Das 2.Trauerjahr

      Das 2.Trauerjahr

      Ich habe hier lange nicht geschrieben....nur gelesen.Heute geht es mir besonders schlecht.Das 2 Trauerjahr empfinde ich schlimmer als das erste. Warum ist das so?Habe ich erst jetzt realisiert,d aß es das vorherige Leben nicht mehr gibt?

      Mein neues Leben ist mir immer noch fremd.Ich renne in alle Richtungen und weiß nicht
      was gut für mich ist oder nicht.
      Das Chaos in meinem Kopf nimmt mir die Zuversicht.Wie ist es euch ergangen nach dem ersten Trauerjahr? Lg. Buffy
      Liebe Buffy,
      da geht es mir genau wie dir. Mein neues Leben ist mir auch immer noch fremd. Ich fühle mich wie in eine andere Welt versetzt. Dabei möchte ich nur eins, in meine Welt zurück, zurück nach Hause. Auch glaube ich, daß es manchen (so auch mir) extrem schwer fällt, den Verlust zu akzeptieren. Außerdem nehme ich an, daß der Schock in diesen Fällen sehr lange anhält und der Körper dafür sorgt, daß das Bewußtsein Zeit hat, sich an die neuen Umstände anzupassen. Nimm dir diese Zeit. Oft wußte ich nicht, was ich will, was ich brauche oder was mir gut tut. Setze dich nicht unter Druck, probier es langsam aus. Alles kann, nichts muß. Für mich ist es noch immer sehr wichtig, meine Trauer zu leben, denn ich bin traurig. Für mich ist es ein Zeichen der Liebe und Verbundenheit zu meinem Mann und die gibt mir Kraft. Kleine Schritte, Zeit und liebe Menschen werden sicher auch dir helfen, deinen Weg weiter zu gehen, wenn es auch manchmal wirklich schwer fällt. Es wird besser werden .
      Liebe Grüße
      Emmi
      Liebe Buffy,

      Emmi hat es eigentlich alles geschrieben.

      Mein 2. Trauerjahr war Katastrophe. Auf der einen Seite war klar, dass mein Liebster nicht mehr zu mir zurückkommt, auf der anderen Seite spürte ich seine Kraft und fühlte mich von ihm unterstützt. Freunde kamen und gingen, auch seine alten Freunde. Die Nachbarn hielten gut zu mir. Aber es wollte einfach nicht heller um mich herum werden.

      Dann starb unser geliebter Hund. Das war echt das Ende für mich. Aber - wie man sieht - war es doch nicht das Ende.

      Mittlerweile bin ich durch so vieles durch. Weiss jetzt, wie die Heizanlage geht, kenne den Wasserkreislauf, fahre mein eigenes kleines Auto.

      Mittlerweile sind so viele Lichter für mich angezündet worden. Bin sehr sehr dankbar.

      Genau das wünsche ich dir. Verschließe dich nicht dem Leben gegenüber, denn es ist dein Leben. Der, der dich liebt möchte es auch so.

      Aber schaue auch genau, wo es für dich hingeht und gehe dann ... !

      Erfülle nicht die Wünsche anderer Menschen, sondern finde deine eigenen Wünsche heraus. Ganz im Geheimen hab ich das auch gemacht, bin zuerst gescheitert, dann nochmal, aber dann hatte ich etwas Wind in meinen Segeln. Irgenwann hört die Flaute auf.

      Hab Mut, sei zuversichtlich und traue dich. Vertraue dem, was für dich ist.

      AL Frieda


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      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein
      Liebe Buffy,

      mir ist es ähnlich wie Dir ergangen und ergeht mir immer noch so.
      Mehr und mehr in der Trauer muss man realisieren, dass der liebste Mensch nicht mehr zurückkommt.
      Ich lebe letztendlich mit all meinen Problemen allein, alleingelassen.
      Im ersten Trauerjahr da war mein Vater noch zu Hause, hat zwar keinen Anteil gross an meiner Trauer genommen, aber er war da.

      Nun lebt mein Vater 2 Jahre in hohem Alter im Heim und ich habe nun das vierte Trauerjahr erreicht und muss jeden Morgen beim Aufwachen feststellen:

      Es ist niemand mehr da, mit dem ich nicht mal ein Wort wechseln kann geschweige denn gemeinsam frühstücken.

      In all den Trauermonaten (seit ihrem Herzblitztod meiner Partnerin sind nun schon über 40 Monate vergangen !) war der Weg zum Friedhof der einzisgte Gang, der
      mir Trost gespendet hat. Und das Anhören ihrer Stimme von den Videos. Am Grab da kann ich zu ihr sprechen, dort liegt ihr Körper bzw. das verbrannte Häufchen Asche von ihr in eine Urne gepresst. Und all die schrecklichen Dinge gehen mir jeden Tag durch den Kopf.
      Ich habe Therapeuten und Ärzte besucht, sie können mir meine Dorit nicht in meine Welt zurückbringen.

      Je nachdem ob man jemand hat im Leben, dauert die Trauer länger oder geht schnell vorüber. Um meine Mutter habe ich nicht so lange getrauert, weil ich damals noch 2 Menschen in meinem Umfeld hatte, meinen Vater und meine Partnerin.

      So empfinde ich es immer noch immerhin schon im 4.Trauerjahr.

      Liebe Grüsse
      Matthias
      Liebe Buffy,

      der nachfolgende Text ist vornehmlich für Matthias999, aber natürlich auch für dich, wenn du möchtest:

      Lieber Matthias, deine Partnerin ist körperlich tot, das ist richtig, aber ihre Seele ist nicht in diese Urne gespresst, denn sie ist lebendig. Tröstlich ist es, auf den Friedhof zu gehen. Ich erlebe das Grab meines verstorbenen Liebsten als etwas sehr Schönes, ein Platz des Erinnerns, des Gedenkens, ein Ehrenplatz, den ich so gestalte, wie er es gern hätte.

      Niemand wird dir deine Dorit wieder in deine Welt zurückbringen können. Du aber kannst ihr alles Gute wünschen und ihr zeigen, dass du sie wirklich liebst, indem du ihr nicht nachhängst und dich beschwerst, sondern sie auf ihrem weiteren Weg mit guten Wünschen und Gedanken und Gefühlen begleitest bzw. ihr diesen weiteren Weg dadurch erst richtig möglich machst. Denn auch ihre Seele wird nicht ohne dich sein wollen. Bedenke das.

      Sorry liebe Buffy ... das musste ich schreiben


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      "Wir können der Tatsache nicht ausweichen,
      dass jede einzelne Handlung, die wir tun,
      ihre Auswirkung auf das Ganze hat."

      Albert Einstein
      Liebe Frieda,danke für deine nachvollziehbaren Worte.Ich bemühe mich jeden Tag mein Leben in den Griff zu kriegen.Teilweise gelingt es mir auch,wenn da nicht immer wieder die Trauerlöcher wären.Besonders schlimm sind die Tage an denen ich nichts vorhabe...Ich suche dann verzweifelt nach Ablenkung.Das Alleinsein in meiner Wohnung ist immer noch schwierig.
      Diese Unruhe und Hyperaktivität führen zu körperlichen Erschöpfungszuständen.
      Mein Mann fehlt mir einfach. Lg.Buffy
      Liebe Frieda,
      will nur kurz antworten und will auch Deine Worte beherzigen. Natürlich glaube auch ich an das Weiterleben der Seele und ich müsste angesichts der empfangenen Zeichen frohgestimmt sein.
      Aber auch ich fühle eben das Alleinsein zu Hause, weil körperlich mir meine Partnerin in dieser Welt so sehr fehlt und das macht es so schwer, mit dem Verlust leben zu können.

      In besten Wünschen an alle Trauernde, die einen schweren Verlust hinnehmen mussten.

      Liebe Grüsse
      Matthias
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