist schwer zu ertragen!
      Schön wieder von dior zu lesen liebe Ina Marianne, viel trauriges und doch auch och denke immer wieder, nichts passiert ohne Grund, ich kann es nicht erklähren und es muss auch nicht immer etwas großes bedeuten aber manches mal so im Nachhinein kommen schon Gedanken das etwas zwar nicht so wie gedcht aber am Ende besser ist.
      Das sich etwas einfügt das garnicht zu passen schien sich aber dennoch gut anfühlt.

      Ich hinterfrage längst nicht mehr alles, wie auch vieles verstehen selbst Experten nicht , können nicht wirklich erklähren und doch ist es.
      das Leben ist manches mal schwer zu ertragen und doch leben wir und vergerssen vor lauter Schmerz und vermissen die anderen kleiisten Glückseligkeiten die unser Leben uns hin hält.
      Wenn die kleinen sehen das die Omi allein ist und um den Opi bitten dann kann es einem das Herz schon zerreißen, ich denke vor Schmerz aber von hier aus betrachtet dann auch vor Freude, das Leben geht weiter, in den Kleinen und wenn auch der wichtige Mensch fehlt, der Schmerz unerträglich , so ist er doch da, in den Kleinen, in den Herzen aller die er liebt.

      Es ist ja noch gar nicht so lange her und das alles darf noch verpackt werden, ankommen und den wahren Platz der LIebe in euren Herzen finden.

      Ich wünsche dir alles was da gerade noch fehlt.

      Mit einer lieben Umärmelung,
      Funny.
      Ich bin anders als vermutet, selten wie erwartet und erst recht nicht wie es andere gerne hätten.


      Licht und Liebe, sind stärker als Tod und Schatten



      Danke, liebe Funny für deine Zeilen. Du hast in Allem recht. Ich war heute bei meiner Psychologin und auch sie bestätigte mir, dass es alles seinen Sinn hat. Sie hat mich bestärkt, dass ich doch auf einem guten Weg bin..soviel schon schaffe, was vor 1 Jahr für mich unmöglich schien. Und ja, auch ich wundere mich oft über mich selber, glaubte ich Ende 2019 noch, ich könnte kein Leben ohne meinen Schatz haben. Es gibt sie schon, die Dinge, an denen ich mich auch allein erfreue, auch wenn dann oft am Abend die Gedanken wieder anfangen zu kreisen, dass es alles viel schöner wäre, wenn mein Mann bei mir wäre.
      Ich habe noch immer sehr damit zu kämpfen, dass ich diese ganzen Fehldiagnosen, die uns fast zwei Jahre begleitet haben, nicht verarbeiten oder verstehen kann. Es macht mich so wütend, dass seine Symptome nicht wahrgenommen wurden und ich denke sooft...es hätte alles anders laufen können, dann hätte er noch eine Chance gehabt. Aber wir haben vertraut, an Krebs nie gedacht..bis die bittere Wahrheit zuschlug.
      Heute ist unser Dorf seit ( ich glaube ..) 4 Jahren das erste Mal wunderschön verschneit....Alles sieht so zauberhaft aus....Wir haben es immer so geliebt, wenn wir zusammen draußen Schnee geschüppt haben. Haben dabei immer einen selbst gezauberten Punsch getrunken...Wir haben hier ja sehr selten mal so eine weiße Pracht...Wenn ich morgen früh die Schneeschaufel raus hole ( ich muss das Teil erst mal im Keller suchen ) und zum ersten Mal den Schnee ganz allein wegräumen muss, wird es wieder sehr schmerzlich!

      Einen lieben Gruß..an alle, die hier lesen
      Ina
      Liebe Ina, auch hier ist alles weiß, eine wahre Pracht wie lange nicht mehr.
      Wie lange warte ich schon darauf, wie viele Winter gewünscht und nicht mal ein paar Flocken bekommen.

      So viele Erinerungen die da hoch kommen, auch beim schippen, wie viel Spaß mein Sohn immer hatte, wie er mir mit seinen Kumpeln den größtenm Schneemann meines LEbens gemacht hat, einfach weil er wusste wie sehr ich mich freuen würde.
      wie wir BErge schippt haben um mit dem Scxhlitten darunter fahren zu können.

      So stehe ich begeistet und mit Tränen im Schnee und wünsche mir nicht sehnlicher als wäre er da, nur für einen Moment, einmal drücken.
      Es ist gut wie es ist, alles ist besser als zu vergessen.
      Ja für mich ist vergessen schlimm, es wäre als ihn ein weitetres mal zu verlieren.

      Heute schippe ich alllein und die Berge sind unnütz die dabei entstehen aber ich fühle mich ihm so nah.
      Ja auch das sind schöne Momente, der Nähe wegen, des Lächlens das ich neben den Tränen entdecke.
      Den Punsch würde ich dir empfehlen, so wie ich in seinem Gedenken immer mal wieder eine Tüte Chips im Einkaufswagen liegen habe und mir vorstelle er freue sich darüber mich die essen zu sehen, weil er sie so gern gegessen hat.

      Manchmal kann ich miene GEfühle nicht in Worte fassen, auch heute noch hauen sie mich vielfach um aber es ist auch tröstlich sie mit euch zu teilen.


      Mit einer lieben Umärmelung,
      Funny.
      Ich bin anders als vermutet, selten wie erwartet und erst recht nicht wie es andere gerne hätten.


      Licht und Liebe, sind stärker als Tod und Schatten



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