Mein Vater ist gestorben

      Mein Vater ist gestorben

      Mein Vater ist vor etwa einem Monat gestorben und ich vermisse ihn sehr. In meiner Phantasie spreche ich mit ihm und habe das Gefühl, dass er wirklich als Geist weiterlebt und auf meine Fragen antwortet. Manchmal werde ich ziemlich traurig, wenn ich daran denke, dass er jetzt tot ist. Bei ihm war es so, dass er durch einen Fehler in einer Operation gestorben ist. Als wir im Krankenhaus ankamen, war er nicht mehr bei Bewusstsein und er war vermutlich schon hirntot. Nur ein Medikament liess sein Herz noch weiter schlagen. Dann konnten wir uns noch einmal verabschieden und dann sind wir gegangen.

      Ich kann manchmal gar nicht richtig glauben, dass er tot ist und denke dann, er müsste eigentlich nach Hause kommen, wie immer. Immer wieder denke, man müsste irgend etwas tun, damit er wieder zurück kommt. Ich rede oft mit meiner Mutter über meine Trauer und sie meint auch, dass das, was mit ihm geschehen ist, er nicht verdient hat. Er hätte sicher 5-10 Jahre länger leben müssen. Aber es war wohl Schicksal.
      Lieber Sevoki,

      zuerst schicke ich dir mein ganzes Mitgefühl. Dein Gefühl, dass er als Geist weiterlebt und auf all deine Fragen eine Antowrt hat, ist nach meiner persönlichen Erfahrung ganz richtig. Zweifle nicht, nimm es an und sprich weiter mit ihm.

      Alles Liebe
      Frieda


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      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein
      @Sevoki:
      Sicherlich kann sich auch ein Philosoph irren, denn auch er ist ein Mensch. Vielmehr sind die Philosophie und die Religionen eine Sache der Auffassungen bzw. des Glaubens. Jeder Mensch, sofern dazu bereit, muss dazu seinen eigenen Weg finden, den er für richtig hält.
      Lieber Sevoki,

      auch von mir mein ganzes Mitgefühl.
      Ich mag mir gar nicht ausmalen, wenn mein Vater in hoch betagtem Alter auch so plötzlich versterben würde.

      Das mit dem Hirnkollaps kenne ich, genauso ist auch meine Partnerin vor nunmehr über 39 Monaten gestorben. Gestern vor 40 moanten da fiel sie auch um mit Herzversagen und nach 1 Woche ITS verstarb sie an Hirnödem.

      Ich kann nur mit Dir mitfühlen, wie grausam das Leben manchmal sein kann. Ich zittere und bete für meinen alten Vater.

      Nochmals mein ganzes Mitgefühl für Dich in diesem schlimmen Moment !

      Matthias
      Lieber Sevoki,

      was Dich am besten trösten kann, weiss ich nicht.
      Ich kann nur sagen, was mich in den nunmehr 40 Monaten am meisten getröstet hat:

      * seit der Beerdigung meiner Partnerin regelmässig zum Friedhof gehen und Grabpflege inklusive neuer Bepflanzung machen. Da bin ich meiner Verstorbenen nahe und habe durch Beschäftigung Ablenkung.

      * das Aufschreiben der gemeinsamen 24jährigen Geschichte mit meiner Partnerin und das Vorlesen am Grab. Das erinnert mich an schöne Momente aus der gemeinsamen Zeit.

      * das Ansehen von Photos und Abspielen von Videos zu jeder Gelegenheit, sie sich ergibt. Damit hole ich sie mir in mein Leben zurück zwar nur ein wenig, aber am meisten, was ich kann.

      Hoffe, Dir ein wenig weitergeholfen zu haben.

      Liebe grüsse von einem Mittrauernden
      Matthias
      Ein liebes Willkommen hier bei uns Livoki.
      Es ist schwer einem Trauerndem zu helfen, nicht immer findet man die richtigen Worte und manchmal geht der Glaube so unterschiedliche Wege, dass da kein aufeinader zu möglich ist.
      Manches mal habe ich gedacht - wieso versteht mich keiner - na ja heute weiß ich das es sogar vielfach kaum möglich ist.
      Keiner ist wie ich, denkt wie ich, glaubt wie ich, hat vielleicht ähnliches aber niemals gleiches erlebt.
      Na ja ich bin halt wie wir alle einzigartig.

      Andersherum aber gibt es in der Trauer, die sie gleichwertig sein lässt - es ist der Schmerz - dieser kaum aushaltbare Schmerz des Verlustest, der Umstände, das nicht begreifen können aber dennoch annehmen müssen.

      So wertvoll manches mal die unterschiedliches Ansichten, die uns mal von einer anderen Seite schauen lassen - heißt aber nicht, dass wir an unserer Art etwas ändern müssen.
      Jeder in seiner Zeit, in seinem Können, in seinem Begreifen können.

      Ich wünsche dir alles was es gerade für dich braucht - vor allem liebe Menschen an deiner Seite, ein offenes Ohr.

      Mit einer lieben Umärmelung,
      Funny.
      Ich bin anders als vermutet, selten wie erwartet und erst recht nicht wie es andere gerne hätten.


      Licht und Liebe, sind stärker als Tod und Schatten



      Danke für deine Antwort.

      Mir fällt immer wieder ein, wie es war, als wir im Krankenhaus waren. Es war echt schlimm für uns. Mein Vater lag da, an Geräte angeschlossen und nicht bei Bewusstsein. Er hat mir so leid getan. Ich hätte alles gemacht, um ihn zu retten, aber es war zu spät.

      Ich vermisse meinen Vater so sehr. Es wäre so schön, wenn er noch leben würde. Es fällt mir immer noch schwer, das alles zu begreifen. Ich will einfach nicht wahr haben, dass er tot ist. Zum Glück lebt er jetzt als Geist weiter.

      Ich danke euch allen für euer Verständnis.
      wie sehr ich das nachvollziehen kann, man sitzt so machtlos da und alles beten und hoffen - nichts hilft.
      Dann sitzt man da und kann all das Geschehene nicht begreifen, will das alles ja nicht, kann damit nicht umgehen und ander kommen höchstens mit ihren unangebrchten Sprüchen - egal ob sie es ja nur gut meinen sie verstehen einfach nicht.

      Ich habe drei mal hoffnungslos am Bett eines Menschen gesessen und mehr gebetet als ich eigentlich irgendwann noch an Glauben in mir hatte.
      Schnell aber habe ich dann auch Erlöseng für den geliebten Menschen gewünscht - ich wollte ihnen weiteres LEid ersparen, wollte das sie keinen Schmerz mehr fühlen müssen, nicht länger als nötig jedenfalls.

      Ist mir nicht leicht gefallen, gerne hätte sie auch heue noch alle bei mir, sie fehlen immer wieder und das Herz wird mir schwer.

      Tief in meinem Herzen aber da leben sie in mir weiter, ich weiß nicht wo sie nun genau sind aber ihre Seelen sind für unsterblich und irgendwie mit mir verbunden.
      Ich glaube an ein Wiedersehen da hinterm Regenbogen irgendwo, wo sie auf mich warten werden wenn ich ihrem Weg folgen werde.

      Dankbarkeit gibt mir Kraft, Dankbarkeit für die Jahre die wir hatten, haben durften.
      Weh tut es trotzdem, sie werden mir immer fehlen aber eben nicht für immer, denn auch ich werde nicht für immer hier auf Erden weilen.

      Mit einer lieben Umärmelung,
      Funny.
      Ich bin anders als vermutet, selten wie erwartet und erst recht nicht wie es andere gerne hätten.


      Licht und Liebe, sind stärker als Tod und Schatten



      Lieber Sevoki (eine sehr schöne Abkürzung?),

      du fragst, was dich so eigentlich trösten könnte. Der beste Trost ist wohl die Einsicht, dass Tod = Geburt bedeutet, Geburt in eine völlig neue, andere Welt.

      Wir alle kommen irgendwann hier an und gehen auch wieder, wenn unsere Zeit gekommen ist, wenn wir "das Zeitliche segnen". Dein Vater hat das nun getan und ich bin mir sicher, dass er mit dir in Verbindung ist, ob du es merkst oder nicht. Wir alle sind miteinander in Verbindung. Wir sind nur durch unsere oft eingeschränkte Wahrnehmung voneinander getrennt. Und durch unser unsägliches Nichtwahrhabenwollen. Warum eigentlich?


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      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein
      Sorry lieber Sevoki,

      muss gerade in diesem Zusammenhang daran denken, dass es Leute gibt die behaupten, man würde alle Verstorbenen wiedertreffen, wenn man selbst verstirbt.

      Gott bewahre! Stell dir vor, du warst in deinem Leben 3 x verheiratet und trifft alle Ehepartner wieder und alle Schwiegereltern und .......

      Bin der festen Überzeugung, dass sich das was zusammengehört auch wieder findet. Ob hüben oder drüben. In diesem meinem Leben habe ich so Viele "wiedergefunden" und genau gespürt, dass wir "etwas miteinander zu tun haben". Bei den ersten Treffen mit meinem späteren Mann war dieses Gefühl extrem stark.

      Und auch heute lerne ich Menschen kennen, die mir vom ersten Augenblick an sehr viel bedeuten. Und in Träumen zeigt sich doch auch, was wir mögen und lieben, allerdings auch, wovor wir Angst haben.

      AL Frieda

      Ps an Sevoki: wünsche dir viele weitere Träume von und mit deinem Vater


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      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein
      @Frieda:
      Ich stimme dir zu: Gott bewahre! Ich möchte im Jenseits weder meinen Vater noch meine Schwiegermutter wiedertreffen geschweige denn die "fiesen Möps", die mir bisher über den Weg gelaufen sind. Mit meinem Vater hätte ich nämlich noch eine Rechnung offen, die wir zu Lebzeiten nicht begleichen konnten. Und meiner Schwiegermutter würde ich sagen, dass ich die Ehe mit ihrer Tochter insbesondere in den 90er-Jahren schon einige Male bereut hätte. Und andersherum wie viele hätten kein Interesse daran, MICH im Jenseits wiederzusehen, auch diese Frage darf ich keinesfalls unbeachtet lassen!! Also: Wem ist damit geholfen? Mir jedenfalls nicht...
      Heute bin ich übrigens auf dem Friedhof wieder einmal an einem noch offenen Grab vorbeigekommen. Ich fragte die Frau im Sarg von oben herab (von "oben herab" bitte nicht falsch verstehen!), ob sie denn an die Auferstehung glaube. (Eine dümmere Frage ist mir zugegebenermaßen gerade nicht eingefallen.) Ich bekam jedoch keine Antwort............
      In diesem Sinne
      liebe Grüße

      Uli
    Liebeskummer Sorgen Forum