6 Tagen ist es her..

      6 Tagen ist es her..

      Und es kommt mir vor wie eine Ewigkeit. Mein Kopf weiß das er tot ist, aber mein Herz kann es nicht akzeptieren. Ich warte das er nach Hause kommt.
      Ich will das es nur ein Traum war, ein schlimmer - alles gut ist wenn man aufwacht. Verstehen kann ich es nicht. Das "Warum" geht mir nicht aus den Kopf und quält mich.
      Konnte mich nicht verabschieden, das ist das schlimmste. Ich hatte es versprochen, aber es ging so schnell - überraschend. Ich versuche klar zu kommen, hoffe es klappt.
      Danke.
      --- Warum? ---
      Ein liebes, leises Willkommen hier bei uns Jean.
      Nein dein Herz kann es nicht akzeptieren, wie denn auch, es kann es nicht begreifen.
      Die Gefühle hören nicht einfach auf, sie verstärken sich manchmal einfach noch, durch den Schmerz, den Schock vom jetzt auf gleich - zack.

      Alles anders obwohl ja alles andere normal seinen Weg geht - als wäre nicht geschehen, als fehle da nicht auf einaml ein Mensch.

      Ein Mensch, ja leider nur ein Mensch für die meißten aber für dich eben der Mensch, deine zweite Hälte, dein Seelenvertrauter.
      Dein ein und alles erlaube ich mir einfach mal zu schreiben, den das beschreibt es für mich am besten - alles an Wichtigkeit verblasst, hat keinen Wert mehr, warum auch, die Welt liegt in Scherben.
      Gerade in so frischer Trauer funktioniert man wenn man Glück hat einfach erst mal.
      Ich denke das ist einen Art Selbstschutz da in uns, es lässt nur bedingt an einen heran um diesen nie gekannten Schmerz überhaupt aushalten zu können.

      So Schritt für Schritt, Tag für Tag zu überleben, zu schaffen ohne dem Irrsinn zu verfallen.
      Diese unbeantwortbare Frage nach dem Warum - warum er, warum wir, warum jetzt, warum so, warum überhaupt - wenn das doch alles einen Sinn hätte - hat es den - darauf kommt es nicht einmal an, egal welchen Sinn überhaupt das haben kann, er könnte nicht akzeptiert werden.
      Ungefragt, unvermutet, aus dem Leben gerissen, keine Chance auf nichts.

      Ich wünsche dir liebe Menschen um dich herum, Menschen die einfach da sind, Zeit haben.
      Menschen mit Verständnis die du um dich herum ertragen kannst.
      Ich wünsche dir gerade alles was es braucht gerade jetzt.

      Mit einer lieben Umärmelung,
      Funny.
      Ich bin anders als vermutet, selten wie erwartet und erst recht nicht wie es andere gerne hätten.


      Licht und Liebe, sind stärker als Tod und Schatten



      Danke dir Funny. Ja zum Glück bin ich nicht alleine. Ich habe noch 2 Kinder.
      Nur das mit dem trauern muss noch warten. Sie brauchen mich jetzt. Vorallem meine Tochter.
      Für sie ist es sehr schlimm. Sie waren so ein seltenes Vater und Tochter-Gespann.
      Mein Sohn hingegen versucht es mit Ignoranz. Ich befürchte das es eines Tages über ihn zusammen schlägt.

      Eigentlich müsste ich das mit dem trauern nun so langsam hinbekommen. Habe fast meine ganze Familie verloren.
      Es fing an mit meiner Mutter, dann mein Vater, mein ältester Bruder, meine einzige Schwester, mein mittlerer Bruder, mein Neffe und
      nun mein Mann - und von keinem konnte ich Abschied nehmen. Wie ein Fluch.

      Auch viele Menschen die ich durch die Krankheit meines Mannes (LungenkrebsI kennen gelernt habe sind verstorben.
      Man kommt sich vor wie vom Tod umgeben. Wie in einem Wald wo jemand einen Baum nach dem anderen abholzt.

      Wenn ich ehrlich bin, würde ich am liebsten aufhören meine Tabletten zu nehmen und auch verschwinden.
      Ohne die KInder würde ich das wohl auch so machen.
      Tut mir leid das ich so einen Blödsinn schreibe, aber hier kann ich mal ohne Angst das zeigen was in mir ist.
      Danke.
      --- Warum? ---
      Liebe Jean,
      du schreibst keinen Blödsinn. Viele von uns kennen dieses Gefühl, selbst nicht mehr sein zu wollen. Aber mit wem darüber sprechen, wer versteht ohne zu urteilen? Hier im Forum ist der richtige Ort dafür. Genau wie du schreibst, ohne Angst seine Gefühle ausdrücken dürfen. Und dann merkt man, man ist nicht allein. Mir hat dieser gegenseitige Austausch immer Kraft gegeben. So habe ich es geschafft weiter zu machen. Die Trauer ist unverändert, wie die Liebe zu meinem Mann. Ich lerne auszuhalten, auch mit Hilfe dieses Forums.
      L.G.Emmi
      Ich lächel gerade den Bildschirm an, so gut wie ich deine Worte gerade verstehen kann, dein Tun, dein denken - da ähnelt sich aber einiges denke ich gerade.
      Das Leben, sie sterben, um einen herum, je mehr Kontakte man hat oder Familie um so mehr werden gehen.

      Manchmal liegen Jahre dazwischen und dann auf einmal ist es wie ein Fluch - als zöge der eine den anderern hinter sich her.

      Eigentlich ja und eigentlich muss man nicht.
      Jeder Tod hat seine Trauer und jeder empfindet es anders und doch gleich und vor allem aber sage ich für mich ist jede Trauer so individuell wie der Mensch der da gerade gehen muss - individuell ist die Trauer, je nach Beziehung und Nähe.
      Übung bringt es nicht, es stumpft ab sagte jemand zu mir - man gibt einfach nach jedem Verlust mehr auf ein anderer.
      Recht werden sie alle haben so denke ich, ich empfand auch jeden Verlust anders, jeden auf andere Weise, wenn auch mit den gleichen Emotionene wenn auch unterscheidlich lange oder intensiv.

      Wenn die Kidner nicht wären - mein Spruch, ob ich heute noch wäre, ob ich es überhaupt bis hierher geschafft hätte, anders geschafft - ich weiß es nicht.

      Ich habe lange Tagebuch auf diesen Seiten geschrieben, Nächte meines Lebens habe ich meine Gedanken hier in die Tasten gehauen - momentan sogar auf meinem alten Laptop.
      Manches mal habe ich gedacht, wenn das nun ein Arzt liest dann holen sie diese schicke weiße Weste.
      Wenn meine Familie das lesen würde, Himmel aber auch.
      Wenn all die hier lesen würden die mir so nett aus dem Weg gegangen sind, na ja dann hätten sie wenigstens einen guten Grund.
      Sie müssten es nicht ihrer Wortlosigkeit schulden, ihrer Unfähigkeit was auch immer gegenüber.

      Ich will nicht ungerecht sein, auch ich stehe ihr ab und an gegenüber irgendeienr UNfähigkeit und kann es mir selbst nicht erklähren.

      Sie alle haben es nicht gelernt, der Trauer ,meiner Trauer offen entgegen zu treten, mich einfach mich sein lassen, meine Schwäche und HIlflosigkeit spüren da tief unter meiner Stärke.
      Hätte ich doch meiner Schwäche mal nachgegeben, mich fallen lassen, leigen bleiben und dann HIlfe annehmen.

      Alles gewesen - heute schaue ich auf meine Kinder und ja, ich habe sie gut hinbekommen wenn man das so nennen kann, darf.
      Mein Opfer hat sich gelohnt.
      Was aber wenn ich dann nicht mehr kann irgendwann, irgendwer darauf kommt was ich alles geopfert habe, neben Gesundheit.

      Ich habe es gerne getan, meinem Leben so den Sinn erhalten den es in tiefer Trauer zu verlieren drohte.
      Blödsinn, was ist schon Blödsinn - seiner Seele mal freien Lauf lassen und der Ehrlichkeit Raum geben das ist wohl das Beste, was man für sich selbst tun kann.
      Damit wäre es der gesündeste Blödsinn den ich mir denken kann.

      Mit einer lieben Umärmelung,
      Funny.
      Ich bin anders als vermutet, selten wie erwartet und erst recht nicht wie es andere gerne hätten.


      Licht und Liebe, sind stärker als Tod und Schatten



      Liebe Jean,

      ​was Du so schmerzhaft empfindest und nicht begreifen willst, habe auch ich zu verkraften und fühle aus tiefstem Herzen mit Dir. Sich nicht verabschieden können, trotzdem man es sich fest versprochen hat, ist das Grausamste was es gibt. Der geliebte Mensch ist einfach im Nichts verschwunden. Nicht da gewesen zu sein , nicht mehr wenigstens die Hand gehalten zu haben , ihm das Gefühl gegeben zu haben "ich bin bei Dir," das alles lastet unsagbar auf der Seele. Da helfen auch die gutgemeinten Worte der Ärzte etc. nichts. Das eigene Empfinden ist der nicht enden wollende Schmerz. Von ganzem Herzen wünsche ich Dir Frieden zu finden. Du bist Deinem Liebsten in Deinem großen Kummer immer ganz nah und ich denke das er das spürt . Es soll ja ein Seelenleben geben . Ich habe eine kleine Gedenkstätte zuhause und spreche immer mit meinem Lieblingsmensch. Die Hülle ist fort , nicht aber alles was uns verbunden hat.

      Ganz herzlich grüße ich Dich und fühle mit Dir, Lure
      Danke ihr beiden. Ja jeder trauert anders. Ist aber auch gut so. Wäre schlimm wenn alle nur leiden würden oder alle es schnell hinter sich lassen können.

      Funny - ja die Kinder. Sie sind nicht mehr klein aber auch wenn sie eigentlich schon erwachsen sind, merkt man das sie einen hin und wieder doch brauchen und froh sind, das man da ist.
      Ich schreibe jetzt kein Tagebuch aber ich schreibe weiter über den Messenger an ihn. Es hilft.
      Man könnte sich in der Trauer verlieren. Kann mit gar nicht vorstellen wie schwer es für Menschen sein muss, die niemanden mehr haben oder
      keinen Grund finden wieso man weiter machen sollte....

      Lure - ja das ist das was mich am meisten belastet. Das ich mein Versprechen nicht halten konnte. Danke für deine Guten Wünsche.
      Sende dir auch welche. Und Kraft.

      Dir auch Funny
      --- Warum? ---
      Liebe Jean, auch ich trauere jetzt seit dem 12.07.2021 um meinen Mann,der an Lungenkrebs verstorben ist.Jeden Tag vermisse ich ihn und versuche den Tag irgendwie zu überleben.Oft frage ich mich,ob das Weiterleben noch Sinn macht.Aber mein Sohn und mein Enkelkind brauchen mich.Am schlimmsten sind die Wochenenden.Das Alleinsein ist kaum auszuhalten.Ich wünsche dir die Kraft,die ich oft nicht habe.lg Buffy

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      Auch ich kann dich total gut verstehen, ich fand meinen Freund am 25.10. tot in seiner Wohnung nachdem er nicht wie verabredet kam um mich zum Arzt abzuholen.
      Auch ich kam zu spät muss wohl ca. 30 min her gewesen sein und trotz Wiederbelebungsversuchen von mir und den Arzt war es zu spät.
      Auch ich mache mir Vorwürfe warum ich zehn min erst gewartet habe ob ich hätte nur schneller laufen müssen. Bin lungenkrank und sowieso ist das alles nicht mehr zu ändern und es trifft keinen irgendeine Schuld.
      Der Tod fragt nicht nach wann und wo und wir bleiben einfach fassungslos davor stehen und können und wollen uns gar nicht vorstellen wie wir ohne den anderen leben sollen.
      Hab auch ne knapp 15 jährige Tochter die mich braucht und auch er hätte nicht gewollt das ich so darunter leide und er könnte es genauso wenig nicht abwenden.
      Wir müssen lernen mit dem Verlust zu leben in der Hoffnung das es vielleicht ein Wiedersehen gibt zumindest der Seelen und das die Verstorbenen uns noch auf irgend eine Weiße begleiten und beschützen.
      Fühle dich virtuell getröstet, deine Gefühle sind ganz normal und das muss und soll man sich ja auch von der Seele reden.
      Es grüßt Sylvie ‍♀️

      Neu

      Danke Buffy. Mein Mann hat auch immer gesagt, er würde nur wegen uns kämpfen. Wäre er alleine hätte er einfach aufgegeben.
      Aber für uns hat er alles gemacht, versucht, durchgehalten.
      Also muss ich es auch tun. Sende dir gute Gedanken.

      Danke Sylvie. Stimmt - mein Mann hätte auch nicht gewollt, das ich die Kinder alleine lasse. Für ihn waren wir Drei sein Leben.
      Ja das hoffe ich sehr, ein Wiedersehen. Ich bete für ihn und sage am Schluß: Warte auf mich.
      Schön das man hier so verstanden wird.
      Möchte mit meinen Kindern nicht so gern darüber reden. Möchte stark für sie sein. Meine Tochter hat heute Geburtstag.
      Habe sie angerufen und Happy Birthday für sie gesungen. Sie hat so geweint. Weil sie weiß wie gern mein Mann das gemacht hat,
      laut und falsch gesungen um alle zum lachen zu bringen.
      Ist zu kurz her.

      Sende allen Kraft und Hoffnung. Gebt nicht auf.
      --- Warum? ---

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      Ich denke grade wenn man das gleiche Schicksal hat kann man es ganz anders nachempfinden als jemand der es nicht selbst durchmacht.
      Wie geht es dir im Moment?
      Bei mir ist es gestern 4 Wochen her und fühle mich immer noch wie paralysiert und als ob das alles nur ein Alptraum wäre.
      Bin noch weit entfernt von einer neuen Normalität oder wir man das auch nennen mag.
      Die Welt dreht sich weiter und man sagt ja auch immer es muss ja weitergehen, aber bei mir scheint alles stehn zu bleiben. Versuche mich an Dinge zu klammern die ich nicht halten kann und habe totale Angst das eines Tages die Bilder verblassen und die vielen Erinnerungen .....
      Dir weiterhin viel Kraft, es grüßt Sylvie
    Liebeskummer Sorgen Forum