Ich trauere um meine Lebensgefährtin seit über 28 Monaten

      Liebe Buffy,
      ja es ist wichtig, in der Trauer Menschen in seiner Nähe zu haben. Ich hab das selbst damals auch gespürt, als ich meine Mutter verloren habe und Dorit und mein Vater in meiner Nähe waren. Und Dorit im gleichen Jahr auch ihre Mutter verloren hatte. Das hat uns beide zusammengeschweisst und auch in der Trauer sehr geholfen.
      Jetzt finde ich Menschen eigentlich nur noch im Forum oder manchmal auf dem Friedhof. Ich fahre heut wieder ins Heim und geben für meinen Vater Einkäufe an der Pforte ab, da erfahre ich auch gleich, wie es ihm geht.

      Ansonsten hab ich leider keine Angehörigen mehr in der Nähe. Deshalb fahre ich jef´den Tag trotz Quarantäne ans Heim, um meinem Vater was zu bringen und jeden Tag 2x auf den Friedhof, um dort mit meinen verstorbenen Angehörigen trotzdem zu reden.

      Ich versuche, auf dem Friedhof noch mehr Leute kennenzulernen oder bei den Schwestern im Heim
      Liebe Grüsse
      Matthias jetzt schon mehr als 34 Monate ohne seine liebe Dorit
      Liebe Mittrauernde,
      zur Zeit durchlebe ich eine schwierige Zeit. Jetzt durch die Strassensperre, die am Montag eröffnet, wurde, musste ich über 8 km Umleitung fahren und habe im Kreisverkehr die Giesskanne im Auto ausgeschüttet. Alles Wasser war in den Fahrgastraum gelaufen und ich habe mit dem Fön versucht, etwas trocken zu bekommen und mit Tüchern aufgewischt. Es war umsonst, das Wasser am Friedhof war trotz Nachtfrost angestellt worden. Ich finde Geburtsurkunden nicht, es kann gar niemand weder mein Vater noch ich sterben. Und trotzdem sollte ich mich etwas freuen, dass es Vater besser geht. Er spricht wieder ganz gut und nimmt Nahrung zu sich, sass gestern über 1/2 Stunde auf der Bettkante. Trotzdem fühle ich mich überhaupt nicht gut. Am Grab da habe ich allerdings meine Zwiesprache auch mit Dir, liebe Dorit gehalten und eine Frage an Dich, liebe Dorit: War die zweite Essensboc, die plötzlich im keller stand, ein Zeichen von Dir ? So nebenbei hat man noch eine Strassensperre oberhalb unseres Grundstückes, liebe Mutter, errichtet und einige haben trotzdem den Feldweg als Durchgang genutzt und gerade mal Zeitungen über den Zaun geworfen, unser Grundstück sozusagen als Müllhalde.7Jetzt gleich fahre ich zum Vater ins Pflegeheim und bin gespannt, was mich dort wieder erwartet.
      Matthias tieftraurig und am Boden zerstört
      35 Moante ohne ein Lebewohl,

      heute sind nun schon wieder 35 Moante vergangen, dass meine Dorit sich aus meinem Leben ohne ein Lebewohl verabschiedet hat. 35 Monate seit jenem tragischen Moment, als Du, liebe Dorit, mit Herzversagen an meiner Hand gehend, mit Herzstillstand ohne ein Wort für immer geschwiegen hast. Und ich habe diese 35 Monate nicht aushalten können. Einzig mein alter Vater im heim ist noch da und ich habe ihn, sooft ich konnte, dort besucht. Aber nun ist er bettlägerig geworden, kann sich nicht mehr im Rollstuhl bewegen.

      Mir gehen so viele schreckliche Gedanken durch den Kopf, ich bin einsam und verlassen seit diesem tragischen Moment heute vor 35 Monaten.

      Ich hoffe und wünsche Dir, liebe Dorit, dass es Dir in der gesitisgen Welt gut gehen möge und würed mich über ein Zeichen ein neues Zeichen von Dir sehr freuen. Du hast bereits Zeichen gegeben und e ist wohl das Einzigste, was von Dir nocxh übriggeblieben ist.

      Matthias 35 Monate in Trauer um seine liebe Dorit
      Nachtrag zum Osterfest und Erinnerungen an das letzte gemeinsame Osterfest mit Dorit vor 3 Jahren:


      Gedanken zum Karfreitag

      Ich erinnere mich an den Karfreitag von 2019. An jenem Tag entstand das letzte geeinsame Video mit Dorit:



      Es war das letzte gemeinsame Ostern mit Dir, liebe Dorit.

      Zuerst da haben wir uns eine leckere Forelle schjmecken lassen und dann danach haben wir mit einem Glas Rotwein auf Ostern 2019 angestossen, als sei es die grösste Selbstverständlichkeit, dass wir gemeinsam ein Fest wie Ostern begehen. Zuletzt da haben wir uns auf der Couch gegenseitig die Lindt Hasen versteckt und ich habe dann meinen gesucht und gefunden. Es war das leztzte gemeinsame Fest in unserem Leben:

       in Deinem, weil Du 1 Monat später schon verstorben ist

       in meinem, weil Du durch Deinen Tod körperlich für immer von mir gegangen bist

      Heute am Karfreitag 2022 bin ich einsam und allein. Es kommt keine Festtagsstimmung auf. Ich war gerade auf dem Friedhof und habe die Bepflanzungen auf dem Grab Deiner Mutter und der Grabstelle von Dir und meiner Mutter mit Frischwasser versorgt. Es waren viele Leute auf dem Friedhof, haben noch die Frühjahrsbepflanung draufgesetzt auf ihre Grabstellen.

      Und so wird es nie wieder ein Ostern gemeinsam mit Dir, liebe Dorit geben können.

      Aber virtuell, geistig warst Du mit dabei auf dem Friedhof, als ich die Videos mit Deiner Stimme abgespielt habe und Dich dabei ganz nah bei mir gesehen.

      Das sind meine Gedanken zum Karfreitag.

      Matthias am Karfreitag 2022
      Heute morgen, liebe Dorit, da hatte ich Stress mit meinem Router, aber mit Unterstätzung der Hotline da habe ich es geschafft und in Gedanbken da höre ich Dich sagen:
      "Ich gratuliere Dir zu Deinem Erfolg." Und mir komemn die Tränen, da Du das aus der geistigen Welt nur nioch zu mir sagen kannst.
      Heute siund 35 Monate und 2 Wochen vergangen, dass Du kein Wort mehr mit mir wehcseln konntest und 35 Monate und 1 Woche, seit Du auf ITS an Hirnschaden verstorben ist.
      Aber gerade, bevor ich zum Testzentrum wegen Corona-Test fahren muss, da höre ich am PC Deine Stimme von den Videos und das unterdrückt etwas meine Tränen.

      DU FEHLST MIR SEHR, SEHR, SEHR !!!

      MEINE LIEBE DORIT !!

      DEIN DICH EWIG LIEBENDER MATTHIAS !
      Ich wollte heute am Maifeiertag, wo ich noch zu Hause sitze und auf die Fahrt um 10 Uhr zum Corona-Test warte,
      ein weiteres Foto von Dorit posten so es mal von Funny gewünscht wurde.

      Gestern war ich nach 1/4 Jahr wieder mal mit meinem Vater im Rollstuhl vor dem Heim an der frischen Luft.

      Soviel vom 01.Mai 2022 von mir und meiner lieben Dorit.

      Hier Dorit mit dem Papagei auf dem Arm vor Rio de Janeiro bei einer unserer Reisen:
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      • DORITRIO.GIF

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      3 Jahre sind vergangen, seit Du meine liebe Dorit nicht mehr aus dem Koma erwachtest und nach 1 Woche Kampf auf der Intensivstation
      den Kampf gegen das Hirnödem verloren hast.

      Vorgestern am 20.Mai wurde ich wieder an die schrecklichen Tage vor 3 Jahren erinnert:

      Was war in jenen schrecklichen Tagen passiert:

      am Mo., den 13.Mai 2019:

      * eben noch liefst Du an meiner Hand neben mir zum auf dem Parkplatz abgestellten Auto
      * ich freue mich noch, dass Du so schön läufst
      * Du fällst um ohne ein Abschiedswort und so hast Du Dich für immer aus meinem Leben verabschiedet, ohne ein Wort
      * ich drehe Dich auf den Rücken und muss in Dein totes Gesicht hineinblicken
      * "Sie ist doch tot, sie ist doch tot, sie ist doch tot !!", schreie ich wie ein Wahnsinniger
      * mit Herzversagen bist Du ohne ein Lebewohl zusammengebrochen.

      RTW wird gerufen, Mund-zu Mund-Beatmung mache ich, aber im RTW macht man mir klar, dass es wahrscheinlich hoffnungslos ist. Kopfschütteln und waagerechte Handbewegung.
      Der Notarzt sagt: "Das ist sehr wahrscheinlich aussichtslos."
      Und die Polizei kommt auch noch dazu und bedrängt mich, den Bruder als Angehörigen soifort zu informieren. Ich eile in Dorits Wohnung ans Festnetztelefon und ruge Bruder an und der kommt in eiliger Fahrt aus Jena angesaust.
      An der Notaufnahme nach etwa 1/2 Stunde da sagt man mir, man habe gerade ein CT gemacht und Dorit kommt auf ITS.
      Dort kommt Dorit an die Herz-Lungenmaschine, an der sie erfolgreich reanimiert wird. Sie wird in ein künsliches Koma versetzt. Der Bruder ist inzwischgen da und verstreut Pessimismus: " Was 90 min ein gehirn ohne Sauerstoff, da bräuchte ihm keiner was zu erzählen". Setzt sich aber trotzdem, obwohl ihm keiner was zu erzählen bräuchte, ins Arztzimmer, draussen auf Station vergleicht er Dorits Herz mit einem Fussball, wo man immer dagegen treten würde. Insgesamt macht er nicht den entferntesten Eindruck, als wolle er sich mit aller Kraft um Dorits Lebenserhaltung kümmern.

      Inzwischen ist dieser Bruder wieder abgefahren, hat aber trotzdem als angeblich nächstem Angehörigen versucht, Informationen extra von den Ärzten zu erhalten.

      Vom Die., 14.Mai bis Sonntag, 19.Mai 2019:

      * Dorit liegt auf ITS und sie bekommt wieder einen eignen stabilen Kreislauf
      * aber die Schädigungen im Gehirn werden nicht zu mir kommuniziert

      erst am Mo., 20.Mai 2019:

      * als Dorit nicht mehr aus dem künstlichen Koma erwacht, da zeigt man mir plötzlich CT-Bilder von Dorits Schädel, die zeigen sollen, dass ein Ödem sich im Schädel ausgebreitet hat und das Gehirn vollständig zerstört hat.

      * Die Geräte werden abgestellt wegen des durch Ödem zerstörten Gheirns und Dorit liegt da im Leichenhemd mit einer weissen Rose auf der Brust.



      DORIT IST TOT !! ENDGÜLTIG TOT !!

      Und ich kann es heute nach 3 Jahren genausowenig begreifen wie in jenem schrecklichen Moment.

      Das sind die Ereignisse, die sich nun zum 3.Mal gejährt haben. Und ich weiss nicht, wieviele dieser solcher Jahrestage ich noch überstehen kann.
      Ich bin bis ins Mark erschüttert 3 Jahre danach.

      Matthias 3 Jahre nach dem Tod seiner Partnerin Dorit
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      Lieber Matthias,ich verstehe deinen Schmerz.Die Zeit macht es nicht erträglicher.
      Der Todestag meines Mannes jährt sich bald und nichts ist einfacher geworden.
      Ganz im Gegenteil.....der Verlust schmerzt jeden Tag mehr.

      Kürzlich lag ich schon wieder mit einer Lungenentzündung im Krankenhaus.Mein Körper wehrt sich gegen den Dauerstress .
      Ich weiß nicht wie lange das noch gut geht.
      Trotzdem dürfen wir die Hoffnung nicht aufgeben.....auch wenn es einem sinnlos erscheint.Lg.Buffy
      Lieber Matthias.
      es tut mir so leid, das du auch nach 3 Jahren so leiden mußt.
      Das zeigt uns doch- "Die Zeit heilt alle Wunden"- ist doch nicht so wahr.
      Ich weiß ich kann Dir nicht helfen, aber ich denke an dich und es bleibt uns nichts anderes übrig als es auszuhalten und Tag für Tag weiterzugehen.
      Sei umarmt anzi
      Liebe Anzi,

      bei Dir ist ja alles noch sehr frisch. Ich kann mich gut daran erinnern, als ich den Tod meiner lieben Dorit erst kurz hinter mir hatte. Und welch ein Zufall, bei Dir war es auhc der 13.Mai wie bei mir allerdings 3 Jahre früher: Am 13.Mai verabschiedete sich meine Dorit ohne ein Sterbenswort mit Herzstillstand von mir. Nach 1 Woche ITS ist sie an den Hirnschädigungen aufgrund der sehr späten Reanimation am Unglückstag verstorben.
      Anfangs da habe ich Zeichen erhalten von meiner lieben Dorit, plötzlich eingeschaltetes Licht oder heruntergefallene kleine Lautsprecherbox. Das alles hat mir in der Anfangsphase der Trauer sehr geholfen, aber heute nach über 3 Jahren muss ich einsehen, dass meine Dorit als Mensch, als Wesen nie wieder zurückkehren wird.

      Liebe Buffy,

      auch bei Dir ist es noch nicht solange her wie bei mir, und ich wünsche Dir hoffentlich keine weiteren Krankheiten. Aber ich weiss, wie das ist. Die Trauer frisst uns jeden Tag ein Stück mehr auf. Die Einfallslosigkeit und die trübseelige Stimmung, gar nicht mehr richtig am Leben teilzunehmen, das ist das Schlimmste in dieser schweren Trauer.

      Das Forum, der Austausch mit anderen Mittrauernden spendet immer etwas Trost, wenngleich es die Verstorbenen nicht zurückbringt. Aber geteiltes Leid ist eben manchmla weniger Leid.

      Die Zeit kann die Wunde eines schwerwiegenden Menschenverlustes nicht heilen.
      Bei mir ist es der täglich 2malige Gang zum Friedhof, dort wo ich mit meiner Mutter und Dorit noch sprechen kann und mein Versprechen an Dorit einlöse, immer für frische Blumen zu sorgen.

      Liebe Grüsse und auch ihr seid umarmt !
      Matthias
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      Liebe Dorit,

      ich habe Dir heute neue Blumen aufs Grab gesetzt. Ich hoffe, es gefällt Dir.
      Auch nun nach über 3 Jahren und 1 Woche ist meine Trauer und der Schmerz um Dich, liebe Dorit,
      unendlich gross.

      Hier ein Photo von Deiner Grabstätte, Deinem jetzigen zuHause !
      Es grüsst Dich
      Dein Dich ewig liebender trauriger, aber treuer Matthias
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      • grab_220602.jpg

        (1,77 MB, 31 mal heruntergeladen, zuletzt: )
      Liebe Mittrauernde,
      am 14.Juni da habe ich zum 3.Mal nach Dorits Tod das Abbild ihrer Urne auf einer kleinen Gedenktafel jenen Weg von vor 3 Jahren gehen lassen:

      Von der Friedhofshalle, dort wo die Trauerveranstaltung stattfand bis zur letzten Ruhestätte auf dem Friedhof.
      Dort hat die Urne symbolisch wieder ihren letzten Platz gefunden.

      In der schrecklichen Erinnerung da sehe ich noch das schlimme Bild vor Augen: Zuletzt hatte ich meine Dorit zwar tot im Leichenhemd, aber doch immer noch als Dorit erkennbar auf der Intensivstation gesehen. Nun am 14.Juni 2019 musste ich unter Tränen das ansehen, was nun von ihr übriggeblieben war: Eine Urne voll Asche. Namenszug und Geburts-und Sterbedaten verkündeten, dass dies die Urne mit Dorits Asche war.
      So wurde sie dann zur Grabstelle gefahren und dort auf dem Grab, wo schon seit 20 Jahren meine Mutter lag, ebenfalls begraben.

      Und nun ist das alles schon wieder über 3 Jahre her. Das musste ich noch einmal loswerden, war es doch wieder so ein schlimmer Moment in meinem Leben.

      Matthias über 1 Woche nach dem 3jähtigen Beerdigungstag seiner lieben Dorit
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      Matthias, mir tut Deine Trauer immer sehr weh. Vielleicht habe ich im Leben zuviel Schlimmes erlebt was mich hat abhärten lassen, aber das kannst Du mir jetzt übelnehmen oder nicht, mir macht Deine "manische" Trauer Angst. Getrauert habe ich oft genug aber ich hoffe es mal so nicht ausleben zu müssen.
      Ich wünsch Dir trotzdem alles Gute. Wenn man nur einen Weg wüsste der Dir auch nur ein klein wenig helfen würde.

      Gruß
      Sabine
      Hallo Sabine,

      da haben wir doch etwas gemeinsam: Im Leben Schlimmes erlebt. Als meine Mutter damals mit ihrem hohen Zucker dahingeschieden ist und letzendlich an der Dialyse verstarb, das hat mich auch scheinbar zunächst einmal umgehauen.

      Aber damals da hatte ich eine Partnerin, meine liebe Dorit, die im gleichen Jahr ihre Mutter am den Brustkrebs verloren hatte und so konnten wir uns in unserer Trauer gegenseitig trösten.
      Mein Vater war auch noch da, in einem gesundheitlich guten Zustand.
      Jetzt ist mein Vater in einem sehr aufgrund des hohen Alters schwierigen Zustand im Pflegeheim, sodass ich zu Hause eigentlich niemanden habe, der mich in meiner Trauer trösten kann.
      Dazu kommt noch, dass ich es vorhatte wie soviele, die ihren Partner verloren haben, mit diesem einmal alt zu werden. Das ist nicht gelungen, an meiner Hand gehend ist sie mit Herzversagen zu Boden gestürzt. Die Reanimation auf ITS an der Herz-Lungenmaschine hat ihren Gesamttod leider nur verzögern können, letztendlich nach 1 Woche bangen und hoffen ist sie dann an Hirnödem doch verstorben.

      Du hast ja auch eine schwere Trauer zu überwinden. In dieser Trauer hilft mir etwas der Austausch mit Gleichbetroffenen wie hier im Forum.

      Ich fahre heute nachmittag wieder zu meinem Vater ins Heim und die einzige Freude ist, wenn er im Rollstuhl sitzt und ich mit ihm hinausfahren kann.
      Und die zweite Freude ist die tägliche Grabpflege. Habe neu gepflanzt.

      Liebe Grüsse
      Matthias
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      Liebe Mittrauernde,

      soziale Kontakte in der Trauer sind wichtig und nicht nur im Forum.
      Auf denm Friedhof da habe ich sie recht zahlreich.

      Seit getsren abend da kann ich sagen: Bei jedem Friedhofsbesuch treffe
      ich auf Bekannte und bin im tiefen Gespräch.

      Manchmal da muss ich sogar drängeln, dass ich überhaupt zur eigenen
      Grabpflege komme.

      Aber das Kommunizieren natürlich vor allem über die Verstorbenen es
      tut gut. Mit jemand sich über die Verstorbenen, vor allem auch die
      vielen Bilder und Videos aus Lebzeiten zu berichten, spendet viel
      Trost in der eigenen Trauer.
      Jetzt mache ich Mittagessen warm und muss mich dann beieln zum Corona-
      Test fahren. Und dann wieder zum Vater ins Heim und hoffen, dass er
      schon im Rollstuhl mobilisiert ist.

      Liebe Grüsse
      Matthias
      So nun ist die Sommerbepflanzung komplett.

      Seit vorgestern da habe ich die Frühjahrsbepflanzung nun komplett raus aus der Grabstelle und zuletzt noch Eisblumen gepflanzt.
      Jetzt hat meine liebe Dorit nur noch frische Blumen auf dem Grab. Auch neue Rosen in die Schnittblumenvasen habe ich gekauft.

      Heute morgen da war die Trauer wieder sehr schmerzlich und ich habe unter Tränen mein Frühstück gemacht.

      Jetzt da fahre ich zum Friedhof, bevor ich heute nachmittag innerhalb 24 Regel vom gestrigen Test meinen Vater besuche im Heim.

      Matthias an einem Sonntagmorgen in der tiefen Trauer um seine Dorit
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      Lieber Matthias,man sieht mit wieviel Liebe du Dorits Grabstätte gestaltet hast.

      Ich hoffe ,daß deine tiefe Trauer eines Tages etwas milder wird und du wieder Freude empfinden kannst.

      Auch ich falle immer wieder in das tiefe Loch der Trauer. Es ist oft nicht auszuhalten und macht mich immer schwächer.
      Die Hoffnung,daß es eines Tages besser wird erhält mich am Leben.Ein
      Leben, das sich so fremd anfühlt.

      Liebe Grüße Buffy
      Liebe Buffy,

      ich kann jedes Deiner Worte nachvollziehen. Es ist wirklich ein tiefes Loch, in welches man durch den Tod des Partners/der Partnerin gezogen wird.
      Ich habe 2 Dinge, die mich am Leben erhalten:

      * 1)der tägliche 2malige Gang zum Friedhof.
      Dort lese ich aus der gemeinsamen Geschichte von Dorit und mir, welche ich niedergeschrieben habe, vor und wenn ich am Ende bin, dann fange ich wieder von vorne an. Und ich spiele die Videos ab. Damit führe ich mich in die Vergangenheit mit der lieben Dorit, meiner lieben Mutter und meiner lieben Schwiegermutter zurück. Jetzt bei der Hitze da muss ich die Bepflanzung giessen. Dort auf dem Friedhof fühle ich mich ein Stück wohl, sind doch die Körper der Verstorbenen noch dort, auch wenn nicht mehr in lebendiger Form. Aber trotzdem spreche ich mit ihnen und bespreche auch, was mit meinem Vater und bei mir so los ist. Manchmal treffe ich auf dem Friedhof Bekannte und mit denen kann ich intensive Gespräche führen, das durchbricht etwas die Einsamkeit. Haben doch auf dem Friedhof Alle ihre Verstorbenen dort liegen.

      *2)der tägliche Besuch bei meinem Vater im Pflegeheim
      Ich rufe schon morgens an und frage nach, ob ich zu Besuch eingetragen bin und da erfahre ich auch, ob er eine ruhige Nacht hatte oder wie vorletzte Nacht wieder aus dem Bett gefallen ist.
      Wenn es ihm soweit gut geht und es das Wetter zulässt, da fahre ich ihn im Rollstuhl nach draussen, meistens ins Restaurant und Cafe ein Stück Kuchen essen, er isst für sein Leben gern Kuchen. Ich bin ja immer froh, wenn er im Rollstuhl sitzt. Er hat die schlimme Phase seiner Bettlägerigkeit (Darmverschluss, ständiges Erbrechen, Rippenbrüche durch die ständigen Stürze, als er noch keine Schaumgummimatratzen neben dem Bett liegen hatte) überwunden und darüber bin ich froh.

      Ja ich kenne das, das Leben es fühlt sich fremd an, weil der liebste Mensch gegangen ist und man allein dasteht. Ich klammere mich an meinen Vater, aber er ist auch schon alt und lebt im Pflegeheim.

      Ich hoffe immer darauf, dass auch ich irgendwann einmal das diesseitige Leben hinter mir habe und dann mit den lieben Vorausgegangenen in einer anderen Dimension, man kann es Jenseits oder geistige Welt nennen, einmal zusammenkommen werde. Bis dahin wird es ein schmerzhaftes, durch Trauer und Einsamkeit geprägtes Dasein, Leben wäre zuviel gesagt.
      Ich versuche, meinen Schmerz mir von der Seele zu schreiben, er wird dadurch spürbar etwas kleiner, weil man hier im Forum mit Gleichbetroffenen spricht.

      Auch Dir wünsche ich, dass es einmal besser wird, bei mir ist es in den 3 Jahren jeden Tag schlimmer geworden. Ich wache jeden Tag auf und muss an den schrecklichen Tod meiner Dorit denken, die als Mensch für immer sich ohne ein Abschiedswort damals verabschiedet hat.

      Liebe Grüsse
      Matthias
      Liebe Dorit,

      nun habe ich zum 27.Mal seit Deinem irdischen Tod von Dir geträumt:

      13.07.2022
      Dorit ist quicklebendig und wir sind beide vergnügt miteinander. Dorit ist gesund und munter. Der Traum ist nicht lange. Er
      zeigt nur Dorit vor mir und ich bin froh, mit ihr zusammen sein zu können.

      Ich bin allein ganz allein, mein Vater kann nicht mehr richtig essen und Ihr beiden fehlt mir so sehr in meinem alltäglichen Leben.
      War dieser Traum ein Zeichen von Dir, liebe Dorit ??

      Ich hoffe so sehr, dass Du noch da bist !!

      Matthias allein zu Hause sehr traurig.
      Liebe Dorit,

      heute sind auf den Tag genau 38 Monate vergangen, Du endgültig als irdischer Mensch von mir gegangen bist.
      38 Monate lang jeden Morgen mit der unendlichen Trauer um Deinen Tod erwacht !
      38 Monate all die quälenden Gedanken, was alles verkehrt gemacht wurde bis hin zur zu langsamen und verspäteten Ersten Hilfe an jenem 13.Mai, an dme Du mit Herzversagen umfielst.
      38 Monate lang jeden Morgen aufwachen mit der Gewissheit, dass du tot bist.

      Ich höre Deine Stimme am PC, wo ich heute die Feststellungserklärung kopiere, will sie morgen nun endlich wegschicken.
      Es geht mir soviel durch den Kopf, leider eben auch die Versäumnisse in der Bekämpfung Deiner Krankheiten und Du hast nie etwas gesagt, wie schlecht es Dir doch manchml gegangen sein muss.
      Nun muss ich schon 38 Monate lang Deinen Tod hinnehmen.

      Und Vater kann nichts richtiges mehr essen wegen seinen Schluckstörungen.
      Manchmal liebe Dorit, da wünschte ich mir, wieder bei Euch allen (Dir und meine liebe Mutter und Deine, Dorits Mutter) sein zu können !

      Matthias 38 Monate nach dem Tod seiner lieben Dorit ganz allein nur noch mi seinem alten, sehr gebrechlichen Vater
    Liebeskummer Sorgen Forum