Es ist über 8 Jahre her .......

      Es ist über 8 Jahre her .......

      ....... und doch war es "gestern", dass du einfach von hier auf gleich nicht mehr da warst. Völlig herausgerissen wurdest du aus unserem gemeinsamen Leben und ich stand einfach nur fassungslos da.

      Auch heute bin ich erstaunt darüber, dass so etwas passieren konnte. Du warst so groß und so gut und dein Herzschlag war langsam und stark und ich dachte, du würdest 100 Jahre alt werden. Sah dich im Geiste mit langen weißen Haaren oben im Dachstuhl Musikinstrumente bauen, während Sonnenstrahlen hereinschienen.

      Nun, das ist nicht geschehen.

      Wie schön, dich hier gehabt zu haben, mich mit dir geküsst, gestritten und vertragen, mir dir zusammen gelebt zu haben. Du warst und du bist mein Mann in diesem Leben. Habe dich frei gegeben, damit du fliegen kannst, damit deine Seele frei ist. Ich liebe dich von ganzem Herzen.


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      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein
      Nun ist es soweit, mache mir um mein eigenes Testament Gedanken, Grüße an die eigene Sterblichkeit. Nun, das schreckt mich nicht wirklich, denn ich bin - ehrlich gesagt und in diesem Forum geht das doch sicherlich - gespannt darauf, wie meine "Abreise" von hier sein wird. Ich meine jetzt nicht eine Krankheit oder einen Unfall ... meine die direkte Reise, das Verlassen dieser Welt und ....... ja was und: werde ich dann wirklich in eine völlig neue Dimension kommen oder wird gar nichts mehr sein? Das große Nichts, das Alles ist?

      Eine Art "Schlaf", wie man es Kindern erzählt, ist (für mich) absoluter Quatsch.

      War gestern am Grab meines Geliebten und das Grab kam mir so "verlassen" vor. Da ist niemand mehr, da "schläft" niemand. Ja, da ist sein Körper (gewesen, denn nach 8 Jahren ist mit seinem Körper einiges passiert), aber ansonsten sehe ich nur mich und den Sohn und die Freunde und Verwandten, die das Grab besuchen und heurmtuen und Foto machen und gießen und reden und für ihn beten.

      Ja, mir ist das Grab wichtig, irgendwie ... aber in meinem Herzen, da lebt er, da ist er. Und ich brauche ihn nicht zu gießen,außer mit meinen allerliebsten Gedanken, brauche ihn nicht abzudecken, nur im Geiste in die Arme zu schließen.

      Das Grab ist ein Grab und mein Liebster ist meine Liebe.

      AL Frieda

      Ps: ist für "neu" Trauernde vielleicht etwas schwer zu lesen, aber nach 8 Jahren ist alles anders bis auf eines: die absolute Liebe zum verstorbenen Menschen.


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      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein
      Liebe Frieda,
      über ein Weiterleben nach dem Tod hat so jede/r ihre/seine Ansicht. Doch wie dem auch sei, der Weg zum Tod ist das Sterben. Das Sterben ist das, wovon ich etwas Angst habe. Wer nicht? Wie alle hoffe auch ich, dass mir mein Sterben, wenn es soweit ist, durch die moderne Medizin oder in einem Hospiz erträglich gemacht wird. Mehr kann ich nicht erwarten. "Und wenn die Sonne des Lebens untergegangen ist, dann leuchten die Sterne der Erinnerung. Auch wenn zum Beispiel das Grab meines Patenkindes außer von mir von anderen kaum noch besucht wird, heißt das nicht, dass die Sterne der Erinnerung auch bei anderen nicht trotzdem noch leuchten! -
      Tja, in einem Grab passiert mit einem dort Bestattetem "so einiges". Was allerdings, das wollen die meisten nicht wissen, und das ist auch gut so! (Wer sich jedoch wider Erwarten für die Stadien eines Verwesungsprozesses interessiert, der möge sich bitte persönlich an mich wenden.)
      Hallo,
      ich glaube,daß alle von uns sehr wohl wissen, was mit dem Körper unserer Liebsten nach dem Tod passiert. Das ist qualvoll und schrecklich genug. Ob man will oder nicht, man hat die Bilder im Kopf, immer wieder. Für mich besteht der Mensch, auch der verstorbene, nicht nur aus der Seele, sein Körper gehört dazu. Er ist für mich nicht nur eine Hülle, die zurück gelassen wird.Nein, es ist der geliebte Körper ! Diese Arme haben mich gehalten und diese Augen haben mir ins Herz geschaut. Mir ist es ein Bedürfnis, zum Grab zu gehen (das hätte ich früher von mir nie gedacht). Und was auch immer rein stofflich von meinem Mann noch vorhanden sein mag, es ist ein "begreifbarer Teil" von ihm.Dem möchte ich Liebe und Achtung entgegenbringen. Da habe ich das Gefühl, ihm körperlich wirklich nah zu sein. Natürlich habe ich ihn ganz fest in meinem Herzen, in der Erinnerung und ich spüre seine Gegenwart in unserem Zuhause. Aber nicht im vergeistigten Sinne, sondern als festen Bestandteil in mir selbst. Ich glaube nicht an ein Leben nach dem Tod und trotzdem bitte ich jeden Tag am Grab darum, daß wir uns wiedersehen. Jeder versucht, irgendwie mit dem Verlust umzugehen und alles was hilft ist für mich richtig. Die Ansichten und Verhaltensmuster sind so unterschiedlich wie wir und die Beziehung, die wir zu unserem verlorenen Menschen hatten. Jeder muß seinen eigenen Weg finden und dieser ist dann für ihn auch richtig. Feinfühligkeit im Umgang mit Trauernden, das wünsche ich mir von Herzen, die Realität ist für viele schwer genug.
      L.G.Emmi
      Ihr Lieben,

      es ist mir nicht richtig wohl dabei, solche Assotiationen geweckt zu haben. Drum noch zur Erklärung:

      Natürlich liebe ich das Grab meines Liebsten. Habe mir hier lediglich erlaubt, tiefere Gefühle zu schreiben, die eben sind sind wie sie sind.

      Und ich habe explizit über meinen Tod geschrieben, nicht über Krankheit oder Unfall. Es ging mir nicht um Siechtum, Verletzungen, Krankheiten, sondern rein um den sogenannten Übergang.

      Bitte versteht das richtig. Ich möchte niemandes Gefühle verletzen.

      AL Frieda


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      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein
      Bitte bedenkt auch, dass diese Beiträge hier unter der Rubrik "mein Leben nach der Trauer" geschrieben werden.

      Doch: wann ist die Trauer vorbei?
      Wahrscheinlich niemals!

      Aber ich kann heute auch nicht mehr sagen, dass ich "in der Trauer" lebe. Die Zeit vergeht irre schnell und die Jahre mehren sich und schon wieder werden Lebkuchen in den Supermärkten verkauft.

      Irgendwie ist die Zeit auch die Freundin der Trauernden. Und es ist "irgendwie" auch gar nicht so gut zu trauern, obwohl es sicher traurig ist, den geliebten Menschen nicht mehr um sich zu haben. Aber das ist mehr eine philosophische Komponente, die den Rahmen dieses Forums vielleicht sprengen würde.

      Was ich sagen möchte: Es ist gut, dass es diese Rubrik hier im Forum gibt, denn auch nach Jahren gestaltet sich die Trauer anders. Nach 3 Jahren, nach 7 Jahren, nach 12 Jahren .......

      Euch allem einen friedlichen Abend und eine gute Nacht
      AL Frieda


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      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein

      Frieda schrieb:

      Doch: wann ist die Trauer vorbei?
      Wahrscheinlich niemals!


      Liebe Frieda,

      ja ich glaube das beinahe auch.
      Wenngleich ich auch den Verwesungsprozess nicht weiter betrachte, so muss man sich wohl mit dem körperlichen Wegsein des geliebten Menschen abfinden und das fällt uns allen sehr schwer.
      An den Lebkuchen merkt man immer wieder, dass schon wieder ein ganzes Jahr in der Trauer vergangen ist und man geht allein durch den Supermarkt ohne das '...Hallo, hast Du schon Weihnachtsgeschenke gekauft ?'....Ja andere die haben so etwas, man selbst muss die Einsamkeit durch den Verlust spüren und geht wortlos an das Lebkuchenregal.

      Liebe Grüsse in der Trauer
      Matthias
      Hallo Emmi,
      mit deinem Beitrag hast du mir wie gesagt aus der Seele gesprochen. Ich rege mich immer wieder auf, wenn zum Beispiel in den Nachrichten von der sterblichen Hülle oder gar, noch schlimmer, von den sterblichen Überresten gesprochen wird. Solche Bezeichnungen hat der menschliche Körper einfach nicht verdient. Auch der moderne Computer kann schließlich noch immer nicht an das menschliche Gehirn heranreichen! - Körper, Geist und Seele sind für mich eine Einheit. Jedes Element ist von dem anderen abhängig! "Nur in einem gesunden Körper steckt ein gesunder Geist" heißt es aus gutem Grund. - Auch ich glaube nicht an ein Weiterleben nach dem Tode. Meine persönlichen Argumente zu diesem Thema teile ich jedoch nicht mit, da 1.) sie nicht in dieses Forum gehören und 2) jede/r ihre/seine Überzeugung bzw. ihren/seinen Glauben dazu mit sich selbst ausmachen muss. - Was die Trauer anbelangt, so kann sie zwar typbedingt ein Leben lang anhalten. Aber auch hier gilt: "Es bleibt nichts so heiß, wie es am Anfang gekocht wird." Alles kühlt ab, und ich kann mir gut vorstellen, dass es auch im Sinne der Verstorbenen sein dürfte, zumindest aber im Sinne der meisten Verstorbenen, dass für die Hinterbliebenen bzw. für die Trauernden das Leben wieder weitergeht und dass sie endlich mal wieder lachen können. So brutal das jetzt für einige hier auch klingen mag, aber für ein ewiges Trauern ist das Leben einfach zu kurz! - Und was die Verwesung betrifft: Der Verwesungsvorgang ist gewiss nicht vergleichbar zum Beispiel mit einer Blume, die im Garten aufgeht oder mit einem Sonnenuntergang am Meer. Aber auch DAS(!) gehört eben zur Natur, und die Natur will das so!
      Heute wieder am Grab gewesen. Es sieht schön aus mit all den Herbstblumen und -Pflanzen, dem kleinen Engel, den der Sohn damals hingetan hatte und dem schönen großen Klangstein mit seinem Namen und den Daten. Diesen Stein hatte er auf Kreta gefunden, ein Riesenteil mit einem reinen Kammerton "A", wenn man ihn anschlägt. Die Steinmetze haben nicht herausgefunden, aus welchem Material er sein könnte und hatten ihre liebe Mühe, weil er so hart war.

      Wenn ich dann vom Grab weggehe, fühle ich dass er ja gar nicht da ist, sondern "woanders". Er ist oft bei mir und wenn ich am Grab bin, kommt er manchmal dazu, aber nicht immer.

      Ja, ich weine manchmal immernoch, wenn ich weggehe vom Grab. Dann setze ich mich ins Auto, putze mir die Nase und sage mir: " sei nicht so traurig, freue dich an deinem kleinen Leben, das du hast, es gehört dir ganz allein und es ist ein Geschenk an dich, für dich. Nimm es an!" Und dann ist mir, als hätte er es zu mir gesagt .......

      AL Frieda


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      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein

      Emmi schrieb:

      Für mich besteht der Mensch, auch der verstorbene, nicht nur aus der Seele, sein Körper gehört dazu. Er ist für mich nicht nur eine Hülle, die zurück gelassen wird.Nein, es ist der geliebte Körper ! Diese Arme haben mich gehalten und diese Augen haben mir ins Herz geschaut. Mir ist es ein Bedürfnis, zum Grab zu gehen (das hätte ich früher von mir nie gedacht). Und was auch immer rein stofflich von meinem Mann noch vorhanden sein mag, es ist ein "begreifbarer Teil" von ihm.Dem möchte ich Liebe und Achtung entgegenbringen


      Ir lieben Mittrauernden,

      diese Sätze von Emmi drücken glaube ich alles aus, was Hinterbliebene von Verstorbenen empfinden.
      Auch ich gehe jeden Tag 2x, wenn ich es zeitlich schaffe, zum Friedhof. Dort liegen meine verstorbenen Liebsten und ich kann/darf sie dort besuchen.

      Liebe Grüsse
      Matthias
    Liebeskummer Sorgen Forum